Daten
Kommune
Merzenich
Größe
901 kB
Datum
15.03.2018
Erstellt
27.02.18, 14:48
Aktualisiert
27.02.18, 14:48
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Mehr Freiraum für Kinder.
Ein Gewinn für Alle!
Konzept der Gemeinde Merzenich
Dezember 2017
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziele der NRW-Kampagne
1.2 Anlass / Motivation zur Bewerbung
1.3 Ausgangslage
1.4 Ziele der Gemeinde Merzenich
Seite
3
4
5
5-6
2. Beratungsprozess im Rahmen der Kampagne
2.1 Sondierungsgespräch
6
2.2 Auftaktworkshop
7-9
2.3 Verstetigungsworkshop
9
3. Maßnahmen / Projekte vor der Kampagne
3.1 Kinder- und Jugendarbeit
10
3.2 Verkehrssicherheitstraining
10 - 11
3.3 Schülerlotsen
11
4. Maßnahmen während der Kampagne
4.1 Spielstraße auf Zeit
4.2 Streifzüge
11 - 12
12 - 13
5. Geplante Maßnahmen
13 - 19
6. Beteiligung
19 - 22
7. Finanzierung / Fördermöglichkeiten
22 - 24
8. Zusammenfassung / Ausblick
25 - 27
2
1. Einleitung
1.1 Ziele der NRW-Kampagne
Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für
alle!“ hat zum Ziel, die eigenständige Mobilität von Kindern
als Grundbedingung für die sichere Teilnahme am Verkehr zu
fördern. Kinder, die sich eigenständig in ihrem Quartier
bewegen können, stärken ihre Bewegungskompetenzen und
wachsen gesund auf. Dabei stehen nicht nur die Sicherheit
der Alltagswege im Vordergrund, sondern auch die
Freiräume, die miteinander vernetzt und mit einem hohen
Aufforderungscharakter dazu beitragen, dass Kinder sich
vermehrt draußen aufhalten und bewegen.
Die Kampagne fasst die Definition von „Kinder“ sehr weit: Es
geht sowohl um Kinder der verschiedenen Altersgruppen als
auch um Jugendliche und junge Erwachsene. Die hohe
Übereinstimmung
mit
dem
Ziel
der
fahrradund
fußgängerfreundlichen Kommunen bedarf der Verknüpfung
der beiden Strategieansätze. Im Rahmen der Kampagne
sollen die bereits vorhandenen verschiedenen Projekte und
Vorhaben der unterschiedlichen Fachplanungen und Ämter
zusammengeführt zur Darstellung gebracht werden. Es gilt, in
ihrer Zusammenschau die vielen positiven Ansätze in einer
Kommune zu stärken, konzeptionell zusammenzuführen und
das Augenmerk auf Kinder explizit zu integrieren. Über den
Zeitraum der Kampagne hinaus sind Strukturen zu schaffen,
die eine Kooperation verschiedener Fachämter sichern und
so die Fortführung des Handlungsfeldes „Mehr Freiraum für
Kinder“ verstetigen und somit langfristig zu guten
Bedingungen des gesunden Aufwachsens von Kindern
beitragen.
3
1.2 Anlass / Motivation zur Bewerbung
Die Gemeinde Merzenich ist als erste Kommune des Kreises
Düren dem Zukunftsnetz Mobilität NRW beigetreten. Das
Zukunftsnetz Mobilität NRW ist ein landesweites, durch das
Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr
des Landes Nordrhein-Westfalen gegründetes Netzwerk für
Kommunen (Gemeinden, Städte und Kreise). Dessen Zielsetzung
und zentrale Aufgabe ist es, die Kommunen in der Ausgestaltung
einer
zukunftsfähigen,
sicheren
und
nachhaltigen
Mobilitätsentwicklung
zu
vernetzen
und
beraten.
Die
Mitgliedschaft ist für die Kommune kostenfrei. Jedoch versichert
die Kommune die Umsetzung von zielgruppen- und
standortspezifischen Mobilitätsmanagementmaßnahmen und
Maßnahmen der Verkehrssicherheit.
In diesem Sinne wird durch das Verkehrsplanungsbüro Rödel &
Pachan GbR ein Mobilitätskonzept erstellt, in dem die Leitziele in
der Mobilitätsstrategie der Gemeinde Merzenich bestimmt werden
sollen. Die Fertigstellung des Konzeptes ist für das Frühjahr 2018
vorgesehen.
Ein wichtiger Baustein für die zukünftige Mobilitätsplanung stellen
auch die Belange von Kinder und Jugendlichen dar. Wo sich
Kinder wohl und sicher fühlen, steigt die Lebensqualität für alle
Anwohnerinnen und Anwohner. Sichere Verkehrsverhältnisse, viel
Raum
für
Bewegung,
eine
abwechslungsreiche
Straßengestaltung, Sitzmöglichkeiten, weniger Autos – wo es
Kommunen gelingt, diese Voraussetzungen zu schaffen, fühlen
sich Bürgerinnen und Bürger wohl. Ältere Menschen können
länger in ihrer gewohnten Umgebung leben. Die Integration
unterschiedlicher Kulturen und Generationen kann einfacher
gelingen.
