Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
117 kB
Datum
06.09.2012
Erstellt
03.09.12, 14:17
Aktualisiert
03.09.12, 14:17
Stichworte
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GEMEINDE NETTERSHEIM
DER BÜRGERMEISTER
FB I
Vorlage 758 /IX.L. Z.1
Datum: 31.08.2012
An den
Ausschuss für Schule, Familie, Jugend, Soziales und Sport
Sitzungstag:
06.09.2012
Gemeinderat
Sitzungstag:
06.09.2012
zur Beratung in öffentlicher Sitzung
Bezeichnung des Tagesordnungspunktes:
Abstimmung der Schulentwicklungsplanung mit den benachbarten öffentlichen und
privaten Schulträgern
hier: Abwägungsvorschlag zu den vorliegenden Stellungnahmen
Die Vorlage berührt nicht den Etat des lfd. Haushaltsjahres.
Die Vorlage berührt den Etat auf der Ertrags- und/oder Einzahlungsseite.
Die Vorlage berührt den Etat auf der Aufwands- und /oder Auszahlungsseite
Mittel stehen haushaltsrechtlich zur Verfügung.
Mittel sollen über-/außerplanmäßig bereitgestellt werden
Deckungsvorschlag:
Es entstehen Folgekosten – siehe anliegende Folgekostenberechnung.
Anlagen:
Ja Stellungnahmen der benachbarten Schulträger
Nein
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Beschlussvorschlag:
Folgende Stellungnahme wird vom Rat beschlossen:
Stellungnahme zu den Eingaben der benachbarten Schulträger zur
Gründung einer Gesamtschule Blankenheim/Nettersheim
1. Allgemeines
Nach § 78 Abs. 1 und 4 Schulgesetz NRW sind die Gemeinden gemeinsam mit dem
Land für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Schulen verantwortlich. Gemeinden und Land NRW sind verpflichtet, Schulen zu errichten und fortzuführen,
wenn in ihrem Gebiet ein Bedürfnis dafür besteht und die Mindestgröße gewährleistet ist. Ein Bedürfnis besteht demnach, wenn die Schule im Rahmen der Schulentwicklungsplanung erforderlich ist, damit das Bildungsangebot der Schulform in zumutbarer Entfernung wahrgenommen werden kann. Die Verpflichtung des Landes
und der Kommunen besteht nicht, soweit und solange andere öffentliche und private
Schulträger das Schulbedürfnis durch einen geordneten Schulbetrieb erfüllen.
Die Hauptschulen in Blankenheim und Nettersheim können nur noch mit Ausnahmegenehmigungen betrieben werden. Die Realschule in Blankenheim wird mittelfristig
Probleme bekommen, ausreichend Schüler zu erhalten. In der Gemeinde Dahlem
hat die Hauptschule schon vor geraumer Zeit ihre Pforten geschlossen. In Hellenthal
ist es fraglich, ob die Hauptschule dort weiterhin Bestand haben wird. Es ist von daher abzusehen, dass es im Südkreis des Kreises Euskirchen demnächst keine weiterführende Schule mehr geben wird. Die nächsten Hauptschulen sind sodann in
Mechernich, Schleiden, Kall und Bad Münstereifel. Vor diesem Hintergrund haben
die Gemeinden Blankenheim und Nettersheim beschlossen, das schulische Angebot
in der Region auf „verlässliche Beine“ zu stellen. Es kann und darf nicht sein, dass
es in der hiesigen Region keine weiterführende Schule mehr gibt.
Der Wettbewerb der Schulen und Schulformen ist in NRW gewollt und gesetzlich
verbrieft. Veränderungs- und Anpassungsbereitschaften müssen alle Schulen und
Träger aufbringen, denn Gymnasien allein decken den Bedarf nach weiterführenden
Schulen im Südkreis nicht ab. Das gilt auch für die Region Blanken-
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heim/Nettersheim/Dahlem. Ohne Veränderungs- und Anpassungsbereitschaft fürchten die Schulträger Blankenheim/Nettersheim, dass die vorhandene Sekundarlandschaft zusammenbricht. Dieses Interesse müssen die Kommunen den Bedürfnissen anderer Kommunen vorordnen. Dies gilt erst recht, wenn in kleinen Kommunen wie Schleiden oder Bad Münstereifel die Schulform des Gymnasiums sogar zwei
Mal abgedeckt ist.
