Daten
Kommune
Langerwehe
Größe
299 kB
Datum
14.03.2013
Erstellt
05.03.13, 18:25
Aktualisiert
05.03.13, 18:25
Stichworte
Inhalt der Datei
Lagebericht
zum
Jahresabschluss
der
Gemeinde Langerwehe
zum 31.12.2009
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Nach § 95 Abs. 1 Satz 4 und Abs. 2 Gemeindeordnung (GO NRW) i.V.m. § 37 Abs. 2 der
Gemeindehaushaltsverordnung (GemHVO NRW) ist dem Jahresabschluss ein Lagebericht
entsprechend § 48 GemHVO NRW beizufügen. Der Lagebericht ist somit ein Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses und hat sowohl eine Informations- als auch eine Rechenschaftsfunktion.
Sofern nachstehend auf Werte der Eröffnungsbilanz eingegangen wird, beziehen sich die
Erläuterungen auf die nach § 57 GemHVO NRW geänderten Werte.
Kurzbeschreibung der Gemeinde Langerwehe
Die Gemeinde Langerwehe ist im Jahre 1972 infolge der kommunalen Neugliederung aus
den bisherigen selbständigen Gemeinden Langerwehe, Wenau, D´horn, Geich-Obergeich,
Jüngersdorf und Luchem entstanden. Mittelpunkt dieser Gemeinde ist der Zentralort Langerwehe.
Die Fläche des Gemeindegebietes beträgt 41,49 qkm.
Die Einwohnerzahl zum 31.12.2009 betrug 14.172.
Zur Gemeinde Langerwehe gehören heute folgende Ortschaften: Langerwehe, Stütgerloch,
Jüngersdorf, Schlich, Merode, D´horn, Heistern, Hamich, Wenau, Schönthal, Luchem, Geich,
Obergeich sowie seit wenigen Jahren aufgrund der Umsiedlung infolge des Tagebaus die
Ortschaft Pier.
Die Gemeinde Langerwehe liegt verkehrsgünstig zwischen den Mittelzentren Düren und Eschweiler sowie zwischen den Oberzentren Aachen und Köln und bietet aufgrund der nahen
Autobahnanbindung sowie weiterhin der Anschlüsse an die Bundesbahnstrecke Köln –
Aachen sowie der Euregiobahn beste Ansätze für eine weitere Aufwärtsentwicklung der Gemeinde, die mit einem guten Angebot in der Infrastruktur einen hohen Wohn- und Freizeitwert besitzt.
Am östlichen Ortsrand des Hauptortes Langerwehe befindet sich ein Gewerbegebiet, das
noch erweitert werden soll. Eine geplante Autobahnanbindung wird das Gewerbegebiet noch
attraktiver machen.
Die schulische Landschaft in der Gemeinde ist geprägt von zwei Grundschulen, einer Gesamtschule mit Sekundarstufe II sowie daneben drei gemeindlichen Kindergärten und zwei
Pfarrkindergärten. Neben der Musikschule Langerwehe (in Trägerschaft eines Vereins) gibt
es das Töpfereimuseum sowie für größere Veranstaltungen die Kulturhalle. Neu geschaffen
wurde im Umsiedlungsstandort Pier das Bürgerhaus, das ebenfalls für Veranstaltungen zur
Verfügung steht.
Zur Förderung und Belebung des Fremdenverkehrs sowie der sportlichen Betätigung werden
neben einem Fitness-Center mehrere Sport- und Bolzplätze, vier Sporthallen, Tennisplätze,
Kinderspiel- und Rastplätze, Reitsportmöglichkeiten mit Reitställen und Reitvereinen sowie
eine Grillhütte angeboten.
Als besondere Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Freizeiteinrichtungen sind zunächst
das aufgrund des Töpfer- und Eifelmarktes weithin bekannte Töpfereimuseum, weiterhin die
Laufenburg (12. Jahrhundert) sowie die Klosterkirche Wenau (12. Jahrhundert) und die Alte
Kirche in Langerwehe (12. Jahrhundert) zu nennen. Daneben gibt es noch das Schloss
Merode (nicht allgemein für Besichtigungen zugänglich), den Soldatenfriedhof „Marienbildchen“ in Merode und die Wehebachtalsperre bei Schevenhütte.
Mit mehreren Ortschaften liegt die Gemeinde in landschaftlich reizvoller Umgebung innerhalb
des Naturparks Nordeifel sowie des Erholungsgebietes Dürener Rur-Eifel. Es besteht ein
ausgedehntes Wanderwegenetz in waldreicher Umgebung.
1
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Der größte Industriezweig der Gemeinde ist die Fabrikation technischer Papier- und Kunststoffverarbeitung; es sind aber auch Geschäfte und Handwerksbetriebe aller Branchen im
Zentralort als Nahversorgungszentrum vorhanden.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat am 31.12.2009 ergibt sich wie folgt:
CDU:
SPD:
Bündnis 90/Die Grünen:
FDP:
12 Sitze
8 Sitze
3 Sitze
3 Sitze
Die Verwaltung der Gemeinde Langerwehe ist wie folgt gegliedert:
Bürgermeister
Allgemeiner
Vertreter
Allgemeine
Verwaltung
Amt für zentrale
Verwaltungsaufgaben
Finanzverwaltung
Rechts-,
Sicherheits- und
Ordnungsverwaltung
Sozial-, Jugendund
Gesundheitsverwaltung
Bauverwaltung
2
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
1. Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements zum 01.01.2009
Nach dem NKF-Einführungsgesetz haben die Gemeinden und Gemeindeverbände spätestens ab dem Haushaltsjahr 2009 ihre Geschäftsvorfälle nach dem System der doppelten
Buchführung in ihrer Finanzbuchhaltung zu erfassen und zum Stichtag 01. Januar 2009 eine
Eröffnungsbilanz nach § 92 der Gemeindeordnung (GO) NRW unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und der in der GO und der GemHVO enthaltenen Vorschriften aufzustellen.