Unter diesen Gesichtspunkten hat sich die Gemeinde Merzenich
dazu entschlossen, an der NRW-Kampagne „Mehr Freiraum für
Kinder. Ein Gewinn für Alle!“ teilzunehmen, um bei der Erstellung
eines kommunalen Konzeptes zur kinderfreundlichen Straßenund Verkehrsraumgestaltung unterstützt zu werden.
4
1.3 Ausgangslage
Merzenich ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen und gehört
zum Kreis Düren.
Merzenich liegt direkt am östlichen Stadtrand von Düren in der
Niederrheinischen Bucht und wird vom Ellebach durchflossen.
Unmittelbar nördlich liegt der Braunkohle-Tagebau Hambach, der
sich mit der Verlegung der A 4 und der Umsiedlung der Ortschaft
Morschenich in das nördliche Gemeindegebiet vorschiebt.
Das Gemeindegebiet ist 37,91 km² groß und liegt am östlichen
Rand des Kreises Düren.
Die Gemeinde Merzenich hat insgesamt 9.988 Einwohner.
Der Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung
beträgt 16,06 %.
Neben zwei Grundschulen an den Standorten Merzenich
(267 Schüler) und Golzheim (111 Schüler) unterhält die
Gemeinde in einem Schulverband auch die Gesamtschule
Niederzier / Merzenich. Die Jahrgänge 5 – 7 sind im Standort
Merzenich untergebracht. Aus diesem Grund nutzen auch
viele Kinder aus benachbarten Städten und Gemeinden den
Verkehrsraum der Gemeinde Merzenich. Weiterhin unterhält
die Gemeinde Merzenich in einem Trägerverein fünf
Kindergärten. Drei davon im Zentralort Merzenich und jeweils
einen in den Ortsteilen Morschenich ( zukünftig im
Umsiedlungsstandort Morschenich-Neu ) und Girbelsrath.
1.4 Ziele der Gemeinde Merzenich
Ziel der Gemeinde Merzenich ist es, mithilfe der individuellen
Unterstützung im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für
Kinder – ein Gewinn für Alle!“ ein Konzept zu erstellen, dass den
jungen Bewohnern auf Schul- und Freizeitwegen ein sicheres und
selbstständiges Fortbewegen ermöglicht.
Um das zu erreichen, soll das Konzept der Kampagne in das
Mobilitätskonzept der Gemeinde einfließen. Als besonders
wichtige Handlungsfelder erachtet die Gemeinde dabei,
Verkehrsstrukturen kinderfreundlich umzugestalten, die Belange
von Kindern bei neuen Bebauungsplänen zu beachten,
5
verschiedene Kinderanlaufstellen wie Spielplätze, Jugendtreffs,
Schulen usw. besser und sicherer zu vernetzen und den Spaß an
der Bewegung im Freien zu fördern.
Dabei möchte die Gemeinde Kinder und Jugendliche direkt
beteiligen. Gute Möglichkeiten sind Straßenbegehungen mit
Kindern, bei denen die kleinen Bürgerinnen und Bürger aus ihrer
Sicht auf potenzielle Gefahrenstellen hinweisen können. Auch im
Rahmen des Jugendforums haben bereits jetzt Jugendliche die
Möglichkeit, ihre Interessen einzubringen. Die Maßnahme aus der
Kampagne sollen so gut wie möglich umgesetzt werden.
2.
Beratungsprozess im Rahmen der Kampagne
Im Rahmen der Kampagne standen der Gemeinde Merzenich
mehrere Beratungsstunden durch das Planungsbüro Stadtkinder
zur Verfügung. Diese Stunden wurden unter anderem für
Gespräche und Workshops genutzt.
2.1 Sondierungsgespräch
Am 07.11.2016 begrüßte Bürgermeister Georg Gelhausen
Vertreterinnen und Vertreter vom Planungsbüro Stadtkinder, dem
Fachbereich Bauen und Planen sowie dem Fachbereich
Bürgerdienste und Mobilität. Als Einführung wurden der Gemeinde
Merzenich zunächst die Ziele und Medien der Kampagne
vorgestellt. Weiterhin wurden bereits einige Themen gesammelt,
die im weiteren Beratungsverlauf thematisiert werden können /
sollen. Dazu zählten zum Beispiel das Mobilitäts- und
Freizeitwegekonzept, die Spielstraße auf Zeit und die Möglichkeit
der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Des Weiteren
konnten der Ablauf und Teilnehmerkreis des Auftaktworkshops
festgelegt werden.
