Daten
Kommune
Langerwehe
Größe
401 kB
Datum
27.09.2016
Erstellt
16.09.16, 18:06
Aktualisiert
16.09.16, 18:06
Stichworte
Inhalt der Datei
Bericht zur Wiederherstellung der
Verkehrssicherheit
Projekt:
Fußgängerbrücke
Heinz-Emonds-Str.
52379 Langerwehe
Projektnummer: 2015- 0340
Stand:
03.08.2016
Auftraggeber:
Gemeinde Langerwehe
Schönthaler Str.4
52379 Langerwehe
Umfang:
09 Seiten Bericht,
02 Anlagen
2015-0340: Langerwehe – Bericht zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit
INHALTSVERZEICHNIS
SEITE
1.
PROJEKT UND AUFGABENSTELLUNG ...................................................................... 3
2.
GRUNDLAGEN .............................................................................................................. 3
2.1. Grundlagen zur Durchführung des Ortstermins ........................................................................ 3
2.2. Beschreibung der Rahmensituation ............................................................................................ 4
3.
AUSWERTUNG DER AKTENLAGE .............................................................................. 4
3.1. Statische Berechnung sowie Schal- und Bewehrungspläne .................................................... 4
3.2. Materialuntersuchungen ............................................................................................................... 6
3.3. Wiederkehrende Sichtprüfung ..................................................................................................... 6
4.
BESCHREIBUNG DER DURCHGEFÜHRTEN ARBEITEN ........................................... 7
5.
ZUSAMMENFASSUNG ................................................................................................. 9
Inhaltsverzeichnis
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2015-0340: Langerwehe – Bericht zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit
1.
Projekt und Aufgabenstellung
Die Kempen Krause Ingenieure GmbH ist mit Datum vom 15.12.2016 durch die Gemeinde Langerwehe beauftragt worden, die Verkehrssicherheit der Fußgängerbrücke
über die Strecke der DB AG im Bereich der Heinz-Emonds-Str. in Langerwehe zu
überprüfen und wenn notwendig durch Sofortmaßnahmen wiederherzustellen.
2.
Grundlagen
2.1.
Grundlagen zur Durchführung des Ortstermins
Zur Durchführung der Arbeiten hat am 17. Juli 2016 ein Ortstermin stattgefunden. Am
genannten Termin ist seitens der Deutschen Bahn AG eine zeitweise Vollsperrung
des Gleisabschnittes realisiert worden. Der Mittelteil der Brücke im Gleisbereich, welcher nicht durch Leitern zugänglich, ist unter Zuhilfenahme eines sog. Brückenuntersichtgerätes befahren worden. Die handwerklichen Tätigkeiten, wie z.B. das Abklopfen der Betonflächen auf Hohllagen und das Entfernen von Betonschollen sind durch
die Fa. Huber Sanierungsbetrieb aus Würselen ausgeführt worden.
Der Zustand der Bauglieder ist handnah untersucht worden.
Zur weiteren Bearbeitung sind sowohl die statische Berechnung zum Brückenbauwerk als auch die zugehörigen Schal- und Bewehrungspläne aus dem Jahre 1960
überlassen worden.
Ergänzende Unterlagen bilden die Prüfzeugnisse zu Baustoffuntersuchungen aus
dem Jahre 2001 sowie ein Prüfbericht nach DIN 1076 aus dem Jahre 2014.
Projekt und Aufgabenstellung
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2015-0340: Langerwehe – Bericht zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit
2.2.
Beschreibung der Rahmensituation
Bei dem zu bewertenden Bauwerk handelt es sich um ein Brückenbauwerk über eine
Bahnlinie, die aktuell nur noch als Rad- und Fußgängerbrücke genutzt wird.
Der Brückenunterbau wird von 2 Widerlagerbänken an den Endfeldern sowie 2 Stahlbetonscheiben als Zwischenauflager gebildet, so dass bei dem Bauwerk von einem
3-feldrigen Brückenbauwerk gesprochen werden kann. Die Spannweite der einzelnen
Felder beträgt 11,70 m – 11,50 m – 10,30 m, ein Endauflager ist als Festlager ausgebildet, das gegenüberliegende als bewegliches Rollenlager.
Der Brückenüberbau ist als mehrfeldrige Plattenbrücke mit einer Mindestbauteildicke
von 50 cm ausgebildet und ist schlaff bewehrt.
Die Geländerkonstruktion ist im Zuge der Umnutzung auf den Randbereich der Brückenplatte verschoben worden, wodurch die nutzbare Breite reduziert worden ist.
Weiterhin sind die weit auskragenden Schutzplatten im Bereich der Oberleitungen zurückgebaut und durch hohe Sichtblenden ersetzt worden.
