Daten
Kommune
Merzenich
Größe
1,9 MB
Datum
19.03.2015
Erstellt
26.03.15, 18:12
Aktualisiert
26.03.15, 18:12
Stichworte
Inhalt der Datei
Handlungsräume in der
Innovationsregion Rheinisches Revier
Grundlage strategischen Handelns
1
Handlungsräume in der
Innovationsregion Rheinisches Revier
Konzept der Innovationsräume
Das Rheinische Revier gehört zu den leistungsstärksten Regionen Nordrhein-Westfalens und der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere im Bereich
der Energiewirtschaft. Gleichzeitig ist es eine Region
mit großen Aufgaben und Herausforderungen für die
Zukunft (Energiewende, Klimaschutz,…). Im Rahmen
des Landesprogramms „Innovationsregion Rheinisches
Revier“ (IRR) soll das regionale Entwicklungspotential mit seinen vorhandenen Aktivitäten und Akteuren
identifiziert, gebündelt und vernetzt werden, um daraus
einen Mehrwert abzuleiten und bereits heute auf zukünftige Strukturveränderungen reagieren zu können.
Ziel ist die Weiterentwicklung des Rheinischen Reviers
zu einer Modellregion für die Energiewende auf Basis
der gegebenen wirtschaftlichen und infrastrukturellen
Stärken im Sinne einer modernen und nachhaltigen
Industrie- und Strukturpolitik. Wurden in den letzten
Jahren im Rahmen von vorbereitenden Studien und
Konzepten inhaltliche Alleinstellungsmerkmale entwickelt (z.B. Themenfelder einer intelligenten Spezialisierung der IRR: Energiewirtschaft, Logistik, Technologie),
gilt diese nun anhand von Modellprojekten aufzugreifen
und in den konkreten Raum zu übersetzen.
Das Rheinische Revier im engeren Sinne wird durch
den Kernraum der IRR rund um die großen Braunkohletagebaue und das Aachener Steinkohlenrevier
abgebildet. Innerhalb dieses Kernraums haben sich
beispielsweise ausgehend von einer sich stetig weiterentwickelnden Braunkohletechnologie vielfältige
Kompetenzfelder entwickelt, die schon heute in die
Zukunftsgestaltung der Region eingebracht werden
können. Gleichzeitig existiert innerhalb der IRR eine
Vielzahl leistungsstarker und renommierter Schlüsselakteure der Industrie und Wissenschaft. Das Rheinische
Revier bietet somit nicht nur ein großes Spektrum an
Zukunftsaufgaben und Herausforderungen, sondern
auch die notwendigen Voraussetzungen und Potenziale für deren beispielhafte Beantwortung (Etablierung
Modellregion/Laborraum).
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Düsseldorf
Mönchengladbach
Neuss
Heinsberg
Bergheim
Aachen
Köln
Düren
Euskirchen
Das Rheinische Revier mit dem Kernraum der IRR.
Vor diesem Hintergrund soll ein räumliches Entwicklungskonzept für die Innovationsregion Rheinisches
Revier erarbeitet werden, durch das die inhaltlichen Alleinstellungsmerkmale, Kompetenzen und Entwicklungspotenziale eine räumliche Übersetzung hin zu konkreten
Modellprojekten im Maßstab 1:1 finden.
Sogenannte Innovationsräume erschließen die jeweiligen Entwicklungsvoraussetzungen und –potenziale unterschiedlicher Teilräume für integrierte Gesamtprojekte.
Diese Innovationsräume bilden teilräumliche Gesamtkonzepte eigener Identität, in die sich vielfältige Einzelmaßnahmen entlang einer gemeinsamen Zielvorstellung
einfügen (Lotsenfunktion), in einen inhaltlich-räumlichen
Gesamtzusammenhang gestellt werden und dadurch
synergetische Wechselwirkungen ermöglichen.
Gleichzeitig bieten sie Struktur und Orientierung für die
Auswahl geeigneter Modellprojekte. Sie machen die
vielfältigen Facetten der unterschiedlichen Teilräume der
IRR und die daraus resultierenden Zukunftsperspektiven
für die IRR insgesamt sichtbar.