Die Gemeinde Langerwehe hat ihre Finanzbuchhaltung zum 01. Januar 2009 umgestellt.
Die Schlussbilanz zum 31.12.2009 weist eine Bilanzsumme von 126.682.331,24 € aus und
stellt sich zusammengefasst wie folgt dar:
AKTIVA
1. Anlagevermögen
davon:
Unbebaute Grundstücke
Bebaute Grundstücke
Infrastruktur
Finanzanlagen
Sonst. Anlagevermögen
In %
(in €)
(in €)
In %
1. Eigenkapital
davon:
37.195.192,46
29,37
Allgemeine Rücklage
Ausgleichsrücklage
Jahresfehlbetrag
36.056.539,04
5.357.409,00
-4.218.755,58
28,45
4,23
-3,31
2. Sonderposten
53.009.859,65
41,84
3. Rückstellungen
davon:
9.317.689,00
7,35
PASSIVA
123.504.865,44
97,49
7.857.434,71
32.333.135,46
74.131.226,47
2.072.470,88
7.110.597,92
6,21
25,51
58,52
1,64
5,61
2. Umlaufvermögen
davon:
2.145.408,82
1,69
Forderungen
Hilfs- und Betriebsstoffe
Liquide Mittel
Sonst. Vermögensgegenstände
1.483.725,67
1.314,20
659.018,40
1,17
0,00
0,52
Pensionsrückstellung.
Sonst. Rückstellungen
9.215.187,00
102.502,00
7,27
0,08
1.350,55
0,00
4. Verbindlichkeiten
25.571.019,25
20,19
1,25
0,82
5. Passive Rechnungsabgrenzung
1.588.570,88
1.032.056,98
126.682.331,24
100,00
3. Aktive Rechnungsabgrenzung
Bilanzsumme AKTIVA
126.682.331,24
100,00
Summe PASSIVA
Die folgenden Ausführungen sollen dazu dienen, die in der gemeindlichen Bilanz ausgewiesenen Werte transparent und in ihrer Gesamtheit darzustellen. Hierzu bedient man sich aggregierter Größen, um die grundsätzliche Struktur der vorliegenden Bilanz aufzuzeigen. Des
Weiteren werden Bilanzkennzahlen zur Analyse und Bewertung des vorliegenden Zahlenwerks verwendet. Hierzu wird auf einen späteren Gliederungspunkt (3.3) des Lageberichts
verwiesen.
2. Entwicklung der Gemeinde im Haushaltsjahr 2009
Vor Einführung des NKF befand sich die Gemeinde seit dem Jahre 1994 durchgehend im
Haushaltssicherungskonzept. Mit der erstmaligen Anwendung der NKF-Regeln ab dem Jahr
2009 bestand im Jahr 2009 erstmalig keine Pflicht zur Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes.
3
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Der Haushaltsplanentwurf für das Haushaltsjahr 2009 wies im Ergebnisplan einen Fehlbedarf in Höhe von ca. 2 Mio. € aus. Der Einbruch der Erträge bei der Gewerbesteuer aufgrund
der Nachwirkungen der Wirtschaftskrise des Jahres 2007 führte zu einem deutlich höheren
Fehlbetrag. Trotz dieses Fehlbetrages i.H.v. -4.218.755,58 € konnte im Jahre 2009 ein fiktiver Haushaltsausgleich nach § 75 Abs. 2 GO erreicht werden, da der Fehlbetrag vollständig
durch die Ausgleichsrücklage gedeckt werden konnte.
Während die Gesamtsumme der langfristigen Kredite weiterhin gesenkt werden konnte, sind
die Kredite zur Liquiditätssicherung aufgrund der Fehlbeträge in den vergangenen Haushaltsjahren weiterhin gestiegen. Durch ein aktives Zinsmanagement wird versucht, die Zinsbelastung des Haushalts so gering wie möglich zu halten.
Es hängt jedoch alles davon ab, wie die allgemeine Wirtschafts- und Finanzlage sich auf die
Zinsentwicklung in Zukunft auswirken wird.
Nach der ursprünglichen Planung konnten die Defizite des Jahres 2009 sowie der beiden
Folgejahre noch durch die Ausgleichsrücklage gedeckt werden.
Nachdem der Jahresfehlbetrag in 2009 deutlich höher ausfiel als geplant, konnte diese Annahme nicht mehr aufrechterhalten werden. Der Restbestand wurde im Jahre 2010 zur Deckung herangezogen. Seitdem ist die Ausgleichsrücklage vollständig aufgebraucht.
3. Die Vermögens- und Schuldenlage der Gemeinde
3.1
Die Vermögensstruktur der Bilanz (Aktiva)
3.1.1 Anlagevermögen
Das Anlagevermögen stellt mit 97,49 % die größte Teilsumme der Bilanz dar, wovon das
Sachanlagevermögen mit einem Anteil von rd. 95,86 % den größten Anteil ausmacht.
Zu beachten ist, dass ein großer Teil dieses Vermögens aufgrund der kommunalen Nutzungsorientierung nur eingeschränkt veräußerbar ist und das darin gebundene Kapital begrenzt bis gar nicht verfügbar gemacht werden kann. Gleichwohl belastet das abnutzbare
Sachanlagevermögen mit den hieraus resultierenden Abschreibungen jedoch in voller Höhe
die Ergebnisrechnung.
