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Beschlussvorlage (Anlage zur Beschlussvorlage 949-IX)

Daten

Kommune
Bad Münstereifel
Größe
125 kB
Datum
27.11.2012
Erstellt
22.11.12, 18:22
Aktualisiert
22.11.12, 18:22
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Inhalt der Datei

Schulsozialarbeit im Schulzentrum Bad Münstereifel Jahresbericht für das Schuljahr 2011/2012 1. 2. 3. 4. 5. 1. Rahmenbedingungen Arbeitsschwerpunkte Statistik Vernetzung Fazit Rahmenbedingungen Der früher als halbe Stelle eingerichtete Arbeitsplatz für Schulsozialarbeit wird durch die Übernahme eines weiteren Tätigkeitsbereiches bei der Stadtverwaltung Bad Münstereifel seit Januar 2011 mit einem wöchentlichen Stundenkontingent von 13,33 Stunden abgedeckt. Seit Ende Mai 2012 verstärkt eine Kollegin der Kreisverwaltung Euskirchen, die aus Bundesmitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes eingestellt wurde, die Schulsozialarbeit in Haupt- und Realschule. Es handelt sich hier um eine bis Ende 2013 befristete halbe Stelle. Diese verbessert die Hilfemöglichkeiten im Schulzentrum mit ca. 770 Schülerinnen und Schülern, ist aber, vor allem durch den Inklusionsauftrag, nach wie vor nicht ausreichend. Für die Schulsozialarbeit steht im Schulzentrum im Verwaltungstrakt ein eigenes Büro zur Verfügung. Durch die räumliche Nähe zu den Schulleitungen und den Lehrerkollegien ist eine gute Zusammenarbeit gewährleistet. Das Büro ist so dimensioniert, dass hier auch Gespräche mit Eltern und Kindern oder Kleingruppenarbeit möglich ist. Im Bedarfsfall gibt es ausreichend Besprechungsräume, die z. B. für Elterngespräche genutzt werden können. Die Zusammenarbeit mit der Mitarbeiterin der Kreisverwaltung ist als sehr positiv zu beurteilen. In der Hauptschule Bad Münstereifel wurden im Berichtszeitraum circa 220 Kinder in 10 Klassen beschult, in der Realschule circa 550 Kinder in 19 Klassen. Dieser Bericht bezieht sich auf den Zeitraum vom 07.Sebtember 2011 bis 06.Juli 2012. 2. Arbeitsschwerpunkte 2.1 Allgemeines Schule ist ein System, das schnellen und häufigen Wechseln ausgesetzt ist. Es gibt kaum Möglichkeit einer längerfristigen Hilfeplanung, weil äußere Faktoren keine Zeit für Entwicklung zulassen. Von Ferien zu Ferien gibt es viele Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Lehrkräftewechsel, neue Mitschülerinnen oder Mitschüler (oft mit Förderbedarf) Fragen der Versetzung oder Nichtversetzung, Teilnahme am Praktikum und Vielem mehr, werfen aktuelle Fragestellungen auf, die die Klärung einer zugrunde liegenden Problematik erschweren. Zudem verändern sich allgemein die Anforderungen an Schule durch die Herausforderungen des Inklusionsauftrages. Dieser setzt ein hohes Maß an Engagement und einen Paradigmenwechsel für alle in Schule Arbeitenden voraus. Nicht mehr die Frage“ welche Störung hat das Kind“ sondern „ was braucht das Kind, um am gemeinsamen Lernen teilzuhaben“ wird Gespräche mit Lehrkräften, Eltern und weiteren Fachkolleginnen und Fachkollegen bedingen. Dies gleichzeitig mit den Diskussionen über neue Schulformen und den damit verbundenen Verunsicherungen verlangt von den Lehrkräften einen großen Kräfteeinsatz. 2.2 Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper Auch in diesem Schuljahr wurden die meisten Kontakte zu Kindern durch Anfragen der Lehrkräfte initiiert. Die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und Schulleitungen beider Schulen ist vertrauensvoll und lösungsorientiert auf die Problemlagen der Kinder angelegt. Die wechselseitige hohe Wertschätzung ermöglicht immer wieder, weniger erfreuliche Entwicklungen, die auch durch engagierten Einsatz nicht zu verhindern sind, anzunehmen. 2.3 Schülerinnen und Schüler Die Schülerinnen und Schüler, die mich bei einem Erstkontakt meist in den Pausenzeiten aufsuchen, haben Gesprächsbedarf wegen Streitigkeiten, Hänseleien oder ähnlichen Problemen in der Klasse oder auf dem Schulhof. Diese Probleme werden dann mit Kurzintervention, d.h. Gespräche mit den Beteiligten - Klärung, Vertragen, fertig – bearbeitet. Oft sind diese „kleinen Konflikte“, wenn sie nicht direkt angegangen werden, Nährboden für erhebliche Auseinandersetzungen, die zum Teil im privaten Bereich über die sozialen Netzwerke verstärkt ein Ausmaß annehmen können, das aufwendigere Hilfestellungen notwendig macht. Wenn es um die Sanktionierung von Fehlverhalten geht, muss jedoch die Schulleitung eingeschaltet werden, da dies nicht Aufgabenstellung der Schulsozialarbeit ist. Auch bei Problemen mit den Eltern oder einem Freund wird das Gespräch gesucht. Die Vorsprache in der Pause wird meist nur zur Terminierung eines ausführlichren Gespräches genutzt, welches dann unter Berücksichtigung des Stundenplanes oder ggf. nach Absprache mit der Fachlehrerin vereinbart wird. 2.3.1 Einzelgespräche mit Schülerinnen und Schülern Im Einzelgespräch wird die aktuelle Problematik angesprochen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Meist entscheidet sich im Erst- oder Zweitgespräch, ob weitere Gespräche, eventuell mit weiteren Teilnehmenden geführt werden müssen, ob eine Gesprächssequenz von vier bis sechs Gesprächen vereinbart wird oder sich die Problematik schon geklärt hat. Für die Folgegespräche kann es nötig sein, Mitschülerinnen/ Mitschüler, Elternteile oder Lehrkräfte zum Gespräch zu bitten, je nach Ausgangssituation und Problemstellung. 