6
2.2 Auftaktworkshop
Am 16.01.2017 wurde der Auftaktworkshop im Ratssaal der
Gemeinde Merzenich durchgeführt. Zum Workshop eingeladen
waren neben dem Planungsbüro Stadtkinder folgende Ämter und
politische Vertreter:
> Fachbereich Bürgerdienste und Mobilität
> Fachbereich Bauen und Planen
> Kinder- und Jugendarbeit
> Mobile Jugendarbeit
> Stabstelle Mobilität, Kreis Düren
> Zukunftsnetz Mobilität NRW
> Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und
Strukturentwicklung
> Vorsitzender des Bauausschusses
Ziel des Workshops war die Erarbeitung von Themen, Qualitäten
und konkreten Projekten für die Umsetzung der Kampagne.
Zur Ermittlung der Qualitäten für Merzenich wurden den
Teilnehmern fünf Plakate mit einer großen Auswahl an
Qualitätszielen zu verschiedenen Themen präsentiert. Aufgabe
war es nun die einzelnen Themen / Qualitäten zu bewerten. Durch
dieses Bewertungsverfahren konnte herausgearbeitet werden,
welche Qualitäten für die Gemeinde Merzenich wichtig sind.
Folgende Qualitäten wurden am häufigsten genannt:
7
Verkehr und Mobilität
Qualitätsziel
Nennungen
Temporäre Nutzung des Straßenraumes für Spiel, Bewegung
und Begegnung
Schließung von Lücken im innerörtlichen und überregionalen
Rad- und Fußwegenetz
Straßenbegleitende Gehwege großzügig und variantenreich
gestalten z.B. durch wegbegleiten Balancierelementen
5
3
3
Grün- und Freiräume
Qualitätsziel
Nennungen
Mehrfachnutzung von Grünflächen als Spiel-, Erlebnis- und
Aufenthaltsbereiche ermöglichen
Naturspielräume als einen Baustein eines Freiraumsystems
anbieten
Entwicklung und Stärkung von Grünflächen für Aufenthalt und
Naherholung aller Generationen
3
3
2
Spiel und Sport
Qualitätsziel
Nennungen
Veränderungsoffene Gestaltung von Spielplätzen
Erreichbarkeit von Spielplätzen und Sicherung der Übergänge
zum Verkehrsraum gewährleisten
Schaffung attraktiver Wasserspielbereiche
5
3
2
Wohnumfeld und Öffentlicher Raum
Qualitätsziel
Mehrfachnutzung vorhandener Flächen
Spiel- und Aufenthalt von Kindern,
Erwachsenen auf Plätzen zulassen
Nennungen
Jugendlichen
und
2
2
Beteiligung von jungen Menschen
Qualitätsziel
Nennungen
Frühzeitige Einbindung von Kindern und Jugendlichen und
ihren Ideen in die Planungsphase
Beteiligung von Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen an der
baulichen Umsetzung
6
2
8
Basierend auf diesen Qualitätszielen erfolgte anschließend die
inhaltliche Bearbeitung. Ziel war es unter anderem bestehende
Projekte mit den Qualitätszielen zu verbinden und somit im Sinne
der Kampagne zu qualifizieren. Zudem wurden neue Projektideen
/ Maßnahmen herausgearbeitet. In dieser Beratungsrunde hat
sich gezeigt, dass neue Ideen voranzutreiben sind, die zu mehr
Lebensqualität für alle Bewohner führen.
2.3 Verstetigungsworkshop
Am 14.12.2017 folgte der Verstetigungsworkshop im Rathaus der
Gemeinde Merzenich. Zunächst wurden die Anwesenden über die
Inhalte des bisherigen Beratungsprozesses und über die
Ergebnisse der bereits durchgeführten Projekte in Kenntnis
gesetzt.
Ziel dieser Veranstaltung war es jedoch vorrangig, wie die aus
dem Auftaktworkshop ausgewählten Qualitätsziele und das
Qualitätsziel der Kinder- und Familienfreundlichkeit im
Verwaltungsablauf verankert werden können. Hierzu konnte ein
grobes Schema erarbeitet werden.
Neben der Umsetzung von einzelnen Projekten ist eine
strategische Positionierung der Gemeinde unerlässlich. Dazu
gehört neben der Verstetigung von Kinder- und Jugendbeteiligung
auch die regelmäßige Kooperation und Kommunikation
verschiedener Fachämter.
Unerlässlich ist es, klare Regelungen und Zuständigkeiten
innerhalb der Verwaltung zu treffen, um dieses Thema zukünftig
zu verstetigen. Es gilt, das Konzept der Kampagne mit dem
Mobilitätskonzept sowie dem Dorfinnenentwicklungskonzept zu
verknüpfen und die Synergien der verschiedenen Konzepte zu
nutzen.
9
3.
