Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
583 kB
Datum
31.01.2012
Erstellt
27.01.12, 11:17
Aktualisiert
27.01.12, 11:17
Stichworte
Inhalt der Datei
Hintergrundinformationen zur Gründung des
Bündnisses
August 2011
erarbeitet von der Expertengruppe zur Gründung eines kommunalen
Bündnisses für biologische Vielfalt,
Mitglieder der Expertengruppe:
Arnt Becker (Stadt Bielefeld), Rüdiger Becker (Stadt Heidelberg), Dr. Antje
Brink (Stadt Hannover), Rita Budde (Stadt Bonn), Wolfgang Budig (Stadt
Augsburg), Harald Fritsche (Stadt Augsburg), Jochen Hildenbrand (Stadt
Nürtingen), Klaus Hoppe (Stadt Frankfurt am Main), Jürgen Leicher (Gemeinde
Ratekau), Christa Mehl-Rouschal (Stadt Frankfurt am Main), Hubert Müller
(Stadt Apolda), Michael Packschies (Stadt Eckernförde), Ulrich Schmersow
(Stadt Hannover), Torsten Wilke (Stadt Leipzig)
Der Diskussionsprozess wurde von der Deutschen Umwelthilfe e.V. und dem
Bundesamt für Naturschutz begleitet, unterstützt und moderiert
HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUR GRÜNDUNG EINES
KOMMUNALEN BÜNDNISSES FÜR BIOLOGISCHE VIELFALT
Hintergrund
Mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt hat die Bundesregierung im Jahr 2007 ein
umfassendes Konzept zum Schutz von Arten und Lebensräumen sowie der nachhaltigen Nutzung der
biologischen Vielfalt und der damit verbundenen Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität der
Menschen auch im Siedlungsbereich erarbeitet. Den Kommunen kommt darin eine herausragende
Bedeutung zu: Sie sind nicht nur diejenige politische Ebene, welche den Bürgerinnen und Bürgern am
nächsten steht und damit wesentlich dazu beitragen kann, das öffentliche Bewusstsein für die
Bedeutung der biologischen Vielfalt zu stärken. Städte und Gemeinden verfügen in vielen Bereichen
auch über die entsprechenden Kompetenzen, um selbst konkrete Maßnahmen zum Erhalt der
biologischen Vielfalt umzusetzen.
Um die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen mit der Nationalen Strategie der
Bundesregierung vertraut zu machen und ihnen die Inhalte und die Bedeutung für die kommunale
Ebene zu verdeutlichen, hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) im Februar 2010 zum Dialogforum „Biologische Vielfalt in Kommunen“
eingeladen. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Kommunen sowie der Deutsche
Städtetag und der Deutsche Städte und Gemeindebund haben in diesem Zusammenhang über die
Umsetzung der Nationalen Strategie zu Biologischen Vielfalt diskutiert. Im Ergebnis des Dialogforums
wurde gemeinsam die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ erarbeitet, welche
mittlerweile von mehr als 200 Kommunen unterzeichnet wurde. Damit hat sich eine beachtliche Zahl
von Kommunen bereit erklärt, die Erhaltung der biologischen Vielfalt als Grundlage einer
nachhaltigen Stadt und Gemeindeentwicklung künftig verstärkt zu berücksichtigen. Die Deklaration
soll Städte und Gemeinden bundesweit dazu motivieren, Maßnahmen zum Schutz der biologischen
Vielfalt in den Bereichen Grün und Freiflächen im Siedlungsbereich, Arten und Biotopschutz,
Nachhaltige Nutzung sowie Bewusstseinsbildung und Kooperation zu realisieren. Darüber hinaus
sprechen sich die unterzeichnenden Kommunen mit der Deklaration dafür aus, sich in einem
kommunalen Bündnis für biologische Vielfalt zusammenzuschließen. Dieses Bündnis soll eine
Plattform für die interkommunale Zusammenarbeit bilden, die inhaltliche Arbeit in den Kommunen
unterstützen und kommunale Interessen und Bedürfnisse in politische Prozesse hinein vermitteln.
