Daten
Kommune
Brühl
Größe
39 kB
Datum
12.12.2016
Erstellt
22.11.16, 15:03
Aktualisiert
22.11.16, 15:03
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Satzung der Stadt Brühl über die Erhebung einer Steuer auf
Vergnügungen sexueller Art vom
Aufgrund der §§ 7 und 41 Abs. 1 Buchstabe f) der Gemeindeordnung für das Land
Nordrhein-Westfalen (GO NRW) vom 14.07.1994 (GV.NRW.S.666) und § 2 des
Kommunalabgabengesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (KAG) vom
21.10.1969 (GV.NRW.S.712) in der jeweils derzeit geltenden Fassung hat der Rat
der Stadt Brühl in seiner Sitzung vom …nachstehende Satzung beschlossen:
§1
Allgemeines
Die Stadt Brühl erhebt eine Vergnügungssteuer als örtliche Aufwandssteuer nach
Maßgabe der in § 2 im Einzelnen aufgeführten Besteuerungstatbestände.
§2
Steuergegenstand
Der Besteuerung unterliegen die im Stadtgebiet veranstalteten nachfolgend
genannten Vergnügungen/Veranstaltungen:
1. Striptease, Peepshows und Tabledances sowie Darbietungen ähnlicher Art;
2. Vorführungen von pornographischen und ähnlichen Filmen oder Bildern – auch in
Kabinen3.Die gezielte Einräumung der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen in Bars,
Sauna-, FKK- und Swingerclubs sowie ähnlichen Einrichtungen;
4.Das Angebot sexueller Handlungen gegen Entgelt außerhalb der in Nr. 3
genannten
Einrichtungen,
zum
Beispiel
in
Beherbergungsbetrieben,
Privatwohnungen, Wohnwagen und Kraftfahrzeugen oder an sonstigen Orten;
5.Sex- und Erotikmessen.
§3
Steuerschuldner
(1) Steuerschuldner ist der jeweilige Unternehmer oder Veranstalter.
(2) Als Unternehmer/Mitunternehmer einer Veranstaltung gilt auch der Inhaber der
Räumlichkeiten oder Grundstücke, in oder auf denen die Veranstaltung stattfindet,
sofern dieser im Rahmen der Veranstaltung Speisen oder Getränke verkauft oder an
den Einnahmen oder dem Ertrag aus der Veranstaltung beteiligt ist.
(3) Personen, die nebeneinander die Steuer schulden, sind Gesamtschuldner.
§4
Besteuerungsmaßstab
(1) Für Veranstaltungen nach § 2 Nr. 1, 3 und 5 wird die Steuer nach der Größe der
Veranstaltungsfläche erhoben. Als Veranstaltungsfläche gelten alle für das Publikum
zugänglichen Flächen mit Ausnahme der Toiletten- und Garderobenräume.
(2) Die Steuer beträgt bei Veranstaltungen nach § 2 Nr. 1, 3 und 5 für jede
angefangene zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche 3,00 € pro Veranstaltungstag.
(3) Endet eine Veranstaltung erst am Folgetag, wird für die Berechnung nur ein
Veranstaltungstag zugrunde gelegt. Bei Veranstaltungen, die mehrere Tage dauern,
wird die Steuer für jede angefangene 24 Stunden erhoben.
§5
Prostitution
(1) Bei Veranstaltungen nach § 2 Nr. 4 beträgt die Steuer unabhängig von der
tatsächlichen zeitlichen Inanspruchnahme und der Anzahl der sexuellen Handlungen
für jede/n Prostituierte/n 6,00 € pro Veranstaltungstag.
(2) Die Abrechnung der Veranstaltungstage sowie die Selbstberechnung der Steuer
hat innerhalb von 14 Kalendertagen nach Ende des Veranstaltungsmonats auf dem
amtlich vorgeschriebenen Vordruck (Steueranmeldung) zu erfolgen.
