Daten
Kommune
Langerwehe
Größe
1,9 MB
Datum
06.07.2016
Erstellt
27.06.16, 18:06
Aktualisiert
27.06.16, 18:06
Stichworte
Inhalt der Datei
ARCHBAU
Archäologische Ausgrabungen,
Prospektion & Baudokumentation
Abschlussbericht der Sachverhaltsermittlung in Langerwehe auf dem Areal
des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“
NW 2016/1001
Peter Motsch M.A.
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E-mail: ARCHBAU @ t-online.de - WEB-Seite: www.archbau.co
Inhalt
1. Einleitung ............................................................................................................................................. 3
1.1 Geografische und topografische Situation .................................................................................... 3
1.2 Archivlage und Forschungsstand ................................................................................................... 4
2. Projektbeschreibung ........................................................................................................................... 4
2.1 Das Projekt (technischer Bericht) .................................................................................................. 7
2.2 Grabungstechnik ........................................................................................................................... 7
2.3 Personal ......................................................................................................................................... 8
2.4 Dokumentation.............................................................................................................................. 8
2.5 Vermessung ................................................................................................................................... 8
2.6 Funde ............................................................................................................................................. 9
3. Ergebnis der Sachverhaltsermittlung ................................................................................................ 10
4. Literatur ............................................................................................................................................. 11
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1. Einleitung
Im Zeitraum vom 12.01.2016 bis zum 20.01.2016 führte die Firma ARCHBAU Archäologische
Ausgrabungen, Prospektion und Baudokumentation, Engelsruh 41, 45133 Essen eine archäologische
Sachverhaltsermittlung in 52379 Langerwehe auf dem Areal des Bebauungsplanes Nr. E10 „Am
Steinchen“ durch. Hierzu wurde ein Sondageprogamm aus zwei Schnitten vereinbart. Auftraggeber der
archäologischen Maßnahme war die Gemeinde Langerwehe, ihr Verursacher die Dirk Schlun ventures
Investment Nr. 2 GmbH & Co KG, Weißhaustraße 27 in 52066 Aachen, vertreten durch die ebenfalls
dort ansässige Komplementärin, die Dirk Schlun Investment Verwaltungs GmbH, diese vertreten durch
den Geschäftsführer Herrn Dirk-Oliver Schlun. Die Projektsteuerung lag bei der Firma VDHProjektmanagement GmbH, Maastrichter Straße 8, 41812 Erkelenz (Ansprechpartner: Herr Axel von
der Heide). Im Zuge der Sachverhaltsermittlung bat Herr Reinartz, Besitz- und Verwaltungs-GmbH &
Co. KG, Am Weiherhof 25, 52379 Langerwehe, aus planungstechnischen Gründen um die Erweiterung
des Sondageprogrammes um einen weiteren Schnitt. Diese Arbeiten wurden direkt im Anschluss an
den ursprünglichen Auftragsrahmen durchgeführt.
Auf denkmalpflegerischer Seite zuständig war die Obere Denkmalbehörde des Kreises Düren und die
Untere Denkmalbehörde der Gemeinde Langerwehe, Fachaufsichtführende Behörde war der LVR-Amt
für Bodendenkmalpflege im Rheinland, vertreten durch Herrn Thomas Vogt.
1.1 Geografische und topografische Situation
Das untersuchte Gelände ist Bestandteil der südlichen Niederrheinischen Bucht und liegt am Rande
der Voreifel. Es gehört zur Gemeinde 52379 Langerwehe und liegt nordwestlich des
Kreuzungsbereiches Am Steinchen und der Knotstraße sowie westlich der L264. Das Grundstück wird
zurzeit rein agrarisch genutzt.
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1.2 Archivlage und Forschungsstand
Auf dem Planareal ist durch ausgewertete Luftbildaufnahmen ein merowingerzeitliches Gräberfeld
bekannt, ebenso wie ein rund 50 m im Durchmesser messender Kreisgraben, der sehr wahrscheinlich
zu einem vorgeschichtlichen Hügelgrab gehört. Der Grabhügel ist heute im Gelände nicht mehr
erkennbar. Die genaue Ausdehnung des Gräberfeldes ist bis heute nicht genau bekannt.