Wesentliche Positionen des Sachanlagevermögens sind die unbebauten Grundstücke mit
einem Wert von 7.857.434,71 €, die bebauten Grundstücke mit einem Wert von
32.333.135,46 € und das Infrastrukturvermögen (Straßen, Wege, Plätze, Brücken, Kanalnetz) mit einem Wert von 74.131.226,47 €.
Der Wert der unbebauten Grundstücke einschließlich des Grund- und Bodens des Infrastrukturvermögens beläuft sich auf insgesamt 15.092.104,71 € und beträgt damit ca. 12 % des
gesamten Sachanlagevermögens. Diese Position unterliegt keiner Wertminderung durch
Abschreibungen.
Neben dem Straßennetz mit Wegen und Plätzen machen die Schulen mit 18.741.504,00 €
den zweitgrößten Posten aus. Hier sowie bei den sonstigen bebauten Grundstücken werden
die Werte jeweils inklusive des Grundstückswerts ausgewiesen.
Unter der Position „Finanzanlagen” mit rd. 2.072.470,82 € ist mit dem betragsmäßig größten
Anteil mit 1.783.799,03 € (86,07 %) die Beteiligung am Wasserleitungszweckverband Langerwehe erfasst.
Die immateriellen Vermögensgegenstände umfassen die Lizenzen sowie die Software der
gemeindlichen Datenverarbeitung.
4
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Im Jahre 2009 wurden Investitionen in Höhe von 1,87 Mio. € getätigt, wobei die größte Investition die Umsiedlungsmaßnahme Pier darstellt, bei der knapp 800. T€ verausgabt wurden.
Des Weiteren waren Zugänge im Bereich Kanal zu verzeichnen (ca. 485 T€).
2.1.2
Umlaufvermögen
Das Umlaufvermögen beläuft sich mit 2.145.408,82 € auf 1,69 % der Bilanzsumme und setzt
sich wie folgt zusammen:
●
●
●
●
Forderungen
Sonst. Vermögensgegenstände
Hilfs- und Betriebsstoffe
Liquide Mittel
1.483.725,67 €
1.350,55 €
1.314,20 €
659.018,40 €
2.1.3 Aktive Rechnungsabgrenzung
Bei dem Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Wesentlichen um den einmaligen
Zinsaufwand für den Mietkauf eines Objektes der Gemeinde, der auf die Laufzeit entsprechend des Vertrages aufzulösen ist.
2.2
Die Kapitalstruktur / Finanzierung der Bilanz (Passiva)
2.2.1 Eigenkapital
Das Eigenkapital der Gemeinde Langerwehe beträgt 37.195.192,46 € und setzt sich wie folgt
zusammen
Allgemeine Rücklage
36.056.539,04 €
Ausgleichsrücklage
5.357.409,00 €
Jahresfehlbetrag 2009
-4.218.755,58 €
Die Ausgleichsrücklage ist in der Bilanz zusätzlich zur allgemeinen Rücklage als gesonderter
Posten des Eigenkapitals anzusetzen, um einen Fehlbetrag der Ergebnisrechnung in den
Folgejahren auszugleichen. Mit dem Jahresfehlbetrag wird die Ausgleichsrücklage bereits
um 78,75 % aufgezehrt.
Die Eigenkapitalquote (einschließlich Ausgleichsrücklage) der Gemeinde Langerwehe beträgt 29,36 %.
Unter Berücksichtigung der Sonderposten ergibt sich eine so zu ermittelnde Eigenkapitalquote II von rd. 66,87 %.
Hinsichtlich weiterer Kennzahlenerläuterungen wird auf die Ausführungen unter dem Abschnitt 3.3 dieses Lageberichts verwiesen.
2.2.2 Sonderposten
Die Sonderposten für Zuwendungen, Beiträge und die sonstigen Sonderposten belaufen sich
auf insgesamt 53.009.859,65 €.
Die Zuwendungen sind hauptsächlich Landeszuwendungen, die zweckgebunden für investive Maßnahmen bewilligt und ausgezahlt wurden.
Den zuvor erwähnten Investitionen i.H.v. 1,87 Mio. € stehen Zugänge im Bereich der Sonderposten i.H.v. 1,36 Mio. € gegenüber. Etwa 600 T€ stammen aus Zuwendungen des Landes und stehen überwiegend den Kanälen und der Umsiedlung Pier gegenüber. Ein weiterer
Betrag von ca. 667 T€ ist im Bereich der sonstigen Sonderposten ausgewiesen und bezieht
sich ebenfalls auf die Umsiedlung der Ortschaft Pier.
5
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
2.2.3 Rückstellungen
Die Bilanz weist Rückstellungen von 9.317.689,00 € aus, von denen die Pensions- und Beihilferückstellungen mit 9.215.187,00 € den weitaus größten Teil bilden.
2.2.4
Verbindlichkeiten
Die längerfristigen Verbindlichkeiten aus Krediten haben einem Anteil von 32,87 %; die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Krediten haben einen Anteil von 42,25 % an den gesamten
bilanziellen Verbindlichkeiten und sind gegenüber der Eröffnungsbilanz gestiegen.
Die daraus resultierenden Zinsen belasten die Abschlussergebnisse der kommenden Haushaltsjahre.
2.2.5
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die bereits vereinnahmten Gebühren für
den Erwerb von Nutzungsrechten nach der Friedhofsgebührensatzung ausgewiesen, die
Erträge in den Folgejahren darstellen.