Außerdem ist der Wettbewerb auch ein wesentliches Kriterium einer Schullandschaft
- vor allem der mit einem gegliederten Schulsystem. Weniger gegliederte Systeme,
wie die der Sekundarschule und Gesamtschule, müssen den Schulträgern alternativ
möglich sein.
Es sind mit Sicherheit vor allem die Demografie und der Wettbewerb von Gymnasien
in einer Region wie im südlichen Eifelkreis, die die Schulträger besorgt machen. Das
gilt auch für die Überlegungen der Region Blankenheim/Nettersheim! Diese Region
kann ihre Interessen in einer Situation erheblicher Veränderungen nicht den Bedürfnissen anderer Träger unterordnen. Denn dann dürfte die Region noch nicht einmal
eine Sekundarschule gründen, weil auch diese mit gymnasialen Standards auf den
Besuch einer gymnasialen Oberstufe vorbereiten muss. Damit wäre die Selbstaufgabe
von
Schulträgern
verbunden,
die
nicht
Ziel
der
Region
Blankenheim/Nettersheim/Dahlem sein kann.
Es ist verständlich, aber nicht gerechtfertigt, dass ein privates Gymnasium mit einer
eigenen inhaltlichen Ausrichtung und Abdeckung von elterlichen Interessen für die
Bildung ihrer Kinder gegen eine öffentliche Gesamtschule in der Nachbarschaft Einwände erhebt. Das Besondere von privaten Schulen wird von diesen in der Regel
ausführlich beschrieben. Das Besondere einer öffentlichen Gesamtschule möchten
die Kommunen Blankenheim/Nettersheim zur Entfaltung bringen.
Dass private Träger öffentliche Träger in ihrer Entwicklung hemmen wollen, geschieht in der Schullandschaft relativ selten. Private Träger müssen sich ihrem
"Markt" stellen und die öffentlichen dem ihren.
Von den Gemeinden wurde die Schulform der Gesamtschule ausgewählt, weil die
Meinung vorherrscht, dass für diese Schulform ein Bedürfnis besteht. Die nächste
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Gesamtschule ist in Weilerswist. Diese Schule ist hoffnungslos überlaufen. Sofern
die Gesamtschule in Blankenheim und Nettersheim zum Tragen kommt, können
auch
Schüler,
die
dort
keine
Aufnahme
finden,
evtl.
die
Gesamtschule
Blankenheim/Nettersheim besuchen. Es wäre insoweit nicht nur ein Gewinn für die
Region des Südkreises, sondern für den gesamten Kreis Euskirchen.
Der Schulentwicklungsplan kommt auf der Seite 88 zu dem Ergebnis, dass eine
fünfzügige Gesamtschule noch Anmeldeüberhänge haben wird. Vor dem Hintergrund der demografischen Probleme sollte die neue Schule nur eine 4zügigkeit aufweisen. Dies auch mit Rücksicht auf die benachbarten Schulträger.
Zu den Bemerkungen der benachbarten Schulträger im Einzelnen:
Stadt Schleiden
Die Stellungnahme der Stadt:
„Die Überlegungen und Bestrebungen der Kommunen Blankenheim und Nettersheim
zur Gründung einer Gesamtschule tragen einer qualitativen und zukunftsorientierten
Schulentwicklung im Bereich der Südkreiskommunen im Hinblick auf den demografischen Wandel und den damit verbundenen zurückgehenden Schülerzahlen in keiner
Weise Rechnung. Aus Sicht der Stadt Schleiden bestehen daher erhebliche Bedenken gegen die Gründung einer Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim. Stattdessen wird eine gemeinsame zukunftsfähige Schulentwicklungsplanung im Kreis Euskirchen zumindest im Südkreis mit allen Kommunen angestrebt.“
Die gemeinsame Schulentwicklungsplanung im Südkreis (Blankenheim, Nettersheim,
Dahlem, Schleiden, Hellenthal und Kall) ist in mehreren Runden gestartet – damals
noch mit der Moderation des Regierungspräsidenten Lindlar. Leider ist der Versuch
gescheitert, da jede Kommune zunächst einmal den Fokus auf sich selbst hatte und
keine Kommune eine Schule abgeben wollte – was auch verständlich ist. Man hat
sich dann einvernehmlich getrennt mit dem Hinweis, regional weiter zusammen zu
arbeiten. In Sachen Schulen konnten sich Hellenthal, Schleiden und Kall leider nicht
einigen. Hellenthal und Schleiden sind noch ohne vereinbarte Entwicklungsperspektive; Kall strebt derzeit eine Zusammenarbeit mit der Stadt Mechernich an.