Stellvertretend für alle Deklarationskommunen hat im Nachgang des Dialogforums eine
Expertengruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertreter von 14 Kommunen aus ganz
Deutschland an der inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung eines solchen Bündnisses
gearbeitet. Die Mitglieder der Expertengruppe waren sich darin einig, dass die Inhalte der
Deklaration den naturschutzfachlichen Maßstab für das Bündnis markieren und dass die
Unterzeichnung der Deklaration Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Bündnis sein soll. Um eine
eigenständige Organisation zu schaffen, die von aktiven Gemeinden, Städten und Landkreisen
getragen wird, haben die beteiligten Kommunalvertreterinnen und vertreter zudem einen
gemeinnützigen Verein als Organisationsform vorgeschlagen. Im Juni / Juli 2011 hat die Deutsche
Umwelthilfe im Rahmen einer schriftlichen Umfrage allen Deklarationskommunen die Möglichkeit
eingeräumt, die von der Expertengruppe erarbeiteten Grundlagen des Bündnisses zu diskutieren.
Außerdem wurde in diesem Zusammenhang die Bereitschaft der Deklarationskommunen abgefragt,
einem kommunalen Bündnis in Form eines eingetragenen Vereins beizutreten. Aufgrund der
überwiegend positiven Rückmeldungen – sowohl was die konkrete Ausgestaltung des Vereins als
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HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUR GRÜNDUNG EINES
KOMMUNALEN BÜNDNISSES FÜR BIOLOGISCHE VIELFALT
auch das Beitrittsinteresse betrifft – soll das Bündnis in der von der Expertengruppe vorgeschlagenen
Art und Weise am 1. Februar 2012 im Rahmen eines zweitägigen Kommunalkongresses (1. / 2.
Februar) in Frankfurt am Main gegründet werden. Bislang haben bereits 65 Kommunen im Rahmen
einer Umfrage unter den Deklarationskommunen ihre Absicht erklärt, dem Verein als
Gründungsmitglied beizutreten.
Ziele und Aufgaben des Bündnisses
Wichtigstes Ziel des Bündnisses ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt.
Kommunen sind dabei besonders wichtige Partner, da ihr Handeln vor Ort für den Erhalt der
biologischen Vielfalt entscheidend ist. Sie repräsentieren die politische Ebene, die den Menschen am
nächsten steht. Sie spielen angesichts ihrer umfassenden Aufgaben in Planung, Verwaltung und
Politik und der damit verbundenen Entscheidung über den Umgang mit Natur und Landschaft vor Ort
eine wichtige Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt und haben die Verantwortung, das
öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der biologischen Vielfalt zu stärken. Darüber hinaus
führen Aktivitäten vor Ort zu konkreten Ergebnissen, die anderen Akteuren als Vorbild dienen und
wichtige Impulse auf höhere politische Ebenen senden können.
Vor diesem Hintergrund wurden folgende Ziele und Aufgaben für die Arbeit des Bündnisses
formuliert:
Informationsaustausch
Gegenseitige fachliche Unterstützung und Beratung; Vernetzung von Akteuren; Sammlung und
Herausgabe von BestPracticeBeispielen und Handlungsanleitungen; Internetplattform; Austausch
zwischen Wissenschaft und Praxis; Organisation von Workshops und Kongressen etc.
Öffentlichkeitsarbeit
Bekanntmachen des Themas biologische Vielfalt in der Öffentlichkeit und in der eigenen Verwaltung;
Engagement der aktiven Kommunen in der Öffentlichkeit lokal und überregional sichtbar machen;
Herausgabe von Broschüren; Konzeptionierung von Ausstellungen etc.
Politische Lobbyarbeit
Vertretung der Interessen der Kommunen gegenüber Bund, Ländern und der europäischen Ebene bei
der Entwicklung übergeordneter Rahmenbedingungen (Gesetzgebung, Fördertitel, Normen etc.);
Formulierung gemeinsamer Positionen und Stellungnahmen gegenüber Bund, Ländern und EU;
Herausgabe von Pressemitteilungen; Vertretung des Bündnisses bei nationalen und internationalen
Veranstaltungen etc.
Gemeinsame Umsetzungsprojekte
Initiierung von gemeinsamen Aktionen und Projekten, z. B. im Rahmen des Bundesprogramms
biologische Vielfalt; Koordination der Kooperationsprojekte; Initiierung von Forschungsprojekten,
Untersuchungen etc.
Die inhaltliche Arbeit des Bündnisses soll alle in der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“
genannten Themenschwerpunkte umfassen, soweit sie Kommunen betreffen und sich an den
Themenfeldern der Deklaration orientieren.