3 Kennzahlen zur Bilanz
Die folgende Tabelle stellt die derzeit ermittelbaren und für die Gemeinde bedeutsamen
Kennzahlen im Überblick dar:
Gem. Langerwehe
31.12.2009
01.01.2009
84,25
-
29,36
31,82
Aufwandsdeckungsgrad (ADG)
(Ordentliche Erträge X 100) / Ordentliche Aufwendungen
Eigenkapitalquote 1
(EkQ1)
(Eigenkapital x 100) / Bilanzsumme
Eigenkaptalquote 2
(EkQ2)
(Eigenkapital + Sonderposten für Zuwendungen und Beiträge) x 100 / Bilanzsumme
66,87
66,62
Infrastrukturquote
(IsQ)
(Infrastrukturvermögen x 100) / Bilanzsumme
58,52
54,58
Anlagendeckungsgrad 2 (AnD2)
(Eigenkapital + Sonderposten für Zuwendungen und Beiträge + langfristiges
Fremdkapital) x 100 / Anlagevermögen
75,57
78,50
Kurzfristige Verbindlichkeitsquote
(KVbQ)
Zuwendungsquote
(ZwQ)
(Kurzfristige Verbindlichkeiten / Bilanzsumme) x 100
3,50
5,36
(Erträge aus Zuwendungen x 100) /
Ordentliche Erträge
28,31
-
3.3.1 Aufwandsdeckungsgrad
84,25 %
Die Kennzahl zeigt an, zu welchem Anteil die ordentlichen Aufwendungen durch ordentliche
6
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Erträge gedeckt werden können, wobei ein finanzielles Gleichgewicht nur durch eine vollständige Deckung erreicht werden kann. Hier liegt die Gemeinde unter dem laut Gemeindeprüfungsanstalt ermittelten gemeindlichen Mittelwert von 93,8 %.
3.3.2 Eigenkapitalquote I
29,36 %
Der ausgewiesene Wert von 29,36 % liegt unter dem Mittelwert der Bilanzkennzahl im interkommunalen Vergleich von 39,4 %. In der Eröffnungsbilanz belief sich der Wert der Eigenkapitalquote auf 31,82 %.
Die Verminderung Eigenkapitalquote resultiert im Wesentlichen aus dem hohen Jahresfehlbetrag
3.3.3 Eigenkaptalquote II
66,87 %
Die Kennzahl misst den Anteil des „wirtschaftlichen Eigenkapitals“ am gesamten bilanzierten
Kapital (Gesamtkapital) auf der Passivseite der kommunalen Bilanz.
Der ermittelte Wert von 66,87 % liegt unter dem interkommunalen Mittelwert von 73,8 %.
Im Vergleich zur Eröffnungsbilanz hat sich der Wert nur unwesentlich verändert.
3.3.4 Infrastrukturquote
58,52 %
Kommunen verfügen im Bereich der Daseinsfürsorge über ein umfangreiches Infrastrukturvermögen. Die Infrastrukturquote stellt einen Bezug her zwischen dem im Infrastrukturvermögen gebundenen Kapital sowie dem Gesamtkapital. Die Kennzahl gibt an, in welchem
Umfang das kommunale Vermögen in der Infrastruktur eingebunden ist, d.h. ob eine überdurchschnittliche Ausstattung an Infrastrukturvermögen in einer Kommune vorliegt.
Der ermittelte Wert für die Gemeinde mit 58,52 % liegt über dem interkommunalen Mittelwert
von 44,1 %.
Im Vergleich zur Eröffnungsbilanz ist die Infrastrukturquote aufgrund der Korrektur des Index
in der Bewertung zum Eröffnungsbilanzstichtag gestiegen.
3.3.5 Anlagendeckungsgrad II
75,57 %
Der Anlagendeckungsgrad II gibt an, inwieweit das langfristige Vermögen mit langfristigem
Kapital finanziert ist. Es wird hierdurch das auf der Aktivseite ausgewiesene Vermögen mit
der Finanzierung auf der Passivseite verglichen. Ein Wert von 100 % wäre für diese Kennzahl erstrebenswert, da in diesem Fall die langfristige Investition in das gemeindliche Anlagevermögen und die langfristige Finanzierung übereinstimmen.
Der für die Gemeinde Langerwehe ermittelte Wert von 75,75 % liegt unterhalb des Mittelwerts im interkommunalen Vergleich von 93,3 %. Der Wert in der Eröffnungsbilanz belief sich
auf 78,50 %.
3.3.6 Kurzfristige Verbindlichkeitsquote
3,50 %
Die kurzfristige Verbindlichkeitsquote verdeutlicht, wie hoch der Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten an der Bilanzsumme ist. Da Haushaltsfehlbeträge in der Regel über Kassenkredite finanziert werden, ist diese Kennzahl ein Indikator dafür, wie stark sich die aufgelaufenen Defizite auf die Finanzlage der Gemeinde auswirken. Für die Gemeinde Langerwehe
wurde ein Wert von 3,50 % ermittelt; dieser liegt unter dem interkommunalen Vergleichswert
von 4,6 %. – Der Wert in der Eröffnungsbilanz belief sich auf 5,36 %.
3.3.7 Zuwendungsquote
28,31 %
Die Zuwendungsquote gibt einen Hinweis darauf, inwieweit die Gemeinde von Zuwendungen
und damit von Leistungen Dritte abhängig ist. Der Wert im interkommunalen Vergleich liegt
bei 20,3 %. Da die Gesamtsumme der ordentlichen Erträge durch den Einbruch der Gewerbesteuer deutlich abgefallen ist, ergibt sich im Verhältnis der Zuwendungen zu der Gesamtsumme der ordentlichen Erträge eine höhere Quote.