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Blankenheim, Nettersheim und Dahlem verfolgen für ihren Bereich das gleiche Ziel.
Einen gescheiterten Versuch der interkommunalen Zusammenarbeit von sechs
Kommunen erneut zu starten, wird allgemein als nicht zielführend betrachtet.
Der Hinweis auf den demografischen Wandel ist so nicht zielführend. Das Weniger
an Bevölkerung führt zwangsläufig neben geschlossenen Geschäften, geschlossenen Gaststätten, Konkurs gehenden Vereinen und schließenden Kirchen auch dazu,
dass Bildungseinrichtungen sich auf das veränderte Nachfragepotenzial einstellen
müssen. Kindergärten und Schulen müssen schließen – wobei Kindergärten durch
die Ausweitung auf die U-3-Betreuung im Bestand gesichert werden. Diese Entwicklung bedeutet – auch ohne Gesamtschule – ein Schließen von Gymnasien, da in
nicht allzu ferner Zukunft die Kinder einfach nicht da sind, die all diese Einrichtungen
besuchen können. Wenn eine Gesamtschule in Blankenheim/Nettersheim diese
Entwicklung stoppen könnte, hätte die Stadt Schleiden Recht. Aber auch ohne diese
Gesamtschule mit nur 100 Kindern pro Jahrgang müssen Gymnasien schließen. Ob
es ein Gymnasium in Schleiden sein wird, lässt sich heute nicht voraussagen. Es
werden auf jeden Fall Gymnasien übrig bleiben. Letztlich bedeutet eine Gesamtschule für die Stadt Schleiden aber auch ein Zugewinn, denn Kinder aus dem Stadtgebiet bräuchten nicht den langen Weg nach Weilerswist zu nehmen. Sie hätten
vielmehr in akzeptabler Entfernung ein neues gutes Schulangebot.
Nach den Berechnungen des Schulentwicklungsplans entfielen auf Schleiden 13
Schüler pro Jahrgang weniger – bei zwei Gymnasien.
Die Stadt stellt in Abrede, dass es sich um eine qualitative Schulentwicklung handelt.
Aber gerade das ist es. Zur bestehenden Schullandschaft wird eine Schulform hinzugefügt, die fehlt – siehe oben! Insoweit wird die Qualität des schulischen Angebots
im Südkreis verbessert.
Dass eine Gesamtschule in Blankenheim und Nettersheim nicht zukunftsorientiert
sei, ist ebenso falsch. Gerade eine Erweiterung des Schulangebotes ist zukunftsorientiert und erbringt einen nachhaltigen Attraktivitätsgewinn für die Region, was dringend notwendig ist.
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Werke der Salvatorianer
Zu 1.und 2.: 46,5 % der Gesamtschülerzahl oder 362 Schüler aus den drei Kommunen und Auswirkungen auf die Schullandschaft
Die demografische Entwicklung wird – wie oben bereits dargelegt – alle Schulen treffen. Das gilt auch für das Gymnasium in Steinfeld. Auch ohne Gesamtschule wird es
Veränderungen in der Schullandschaft geben, die schmerzlich sind oder auch dazu
führen werden, dass zukünftig ein großer Kostenblock beim Schulträger entfällt. Es
ist kaum damit zu rechnen, dass die beabsichtigte Gesamtschule das Gymnasium in
Steinfeld nachhaltig negativ treffen wird. Nicht alle 100 Kinder der Gesamtschule
fehlen dem Gymnasium.
