Beschlussvorlage (Spielleitplanung)

Daten

Kommune
Leopoldshöhe
Größe
845 kB
Datum
27.11.2008
Erstellt
14.11.08, 21:21
Aktualisiert
14.11.08, 21:21
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Gemeinde Leopoldshöhe Der Bürgermeister Beschlussvorlage - öffentlich - Drucksache 149/2008 zur Sitzung des Hochbau- und Planungsausschusses der Gemeinde Leopoldshöhe Fachbereich: FB III Bauen / Planen / Umwelt Auskunft erteilt: Frau Knipping Telefon: 05208/991-278 Datum: 24. November 2009 Spielleitplanung Beratungsfolge Hochbau- und Planungsausschuss Termin 27.11.2008 Bemerkungen Sachdarstellung: Spielleitplanung ?.............Wer, wie, was, warum, ...............! Die Spielleitplanung ist ein neu entwickeltes Planungsinstrument. Mit diesem ist es möglich, die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde Leopoldshöhe darzustellen, zu analysieren, zu bewerten und zu verbessern. Spielleitplanung – Warum ? Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind geeignete Spiel- und Aufenthaltsräume im Freien nötig. Ohne diese entstehen Defizite in der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung. Die Gemeinde Leopoldshöhe zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen als Einwohner aus. Die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse versteht sich daher von selbst. Weiterhin hat sich die Gemeinde der Aufgabe zu stellen, zu entscheiden, wie die zukünftige gemeindliche Entwicklung, u.a. mit Blick auf den demographischen Wandel, aussehen soll. Die Spielleitplanung bietet die Möglichkeit, qualifiziert und strukturiert Entscheidungen für die Belange von Kindern und Jugendlichen zu treffen. Spielleitplanung – Was ist das ? Spielleitplanung ist ein neues strategisches Instrument (u.a. in Form eines Planes), das sicherstellen soll, dass bei allen Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsschritten im Gemeindegebiet die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen verbindlich berücksichtigt werden. -2- Inhaltliche Beispiele Rückzugsraum Treffpunkt insbesondere für Jugendliche Ort zur kreativen Gestaltung außerhalb der für Kinder gewidmeten Bereiche Spielleitplanung – Was ist anders zu heute ? Zentraler Bestandteil der Spielleitplanung ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Wie funktioniert Spielleitplanung ? Die Kinder und Jugendlichen führen als Experten zusammen mit den planerischen und pädagogischen Fachkräften eine Bestandsaufnahme in dem Planungsgebiet durch. Dabei werden die potentiellen Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräume betrachtet. Alle Orte und Flächen, an und auf denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten und aktiv sind, werden bei der Bestandsaufnahme berücksichtigt und bewertet. Dies können z.B. Brachen, Bachläufe, Straßen, Grünanlagen, Hauseingänge, öffentliche Plätze sein. Aus dieser Bestandsaufnahme sollen realistische Ziele für die Verbesserung mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet und umgesetzt werden. Die Erarbeitung erfolgt z.B. in Workshops mit den Kindern. Spätestens bei der Umsetzung der Ziele wird deutlich, dass eine Finanzierung gesichert sein muss. In der Diskussion mit der Politik entsteht eine gemeinschaftliche Verbindlichkeit für die Spielleitplanung. Parallel dazu werden der Umfang und die finanziellen Mittel durch den Rat -3- bestimmt. Mit Verabschiedung des Spielleitplans durch den Rat entwickelt dieser eine bindende Wirkung für Politik und Verwaltung. Planung und Beteiligung mit System Der Gemeinderat beschließt Die Verwaltung bildet verschiedenen Fachdisziplinen Es bildet sich eine Zur Koordination wird diese koordinieren aus die Durchführung eines Spielleitplans für das gesamte Gemeindegebiet für einen Ortsteil oder - für ein spezielles Projekt z.B. Spielplatzgestaltung einen verwaltungsinternen Arbeitskreis eine Arbeitsgruppe Spielleitplanung aus - engagierten Personen - Vertretern der Politik Vertretern des verwaltungsinternen Arbeitskreises eine hauptverantwortliche Person zusammen mit einer planerischen und pädagogischen Fachkraft benannt politische Abläufe verwaltungsinterne Abläufe Beteiligungen Ausarbeitung des Planes Weiterentwicklung des Planes Die Belange von Kindern und Jugendlichen sind mehr als vielfältig und zudem sehr anspruchsvoll. Es wird mit jungen Menschen und deren Vorstellungen gearbeitet, die in politische und verwaltungsinterne Abläufe gefasst werden müssen. Die durch die Beteiligung geweckte hohe Erwartung bedarf einer intensiven Betreuung. Die Spielleitplanung empfiehlt hier, eine Arbeitsgruppe aus verwaltungsinternen Mitarbeitern und engagierten Personen zu bilden. Grundsätzlich lebt die Spielleitplanung von der Kooperation vieler. Vereine, engagierter Bürgerinnen und Bürger, Multiplikatoren wie z.B. dem Kinder- und Jugendparlament, Schulen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und