Innovationsraum Indeland
Der Innovationsraum Indeland geht zurück auf das im
Rahmen der EuRegionale 2008 angestoßene, gleichnamige Projekt und beschreibt ein regionales Gesamtkonzept rund um den Tagebau Inden/ Indesee.
Innovationsraum :terra nova
Zu den wesentlichen Herausforderungen des Innovationsraums gehört die räumliche Neuorientierung
hin zur „Neuen Mitte Indesee“, die Suche nach neuen
Technologie- und Arbeitsfeldern sowie die Etablierung
eines gemeinsamen Entwicklungsraumes „Indeland“.
Schwerpunkte der zukünftigen Entwicklung sowie sich
daraus ergebende beispielhafte Modellprojekte liegen
daher im Bereich innovativer Siedlungsprojekte und
neuer Arbeitswelten rund um den Indesee („Wohnen
und Arbeiten am See“), in der Gestaltung einer attraktiven Freizeitlandschaft am See sowie in der Entwicklung einer Modellregion für regenerative Energie aus
Wind und Sonne.
Der Innovationsraum :terra nova, abgeleitet vom
gleichnamigen Regionale 2010-Projekt, umfasst den
nördlichen Bereich des Tagebaus Hambach bis hin
zum aktiven Kraftwerksstandort Niederaußem und dem
angegliederten Innovationszentrum Kohle. Die Suche
nach synergetischen Entwicklungspotenzialen parallel
zum aktiven Tagebau Hambach, die Nutzung regionaler Innovations- und Entwicklungspotenziale des
Kraftwerksstandortes Niederaußem sowie die langfristige Entwicklung einer nachhaltigen Perspektive für die
Zeit nach dem Tagebau gehört zu den wesentlichen
Herausforderungen. Schwerpunkte einer zukünftigen
Perspektive sind die Entwicklung eines beispielhaften
Energie-Landschaftsparks am Tagebau Hambach,
die Weiterentwicklung der Braunkohletechnologie,
CO2-Verwertung und Energieeffizienz sowie die Entwicklung eines klimaneutralen Wissenschafts- und
Gewerbeparks.
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Innovationsraum Garzweiler
D6
W10
F4
GF10
GF11
W9
GF23
E5
GF2
Innovationsraum :terra
Innovationsraum Aachener Revier
RL6
W22
I19
F6
GF17
D7
W1
I21
RL7
I20
GF18
W19
E3
F5
W12
GF13
IK4
W11
GF12
W14
4
W13
W18
I18
W24
Innovationsraum Indeland
W24
W21
E4
E8
GF19
D8
Innovationsraum Neue Erft
Legende
GF15
RL4
IK5
W17
D5
I21
IK2
I16-I18
E1
D9
D4
I22
E12
Innovationsförderung /-projekt
D7
W9
Dorfentwicklung/Städtebau
F5
Freizeit/Naherholung/Tourismus
RL3
Tagebau und Rekultivierung
GF11
GF14
Wirtschaftsförderung/Projektentwicklung
RL5
GF3
D1
W4
W2
GF4
RL3
IK3
I1D2I13
W3
I18
I14
a nova
E2
GF7
GF5
I19
GF6
D3
RL3
W5
E9
W6
W7
F1
F2
I20
F3
W15
W23
W16
I15
Innovationsraum Ville
GF22
RL2
GF20
GF21
E7
RL1
IK1
GF16
IK6
I18
RL1
E6
W25
Innovationsraum Hambach-Süd
W27
RL1
5
Innovationsräume im Rheinisches Revier
Innovationsraum Hambach-Süd
Innovationsraum Garzweiler
Zu den wesentlichen Herausforderungen dieses Innovationsraumes südöstlich des Tagebaus Hambach
gehören die Qualifizierung notwendiger Umsiedlungs-
Im nord-westlichen Bereich des Tagebaus Garzweiler
sowie dessen Umfeld gehören zu den wesentlichen
Herausforderungen und Aufgaben die Vorbereitung
auf den heranrückenden Tagebau, die präventive
Gestaltung des Raumes zur Organisation notwendiger Umsiedlungen sowie die Stärkung der Tagebauranddörfer. Vor diesem Hintergrund ergeben sich als
mögliche Schwerpunkte einer zukünftigen Perspektive
mit innovativen Modellprojekten die Entwicklung eines
dynamischen Landschaftsparks (Tagebaurand als
Gestaltungsaufgabe), das innovative Dorf der Zukunft
im Kontext von Energiewende und demographischem
Wandel, die Stärkung der Dorfgemeinschaft durch
nachbarschaftliche Energienetzwerke sowie die Erprobung beispielhafter Zwischennutzungen.
