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Beschlussvorlage (37_Archbau_Archäologisches Gutachten)

Daten

Kommune
Langerwehe
Größe
1,9 MB
Datum
06.07.2016
Erstellt
27.06.16, 18:06
Aktualisiert
27.06.16, 18:06

Inhalt der Datei

ARCHBAU Archäologische Ausgrabungen, Prospektion & Baudokumentation Abschlussbericht der Sachverhaltsermittlung in Langerwehe auf dem Areal des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“ NW 2016/1001 Peter Motsch M.A. ARCHBAU Zentrale RHEINLAND NORD Engelsruh 41 45133 Essen ARCHBAU KÖLN RHEINLAND SÜD Nonnenwerthstr.53 50937 Köln ARCHBAU OBERBAYERN Amalienburgstr.10c 81247 München ARCHBAU BAYERN Kulturstr. 9 86165 Augsburg ARCHBAU HESSEN Am Hüpper 50 61130 Nidderau ARCHBAU NORD Hauptstr. 92 25596 Wacken ARCHBAU OST Schliemannstr.11 10437 Berlin Tel. 0201/711440 Fax 0201/7101967 Tel. 0221/7896-7602 Fax 0221/7896-9274 Tel. 089-44237-616 Fax 089-44237-615 Tel.0821-79097-90 Fax0821-79097-91 Tel.06187-2015-83 Fax06187-2015-83 Tel.04827-99-9738 Fax04827-99-7577 Tel.030-47378-655 Fax030-47378-654 ARCHBAU e. Kfm. Essen, Inhaber: Xiaoling Xing-Schoenfelder, Handelsregister A 8591 Deutsche Bank24 Essen Konto-Nr. 4099446 BLZ 36070024 & Dresdner Bank AG Essen, Konto-Nr. 615102400, BLZ: 36080080 E-mail: ARCHBAU @ t-online.de - WEB-Seite: www.archbau.co Inhalt 1. Einleitung ............................................................................................................................................. 3 1.1 Geografische und topografische Situation .................................................................................... 3 1.2 Archivlage und Forschungsstand ................................................................................................... 4 2. Projektbeschreibung ........................................................................................................................... 4 2.1 Das Projekt (technischer Bericht) .................................................................................................. 7 2.2 Grabungstechnik ........................................................................................................................... 7 2.3 Personal ......................................................................................................................................... 8 2.4 Dokumentation.............................................................................................................................. 8 2.5 Vermessung ................................................................................................................................... 8 2.6 Funde ............................................................................................................................................. 9 3. Ergebnis der Sachverhaltsermittlung ................................................................................................ 10 4. Literatur ............................................................................................................................................. 11 2 1. Einleitung Im Zeitraum vom 12.01.2016 bis zum 20.01.2016 führte die Firma ARCHBAU Archäologische Ausgrabungen, Prospektion und Baudokumentation, Engelsruh 41, 45133 Essen eine archäologische Sachverhaltsermittlung in 52379 Langerwehe auf dem Areal des Bebauungsplanes Nr. E10 „Am Steinchen“ durch. Hierzu wurde ein Sondageprogamm aus zwei Schnitten vereinbart. Auftraggeber der archäologischen Maßnahme war die Gemeinde Langerwehe, ihr Verursacher die Dirk Schlun ventures Investment Nr. 2 GmbH & Co KG, Weißhaustraße 27 in 52066 Aachen, vertreten durch die ebenfalls dort ansässige Komplementärin, die Dirk Schlun Investment Verwaltungs GmbH, diese vertreten durch den Geschäftsführer Herrn Dirk-Oliver Schlun. Die Projektsteuerung lag bei der Firma VDHProjektmanagement GmbH, Maastrichter Straße 8, 41812 Erkelenz (Ansprechpartner: Herr Axel von der Heide). Im Zuge der Sachverhaltsermittlung bat Herr Reinartz, Besitz- und Verwaltungs-GmbH & Co. KG, Am Weiherhof 25, 52379 Langerwehe, aus planungstechnischen Gründen um die Erweiterung des Sondageprogrammes um einen