2.3.2 Beratungszyklus Bei Schülerinnen und Schülern, die anhaltende Konflikte im Bereich Schule, Elternhaus und Freundeskreis haben, werden meist mehrere Gesprächstermine anberaumt. Ziele sind zum Beispiel die Erarbeitung realistischer Lebensperspektiven und Handlungsalternativen und das Erschließen und Aufzeigen von Hilfsangeboten außerhalb der Schule. In vielen Fällen erfolgt dann eine Vermittlung an andere Beratungsstellen oder Institutionen. Im Bedarfsfall werden solche Termine arrangiert. 2.4 Elternkontakte Gespräche mit Eltern kommen meist auf Vermittlung von Lehrkräften oder aus den Gesprächsergebnissen mit den Kindern zustande. Aufgrund meiner bisherigen Arbeitsschwerpunkte und einer ganzheitlichen Sichtweise kommt diesem Aufgabenbereich eine besondere Wichtigkeit zu. Ein erheblicher Arbeitsanteil wird in die Vermittlung weiterer Hilfen investiert, da nur die Entspannung häuslicher Problemsituationen die Entlastung der Kinder und damit die Aufnahme und Lernfähigkeit gewährleisten kann. Oft sind mehrere Gespräche mit Elternteilen notwendig, um die Bereitschaft Hilfe anzunehmen, zu erarbeiten. 2.5 Mitwirkung im Unterricht in Zusammenarbeit mit Lehrkräften Auf Anfrage der Lehrkräfte oder bei besonders schwierigen Klassensituationen werden Arbeitseinheiten zum sozialen Lernen und zur Gewaltprävention durchgeführt. Nachhaltigere Erfolge könnten nur durch regelmäßige Wiederholung erreicht werden. Durch den Einsatz der Kollegin der Kreisverwaltung kann dieser Bereich jetzt verbessert abgedeckt werden. 2.6 Krisenintervention In Konfliktfällen, die mit Gewalttätigkeiten, Bedrohungen oder Beschimpfungen einhergehen, muss eine Krisenintervention sofort geschehen. Wird nicht direkt reagiert, gibt es bei den Kindern kein Problembewusstsein mehr, neue Vorfälle und kaum Handlungsansätze. Hier sind die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sehr gefragt, die mit hohem Engagement großen Einsatz zeigen, da im Rahmen der Schulsozialarbeit mit oben erwähntem Stundenkontingent nur ein Bruchteil der Konflikte bearbeitet werden kann. Dieser Bruchteil wird jedoch bearbeitet und mit Hilfe neuer Handlungsansätze, wie zum Beispiel „ No blame approach“, zeigen sich erste positive Veränderungen. www.no-blame-approach.de 3. Statistik für das Schuljahr 2011/1012 3.1 Klasse Klasse Klasse Klasse Klasse 5 6 7 8 9 Hauptschule Jungen Mädchen 1 4 4 5 4 4 2 2 Klasse10 gesamt 3.2 1 15 1 13 Realschule Klasse 5 Klasse 6 Klasse 7 Klasse 8 Klasse 9 Klasse10 gesamt Jungen 2 7 7 1 1 2 20 Mädchen 3 3 4 3 3 16 Im Schuljahr 2011/2012 wurde meine Beratung in der Hauptschule in 28 Einzelfällen und in der Realschule in 36 Einzelfällen in Anspruch genommen. Auch in diesem Jahr geht die Bandbreite von drei Gesprächen mit einem Kind bis zu einer großen Gesprächsdichte im Einzelfall mit verschiedenen Lehrkräften, Elternteilen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Fachstellen, z.B. Jugendamt, Schulberatungsstelle, der Autismusfachbeauftragten oder der Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle. Die insgesamt geringere Zahl der Beratungsfälle erklärt sich durch den Abbau von Mehrarbeitsstunden in einem größeren Umfang und lässt keinesfalls den Schluss zu, dass sich die Bedarfslage geändert hat. 4. Vernetzung Teilnahme an der „Konferenz Schulsozialarbeit“, die durch den zuständigen Schulrat des Kreises Euskirchen, Herrn Joachim Hülshorst, einberufen wurde. Die SchulsozialarbeiterInnen der Haupt- und Gesamtschulen des Kreises Euskirchen treffen sich nach Absprache drei mal jährlich zur Besprechung der Problemlagen und zur Verbesserung der Kommunikationsstrukturen im Arbeitsfeld Schulsozialarbeit. Im Schuljahr 2011/2012 wurde der Kontakt zu den neu eingestellten Kolleginnen des Kreises hergestellt. Durch den Inklusionsauftrag werden zukünftig auch die Kolleginnen und Kollegen der Förderschulen an der Konferenz Schulsozialarbeit teilnehmen. 5. Fazit Schulsozialarbeit ist ein wichtiger Bestandteil im Hilfesystem zur Verbesserung von Lern- und Lebenssituationen von Kindern und Familien. Bei allen bildungspolitischen Überlegungen muss Schulsozialarbeit einen festen und ausreichenden Platz im Schulsystem haben. November 2012 Gabriele Bolender