Maßnahmen / Projekte vor der Kampagne
3.1 Kinder- und Jugendarbeit
Im Bürgerhaus der Gemeinde Merzenich findet die Offene Kinderund Jugendarbeit statt. Betreut werden Kinder und Jugendliche
von 6 – 26 Jahren. Hierfür stehen das Foyer, 3 Gruppenräume
und ein Büro zur Verfügung. Im Keller befindet sich ein kleiner
Discokeller. Weiterhin besteht, in Absprache mit den anderen
Nutzern des Bürgerhauses, die Möglichkeit eine Küche, einen
Saal und eine Kegelbahn zu nutzen. Um die Belange der Kinder,
Teenies und Jugendlichen kümmern sich drei hauptamtliche
Fachkräfte (1 Sozialarbeiter, 1 Sozialpädagogin und eine
Erzieherin). Es finden wöchentlich Angebote (Offener Treff,
Kochen, Sportangebote etc.) für alle Altersklassen statt.
Außerdem werden Wochenendausflüge angeboten, z. B. ins
Musical, zum Schlittschuhlaufen, ins Schwimmbad, in
Freizeitparks. In den Oster-, Sommer- und Herbstferien gibt es für
alle Altersgruppen ein Ferienprogramm in Form von
Ferienspielen, Tagesausflügen oder mehrtägigen Fahrten.
Seit dem 1. Januar 2012 gibt es zusätzlich die Mobile
Jugendarbeit. Ein Konzept wurde entwickelt, mit dem auch die
Kinder und Jugendlichen der Gemeinde erreicht werden sollen,
die nicht den Offenen Treff des Bürgerhauses nutzen.
Es ist uns wichtig zu diesen Kindern und Jugendlichen Kontakt
aufzubauen, denn auch sie benötigen eine Anlaufstelle neben
Schule und Elternhaus.
3.2 Verkehrssicherheitstraining
Die Verkehrssicherheitsarbeit stellt nach wie vor einen
Schwerpunkt polizeilicher Präventionsarbeit dar. Daher führt die
Kreispolizeibehörde Düren gemeinsam mit den Grundschulen und
Kindergärten in Merzenich regelmäßig verkehrserzieherische
Maßnahmen durch. Unter anderem wird mit den Kindern aus dem
10
Kindergarten ein sogenanntes Bordstein-Training durchgeführt.
Hier wird den Kindern gezeigt, wie mache ich den
verschiedensten Verkehrsteilnehmern meine Anwesenheit
deutlich und wie komme ich am sichersten über die Straße.
Weiterhin
bietet
die
Polizei
Grundschulkindern
eine
Fahrradausbildung an. Hier werden Schüler aus der 4. Klasse
zunächst im Unterricht theoretisch auf die Teilnahme am
Straßenverkehr vorbereitet. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt
dann der praktische Teil im Straßenverkehr.
Diese Maßnahmen dienen dazu, die Kinder auf die Teilnahme am
Straßenverkehr in geeigneter Weise vorzubereiten.
3.3 Schülerlotsen
Seit einigen Jahren sind Eltern und auch Senioren als
Schulweghelfer aktiv.
Ihre wichtigste Aufgabe ist es, vor Schulbeginn und nach
Schulschluss jüngere und unerfahrene Mitschüler über die Straße
zu führen und ihren Weg an gefährlichen Stellen zu sichern.
Schülerlotsen sind keine kleinen Aushilfspolizisten. Regelnd in
den fließenden Verkehr eingreifen dürfen sie nicht. Sie müssen
warten, bis sich im Verkehrsfluss eine genügend große Lücke
ergibt, durch die sie die jüngeren Schüler - möglichst in Gruppen über die Straße führen. Bevor sie losgehen, signalisieren sie
Autofahren mit ihrer Winkerkelle, dass Schüler die Fahrbahn
überqueren möchten.
4.
Maßnahmen während der Kampagne
4.1 Spielstraße auf Zeit
Jedes Jahr werden von den Mitarbeitern der Kinder- und
Jugendarbeit der Gemeinde Merzenich Ferienspiele organisiert.
Eine Woche lang können Kinder an den verschiedensten
Aktivitäten teilnehmen.
11
Im Rahmen der Eröffnung der Ferienspiele 2017 wurde in
Zusammenarbeit mit dem zuständigen Straßenverkehrsamt ein
öffentlicher Bereich gesperrt und den teilnehmenden Kindern als
Spiel- und Bewegungsfläche zur Verfügung gestellt.
Eingebunden in verschiedene Spielstationen wurden die Kinder
vom Planungsbüro Stadtkinder zum Platz vor dem Bürgerhaus
befragt. Im Fokus standen folgende Fragen:
> Was mache ich auf dem Platz vor dem Bürgerhaus?
> Warum gehe ich dorthin?
> Was sind mein Ideen für den Platz?
Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder ein feines Gespür für den
öffentlichen Raum haben und sich mit wichtigen Themen
befassen. Die Ideen umfassen nicht nur klassische Spielelemente,
sondern auch Anregungen zum Stadtbild. Vor allem in Bezug auf
die Aufenthaltsqualität des Platzes hatten die Kinder zahlreiche
Ideen, um diese zu verbessern. Die Ergebnisse wurden in einer
Dokumentation zusammengefasst und nun muss mit den
betroffenen Fachämtern überlegt werden, an welchen Stellen
einzelne Anregungen umgesetzt werden können.