2. Projektbeschreibung
Im Vorfeld der baulichen Nutzung des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“ wurde die archäologische
Fachfirma ARCHBAU mit der archäologischen Untersuchung des Planareals beauftragt. Auftraggeber
für ein Sondageprogramm aus zwei Sondagen war die Gemeinde Langerwehe. Dieser Auftrag erfuhr
durch Herrn Reinartz, Besitz- und Verwaltungs- GmbH & Co. KG eine Erweiterung um eine weitere
Sondage. Diese Arbeiten wurden direkt im Anschluss an den ursprünglichen Auftragsrahmen
ausgeführt.
Die Maßnahme gliedert sich letztlich in zwei voneinander getrennte Aufträge, die aber unter einer
gemeinsamen Aktivitätsnummer NW 2016/1001 durchgeführt wurden. Ziel war es die Ausdehnung
des Bodendenkmals im Bereich des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“ durch einen Sondageplan
näher einzugrenzen. Im Zuge der ersten Maßnahme sollte dieses durch zwei 10 m breite und 86 m
bzw. 106 m lange Sondageschnitte geschehen (Anlage 1). Diese Schnitte wurden mit einem 21 t
Raupenbagger mit Grabenräumlöffel angelegt. Das Anstehende wurde in einer Tiefe zwischen 0,30 m
und 0,40 m erreicht und bestand aus lehmigem Sand durchsetzt mit einem Fächer aus verwittertem
Devonschiefer und Erosionsschutt. Der erste Schnitt (Stelle 3) hatte eine Länge von 106 m bei einer OW-Orientierung und wurde in einer Entfernung von ca. 90 m nordöstlich parallel zum Fahrweg „Am
Steinchen“ geführt (Abb. 2). Der zweite Sondageschnitt (Stelle 4) hatte eine Länge von 86 m bei einer
NO-SW-Orientierung.
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Abb. 2: Arbeitsfoto Anlage Planum Schnitt 3, gegen Westen.
Abb. 3: Planum der Stelle 4 gegen Norden.
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Er wurde westlich flankierend zum Feldweg aufgezogen, der im Fahrweg „Am Steinchen“ mündet (Abb.
3). In beiden Schnitten zeigten sich im Planum keinerlei archäologische Befunde und Funde. Das
aufgedeckte Anstehende zeigte sich, bis auf drei Sondagegruben des Kampfmittelräumdienstes, als
gänzlich ungestört und steril. Das eingetragene Bodendenkmal muss sich demnach weiter in
nordöstlicher Richtung befinden. Am 18.01. 2016 bat Herr Reinartz, Besitz- und Verwaltungs - GmbH
& Co. KG, Am Weiherhof 25, 52379 Langerwehe, einer der Eigentümer, aus planerischen Gründen
darum, einen weiteren Schnitt direkt nördlich parallel der Stelle 3 zu sondieren, um eventuell
zusätzliches baufreies Gelände hinzu zu gewinnen. Nach Absprache mit Herrn Vogt, vom LVR-Amt für
Bodendenkmalpflege im Rheinland, wurde dieser Schnitt (Stelle 5) direkt im Anschluss der Maßnahme
durchgeführt und auch unter derselben Aktivitätsnummer NW 2016/1001 archiviert. Auch dieser
Sondageschnitt hatte eine Breite von 10 m und sollte maximal die Länge von 106 m besitzen (Abb. 4).
Bei Auffindung des ersten Befundes sollte keine weitere Fläche aufgezogen werden. Die Arbeiten
wurden am 20.01.2016 durchgeführt und konnten am gleichen Tag abgeschlossen werden. Der Schnitt
Stelle 5 wurde von O nach W angelegt. Nach ca. 90 m wurde am nördlichen Rand eine Urnenbestattung
aufgedeckt. Sie war im Planum deutlich als rundliche, dunkelbraun-gräuliche Verfärbung zu erkennen
(Abb. 5). Daraufhin wurde, wie mit Herrn Vogt vereinbart, keine weitere Fläche mehr aufgezogen.
Abb. 4: Planum der Stelle 5, gegen Osten.
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Abb. 5: Reste einer Urnenbestattung am westlichen Nordrand der Stelle 5.
2.1 Das Projekt (technischer Bericht)
Der Umfang des Projektes umfasste die archäologische Erfassung und Dokumentation gemäß den
Grabungsrichtlinien des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland sowie der Empfehlung der
Landesarchäologen zur Ausgrabungs- und Prospektionsmethodik (www.landesarchaeologen.de)
sowie die Dokumentation gemäß dem Rheinischen Stellensystem (www.bodendenkmalpflege.lvr.de).