§6
Filmveranstaltungen
Der Steuersatz beträgt bei Filmveranstaltungen im Sinne des § 2 Nr. 2
a)für das Vorführen von Filmen in Kinos und Filmkabinen 20 vom Hundert des
Entgelts. Entgelt ist hierbei der gesamte Betrag, der für die Teilnahme an der
Vorführung erhoben wird, abzüglich hierin enthaltener Beträge für Speisen und
Getränke oder sonstige Zugaben nach den in Betrieben vergleichbarer Art üblichen
Sätzen, höchstens jedoch bis zur Hälfte des für die Teilnahme an der Filmvorführung
zu entrichtenden Entgelts. Die Abrechnung des Entgelts hat innerhalb von 14
Kalendertagen nach Ende des Veranstaltungsmonats auf dem amtlich
vorgeschriebenen Vordruck (Steueranmeldung) zu erfolgen. Wird kein Entgelt
erhoben, ist eine Pauschsteuer von 3,00 € für jede angefangene zehn Quadratmeter
der Veranstaltungsfläche zu entrichten. Die Vorschriften des § 4 Abs. 1 Satz 2 und
Abs. 3 gelten entsprechend.
b) In Nachtlokalen, Bars, Saunaclubs, Massagesalons und ähnlichen Betrieben
beträgt die Steuer pro angefangenem Kalendermonat 50,00 € je Bildschirm,
Leinwand oder ähnlichem Filmbetrachtungsgerät.
§7
Mehrere Vergnügungen
(1) Fallen bei einer Veranstaltung mehrere nach Veranstaltungsfläche zu besteuern-
de Vergnügungen nach § 2 zusammen, wird die Steuer für die gesamte Veranstal-
tung und die gesamte Veranstaltungsfläche nach dem in § 4 aufgeführten Besteuerungsmaßstab berechnet.
(2) Sex- und Erotikmessen unterliegen mit allen angebotenen Vergnügungen
ausschließlich dem Besteuerungsmaßstab des § 2 Nr. 5.
(3) In allen anderen Fällen wird jede Vergnügung/Vorstellung gesondert besteuert.
§8
Besondere Besteuerung
(1) Auf schriftlichen Antrag des Veranstalters kann bei Veranstaltungen im Sinne des
§ 2 Nr. 1 eine Besteuerung nach dem Entgelt erfolgen, wenn ein Entgelt erhoben
wird. Entgelt in diesem Sinne ist hierbei der gesamte Betrag, der vor, während oder
nach der Veranstaltung für die Teilnahme erhoben wird, einschließlich
Vorverkaufsgebühren, Gebühren für Kleideraufbewahrung und Programme, eines
festgelegten Mindestverzehrs sowie der Mehrwertsteuer. Unterschreitet das Entgelt
einen Betrag in Höhe von 5,00 € pro Besucher, wird für die Besteuerung ein
Mindestentgelt in Höhe von 5,00 € pro Besucher zugrunde gelegt. Der Steuersatz
beträgt zwanzig vom Hundert des Entgelts. Der Antrag ist bei der Anmeldung zu
stellen, bei Dauerveranstaltungen im Sinne des § 13 Abs. 2 vor Beginn des
jeweiligen Veranstaltungsmonats.
(2) Die Abrechnung des Entgelts nach Absatz 1 hat innerhalb von 14 Kalendertagen
nach Ende der Veranstaltung auf dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck
(Steueranmeldung) zu erfolgen, bei regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen
(Dauerveranstaltungen im Sinne des § 13 Abs. 2) innerhalb von 14 Tagen nach Ende
des Veranstaltungsmonats.
§9
Entstehung der Steuerschuld
Die Steuerschuld entsteht mit Beginn der Veranstaltung.
§ 10
Festsetzung und Fälligkeit
(1) Die zu entrichtende Steuer wird durch Steuerbescheid festgesetzt.
(2) Die Steuer ist innerhalb von sieben Kalendertagen nach Bekanntgabe des
Steuerbescheids zu entrichten.
(3) Bei regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen (Dauerveranstaltungen im
Sinne des § 13 Abs. 2) ist die Steuer am fünfzehnten des jeweiligen
Veranstaltungsmonats zu entrichten.
(4) Die Steuer wird auf schriftlichen Antrag erstattet, sofern eine Veranstaltung nicht
stattfindet und der Antrag spätestens bis zum Ablauf des auf die Veranstaltung
folgenden Monats gestellt wird.
§ 11
Vorauszahlungen, Sicherheitsleistung
Die Stadt Brühl ist berechtigt Vorauszahlungen oder Sicherheitsdienstleistungen in
der voraussichtlichen Höhe der Steuerschuld zu verlangen. Ergibt sich bei
Abrechnung der geleisteten Vorauszahlung eine Nachzahlung, so ist diese innerhalb
von sieben Kalendertagen nach Bekanntgabe des Steuerbescheids zu entrichten.
Zuviel gezahlte Beträge werden nach Bekanntgabe des Steuerbescheids
unverzüglich durch Aufrechnung oder Rückzahlung ausgeglichen.