4.2 Streifzüge
Streifzüge haben sich als eine sehr effektive qualitative Methode
der Spielraumforschung erwiesen. Durch diese Methode werden
Wegebeziehungen erfasst und Verkehrswege bewertet.
12
In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Stadtkinder und der
Grundschule Merzenich wurden am 11.10.2017 sogenannte
Streifzüge mit Kindern der Grundschule durchgeführt. Aufgeteilt in
drei Gruppen benannten uns die Kinder ihre Treffpunkte und
Lieblingsorte und zeigten ebenso auf, wo aus ihrer Sicht
Problemstellen und Gefahrenzonen im Straßenverkehr bestehen.
Die
Ergebnisse
wurden
in
einer
Dokumentation
zusammengefasst.
5.
Geplante Maßnahmen
Bereits beim Auftaktworkshop konnten die Leitziele des
Konzeptes erarbeitet werden. Im weiteren Prozess der Kampagne
wurden die Inhalte dieser Leitziele konkretisiert.
Es handelt sich um folgende Tätigkeitsfelder:
> Verbesserung der Verkehrssicherheit
> Naherholungsgebiet
> Freizeit und Wegekonzept
> Temporäre Aktionen
> Gestaltung des öffentlichen Raums
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Verbesserung der Verkehrssicherheit
Hauptaufgabe ist die Förderung des Mobilitätsverhaltens von
Kindern hin zu einer sicheren und selbstständigen Teilnahme am
Straßenverkehr.
Geh-Spaß statt Elterntaxi
Vor
den
Schultoren
stauen
sich
die
„Elterntaxis“,
Verkehrsteilnehmer behindern sich gegenseitig und es kommt
mitunter zu gefährlichen Situationen. Dies sind alltägliche Bilder
im morgendlichen und abendlichen Schulverkehr. Diesem Trend
will die Gemeinde Merzenich entgegenwirken. Kinder erleben
ihren Alltag zu Fuß, mit dem Rad oder Roller ganz anders als
durch das Autofenster. Sie lernen und erfahren wie sie
selbstständig Wege zurücklegen können. Das Projekt „Geh-Spaß
statt Elterntaxi“ beinhaltet folgende Bausteine:
> Schul- und Freizeitwegeplanung
Voraussetzung für die selbstständige Mobilität von Kindern ist ein
Schulweg, der von den Kindern bewältigt werden kann. Er darf
keine besonderen Gefahren aufweisen. Die Ergebnisse der
Streifzüge spielen hierbei eine bedeutende Rolle. So zeigten die
Kinder bereits auf, dass durch die Einrichtung eines Parkverbotes
(lediglich ein Parkplatz) eine enorme Sichtverbesserung auf den
fließenden Straßenverkehr erreicht werden kann. Auch die
Nutzung von autofreien Gassen ist für die Kinder sehr attraktiv.
Jedoch die Nutzung aufgrund beschränkter Beleuchtung sehr
gering. Hier kann mit kleinstem Aufwand der Schulweg verbessert
und sicherer gestaltet werden.
> Einrichtung von Hol- und Bringzonen / Walking Bus
Nicht alle Kinder können ihren Schulweg vollständig zu Fuß
bewältigen. Um den Kindern trotzdem zu ermöglichen einen Stück
des Schulweges eigenständig zurückzulegen und gleichzeitig die
oft gefährliche Verkehrssituation vor den Schulen zu entschärfen,
bietet sich die Einrichtung von Hol- und Bringzonen an. Diese
Elternhaltestellen werden mit einem geeigneten Abstand zum
Schulumfeld an verkehrsgünstigen Standorten eingerichtet.
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Den restlichen Weg legen die Kinder eigenständig und zu Fuß
zurück, damit das Verkehrschaos vor den Schulen ausbleibt. An
den Haltestellen können zusätzlich Laufgemeinschaften (Walking
Bus) gegründet werden.
> Beteiligung der Eltern
Damit die geplanten Maßnahmen greifen, müssen vorab die
Eltern entsprechend aufgeklärt werden. Auch die Eltern müssen
bereit sein, mit ihrem Verhalten dazu beizutragen, die
Mobilitätskompetenz der Kinder zu fördern und eine
selbstständige Mobilität ihres Kindes zuzulassen.
Naherholungsgebiet
Seit dem 25.04.2002 bietet das Naherholungsgebiet Jung und Alt
in Merzenich einen weiteren kulturellen und sozialen Mittelpunkt.
Es weist den Charakter einer Naturlandschaft auf, welcher sowohl
vom Heidepfad als auch Steinweg zugänglich ist. Im Bereich des
Steinweges sind entsprechende Pkw-Stellplätze vorhanden.