maßnahmen, die Durchführung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen für den Tagebau Hambach sowie
Gestaltung und Ausbau der Nachbarschaft zwischen
sich näherndem Tagebau und Kommunen. Vor diesem Hintergrund ergeben sich Schwerpunkte in der
beispielhaften Umsetzung des Artenschutzprogramms
über innovative Landwirtschaftskonzepte, die Entwicklung einer klimawandelresistenten Waldstruktur (Klimawald der Zukunft), die Nutzung von Verkehrsinfrastrukturen zur Energieerzeugung sowie die Ausgestaltung
des künftigen Tagebaurandes.
Innovationsraum Neue Erft
Der Innovationsraum Neue Erft beschreibt den östlichen Bereich des Tagebaus Garzweiler und dessen
Umfeld. Weite Teile des Abbaufeldes Frimmersdorf /
Garzweiler im Osten (Garzweiler I) sind heute bereits
vollständig rekultiviert. Zu den wesentlichen Aufgaben
des Innovationsraum gehört es, den neuen Herausforderungen der Energiewende und des Klimawandels
gestaltend zu begegnen und sich damit zukunftsfähig
in der Region zu positionieren. Vor diesem Hinter-
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grund ergeben sich als mögliche Schwerpunkte die
Entwicklung eines regionalen Landwirtschaftsparks
mit modernster Technologie (Intensivierung der Landwirtschaft), eines überregional bedeutsamen Zentrums
für Gartenbau und Grüne Technologie (Gardenlands –
Innovativer Kraftwerksstandort Neurath), eines Modellraums für flächenintensive Sportarten sowie eines
interkommunalen Industriegebietes für klimaoptimierte
Logistik (Green Logistics).
Innovationsraum Aachener Revier
Innovationsraum Ville
Der Raum umfasst die früheren Tagebaubereiche des
Südreviers und der Ville. Auf dem Knapsacker Hügel
befindet sich ein großes, traditionsreiches Industrieareal, in dem sich Unternehmen der Energiewirtschaft und
der Chemischen Industrie konzentrieren. Zu den wesentlichen Herausforderungen gehören die Suche nach
synergetischen Entwicklungspotenzialen zwischen der
Energiewirtschaft und der Chemischen Industrie, der
Weiterentwicklung und touristische Erschließung der
vorhandenen Rekultivierungslandschaft im Südrevier
sowie die Erschließung neuer Arbeits- und Technologiefelder mit Zukunftsperspektive. Vor dem Hintergrund
einer integrierten Gesamtstrategie für den Innovationsraum ergeben sich als mögliche Schwerpunkte die
Entwicklung eines überregionalen Kompetenzzentrums für die chemische CO2-Verwertung, die Etablierung eines Zentrums für die Schnittstellenkompetenz
Chemie-Energie (Wasserstoff-Technologie) sowie die
Entwicklung der Ville-Deponien zum Zukunftsstandort.
Der Innovationsraum Aachener Revier geht zurück auf
Teile des gleichnamigen Steinkohlenreviers. Wurde
im Rahmen der EuRegionale 2008 durch die Grünmetropole erfolgreich der Grundstein zur touristischen
Erschließung, Aufwertung und Vernetzung des Raumes gelegt, liegt die wesentliche Herausforderung
des Innovationsraums in der zukunftsgewandten und
technologischen Weiterentwicklung dieser industriellen
Folgelandschaft.