Vielmehr werden die Kinder aus den Gemeinden Blankenheim/Nettersheim/Dahlem
die Gesamtschule besuchen, da die Hauptschulen in Blankenheim und Nettersheim
keine weitere Ausnahmegenehmigung erhalten werden. Gleiches gilt für die Realschule. Hier entsteht im ersten Schritt überhaupt die Gesamtschule. Zudem hat die
Befragung der Eltern gezeigt: Nicht jeder steht einer Gesamtschule positiv gegenüber. Zahlreiche Eltern vertreten nach wie vor die Auffassung, dass ihre Kinder aufs
Gymnasium gehören – und nicht in eine Gesamtschule. Dass auch das ein oder andere Kind mit gymnasialer Empfehlung die Gesamtschule besuchen wird, steht außer Frage. Diese Anzahl von Kindern für sich betrachtet wird jedoch keine benachbarte Schule zur Schließung zwingen. Das dürfte beim Studium der Zahlen auch
deutlich werden. Letztlich kommt der Schulentwicklungsplan auf 11 Kinder, die weniger nach Steinfeld zum Gymnasium gingen. Ob dies allerdings zutrifft, ist eher fraglich, da die Salvatorianer beliebt sind und dieser Rückgang wohl eher nicht eintritt.
Zu 3. – 5.: Zurückgehende Schülerzahlen
Die Salvatorianer belegen mit ihren Argumenten sehr plastisch, wie die zurückgehenden Schülerzahlen das Gymnasium in Steinfeld treffen werden. Wie auch richtig
in der Stellungnahme erwähnt wird, geschieht dies auch ohne Gesamtschule. Es
könnte passieren, dass die neue Gesamtschule den Salvatorianern geringe Schülerzahlen streitig macht – an der mittelfristigen Entwicklung mit Auswirkungen auf die
Schülerzahlen aller Schulen wird dies nichts ändern. Der Hinweis auf die Realschule
greift nicht, da die Gemeinde Blankenheim nicht damit rechnet, dass die Realschule
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in fünf oder sechs Jahren noch existent sein wird. Diese Meinung wird auch vom
derzeitigen Schulleiter geteilt. Der Wegfall der Realschule trifft dann – auch ohne
Gesamtschule – das Gymnasium zusätzlich.
Die zurückgehenden Schülerzahlen in den letzten beiden Jahren (von 97 auf 90 und
von 89 auf 78) zeigen die Entwicklung, die auch ohne eine Gesamtschule eintritt. Die
aktuellen
Zahlen
müssen
Gründe
haben,
die
sich
aus
der
Region
Blankenheim/Nettersheim nicht erschließen.
Zu 6.: Lehrerüberhang
Die Prognose, dass kein Lehrerüberhang am Hermann-Josef-Kolleg entsteht, ist
nicht belegbar. Denn letztlich weiß niemand, wie viele Kinder sich in Steinfeld anmelden. Es wird die These aufgestellt, die Rückgänge im Rahmen des demografischen Wandels seien so gerade noch beherrschbar. Was geschieht, wenn die Lehrerüberhänge nicht mehr beherrschbar sein sollten? Ein Lehrerüberhang dürfte jährlich mit 50.000 € zu Buche schlagen. Dieser Betrag wäre dann von den Salvatorianern alleine zu tragen. Das dürfte schwierig werden. Die Schule wird dann von heute
auf morgen womöglich geschlossen. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die
durch die Gesamtschule angeblich wegbleibenden Schüler und die zurückgehenden
Schülerzahlen keine Schule in der Nachbarschaft in ihrem Bestand gefährden werden. Dies wird durch die demografischen Effekte geschehen.
Zu. 7.: Wettbewerb
Wenn Schüler die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen Schulen zu wählen,
entsteht Wettbewerb. Das hat nichts mit einer neuen Gesamtschule zu tun. Die bestehenden Schulen kämpfen heute schon um jeden Schüler, was auch verständlich
ist. Letztlich „belebt Wettbewerb das Geschäft“ – und dieses „Geschäft“ des Besser
seins als andere kommt den Kindern aus der Region zugute. Insofern bewirkt Wettbewerb etwas Positives. Eine Gesamtschule Blankenheim/Nettersheim tritt mit in
diesen Wettbewerb ein. Hier hat jedoch die Elternbefragung eines deutlich gemacht:
Zahlreiche Eltern sehen ihr Kind auf einem Gymnasium und auf keinen Fall auf einer
Gesamtschule das Abitur machen. Insofern kommt eine Gesamtschule in diesen
Fällen gar nicht mit in den Wettbewerb, sondern scheidet schon vorher aus. Die
Gymnasien unter sich treten hier auch in Zukunft in den Wettbewerb untereinander.