Aufgrund der unterschiedlichen Gestaltung kann das
Naherholungsgebiet auf vielfältige Weise genutzt werden.
Flora und Fauna:
Der angelegte Baumlehrpfad mit insgesamt 35 unterschiedlichen
Arten trägt ebenso zur Begrünung des Gebietes bei, wie die
nördliche
Randbepflanzung
die
sehr
intensiv
und
landschaftsgerecht geplant wurde. Auch innerhalb der Anlage
tragen lockere Halbbaumreihen und Obstbäume zur Gestaltung
bei. Zu den unterschiedlichen Anpflanzungen des Gebietes
gehören auch mehrere Wechselfeuchtbiotope. Sie integrieren
zusätzlich Gehölz- und Staudenarten in den Park.
Spielen und Sport im Park:
In Zeiten des Internets und der Spielekonsole, soll den Kindern
hier das ungestörte Toben und Spielen möglich gemacht werden.
Mitten in der Natur gelegen befinden sich im südlichen Bereich
zwei große Spielbereiche. Zugunsten der kleineren Kinder
15
wurden im Jahr 2016 die in die Jahre gekommen Spielgeräte
zurückgebaut und durch neue ersetzt. Zum einen handelt es ich
hierbei um eine Kletterpyramide, eine Spielkombination, ein
Rondell und zwei Wipptiere. In naher Zukunft sollen weitere
Spielgeräte hinzugefügt. Den älteren Kindern und Jugendlichen
steht im Naherholungsgebiet ein Kombinations-Kleinspielfeld zur
Verfügung, auf dem alle Ballspielarten gespielt werden können.
Unmittelbar angrenzend ist darüber hinaus eine Skaterbahn
vorhanden. Für diejenigen die sich sportlich betätigen möchten ist
entlang des Baumlehrpfades ein Trimmpfad mit 10 Stationen
angelegt, welcher direkt an die 1000m Laufstrecke angrenzt.
Somit wird im Naherholungsgebiet den Interessen nahezu aller
Altersgruppen Rechnung getragen und es bietet Familien eine
gute Erholungs- und Aufenthaltsqualität direkt am Rande von
Merzenich.
Im Rahmen des Auftaktworkshop wurde bereits erkannt, dass das
Naherholungsgebiet enormes Entwicklungspotenzial besitzt.
Durch eine Umfrage von ortsansässigen Kindern konnten weitere
Wünsche in Erfahrung gebracht und ein weiteres Spielgerät
realisiert werden. Es gilt weiterhin, multifunktionale Orte zu
schaffen, die für alle Generationen attraktiv sind. In diesem Sinne
sind weitere Beteiligungsverfahren vorgesehen.
Des Weiteren ist die fußläufige Erreichbarkeit des
Naherholungsgebietes vom Steinweg aus zu überprüfen und
ggfls. zu optimieren.
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Freizeit- und Wegekonzept
Der Tagebau Hambach beansprucht in den nächsten Jahren und
Jahrzehnten Flächen, die heute der Naherholung dienen. Erst
nach Ende der Braunkohlengewinnung zur Mitte des
Jahrhunderts können sie wieder nutzbar gemacht werden. Dies
sind rd. 650 Hektar auf dem Kerpener Stadtgebiet und rund 270
Hektar auf dem Gemeindegebiet von Merzenich
Bessere Wege, mehr Grün, zusätzliche Informationen: RWE
Power baut am Südrand des Tagebaus Hambach
Wirtschaftswege und Grünstreifen aus, um den Freizeitwert der
Landschaft zu steigern. Das sogenannte Freizeitwegekonzept
wurde von dem Unternehmen finanziert und mit der Gemeinde
Merzenich und der Stadt Kerpen entwickelt. Merzenich,
Morschenich, Golzheim und Buir sollen auch für Radfahrer und
Fußgänger besser untereinander vernetzt werden. Zudem
werden eine Skaterstrecke eingerichtet, eine Grillhütte aufgestellt
und Rundwege ausgeschildert. An sogenannten „Erzählstationen“
informieren Tafeln zum Beispiel über das Artenschutzprogramm
des Tagebaus Hambach und die Verlegung von A 4 und
Kohlebahn.
Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein
Gewinn für Alle!“ ist es zielführend, nicht ausschließlich die Wege
gut auszugestalten, sondern auch weitere Qualitäten zu
integrieren. Dabei sollte die Attraktivität der Wege als Natur- und
Bewegungserlebnis im Fokus stehen. Zum Beispiel über
wegbegleitende motorische Erfahrungsfelder, Verweilstationen
oder Spielanreize. Eine Beteiligung der Nutzer ist dabei
anzustreben. Beispielsweise im Rahmen von moderierten
Begehungen oder Fahrradtouren.
Temporäre Aktionen
Maßnahmen der kinder- und familienfreundlichen Stadt- und
Verkehrsplanung müssen nicht immer für die Ewigkeit sein. So
könnte beispielsweise eine temporäre Aktion wie die
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„Spielstraße auf Zeit“ ergänzende Freiräume für einen begrenzten
Zeitraum schaffen.