7
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
4. Entwicklung der Gemeinde
4.1 Ergebnisentwicklung 2009
Wie bereits eingangs ausgeführt, wies der Haushaltsplanentwurf für das Haushaltsjahr 2009
im Ergebnisplan einen Fehlbedarf in Höhe von ca. 2 Mio. € aus. Der Einbruch der Erträge bei
der Gewerbesteuer aufgrund der Nachwirkungen der Wirtschaftskrise des Jahres 2007 führte zu einem deutlich höheren Fehlbetrag. Trotz dieses Fehlbetrages i.H.v. -4.218.755,58 €
konnte im Jahre 2009 ein fiktiver Haushaltsausgleich nach § 75 Abs. 2 GO erreicht werden,
da der Fehlbetrag vollständig durch die Ausgleichsrücklage gedeckt werden konnte.
Während die Gesamtsumme der langfristigen Kredite weiterhin gesenkt werden konnte, sind
die Kredite zur Liquiditätssicherung aufgrund der Fehlbeträge in den vergangenen Haushaltsjahren weiterhin gestiegen. Durch ein aktives Zinsmanagement wird versucht, die Zinsbelastung des Haushalts so gering wie möglich zu halten.
Es hängt jedoch alles davon ab, wie die allgemeine Wirtschafts- und Finanzlage sich auf die
Zinsentwicklung in Zukunft auswirken wird.
Gewerbesteueraufkommen
In den Vorjahren entwickelte sich das Gewerbesteueraufkommen sehr positiv. Im Jahr 2008
wurden 4,6 Mio. € Gewerbesteuer eingenommen, so dass aufgrund der Vorjahre vorsichtig
geschätzt 3 Mio. € Erträge aus Gewerbesteuer für 2009 veranschlagt wurden. Wie zuvor
erwähnt konnte dieser Ansatz bei Weitem nicht erzielt werden, da aufgrund der Wirtschaftskrise die Zahlungen ausblieben und infolge von Rückzahlungen aus den Vorjahren sogar ein
negatives Ergebnis von -62.403,32 € zu verzeichnen war.
Abschreibungen
Über die Abschreibungen wird der Werteverlust des Anlagevermögens in den Ergebnisplan
des Haushalts aufgenommen.
Für das Jahr 2009 weist die Ergebnisrechnung Aufwendungen für Abschreibung in Höhe von
2.523.140,63 € aus.
Einem Teil der Abschreibungen stehen Erträge aus der Auflösung von Sonderposten gegenüber. Dieser Betrag belief sich im Jahre 2009 auf 1.212.126,17 €.
Rückstellungen für Pensionslasten
Die Rückstellungen erhöhen sich jährlich um den Saldo aus dem Zuwachs von Anwartschaften, die im Bilanzjahr aus der Erhöhung der ruhegehaltfähigen Dienstzeit oder der NeuErnennung von Beamten entstehen, sowie der Auflösung der für das Bilanzjahr gebildeten
Rückstellung.
Der Zuführungsbetrag 2009 der Pensionsrückstellung/Beihilferückstellung für Versorgungsempfänger belief sich auf 150.038,00 €.
Strukturelle Belastungen
Im Haushaltsjahr 2009 entstanden weitere strukturelle Belastungen, die sich auf die Erhöhung des Fehlbetrages auswirkten:
Anstieg der Energiekosten
Die steigenden Preise für Gas und Strom machten sich bemerkbar, da die überwiegende
Mehrzahl der gemeindlichen Gebäude mit Gas beheizt werden, und weil bei der Straßenbeleuchtung derzeit keine Einsparmöglichkeiten gesehen werden.
8
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Differenzierte Kreisumlage für das Jugendamt
Vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2008 war die differenzierte Kreisumlage für das Jugendamt
von ca. 1,371 Mio. € auf 2,036 Mio. € gestiegen. Es ist davon auszugehen, dass diese in
Zukunft weiter ansteigen und den gemeindlichen Haushalt belasten wird. Für das Jahr
2009 war ein Betrag in Höhe von 2.062.303,24 € zu zahlen.
Allgemeine Kreisumlage
Auch hier erfolgte eine Steigerung vom Jahr 2000 von 4,217 Mio. € auf 5,056 Mio. € in
2008. Dies ist zum Teil auch auf die Umlagegrundlagen zurückzuführen, die auch hier
deutlich angestiegen sind: von 10.423.263 € auf 13.483.575 € im Jahr 2008. Ursachen
dafür sind zunächst höhere eigene Steuereinnahmen sowie höhere Schlüsselzuweisungen vom Land, weil das Land NRW seit vielen Jahren einen Anteil von 23% an die Kommunen abgibt.
Für das Jahr 2009 war eine Steigerung um ca. 250.000 € auf nunmehr 5,303 Mio. € vorgesehen. Die endgültige Festsetzung der Kreisumlage erfolgte mit einem Betrag in Höhe
von 5.304.277,88 €.
Konsolidierungsmaßnahmen
Seit 2010 befindet sich die Gemeinde wieder im Haushaltssicherungskonzept.
Dies macht sich unter anderem auch bei den Personalkosten bemerkbar, für die ein Personalkostenkonsolidierungskonzept erstellt werden musste, was ständig fortgeschrieben wird
und zum Ziel hat, Personalkosten langfristig einzusparen.
Im Jahre 2009 betrugen die Personalaufwendungen 4.380.602,96 €, das sind 18,53 % der
ordentlichen Aufwendungen.