weiteren Schnitt. Diese Arbeiten wurden direkt im Anschluss an den ursprünglichen Auftragsrahmen durchgeführt. Auf denkmalpflegerischer Seite zuständig war die Obere Denkmalbehörde des Kreises Düren und die Untere Denkmalbehörde der Gemeinde Langerwehe, Fachaufsichtführende Behörde war der LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, vertreten durch Herrn Thomas Vogt. 1.1 Geografische und topografische Situation Das untersuchte Gelände ist Bestandteil der südlichen Niederrheinischen Bucht und liegt am Rande der Voreifel. Es gehört zur Gemeinde 52379 Langerwehe und liegt nordwestlich des Kreuzungsbereiches Am Steinchen und der Knotstraße sowie westlich der L264. Das Grundstück wird zurzeit rein agrarisch genutzt. 3 1.2 Archivlage und Forschungsstand Auf dem Planareal ist durch ausgewertete Luftbildaufnahmen ein merowingerzeitliches Gräberfeld bekannt, ebenso wie ein rund 50 m im Durchmesser messender Kreisgraben, der sehr wahrscheinlich zu einem vorgeschichtlichen Hügelgrab gehört. Der Grabhügel ist heute im Gelände nicht mehr erkennbar. Die genaue Ausdehnung des Gräberfeldes ist bis heute nicht genau bekannt. 2. Projektbeschreibung Im Vorfeld der baulichen Nutzung des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“ wurde die archäologische Fachfirma ARCHBAU mit der archäologischen Untersuchung des Planareals beauftragt. Auftraggeber für ein Sondageprogramm aus zwei Sondagen war die Gemeinde Langerwehe. Dieser Auftrag erfuhr durch Herrn Reinartz, Besitz- und Verwaltungs- GmbH & Co. KG eine Erweiterung um eine weitere Sondage. Diese Arbeiten wurden direkt im Anschluss an den ursprünglichen Auftragsrahmen ausgeführt. Die Maßnahme gliedert sich letztlich in zwei voneinander getrennte Aufträge, die aber unter einer gemeinsamen Aktivitätsnummer NW 2016/1001 durchgeführt wurden. Ziel war es die Ausdehnung des Bodendenkmals im Bereich des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“ durch einen Sondageplan näher einzugrenzen. Im Zuge der ersten Maßnahme sollte dieses durch zwei 10 m breite und 86 m bzw. 106 m lange Sondageschnitte geschehen (Anlage 1). Diese Schnitte wurden mit einem 21 t Raupenbagger mit Grabenräumlöffel angelegt. Das Anstehende wurde in einer Tiefe zwischen 0,30 m und 0,40 m erreicht und bestand aus lehmigem Sand durchsetzt mit einem Fächer aus verwittertem Devonschiefer und Erosionsschutt. Der erste Schnitt (Stelle 3) hatte eine Länge von 106 m bei einer OW-Orientierung und wurde in einer Entfernung von ca. 90 m nordöstlich parallel zum Fahrweg „Am Steinchen“ geführt (Abb. 2). Der zweite Sondageschnitt (Stelle 4) hatte eine Länge von 86 m bei einer NO-SW-Orientierung. 4 Abb. 2: Arbeitsfoto Anlage Planum Schnitt 3, gegen Westen. Abb. 3: Planum der Stelle 4 gegen Norden. 5 Er wurde westlich flankierend zum Feldweg aufgezogen, der im Fahrweg „Am Steinchen“ mündet (Abb. 3). In beiden Schnitten zeigten sich im Planum keinerlei archäologische Befunde und Funde. Das aufgedeckte Anstehende zeigte sich, bis auf drei Sondagegruben des Kampfmittelräumdienstes, als gänzlich ungestört und steril. Das eingetragene Bodendenkmal muss sich demnach weiter in nordöstlicher Richtung befinden. Am 18.01. 2016 bat Herr Reinartz, Besitz- und Verwaltungs - GmbH & Co. KG, Am Weiherhof 25, 52379 Langerwehe, einer der Eigentümer, aus planerischen Gründen darum, einen weiteren Schnitt direkt nördlich parallel der Stelle 3 zu sondieren, um eventuell zusätzliches baufreies Gelände hinzu zu gewinnen. Nach Absprache mit Herrn Vogt, vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, wurde dieser Schnitt (Stelle 5) direkt im Anschluss der Maßnahme durchgeführt und auch unter derselben Aktivitätsnummer NW 2016/1001 archiviert. Auch dieser Sondageschnitt hatte eine Breite von 10 m und sollte maximal die Länge von 106 m besitzen (Abb. 4). Bei Auffindung des ersten Befundes sollte keine weitere Fläche aufgezogen werden. Die Arbeiten wurden am 20.01.2016 durchgeführt und konnten am gleichen Tag abgeschlossen werden. Der Schnitt Stelle 5 wurde von O nach W angelegt. Nach ca. 90 m wurde am nördlichen Rand eine Urnenbestattung aufgedeckt. Sie war im Planum deutlich als rundliche, dunkelbraun-gräuliche Verfärbung zu erkennen (Abb. 5). Daraufhin wurde, wie mit Herrn Vogt vereinbart, keine weitere Fläche mehr aufgezogen. Abb. 4: Planum der Stelle 5, gegen Osten. 