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Es findet hier auch Wettbewerb unter Gymnasien statt, die zwei Mal in einer Kommune (Schleiden und Bad Münstereifel) vertreten sind.
Zur Zusammenfassung:
„… würden mit Sicherheit den Bestand gefährden …“ – Es wird im Konjunktiv eine
Prognose aufgestellt, die nicht belegt ist. Die Zahlen in der Region sagen eindeutig,
dass Gymnasien in dieser Anzahl nicht mehr haltbar sein werden und Einrichtungen
schließen müssen. Die Besten – siehe Stichwort Wettbewerb – werden es schaffen.
Bischöfliches Generalvikariat
Das Generalvikariat weist darauf hin, dass Überkapazitäten in der gymnasialen
Oberstufe entstehen würden, wenn eine Gesamtschule Blankenheim/Nettersheim
errichtet würde. Dies trifft die Realität nur bedingt. Durch den demografischen Wandel wird in der Region ein Überangebot an Schulen entstehen. Dies trifft alle Bereiche. Die Einrichtungen, die letztlich übrig bleiben, werden ausreichend Kinder haben
und so den Bedarf abdecken. Die Gesamtschule gibt hier ein Angebot für die Klassen von 5 – 13. Es sei nochmal darauf hingewiesen, dass die Hauptschulen in
Blankenheim und Nettersheim nächstes Jahr nicht mehr einschulen werden, weil es
keine erneute Ausnahmegenehmigung mehr geben wird. Es stellt sich dann die Frage, wo diese Kinder zur Schule gehen werden. Zudem ist die Zukunft der Realschule
in Blankenheim nicht gesichert. Von daher kommen die Kommunen ihrer Verpflichtung nach, ein Schulangebot im Südkreis vorzuhalten. Erschwerend kommt so oder
so hinzu, dass voraussichtlich zwei Gymnasien ohnehin – auch ohne Gesamtschule
– schließen werden.
Erzbistum Köln
Zu 1.: 9,9 % der Schülerschaft
Das Erzbistum macht deutlich, dass eine Gesamtschule das St.-Angela-Gymnasium
nicht wirklich berühren wird. Wie oben bereits erwähnt, stehen die Gymnasien zum
einen im Wettbewerb und zum anderen werden Eltern ihre Kinder weiter zum Gym-
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nasium aus Überzeugung schicken. Hier kann eine Gesamtschule den bestehenden
Einrichtungen nicht wirklich viel „anhaben“. Wenn also wirklich der Anteil der Schüler
aus Blankenheim und Nettersheim von 9,9 auf vielleicht 7 oder 7,5 % sinken sollte,
dann ist der Bestand der Einrichtung nicht in Gefahr. Im vergangenen Jahr besuchten 92 Kinder die fünfte Klasse des Gymnasiums. Im Jahr zuvor waren es 77 Kinder.
Der Schulentwicklungsplan geht davon aus, dass insgesamt sieben Kinder weniger
nach Bad Münstereifel in die beiden Gymnasien gehen werden.
Zu 2.: Schulentwicklungsplan
Der Schulentwicklungsplan stellt Prognosen aufgrund von Erfahrungswerten auf und
gibt eine Richtschnur vor, wie es denn sein könnte. Dass er nicht alle Auswirkungen
bis ins kleinste Detail darstellen kann, liegt in der Natur der Sache.
Zu 3. a):Gefährdung vorhandener Schulen und kein Bedarf
Dass vorhandene Schulen gefährdet sind, ergibt sich aus den demografischen Veränderungen in der hiesigen Region – siehe oben. Es sei auch an dieser Stelle der
Hinweis erlaubt, dass die Kinder aus Blankenheim, Nettersheim und Dahlem derzeit
neben den
- (auslaufenden) Hauptschulen in Blankenheim und Nettersheim
- noch die Realschulen in Blankenheim und Schleiden,
- die beiden Gymnasien in Schleiden
- sowie die beiden Gymnasien in Bad Münstereifel und
- das Gymnasium in Steinfeld
- sowie vereinzelt auch das Gymnasium in Mechernich und
- die Gesamtschule in Weilerswist und
- auch noch Schulen im benachbarten Rheinland-Pfalz besuchen.