Der Finanzplan 2009
Der Finanzplan 2009 weist ein Volumen von 5.431.300 € für die Investitions- und Finanzierungstätigkeit auf.
Anzuführen sind hier insbesondere:
Für die Umsiedlungsmaßnahme Pier; sind mit 2.702.000 € für den Straßenbau, mit
590.000 € für den Bau des Bürgerhauses sowie mit 134.000 € für den Friedhof Pier vorgesehen.
Die Straßenbaumaßnahme wurde in 2009 nur zum Teil durchgeführt; die Kosten dafür lagen bei 762.863,32 €. Mit dem für 2009 geplanten Bau des Bürgerhauses konnte erst in
2010 begonnen werden; die Ausgaben dafür beliefen sich auf rd. 280T €; die endgültige
Fertigstellung erfolgte dann im Jahre 2011.
Auch für den Friedhof Pier erfolgte in 2009 nur eine Anfinanzierung mit 48.561,03 €.
Kanalbaumaßnahmen für Schmutz- und Regenwasserkanäle mit insgesamt 954.000 €:
Die geplanten Maßnahmen konnten nicht wie vorgesehen durchgeführt werden; verausgabt wurden in 2009 731.410,79 €.
Beschaffung von Fahrzeugen für verschiedene Löschgruppen mit insgesamt 298.000 €:
Hier erfolgte im Jahre 2009 die Bestellung der Fahrzeuge; es entstanden nur Kosten von
ca. 9T €. Die Lieferung der Fahrzeuge erfolgte dann in den Folgejahren 2010 und 2011.
4.2
Entwicklung 2010 bis 2013
Ergebnisentwicklung
Der negative Trend des Vorjahres bestätigte sich bei der Planung des Haushaltsjahres 2010,
wonach der Ergebnisplan einen Fehlbedarf von 5.004.500 € auswies. Ursächlich dafür waren
zunächst ein weiteres Ansteigen der Kreisumlagen sowie eine deutlich geringere Planung
bei der Gewerbesteuer. Dort gingen letztlich jedoch rd. 700.000 € mehr ein als in der Planung vorgesehen.
9
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Auch für das Jahr 2011 musste mit 4.658.650 € wieder ein ähnlich hoher Fehlbedarf wie im
Vorjahr eingeplant werden.
Im Jahre 2012 betrug der geplante Fehlbedarf 3.983.570 €. Es wurde erstmalig ein Haushaltssicherungskonzept nach der gesetzlichen Neuregelung erstellt, dass der Haushaltsausgleich bis zum 10. auf das Haushaltsjahr folgenden Jahr erreicht sein muss. Dies wird voraussichtlich 2021 mit einem ordentlichen Ergebnis von +535.250 € erreicht werden, und
damit die Möglichkeit gegeben werden, dass die Gemeinde ein genehmigungsfähiges Haushaltssicherungskonzept beschließt.
Die Verbindlichkeiten aus Krediten für Investitionen belaufen sich zum Stichtag 31.12.2009
auf 8.405.813,34 €. Die Verbindlichkeiten aus Krediten zur Liquiditätssicherung belaufen sich
zum selben Stichtag auf 10.800.000 €.
Während die Verbindlichkeiten aus Krediten für Investitionen in 2010, 2011 und in 2012 stetig auf einen Stand von 7.694.540 € zum 31.12.2012 gesenkt werden konnten, stieg der Gesamtbetrag der Kredite zur Liquiditätssicherung zum selben Stichtag auf 17.950.000 €.
Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte sich das Volumen der Kredite zur Liquiditätssicherung
weiterhin erhöhen, da die Kreisumlagen in den Folgejahren erhöht werden und die Schlüsselzuweisungen im kommenden Jahr nicht in Vorjahreshöhe erwartet werden. Die daraus
resultierende Zinsbelastung wird das Ziel, den Haushaltsausgleich zu erreichen, zusätzlich
erschweren.
Voraussichtliche Entwicklung des Eigenkapitals
In der berichtigten Eröffnungsbilanz ist das Eigenkapital einschließlich Ausgleichsrücklage
mit 41.413.948,04 € festgesetzt. Die Ausgleichsrücklage beläuft sich weiterhin auf
5.357.409,00 €. Nachdem die Ergebnisrechnung für das Haushaltsjahr 2009 mit einem erheblich höheren Fehlbetrag als geplant abschloss, und auch die Ergebnisrechnung 2010 mit
über 4 Mio. € einen hohen Fehlbedarf auswies, musste bereits im Jahre 2010 die allgemeine
Rücklage vermindert werden. Ebenso musste der Jahresfehlbetrag 2011 über die allgemeine
Rücklage gedeckt werden.
Gemäß § 76 Absatz 1 Ziffer 2 GO NRW hatte die Gemeinde demnach zur Sicherung ihrer
dauerhaften Leistungsfähigkeit ab 2010 wieder ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen.
5. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Eröffnungsbilanzstichtag
Die Gemeinde Langerwehe war am Eröffnungsbilanzstichtag mit einem Anteil von 75 % an
der am 06. April 1998 gegründeten Entwicklungsgesellschaft Langerwehe mbH (EGL) beteiligt. Die restlichen 25 % wurden insgesamt von einem weiteren Gesellschafter gehalten.
Aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage der Gesellschaft wurden die Anteile mit dem
Zeitwert in Höhe von 1 € bewertet.
Die Gemeinde hatte eine Ausfallbürgschaft bis zu einer Höhe von 2.700.000 € für die Kreditverbindlichkeiten der EGL übernommen. Zwischenzeitlich hat die Gemeinde zum 31.12.2010
den Geschäftsanteil von 25 % von dem weiteren Gesellschafter zu einem Wert in Höhe von
1 € erworben.