vor allem von den Kindern und Jugendlichen selber. Auf der Verwaltungs- und Fachebene führt sie alle relevanten Fachbereiche zusammen, insbesondere die Bauleit-, Verkehrs- und Freiraumplanung sowie die verschiedenen Beteiligten der Jugendarbeit / -hilfe. Die Spielleitplanung ist mit ihrer Verabschiedung im Rat nicht abgeschlossen. Sie wird eine Daueraufgabe bzgl. der eingegangenen Verpflichtungen während der Spielleitplanung. Wie könnte die Spielleitplanung in der Gemeinde Leopoldshöhe aussehen ? Die durch die Beteiligung geweckte hohe Erwartung bedarf einer intensiven Betreuung. Es wird insbesondere mit jungen Menschen und deren Vorstellungen gearbeitet. Dieses erfordert einen sensiblen Umgang. In Zeiten schwieriger Haushaltslagen wird zudem eine realistische Einschätzung über die Möglichkeiten einer dauerhaften Personalverfügbarkeit und Bereitstellung von Finanzmitteln nötig. Unter Beteiligung verschiedener Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen, die im Rahmen ihrer Aufgaben bei der Gemeinde Leopoldshöhe Berührungspunkte mit Kindern und Jugendlichen haben, wurde die Möglichkeit der Anwendung der Spielleitplanung diskutiert. In dieser Diskussion wurde der Einsatz der Spielleitplanung als sinnvoll beurteilt. Es wurde jedoch klar erkannt, dass eine Spielleitplanung für das gesamte Gemeindegebiet nicht den gegenwärtigen Möglichkeiten entspricht. Es wurde auch für erforderlich gehalten, es so einzurichten, dass alle Beteiligten Erfahrungen mit diesem neuen Instrument sammeln können. Vor diesem Hintergrund und dem verantwortlichen Umgang mit den Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen erscheint -4- es realistisch, das Instrument der Spielleitplanung für ein spezielles Projekt in der Gemeinde Leopoldshöhe auszuprobieren. Die sich dabei ergebenen Erkenntnisse sollten für Entscheidungen für die weitere Anwendung der Spielleitplanung der Politik vorgelegt werden. Entscheidet sich die Gemeinde Leopoldshöhe für die oben beschriebene Vorgehensweise, so ist zu prüfen, welche anstehenden Projekte sich in Leopoldhöhe anbieten. Natürlich sind gegenwärtige Projekte wie die Ortskernsanierung (z.B. Aufenthaltsangebote für junge Menschen), die Ortsdurchfahrt Asemissen (z.B. Querungssituation für Kinder und Senioren), das Sportstättenkonzept (hier u.a. Zugänglichkeit von Sportanlagen), der Aula-Neubau (eventuell Gestaltung der Außenanlagen) oder gar die Rathausrenovierung (warum nicht Fassade als Spielraum.....?) – um einmal die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten der Spielleitplanung zu demonstrieren – äußerst interessant, um Erfahrungen mit diesem Instrument zu machen. Die genannten Projekte werden jedoch sehr rasch begonnen bzw. abgeschlossen sein. Für die Vorbereitungen zur Durchführung der Spielleitplanung verbliebe nach hiesiger Ansicht nicht genügend Zeit. Um dadurch nicht unnötig Enttäuschungen durch unzureichende Vorbereitungsmöglichkeiten bei den beteiligten Kindern und Jugendlichen hervorzurufen, wäre nach zeitlichen Kriterien ein Projekt welches 2010 in die Realisierung geht, sinnvoll. Vor diesem Hintergrund und bezugnehmend auf die Inhalte der Spielleitplanung, die der Erfassung, Bewertung und Verbesserung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen (und daraus partizipierend auch für andere Generationen), bietet sich die Spielplatzgestaltung in Verbindung mit dem Jugendzentrum GreAse und den Sportplätzen im Neubaugebiet Waldstraße an. Neben der Möglichkeit, das Zusammenleben im und um das Neubaugebiet zu stärken, kann das Potential der Vereine und der gemeindlichen Einrichtung sich förderlich in die Spielleitplanung zur Gestaltung des Spielplatzes Waldstraße bzw. des gesamten Komplexes aus Jugendtreff / Kultur und Bildung sowie Sport mit Vereinshaus einbringen. Ebenso das bestehende Kinder- und Jugendparlament. Mit entsprechendem Beschluss würde 2009 (Abschluss ggf. in 2010) die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Form der Spielleitplanung für das Gebiet des Neubaugebietes Waldstraße erfolgen. Betreut und koordiniert durch das Fachgebiet Jugend / Bildung / Sport und dem Fachbereich III, Fachgebiet Planung. Für 2010 ist die Umsetzung der Ergebnisse vorgesehen. Vorwiegend wird dies die Spielplatzgestaltung umfassen, jedoch sind weitergehende, kreative Ideen denkbar. Die Spielleitplanung entwickelt eine eigene Dynamik und Kraft. Beschlussvorschlag: Verwaltungsseitig wird empfohlen, in den Fraktionen den Einsatz der Spielleitplanung zu beraten. In einer der nächsten Ausschusssitzungen würde das Thema erneut auf die Tagesordnung genommen, um über eine mögliche Durchführung der Spielleitplanung zu diskutieren. Schemmel Anmerkung: Weitergehende Informationen sind auf folgenden Internetseiten zu erhalten: http://www.spielleitplanung.de/ http://www.stadt