Auf der Plattenoberseite ist ein Asphalt-Straßenbelag aufgebracht.
3.
Auswertung der Aktenlage
3.1.
Statische Berechnung sowie Schal- und Bewehrungspläne
Die statischen Unterlagen sind im Jahre 1960 durch das Büro für Baustatik Dipl.-Ing.
F. Tonner aus Bad Honnef aufgestellt und durch die Deutsche Bahn - Bundesbaudirektion Köln im gleichen Jahr freigegeben worden.
Als Baustoffe für den Überbau sind ein Beton der Güte B300 sowie ein Baustahl der
Güteklasse II gewählt worden. Die Umsetzung dieser Vorgaben ist bei der Materialprüfung im Jahre 2001 bestätigt worden.
Auswertung der Aktenlage
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Das Bauwerk ist rechnerisch für die Brückenklasse 12 nach DIN 1072 ausgelegt worden. Dies bedeutet im Einzelnen, dass bei einer Fahrbahnbreite von vorgegebenen
4,00 m die Last eines LKW’s mit einem Gesamtgewicht von bis zu 12 to von der
Konstruktion aufgenommen werden kann.
Dies entspricht bei der Ersatzfläche von 3,0 m x 6,0 m einem Flächenbelastung von
p= 6,67 KN/m².
Die heutige Nutzung, die durch Poller auf der einen Seite und eine Hecke auf der gegenüberliegenden Seite sichergestellt ist, lässt lediglich die Nutzung durch Radfahrer
und Fußgänger zu. Hierdurch ist in der Konstruktion eine erhebliche Lastreserve vorhanden, die bei der Beurteilung der Standsicherheit einfließt.
Weiterhin ist beim Lastansatz mit LKW-Befahrung ein Schwingbeiwert in der Größe
von 1,32 angesetzt worden, der bei der heutigen Nutzung entfällt, so dass hierdurch
eine weitere Lastreserve in der Tragkonstruktion vorhanden ist.
Als statisches System für die Berechnung in Längsrichtung ist als 3-Feld-Platte ein
statisch unbestimmtes System gewählt worden. Dies bedeutet im schlimmsten Fall
eines Versagens der Konstruktion nicht den direkten Einsturz der Konstruktion wie
bei einem statisch bestimmten System, sondern infolge von inneren Lastumlagerungen kündigen sich derartige Ereignisse durch Verformungen und Rissbildungen an.
Zusätzlich zu der Bemessung in Längsrichtung sind die einzelnen Felder als Platten
mit kreuzweiser Lastableitung berechnet, wobei die Randaufkantungen als bügelbewehrte Balken ausgeführt worden sind.
Desweiteren haben die Begehungen der Örtlichkeit gezeigt, dass die ehemals vorhandenen, auskragenden Berührungssschutzdächer aus Beton zurückgebaut wurden
und durch leichtere, aufgesetzte Stahlwände ersetzt worden sind.
Auswertung der Aktenlage
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Dies zusammengefasst bedeutet, dass sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung
Trageisen eingebaut sind, die selbst bei Belastung mit einem LKW, erst recht nicht
bei der derzeitigen Nutzung, nicht voll ausgenutzt werden.
3.2.
Materialuntersuchungen
Im Jahre 2001 sind dem Institut für Baustoffprüfung & Beratung Laermann GmbH Materialuntersuchungen in Auftrag gegeben worden, die sowohl die Betongüte als auch
die Stahlgüte betreffen.
Hierbei ist auf Erstergebnisse aus dem Jahre 1988 zurückgegriffen worden. Bei dieser Bohrkernentnahme ist im Labor eine Betongüte der Klasse B 25 festgestellt worden. Die Überprüfung mit dem Rückprallhammer hat in 2001 diese Betongüte bestätigt.
Parallel hierzu ist ein Bewehrungsstahl ausgebaut worden, um daran die Zugfestigkeitseigenschaften des Stahls im Labor zu ermitteln. Hierbei ist der Einbau entsprechend der Vorgabe in der statischen Berechnung in der Güte BST II bestätigt worden.
3.3.
Wiederkehrende Sichtprüfung
Der uns überlassene Prüfbericht 2014 E nach DIN 1076 des Ingenieurbüros Cornelissen vom 12.11.2014 lässt uns vermuten, dass es sich hierbei um eine „Einfache
Prüfung nach DIN 1076“ handelt, die 3 Jahre nach einer Hauptprüfung durchgeführt
wird. Die „Einfache Prüfung“ wird ohne Verwendung von Besichtigungsgeräten als intensive, erweiterte Sichtprüfung durchgeführt.