Spielstraße auf Zeit
Bereits im Rahmen der Ferienspiele konnte festgestellt werden,
dass diese Aktionen geeignet sind, um Kindern die Möglichkeit zu
bieten, Flächen zurückzuerobern die ihnen aufgrund des
fließenden Straßenverkehrs sonst nicht zum Spielen und
Bewegen zur Verfügung stehen. Es ist geplant, jährlich eine
temporäre Aktion in der Gemeinde Merzenich durchzuführen. Die
Örtlichkeiten sollen dabei variieren. Kinder sollen bei der Findung
von geeigneten Flächen beteiligt werden.
Weiterhin sollen Umfragen durchgeführt werden, welche anderen
Aktionen sich Kinder vorstellen können. Als mögliche Alternative
kommen zum Beispiel „blühende Plätze“ in Betracht. Hier können
Kinder auf einem abgesperrten Bereich kreativ sein (z.B. durch
Malaktionen).
Gestaltung des öffentlichen Raums
Die Kampagne eröffnet in Merzenich die Chance, den öffentlichen
Raum für Kinder und Jugendliche zu attraktivieren und die
Zielgruppe an diesem Prozess zu beteiligen. Schon während der
Umfrage im Rahmen der Ferienspiele konnte in Erfahrung
gebracht werden, was Kinder sich vorstellen, damit der öffentliche
Raum für sie attraktiver gestaltet werden kann.
Folgende Themenfelder sind für die Kinder besonders wichtig:
> Aufenthalt und Sitzen
Überdachter Sitzbereich
Liegen
Hängematte
18
> Spiel und Bewegung
Tischtennisplatte
Klettergerüst
Balancierelemente
> Sauberkeit und Stadtbild
Blumen
Bänke anmalen
Öffentliche Toilette
Gepflegte Anlagen
> Ergänzende Angebote
Open-Air-Kino
Maltafel
Lebensgroßes Schach / Mensch ärgere dich nicht
Im weiteren Verfahren ist nun mit den zuständigen Fachämtern
zu erörtern, wie die Ideen der Kinder berücksichtigt werden
können und auf welchen Flächen einzelne Anregungen
umsetzbar sind.
Wichtig ist es, kreativ und innovativ zu denken und zum Beispiel
auch Mitbauaktionen anzudenken. Der gemeinsame Bau von
Sitzpodesten oder Holzliegen kann das Gemeinschaftsgefühl
stärken und ganz neue Qualitäten schaffen.
6.
Beteiligung
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wurde in
Merzenich bisher bei Planungs- und Bauprojekten überwiegend
nicht berücksichtigt. Als Qualitätsziel wurde im Auftaktworkshop
erarbeitet, dass insbesondere die frühzeitige Beteiligung von
Kindern und Jugendlichen bei Planungsprozessen und bei der
Umsetzung von Projekten von Bedeutung ist. Auch die
generationsübergreifende Beteiligung von Kinder, Jugendlichen
und Erwachsenen wird als wichtiges Ziel angesehen. Wichtig ist
19
die ernsthafte Einbindung der jungen Generation über
ansprechende Formate und Methoden. Eine größtmögliche
Transparenz ist dabei anzustreben, um beispielsweise lange
Phasen zwischen Beteiligung und Umsetzung deutlich zu
machen.
Kinder und Jugendliche erfahren zudem durch ihre aktive
Mitwirkung an Vorhaben der Stadtplanung und Stadtentwicklung
eine Selbstwirksamkeit – sie fühlen sich von Politik und
Verwaltung ernst genommen, was ihre Bindungskraft an die
Gemeinde Merzenich in hohem Maße stärkt. In der aktiven
Auseinandersetzung mit Themen der Gemeindeentwicklung
lernen sie, wie Planungsprozesse funktionieren. Von daher ist die
Herstellung von Transparenz im Rahmen von Maßnahmen und
Vorhaben der Gemeindeentwicklung ein wichtiger Aspekt der
Beteiligung. Die Beteiligung von jungen Bürgern ist eine
Gemeinschaftsaufgabe und kann nicht allein von der Verwaltung
und der Politik bewältigt werden. Beteiligung braucht Partner wue
zum Beispiel Schulen, öffentliche Einrichtungen, Vereine und
Verbände.
Quelle: Planungsbüro STADTKINDER
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Als geeignete Beteiligungsformate haben sich in der Gemeinde
Merzenich bereits bewährt:
> Jugendforum
Durch ein Orga-Team der Offenen Jugendarbeit werden alle
Jugendlichen aus der Gemeinde Merzenich eingeladen. Mit
Vertretern des Gemeinderates und der Verwaltung, können die
Jugendlichen über verschiedenste Angelegenheiten diskutieren.