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HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUR GRÜNDUNG EINES
KOMMUNALEN BÜNDNISSES FÜR BIOLOGISCHE VIELFALT
Vorteile des Bündnisses für Ihre Kommune
Die positiven lokalen Aktivitäten werden in ihrer Bedeutung erfasst und wahrgenommen.
Vorbildliche Kommunen werden so national bekannt und ihr örtliches Engagement befruchtet
die überregionale Diskussion. Der überregionale Austausch stärkt die Aktivitäten vor Ort und
eröffnet die Möglichkeit, die eigenen Maßnahmen zu reflektieren und zu optimieren.
Das Bündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt“ bietet den Städten und Gemeinden die
Möglichkeit sich als Kommunen zu profilieren, die sich an Grundsätzen der Nachhaltigkeit
orientieren und positiv auf sich und ihre Maßnahmen aufmerksam machen. Gerade in Hinblick
auf die weichen Standortfaktoren und für Kommunen in Tourismusregionen kann der Erhalt der
biologischen Vielfalt, der auch ein Erhalt der landschaftlichen Vielfalt ist, ein wichtiges
Alleinstellungsmerkmal werden.
Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ bietet die Möglichkeit, relevante Fragen und
Diskussionspunkte gemeinsam auszutauschen, von der Erfahrung anderer Kommunen zu
profitieren sowie gemeinsame Projekte zur Umsetzung bestimmter Ziele zu initiieren.
Durch den Zusammenschluss in einem kommunalen Bündnis für biologische Vielfalt wird es
möglich, größere Unterstützungsleistungen bei Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt
zu akquirieren.
Durch die Zusammenarbeit von Städten und Gemeinden innerhalb des Bündnisses für
biologische Vielfalt werden Projekte zum Thema Biodiversität in Kommunen mit einem
gesteigerten medialen Interesse verfolgt.
Kommunen, die über kein eigenes Umwelt/Grünflächenamt verfügen, können durch das
Bündnis fachlich unterstützt werden und eigene Projekte zum Schutz der Biodiversität
durchführen.
Durch das gemeinsame Auftreten gewinnt die kommunale Sichtweise zusätzliches Gewicht in
Entscheidungsprozessen
übergeordneter
politischer
Ebenen.
Die
spezifischen
Rahmenbedingungen und Handlungsanforderungen zum Schutz der Biodiversität in den
Kommunen können vom Bündnis frühzeitig in die entsprechenden Prozesse eingebracht und mit
dem politischen Gewicht all seiner Mitgliederkommunen vertreten werden.
Die Städte und Gemeinden spielen bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen
Vielfalt eine entscheidende Rolle. Ihr Handeln vor Ort trägt wesentlich zum Erhalt der biologischen
Vielfalt bei. Das Bündnis soll die Kommunen darin unterstützen, den an sie gestellten Erwartungen
zum Schutze der Biodiversität gerecht zu werden und ihren diesbezüglichen Beitrag öffentlich zu
kommunizieren.
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HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUR GRÜNDUNG EINES
KOMMUNALEN BÜNDNISSES FÜR BIOLOGISCHE VIELFALT
Konkrete Unterstützungsleistungen durch die
Deutsche Umwelthilfe
Aufgrund einer Förderung mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit durch das BfN kann die DUH ab sofort und bis zum Juni 2014 die Etablierung eines
kommunalen Bündnisses für biologische Vielfalt im Rahmen eines entsprechenden Forschungs und
Entwicklungsvorhabens unterstützen. Bis 2014 sind folgende konkrete Unterstützungsleistungen für
das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ vorgesehen:
Kommunalkongress als Auftaktveranstaltung zum Zusammenschluss engagierter Kommunen zu
einem kommunalen Bündnis für biologische Vielfalt am 1. und 2. Februar 2012
Erfassung und Darstellung des allgemeinen Sachstands im Hinblick auf die fachlichen und
planerischen Handlungsgrundlagen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in den
Deklarationskommunen
Jährliche Workshops zu den Themenfeldern der Deklaration
Einrichtung einer Internetseite
Regelmäßige Newsletter für die Kommunen
Erstellung von Umfragen und Synopsen zu Themen, die für die Kommunen wichtig sind
Sammlung und Darstellung von BestPracticeBeispielen für die Kommunen
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