Bei der Einfachen Sichtprüfung sind die Ergebnisse der vorangegangenen Hauptprüfung zu berücksichtigen, so dass der berechtigte Verdacht nahe liegt, dass ein Bau-
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werksbuch mit allen relevanten Daten zum Brückenbauwerk existieren muss, welches
uns jedoch nicht vorliegt.
Bei dieser Prüfung werden die Bauwerkszustände für S (Standsicherheit), V (Verkehrssicherheit) und D (Dauerhaftigkeit) unter Berücksichtigung der RI-EBW-PRÜF
bewertet, so dass sich hieraus Zustandsnoten ergeben, die zwischen 0 und 4 liegen
können.
Die vorliegenden Ergebnisse haben zu einer Zustandsnote von 3,4 geführt.
4.
Beschreibung der durchgeführten Arbeiten
Die Arbeiten haben aufgrund der seitens der DB AG zugewiesenen Sperrzeiten
Sonntags zwischen 0 bis 7 Uhr stattgefunden. Die Prüfung der Widerlagerbänke erfolgte handnah unter dem Einsatz von Leitern. Der Mittelteil der Brücke ist handnah
mit dem bestellten Brückenuntersichtgerät besichtigt worden. Im Speziellen sind alle
Bauteile im Bahnbereich auf eine Gefährdung der Verkehrssicherheit überprüft worden. Eine Verkehrsgefährdung kann für die Bahn aus herabfallenden Betonstücken,
Gegenständen und Bauteilen resultieren. Für den Personenverkehr auf der Brücke
besteht im vorliegenden Fall hauptsächlich eine mögliche Gefährdung aus Stürzen
und Stolpern auf der Brücke.
Der Brückenunterbau, die überhängenden Kappen und die Pfeiler sind nahezu vollständig abgeklopft worden. In Bereichen, welche sich eindeutig hohl angehört haben
sind die Hohlstellen durch Stemmen entfernt worden. Die gravierendsten Schäden
sind am südlichen Pfeilerfuß und im sog. Lichtraumprofil, direkt über den Gleisen vorgefunden worden. Am Pfeilerfuß sind vermutlich durch Entmischung des Betons beim
Betoniervorgang einige Kiesnester vorhanden (Bild 1). Aufgrund dieser Betonagefehler ist es zu großflächigen Hohllagen und Abplatzungen gekommen (Bild 2). Das
Fundament desselben Pfeilers weist zu geringe Betondeckungen auf, wodurch es zu
zusätzlichen Abplatzungen der Betondeckung gekommen ist (Bilder 3 und 4). Auf der
gegenüberliegenden, nördlichen Seite sind ebenfalls Betonabplatzungen am Funda-
Beschreibung der durchgeführten Arbeiten
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ment des Pfeilers vorzufinden (Bild 5). Im Brückenüberbau im Bahnbereich sind aufgrund von Kiesnestern, aber auch aufgrund des vorliegenden Bauwerksalters Hohllagen angetroffen worden (Bild 6). An der Stirnseite des Brückenoberbaus - Richtung
Düren- im Bereich der Kappe sind einige Hohllagen entfernt worden (Bilder 7 und 8).
Die Stirnseite der Kappen, an welchen sich der Betonberührungsschutz befand, haben auch Hohllagen erkennen lassen. Die über den durchtrennten Bewehrungseisen
aufgebrachte Mörtelschicht ließ sich in Bereichen vollständig abnehmen (Bilder 9 und
10). In den Böschungsbereichen sind an der Stirnseite des Oberbaus vereinzelte
Hohllagen entdeckt und entfernt worden (Bild 11). Die Böschungsbereiche sind besonders im Süden aufgrund des Bewuchses nur schwer zugänglich (Bild 12). Auch
sind beide Böschungen erheblich durch eingedrungenes Oberflächenwasser ausgespült (Bild 13). Die Begutachtung der südlichen Widerlagerbank hat einen bemerkenswerten Korrosionsfortschritt der stählernen Rollenlager erkennen lassen (Bilder
14 bis 16).
Auf der Oberseite der Brücke befindet sich eine erhebliche Blase mit einer Höhe von
ca. 4cm im Asphaltbelag, von welcher eine Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer
ausgeht. Die gemessene Geländerhöhe ist mit ca. 110 cm nach geltenden Richtlinien
für Radfahrer zu niedrig bemessen (Bild 17). Auch ist ein Höhenversatz der nördlichen Übergangskonstruktion von ca. 4 cm festzustellen (Bild18). Diese auf der Oberseite festgestellten Mangelpunkte sind nicht im Zuge der durchgeführten Arbeiten
ausgebessert worden. Hier sind weitere Maßnahmen des Baulastträgers erforderlich.
Beschreibung der durchgeführten Arbeiten
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