2.2 Grabungstechnik
Die Befunde wurden nach den Grabungsrichtlinien des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im
Rheinland sowie der Empfehlung der Landesarchäologen zur Ausgrabungs- und Prospektionsmethodik
(www.landesarchaeologen.de)
bearbeitet
und
nach
dem
Rheinischen
Stellensystem
(www.bodendenkmalpflege.lvr.de) dokumentiert, d. h. der Befund wurde von Hand im Planum 1
geputzt, fotographisch, zeichnerisch und beschreibend dokumentiert, mit Hilfe eines GPS-Altus
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Position System eingemessen, geschnitten und ausgenommen. Nach der fachgerechten Bergung und
Dokumentation wurden die Funde dem LVR-ABR übergeben.
2.3 Personal
Das Personal für das Projekt wurde von der archäologischen Fachfirma ARCHBAU Archäologische
Ausgrabungen, Prospektion und Baudokumentation der Niederlassung Köln gestellt.
wissenschaftliche Projektleitung
Peter Motsch M.A.
Techniker
Mirko Geisendorf M.A.
Maschinist
Dirk Herdemerten
2.4 Dokumentation
Die
Dokumentation
erfolgte
nach
den
Dokumentrationsrichtlinien
des
LVR-Amt
für
Bodendenkmalpflege im Rheinland und den Empfehlungen der Landesarchäologen zur Ausgrabungsund
Prospektionsmethodik
(www.landesarchaeologen.de)
sowie
gemäß
dem
Rheinischen
Stellensystem (www.bodendenkmalpflege.lvr.de).
2.5 Vermessung
Die Vermessung wurde mit einem GPS-Altus Position System durchgeführt und überprüft. Die
erhaltenen Messdaten wurden in einen CAD-Plan übertragen.
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2.6 Funde
Aus dem Grabbefund Stelle 6 konnte, neben Resten des Leichenbrandes, zerscherbte Keramik von
mehreren Gefäßen geborgen werden. Besonders zwei Bodenfragmente ermöglichen eine ungefähre
Datierung (Abb. 6).
Abb. 6: Bodenfragment eines Gefäßes aus eisenhaltigem Ton, oxidierend gebrannt.
Sie stammen von zwei unspezifisch als römisch anzusprechenden Gefäßen – tendenziell spricht aber
etwa die Dicke des Scherbens eher für die mittlere römische Kaiserzeit, also das 2. und 3. Jh. n. Chr.
Ebenfalls fanden sich wenige Fragmente aus einer Kupferlegierung, sie gehören zu einer nicht näher
bestimmbaren Spiralfibel.
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3. Ergebnis der Sachverhaltsermittlung
Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung, die unter der Aktivitätsnummer NW 2016/1001 von der
archäologischen Fachfirma ARCHBAU auf dem Areal des Bebauungsplanes E10 „Am Steinchen“, in der
Zeit vom 12. bis zum 20.01.2016 durchgeführt wurde, konnte die Ausdehnung des eingetragenen
Bodendenkmals genauer eingegrenzt werden. In den Sondageschnitten Stelle 3 und 4 wurden
keinerlei archäologische Befunde angetroffen. Das dortige Planum zeigte sich, bis auf drei Sondagen
des Kampfmittelräumdienstes, als gänzlich ungestört. Im dritten Schnitt Stelle 5 wurde dagegen im
westlichen Abschnitt an der nördlichen Schnittgrenze die Reste einer Urnenbestattung aufgefunden.
Demnach kann das eingetragene Bodendenkmal nunmehr in seiner Ausdehnung nach Süden und
Westen hin genauer eingegrenzt werden. Die im Grabkontext aufgefundene Keramik konnte in die
römische Kaiserzeit datiert werden. Hinweise auf vorgeschichtliche oder merowingische Bestattungen
konnten indes nicht dokumentiert werden, allerdings ist eine epochenübergreifende Belegung von
Begräbnisplätzen nicht ungewöhnlich. Gerade Flächen, die bis in die jüngere Neuzeit für die
landwirtschaftliche Nutzung ungünstig waren, konnten immer wieder als Bestattungsplätze genutzt
werden.
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4. Literatur
Raymund Gottschalk 2003
Studien zu spätrömischen Grabfunden in der südlichen
Niederrheinischen Bucht, Bonn 2003.
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