Wenn die geplante hiesige Gesamtschule mit einem Potenzial von 100 Schülern all
diese Schulen in ihrem Bestand gefährden würde, wären die Einwände zu berücksichtigen. Wenn jedoch jede benachbarte Schule in kleinen Teilen Schüler abgeben
müsste – wenn überhaupt – dann wird dies keine Schule in ihrem Bestand gefährden. Die Gefahr für die Einrichtungen sind und bleiben die zurückgehenden Bevölke-
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rungszahlen und damit einhergehend die zurückgehenden Schülerzahlen in den
Schulen.
Der Bedarf an einer Gesamtschule in der Region wurde oben schon aufgezeigt.
Blankenheim, Nettersheim und auch Dahlem verfügen demnächst nicht mehr über
weiterführende Schulen. Hier sehen sich Blankenheim und Nettersheim in der Pflicht
und Dahlem und auch Hellenthal stimmen diesem Ansinnen zu. Hinzu kommt der
Bedarf an einer Gesamtschule in der Region. Wie bereits erwähnt, kann die Gesamtschule in Weilerswist nur die Hälfte der Anmeldungen berücksichtigen, die bei
ihr eingehen. Insoweit besteht in der Region Bedarf auch aus dieser Sicht an einer
derartigen Einrichtung.
Es sei auch noch darauf hingewiesen, dass die Zugänge einer Gesamtschule und
eines Gymnasiums nur teilweise überschneidend sind – und nicht zwingend im gymnasialen Bereich, weil ein privates Angebot eine besondere Ausstrahlung hat bzw.
haben muss.
Zu 3. b): Schülerrückgang und Stellenüberhänge
Zu beiden Punkten wurde bereits ausführlich Stellung genommen: Schülerrückgänge
wird es kaum merklich geben und Stellenüberhänge werden so oder so entstehen.
Zu 3. c): Wettbewerb
Auch hierzu wurde oben bereits Stellung bezogen. Letztlich werden sich die qualitativ guten Gymnasien durchsetzen – auch ohne Gesamtschule.
Zu 4.: Bestandsgefährdung
Es sei nochmals wiederholt: Es wird aufgrund der Errichtung einer Gesamtschule in
Blankenheim/Nettersheim zu keiner Bestandsgefährdung irgendeiner Schule kommen – Argumente siehe oben. Was allen Schulen zu schaffen machen wird ist der
demografische Wandel.
Fazit
1.
Es besteht ein Bedarf für eine Gesamtschule in der Region. Alle in der Region
werden von der Schulform profitieren.
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2.
Dahlem hat keine weiterführende Schule mehr. Die Hauptschulen in
Blankenheim und Nettersheim werden geschlossen. Die Realschule in
Blankenheim ist nicht gesichert. Die Kommunen sind zum Handeln verpflichtet.
Man kann Blankenheim und Nettersheim nicht „sehenden Auges“ zumuten,
dass die dortige Sekundarlandschaft zusammenbricht.
3.
Keine Schule in der Nachbarschaft wird in ihrem Bestand gefährdet. Im ersten
Schritt müssen 100 Kinder aus Blankenheim, Nettersheim und Dahlem sich an
der Schule anmelden – dann geht die Schule an den Start. Neben den dann
nicht mehr vorhandenen Schulen in Blankenheim und Nettersheim sind hiervon
folgende Schulen betroffen:
- Realschule Schleiden
- 2 Gymnasien in Schleiden
- 2 Gymnasien in Bad Münstereifel
- Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld
- Schulangebot in Mechernich
- Gesamtschule Weilerswist
- Schulen in Rheinland-Pfalz
Dies sind mehr als acht Schulen benachbarter Schulträger, auf die sich die
Auswirkungen verteilen!
4.
„Die Demografie geißelt die Eifel“ – auch die Bildungseinrichtungen müssen
sich darauf einstellen. Haupt-, Realschulen und Gymnasien werden schließen.