In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde im Haushaltsjahr 2011 im Rahmen einer Umschuldung Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 2.680.000 € mit einer Laufzeit zunächst bis
zum 31.12.2015 übernommen. Aus der Bürgschaftsverpflichtung wurde die Gemeinde zwischenzeitlich mit Datum vom 01.02.2011 entlassen.
Der Finanzhaushalt der Gemeinde wird mit der Übernahme des Kredits entsprechend belastet.
Aufgrund einer Strafanzeige hat die Staatsanwaltschaft Aachen wegen Verschleierung der
10
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Zahlungsunfähigkeit der EGL ermittelt. Das Verfahren wurde aber zwischenzeitlich eingestellt.
Im Übrigen wird auf die Ausführungen unter Punkt 4 verwiesen. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Eröffnungsbilanzstichtag haben sich ansonsten nicht ergeben.
6. Prognosebericht
Der Ergebnisplan 2012 weist die nachfolgend aufgeführten Gesamtbeträge an Erträgen und
Aufwendungen und das daraus resultierende Defizit aus:
Erträge
Aufwendungen
Jahresergebnis
Erträge
Aufwendungen
Jahresergebnis
Ansatz
2012
Planung
2013
Planung
2014
Planung
2015
Planung
2016
Planung
2017
22.282.910
-26.266.480
-3.983.570
21.860.230
-24.849.480
-2.989.250
22.479.030
-24.979.980
-2.500.950
23.064.830
-25.122.780
-2.057.950
23.651.930
-25.320.980
-1.669.050
24.277.730
-25.660.480
-1.382.750
Planung
2018
Planung
2019
Planung
2020
Planung
2021
Planung
2022
24.929.430
-26.026.780
-1.097.350
25.624.930
-26.324.180
-699.250
26.367.330
-26.698.680
-331.350
27.144.830
-27.102.780
42.050
27.976.130
-27.440.880
535.250
Nach dieser Planung wird die allgemeine Rücklage in den kommenden Jahren zwar stetig
verringert; im Jahre 2021 ist sie aber noch nicht aufgebraucht und kann anschließend wieder
aufgestockt werden.
Die Personalaufwendungen werden in den Folgejahren stetig steigen, wohingegen die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen in den Folgejahren in nahezu gleicher Höhe veranschlagt werden; erhöhen wird sich der größte Posten des Ergebnisplans, die Transferaufwendungen. Hierunter fallen mit jeweils mehr als 9 Mio. € die Kreisumlagen, die somit den
gemeindlichen Haushalt mit nahezu 40 % belasten.
Den größten Posten auf der Ertragsseite stellen mit jährlich mehr als 10 Mio. € die Steuern
und ähnlichen Abgaben dar, worunter die Realsteuern fallen sowie die Anteile an der Einkommensteuer. Einen weiteren großen Anteil an der Ertragsseite haben mit mehr als 5,2
Mio. € im Jahre 2012 die Zuwendungen und allgemeinen Umlagen mit den Schlüsselzuweisungen als größtem Betrag. Beide Ertragsarten werden unter Zugrundelegung der durch das
Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen bekannt gegebenen Orientierungsdaten fortgeschrieben und verringern sich im Jahre 2013 zwar, erhöhen
sich dann aber für die Folgejahre dementsprechend.
Während versucht wird, die Aufnahme von Krediten für Investitionen zu vermeiden und damit
insbesondere die mit einem höheren Zinssatz versehenen Kredite betragsmäßig zu verringern, ist aufgrund der jährlichen Defizite davon auszugehen, dass die Höhe der Kredite zur
Liquiditätssicherung weiterhin ansteigen wird und somit auch die Zinszahlungen den Ergebnisplan entsprechend belasten.
7. Chancen und Risiken für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde
Langerwehe
Die Bilanz der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009 liefert eine fortgeschriebene Übersicht über die Gesamtheit des gemeindlichen Vermögens und dessen Finanzierung.
11
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Auf den ersten Blick bietet die Bilanz ein zufriedenstellendes Bild. Einer Bilanzsumme von
126.682.331,24 € steht ein Eigenkapital von 37.195.192,46 € gegenüber. Darin enthalten ist
allerdings der Jahresfehlbetrag 2009 in Höhe von -4.218.755,58 €.
Ab dem Jahr 2009 ist aufgrund der Fehlbeträge eine Verringerung des Eigenkapitals vorgesehen, und zwar in 2009 zunächst nur durch Verringerung der Ausgleichsrücklage. Jedoch
bereits bei der Aufstellung des Haushalts 2010 zeigte sich, dass voraussichtlich schon im
Jahre 2010 die Ausgleichsrücklage aufgebraucht ist und die allgemeine Rücklage verringert
werden muss.
Aufgrund dessen wird zukünftig bei allen durchzuführenden Aufgaben darauf geachtet, dass
diese mit einem möglichst geringen Aufwand erledigt werden. Bei allen Investitionsentscheidungen wird überprüft, ob diese überhaupt bzw. in dem geplanten Umfang getätigt werden
müssen und können oder ob es günstigere Alternativlösungen gibt. Jede Investition belastet
durch künftig vorzunehmende Abschreibungen den Ergebnishaushalt der kommenden Jahre
und erschwert damit den Haushaltsausgleich. Politik und Verwaltung müssen durch eine
solide Sparpolitik versuchen, alles zu tun, damit die Ergebnissituation verbessert wird und
der geplante Vermögensverzehr nicht in dem Maße stattfindet, wie dies in der mittelfristigen
Ergebnisplanung vorgesehen ist. Nur so kann ein übermäßiger Vermögensverzehr gestoppt
werden.