6 Abb. 5: Reste einer Urnenbestattung am westlichen Nordrand der Stelle 5. 2.1 Das Projekt (technischer Bericht) Der Umfang des Projektes umfasste die archäologische Erfassung und Dokumentation gemäß den Grabungsrichtlinien des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland sowie der Empfehlung der Landesarchäologen zur Ausgrabungs- und Prospektionsmethodik (www.landesarchaeologen.de) sowie die Dokumentation gemäß dem Rheinischen Stellensystem (www.bodendenkmalpflege.lvr.de). 2.2 Grabungstechnik Die Befunde wurden nach den Grabungsrichtlinien des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland sowie der Empfehlung der Landesarchäologen zur Ausgrabungs- und Prospektionsmethodik (www.landesarchaeologen.de) bearbeitet und nach dem Rheinischen Stellensystem (www.bodendenkmalpflege.lvr.de) dokumentiert, d. h. der Befund wurde von Hand im Planum 1 geputzt, fotographisch, zeichnerisch und beschreibend dokumentiert, mit Hilfe eines GPS-Altus 7 Position System eingemessen, geschnitten und ausgenommen. Nach der fachgerechten Bergung und Dokumentation wurden die Funde dem LVR-ABR übergeben. 2.3 Personal Das Personal für das Projekt wurde von der archäologischen Fachfirma ARCHBAU Archäologische Ausgrabungen, Prospektion und Baudokumentation der Niederlassung Köln gestellt. wissenschaftliche Projektleitung Peter Motsch M.A. Techniker Mirko Geisendorf M.A. Maschinist Dirk Herdemerten 2.4 Dokumentation Die Dokumentation erfolgte nach den Dokumentrationsrichtlinien des LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und den Empfehlungen der Landesarchäologen zur Ausgrabungsund Prospektionsmethodik (www.landesarchaeologen.de) sowie gemäß dem Rheinischen Stellensystem (www.bodendenkmalpflege.lvr.de). 2.5 Vermessung Die Vermessung wurde mit einem GPS-Altus Position System durchgeführt und überprüft. Die erhaltenen Messdaten wurden in einen CAD-Plan übertragen. 8 2.6 Funde Aus dem Grabbefund Stelle 6 konnte, neben Resten des Leichenbrandes, zerscherbte Keramik von mehreren Gefäßen geborgen werden. Besonders zwei Bodenfragmente ermöglichen eine ungefähre Datierung (Abb. 6). Abb. 6: Bodenfragment eines Gefäßes aus eisenhaltigem Ton, oxidierend gebrannt. Sie stammen von zwei unspezifisch als römisch anzusprechenden Gefäßen – tendenziell spricht aber etwa die Dicke des Scherbens eher für die mittlere römische Kaiserzeit, also das 2. und 3. Jh. n. Chr. Ebenfalls fanden sich wenige Fragmente aus einer Kupferlegierung, sie gehören zu einer nicht näher bestimmbaren Spiralfibel. 9 3. Ergebnis der Sachverhaltsermittlung Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung, die unter der Aktivitätsnummer NW 2016/1001 von der archäologischen Fachfirma ARCHBAU auf dem Areal des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“, in der Zeit vom 12. bis zum 20.01.2016 durchgeführt wurde, konnte die Ausdehnung des eingetragenen Bodendenkmals genauer eingegrenzt werden. In den Sondageschnitten Stelle 3 und 4 wurden keinerlei archäologische Befunde angetroffen. Das dortige Planum zeigte sich, bis auf drei Sondagen des Kampfmittelräumdienstes, als gänzlich ungestört. Im dritten Schnitt Stelle 5 wurde dagegen im westlichen Abschnitt an der nördlichen Schnittgrenze die Reste einer Urnenbestattung aufgefunden. Demnach kann das eingetragene Bodendenkmal nunmehr in seiner Ausdehnung nach Süden und Westen hin genauer eingegrenzt werden. Die im Grabkontext aufgefundene Keramik konnte in die römische Kaiserzeit datiert werden. Hinweise auf vorgeschichtliche oder merowingische Bestattungen konnten indes nicht dokumentiert werden, allerdings ist eine epochenübergreifende Belegung von Begräbnisplätzen nicht ungewöhnlich. Gerade Flächen, die bis in die jüngere Neuzeit für die landwirtschaftliche Nutzung ungünstig waren, konnten immer wieder als Bestattungsplätze genutzt werden. 10 4. Literatur Raymund Gottschalk 2003 Studien zu spätrömischen Grabfunden in der südlichen Niederrheinischen Bucht, Bonn 2003. 11