Ein erweitertes Schulangebot macht die Region attraktiver.
Deshalb sollen die benachbarten Schulträger nochmals eindringlich gebeten werden,
dem Vorhaben der Gemeinden Blankenheim und Nettersheim zuzustimmen und eine neue für die Region wichtige Bildungseinrichtung zu unterstützen.
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Begründung:
Nach den bestehenden schulrechtlichen Vorschriften sind die benachbarten Schulträger hinsichtlich der Gründung einer Gesamtschule Blankenheim/Nettersheim zu
beteiligen. Die Kommunen von Mechernich und Kall haben mit Schreiben vom
03.07.2012 und 06.07.2012 weiteren Beratungsbedarf für ihre Kommunen angemeldet. Aus der aktuellen Presse war zwischenzeitlich zu entnehmen, dass der Rat der
Gemeinde Kall in seiner Sitzung am 28.08.2012 beschlossen hat, keine Bedenken
gegenüber der Schulentwicklungsplanung der Gemeinden Blankenheim, Dahlem
und Nettersheim zu erheben.
Die Gemeinde Hellenthal hat mit Schreiben vom 25.06.2012 mitgeteilt, dass der Rat
die Planungen zustimmend zur Kenntnis genommen hat. Die Gemeinde Dahlem hat
mit Schreiben vom 10.07.2012 mitgeteilt, dass keine Bedenken bestehen. Die Stadt
Bad Münstereifel hat mündlich die Kommunen darüber informiert, dass keine schriftliche Stellungnahme abgegeben wird.
Bedenken haben folgende Schulträger geäußert:
- Erzbistum Köln (St. Angela Gymnasium Bad Münstereifel)
- Salvatorianer Kloster Steinfeld (Hermann-Josef-Kolleg)
- Bischöfliches Generalvikariat Aachen (Clara-Fey-Gymnasium Schleiden)
- Stadt Schleiden (Städtisches Gymnasium Schleiden)
Mit den vorgetragenen Bedenken wurde sich inhaltlich auseinandergesetzt. Dem
Gemeinderat wird empfohlen, die erarbeitete Stellungnahme insgesamt als Abwägungsbeschluss zu den vorgetragenden Bedenken der einzelnen Schulträger zu fassen.
Unter gebotener Wertschätzung der benachbarten Schulträger wurde diesen aufgrund der geäußerten Bedenken einzeln entsprechende Besprechungstermine eingeräumt. Die einzelnen Schulträger wurden für Dienstag, 28.08.2012 und Mittwoch,
29.08.2012, entsprechend eingeladen.
Das bischöfliche Generalvikariat Aachen sowie die Stadt Schleiden haben diesen
eingeräumten Besprechungstermin nicht wahrgenommen.
Am Mittwoch, 29.08.2012, fanden die terminierten Gespräche mit den Vertretern der
Salvatorianer des Kloster Steinfelds sowie den Vertretern des Erzbistums Köln statt.
Bei beiden Terminen waren neben den Vertretern der Schulträger auch die jeweiligen Schulleitungen anwesend.
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In einem offenen Dialog wurden unter Berücksichtigung der notwendigen und angebrachten Fairness Sachargumente ausgetauscht und Standpunkte ausgetauscht.
In den anstehenden Sitzungen wird hierzu ergänzend berichtet.
Am Freitag, 31.08.2012, fand unter Beteiligung der Bürgermeister aus Blankenheim
und Nettersheim einerseits und den verantwortlichen Mitarbeitern der Bezirksregierung Köln ein Abstimmungsgespräch zur weiteren Vorgehensweise statt.
Im Gespräch wurde seitens der Bezirksregierung empfohlen, den Bedenkenträgern
ein zusätzliches Abstimmungsgespräch unter Moderation eines externen Fachmanns/ einer externen Fachfrau anzubieten. Dieses Gespräch sollte frühzeitig, spätestens bis ca. Mitte September, erfolgen. In den anstehenden Sitzungen von Fachausschuss und Gemeinderat werden hierzu ergänzende Erläuterungen vorgetragen.
Der Vorlage sind die eingegangenen Stellungnahmen der benachbarten Schulträger
als Anlage beigefügt.
gez. Pracht
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Bürgermeister