Risiko bleibt natürlich die weitere Steigerung von Aufwendungen, entweder durch die weitere
Erhöhung der Kreisumlagen oder durch die steigenden Energiepreise (für Gas, Strom, usw.).
So stieg der Umlagesatz der Kreisumlage von 37,50 % im Jahr 2009 auf zunächst 40,83 %
im Jahre 2010, und dann im Jahre 2011 auf seine derzeitige Höhe von 48,18 %. Unter Berücksichtigung der zu erwartenden Entwicklung kann mittelfristig mit steigenden Umlagegrundlagen und somit steigenden Ausgabeansätzen gerechnet werden.
Da der überwiegende Teil der gemeindlichen Kredite aus Krediten zur Liquiditätssicherung
besteht, ergibt sich hier ein erhebliches Risiko für den Fall, dass die Zinsen wieder ansteigen
sollten. Da sich aus der Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes in den kommenden Jahren stetig Jahresfehlbeträge ergeben, wurde die Kreditermächtigung im Jahre 2012
auf 25.000.000 € angehoben.
Einem möglichen Absinken der Einnahmen, was u.a. durch eine Abwanderung von Gewerbebetrieben eintreten könnte, versucht die Gemeinde gezielt entgegenzuwirken. Durch die
Erschließung eines neuen Gewerbegebietes soll ein weiterer Anreiz zur Ansiedlung von Gewerbe geschaffen werden.
Ferner besteht das Risiko, dass die Entwicklungsgesellschaft Langerwehe mbH, an der die
Gemeinde nunmehr zu 100% beteiligt ist, die zur Vermarktung und zur Veräußerung stehenden Baugrundstücke nicht bzw. nicht in absehbarer Zeit und zum erwarteten Verkaufspreis
veräußern kann, und somit weitere Gesellschafterbeiträge notwendig wären, was zu einer
weiteren finanziellen Belastung für die Gemeinde führen würde.
Durch die Übergabe der Vermarktung in professionelle Hände sowie der Erholung des Immobilienmarktes ist hier jedoch eine positive Entwicklung zu verzeichnen.
Für die Gemeinde Langerwehe wird bereits seit 1994 ein Haushaltssicherungskonzept erstellt. Dies bedeutet seit vielen Jahren einen strikten Sparkurs, der sowohl bei den Personalkosten durch Erstellung eines Personalkostenkonsolidierungskonzeptes als auch bei Reduzierung der freiwilligen Ausgaben eingehalten wird.
12
Lagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde Langerwehe zum 31.12.2009
Der Hebesatz der Gewerbesteuer liegt bezogen auf den Kreis Düren im oberen Bereich,
und, wie von der Gemeindeprüfungsanstalt festgestellt, über den Hebesätzen von Kommunen gleicher Größenklasse. Gleichwohl besteht hier sowie beim Hebesatz der Grundsteuer
durch eine Anhebung noch Potential zur Einnahmeverbesserung. Eine Anhebung der
Grundsteuer B auf 413 v.H. erfolgte für das Haushaltsjahr 2013.
Aus Mitteln des Konjunkturpakets konnten energetische Maßnahmen bei zahlreichen gemeindlichen Gebäuden wie Schulen, Sporthalle usw. durchgeführt werden, die zukünftig zu
einer Senkung der Energiekosten führen sollen.
Aufgrund der seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden Pflicht zur Erstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes ist der Handlungsspielraum der Gemeinde stark eingeschränkt
durch die Genehmigungspflicht durch die Kommunalaufsicht. Zwar konnte im Jahre 2012 ein
genehmigungsfähiger Haushalt vorgelegt werden, gleichwohl darf vom eingeschlagenen
Sparkurs nicht abgewichen werden, um so den Haushaltsausgleich nicht zu gefährden.
Vom Sparkurs ist insbesondere auch der Bereich der freiwilligen Leistungen betroffen, die
seit mehreren Jahren in verschiedenen Bereichen, z.B. bei den Zuschüssen für Vereine sowie bei Jubiläen von Bürgern, gekürzt wurden und durch die Kommunalaufsicht auf eine bestimmte Höhe festgeschrieben werden. So wurden aufgrund des Haushaltssicherungskonzeptes Benutzungsgebühren für die Sporthallen und sonstige durch die Vereine genutzten
Gebäude eingeführt.
Ferner ist die Gemeinde verpflichtet, ein Personalkostenkonsolidierungskonzept zu erstellen,
wonach die Personalkosten gedeckelt werden und zu diesem Zweck Stellen entweder nur
mit einer niedriger eingestuften Kraft oder gar nicht wiederbesetzt werden dürfen.
Nach den Ergebnis- und Finanzplanungen ist weiterhin mit Defiziten des Haushalts zu rechnen. Die Landesregierung hat die Möglichkeit eröffnet Möglichkeit, auch dann eine Genehmigung des Haushaltssicherungskonzeptes zu erhalten, wenn der perspektivische Haushaltsausgleich innerhalb von 10 Jahren dargestellt werden kann. Dies hat die Gemeinde bei der
Haushaltsplanung 2012 erreichen können.
Die Gemeinde Langerwehe wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die Gesamtsituation zu verbessern, damit dieses Ziel – wie im Jahre 2012 - erreicht werden kann.
Anlage:
Angaben zum Bürgermeister und zu den Ratsmitgliedern nach
§ 95 Abs. 2 GO NW
Langerwehe, den 24. Januar 2013
aufgestellt:
bestätigt:
___________________
Kämmerer
___________________
Bürgermeister
13