§ 12
Steuervereinbarungen
Die Stadt Brühl kann abweichend von den Vorschriften der §§ 4 bis 8 den
Steuerbetrag mit dem Veranstalter vereinbaren, sofern der Nachweis der steuerlich
relevanten Daten im Einzelfall mit besonderem Aufwand verbunden ist oder die
Vereinbarung zu einer Vereinfachung der Berechnung führt.
§ 13
Anzeige- und Erklärungspflichten
(1) Veranstaltungen im Sinne des § 2 sind spätestens drei Werktage vor Beginn der
Veranstaltung bei der Stadt Brühl anzumelden.
(2) Bei mehreren aufeinander folgenden oder regelmäßig stattfindenden
Veranstaltungen
eines
Veranstalters
am
selben
Veranstaltungsort
(Dauerveranstaltungen) ist eine einmalige Anmeldung ausreichend. Die Anmeldung
hat spätestens drei Werktage vor Beginn der ersten Veranstaltung zu erfolgen.
Änderungen sind zu Beginn des jeweiligen Veranstaltungsmonats anzuzeigen. Im
Einzelfall können abweichende Regelungen getroffen werden.
(3) Über die Anmeldung kann eine Bescheinigung ausgestellt werden.
(4) Zur Anmeldung sind alle in § 3 genannten Personen verpflichtet.
(5) Die endgültige Einstellung von Veranstaltungen ist innerhalb eines Monats nach
der letzten durchgeführten Veranstaltung gegenüber der Stadt Brühl anzuzeigen. Bei
verspäteter Anzeige gilt als Tag der Beendigung der Veranstaltungstätigkeit der Tag
des Eingangs der Anzeige.
(6) Bei Anmeldungen bzw. Anzeigen nach den vorstehenden Absätzen handelt es
sich um Steuererklärungen im Sinne der §§ 149 ff. der Abgabenordnung. Sie können
schriftlich (formlos) oder zur Niederschrift bei der Stadt Brühl abgegeben werden,
soweit diese Satzung im Einzelnen nichts anderes bestimmt oder im Einzelfall keine
andere Bestimmung getroffen wird. Zeitgleich mit Anmeldung oder Anzeige sind
sämtliche Angaben zu machen, die zur Feststellung des Steuerschuldners und zur
Festsetzung der Steuer nach den §§ 4 bis 6 erforderlich sind.
§ 14
Verspätungszuschlag
Die Festsetzung eines Verspätungszuschlags bei Nichtabgabe oder nicht
fristgerechter Abgabe einer Steueranmeldung erfolgt nach der Vorschrift des § 152
der Abgabenordnung in der jeweils geltenden Fassung.
§ 15
Steueraufsicht und Prüfungsvorschriften
Sowohl der Veranstalter als auch der Eigentümer, Vermieter, Besitzer oder sonstige
Inhaber der benutzten Räumlichkeiten oder Grundstücke sind verpflichtet, mit
Dienstausweis oder besonderer Vollmacht ausgestatteten Vertretern des
Ordnungsamtes, des Steueramtes und der ‚Stadtkasse der Stadt Brühl zur
Nachprüfung der Erklärungen und zur Feststellung von Steuertatbeständen
unentgeltlich Einlass in die Veranstaltungsräume, auch während der
Veranstaltungen, zu gewähren.
§ 16
Straftaten/Ordnungswidrigkeiten
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der §§ 13 und 15 dieser Satzung
können gemäß der §§ 17 und 20 des Kommunalabgabengesetzes NRW (KAG) in
der jeweils geltenden Fassung als Straftat bzw. Ordnungswidrigkeit verfolgt werden.
§ 17
Geltung anderer Rechtsvorschriften
Soweit diese Satzung nichts anderes bestimmt, finden die Vorschriften der §§ 12 bis
20 des Kommunalabgabengesetzes NRW (KAG) sowie die Vorschriften der
Abgabenordnung in der jeweils geltenden Fassung, soweit diese nach § 12 KAG für
die Vergnügungssteuer gelten, entsprechende Anwendung.
§ 18
Inkrafttreten
Die vorstehende Satzung tritt am Tag nach ihrer öffentlichen Bekanntmachung im
Amtsblatt der Stadt Brühl in Kraft und findet Anwendung auf sämtliche
Veranstaltungen, die ab dem Ersten des Monats, der auf den Monat der
Bekanntmachung folgt, durchgeführt werden.