Vor diesem Hintergrund ergeben sich als mögliche
Schwerpunkte die Entwicklung innovativer Technologiestandorte auf Konversionsflächen (Biotechnologie, Life Science,...), dem Technologie-Transfer, der
energetischen Nutzung des Grubenwassers sowie der
Haldenwärme.
7
Von der Idee zum Projekt:
Ideenwettbewerb/Projektaufruf
Ausblick:
Ideenwettbewerb/Projektaufruf
Das Konzept der Innovationsräume hilft einerseits
dabei, für die unterschiedlichen Teilräume der IRR
die jeweiligen Entwicklungspotenziale für integrierte
Gesamtprojekte zu erschließen und für die Auswahl
geeigneter Modellprojekte Struktur und Orientierung
zu geben. Vor diesem Hintergrund gilt es zunächst,
das erarbeitete Konzept der Innovationsräume für die
unterschiedlichen Teilräume der IRR in enger Abstimmung mit den regionalen Akteuren abzustimmen und
weiter auszuformulieren.
Auf Basis dieses Konzeptes wird im Frühjahr 2015 ein
Ideenwettbewerb in Verbindung mit einem Projektaufruf organisiert, mit dem Ziel, für die jeweiligen Innovationsräume beispielhafte Modellprojekte ausfindig
zu machen, die dann im Rahmen der IRR begleitet,
konkretisiert und realisiert werden. Damit legt die
Region ihren Grundstein für eine „Zukunftsausstellung
Rheinisches Revier“, die als nächster Meilenstein den
Strukturwandel und die Innovationsregion Rheinisches
Revier sichtbar und erlebbar macht.
Gefördert durch:
PHASE 1 (11/2014)
Analyse/Erarbeitung räumliches Entwicklungskonzept
1. REVIERKONFERENZ (11/2014)
Vorstellung räumliches Entwicklungskonzept der
Innovationsräume
PHASE 2 (12/2014 - 03/2015)
Konkretisierung räumliches Entwicklungskonzept und
Vorbereitung Ideenwettbewerb/Projektaufruf
1. INNOVATIONSTAG RHEINISCHES REVIER (04/2015)
Öffentlichkeitswirksamer Projekttag: Kick-off Ideenwettbewerb/Projektaufruf mit „Markt der Möglichkeiten“ (kleinere
Ausstellung) zu den jeweiligen Innovationsinseln und
deren Akteuren.
PHASE 3 (04 - 07/2015)
Begleitung des Projektaufrufs/Ideenwettbewerbs
PHASE 4 (07 - 09/2015)
Auswertung des Projektaufrufs und abschließende Konkretisierung des räumlichen Entwicklungskonzeptes.
2. INNOVATIONSTAG RHEINISCHES REVIER (10/2015)
Öffentlichkeitswirksamer Projekttag mit Ergebnispräsentation des Ideenwettbewerbs/Projektaufrufs sowie der
Vorstellung des konkreten Handlungsprogramms der IRR
(„Projektmarkt“).
WEITERE PERSPEKTIVE
ZUKUNFTSAUSSTELLUNG RHEINISCHES REVIER 2017
Projektkonkretisierung, –finanzierung und -förderung
Impressum:
IRR – Innovationsregion Rheinisches
Revier GmbH
Karl-Heinz-Beckurts-Straße 13
52428 Jülich
Telefon: 02461 690-180
www.rheinisches-revier.de
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Erarbeitet durch:
Dr. Wolfgang Wackerl/Christoph Hölzer
Büro für Stadtplanung und strategische
Projektentwicklung, Köln
Stand: November 2014
Bildnachweis:
Kreis Düren, Innovationsregion Rheinisches
Revier GmbH, DLR (CC-BY 3.0), RWE
Power AG, Ralf Schuhmann www.schuhmann-foto.de