Sie haben vor allem die Möglichkeit über das zu berichten, was
aus ihrer Sicht in Merzenich schlecht bzw. gut läuft. Ebenso
werden in verschiedenen Workshops Projekte erarbeitet.
> Streifzüge
Siehe Ausführungen auf Seite 12.
> Umfragen
Umfragen können dazu dienen, systematisch Informationen über
Einstellungen, Meinungen, Wissen und Verhaltensweisen von
Menschen zu erhalten. Sie können online oder klassisch in
Papierform durchgeführt werden.
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Weitere Beteiligungsformate könnten sein:
> Mental Maps
Die Erstellung von subjektiven Landkarten oder „Mental Maps“
dienen dazu, die Nutzungsmuster und subjektiven Bedeutung von
räumlichen Strukturen abzubilden. So können zum Beispiel
belastbare Aussagen zu den Schul- und Freizeitwegen ermöglicht
werden und so den Schulwegsicherungsplänen zu Grunde gelegt
werden.
> Planungswerkstatt
Die Planungswerkstatt ist eine Beteiligungsmethode, die sich auf
die Gestaltung von konkreten Orten und Flächen bezieht.
> Zukunftswerkstatt
Die Zukunftswerkstatt ist ein geeignetes Format zur Beteiligung
von Kindern und Jugendlichen an übergeordneten Themen und
großräumigen Planungen wie zum Beispiel die Aufstellung eines
Flächennutzungsplanes.
> Umsetzung
Auch an der baulichen Umsetzung sind Kinder und Jugendliche
zu beteiligen. Dadurch wird ihnen signalisiert, dass sie ernst
genommen werden und auch etwas passiert.
7.
Finanzierung / Fördermöglichkeiten
Der Verweis auf fehlende Finanzen ist das oftmals vorschnell
vorgebrachte Argument für die fehlenden Möglichkeiten von
Umsetzungen der Kampagnenziele. In der offensiven
Akquirierung von finanziellen Mitteln liegen in hohem Maße
Potenziale, die es im Rahmen eines offensiven
22
Finanzierungsmanagements zu erschließen gilt. Die Finanzierung
von Maßnahmen und Vorhaben, die sich aus der Umsetzung von
Zielen der Kampagne ergeben, ist eine Daueraufgabe, die im
Rahmen
eines
Finanzierungsmanagements
kontinuierlich
umzusetzen ist. Die mit der Daueraufgabe erlangten Routinen
erleichtern sukzessive die Akquirierung von Fördermitteln.
Städtebauförderung
Zur Umsetzung von konkreten Projekten sind die verschiedenen
Förderprogramme der Städtebauförderung wie z.B. Soziale Stadt,
Stadtumbau oder Aktive Stadt-und Ortsteilzentren zu erschließen.
Die Programme sind quartiersbezogen und beteiligungsorientiert
angelegt und integrieren soziale und städtebauliche Aspekte im
Rahmen der Erneuerung von Quartieren. Im Vorfeld der
Förderprogramme werden Integrierte Handlungsprogramme
aufgelegt, die auf der Grundlage einer umfassenden
Bestandsaufnahme konkrete Förderpositionen festlegen. Auch
diese vorbereitenden Untersuchungen sind partizipativ angelegt.
Um hier schon zu einem frühen Zeitpunkt weichenstellend tätig zu
werden, ist die Einbeziehung des Hauptverantwortlichen für die
Kampagne zielführend. Der Hauptverantwortliche sollte die
Mitarbeiter der Planungsämter kontinuierlich befragen, welche
Förderprogramme in Zukunft beworben werden. Eine aktive
Mitwirkung
an
der
Erstellung
der
Integrierten
Handlungsprogramme ist von dem Hauptverantwortlichen
einzufordern.
Ergänzende Fördertöpfe verschiedener Landesministerien
Ergänzend zur Städtebauförderung sind geeignete Fördertöpfe
aus den verschiedenen Fachministerien auf ihre Eignung für eine
Finanzierung von Projekten zu recherchieren. So könnten z.B.
Beteiligungsverfahren aus dem Topf der Jugendförderung des
Jugendministeriums beworben werden. Ein weiteres Augenmerk
ist zudem auf die verschiedenen Sonderförderungen
verschiedener Landesministerien zu legen, die möglicherweise
Schnittmengen zu den Kampagnenzielen aufweisen.
23
Erschließung geplanter Vorhaben der Stadtplanung
Nach wie vor wird geplant und gebaut. Es kommt darauf an so zu
bauen, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen
Berücksichtigung finden. So gilt es sicher zu stellen, dass zum
einen
die
definierten
Qualitäten
der
Kinderund
Jugendfreundlichkeit in die Planungsvorhaben integriert werden.
Zum anderen sind geeignete Planungsmaßnahmen für die
Integration von Beteiligungsmaßnahmen mit Kindern und
Jugendlichen zu erschließen. Die Kosten für die Beteiligung sind
als fachliche Bestandteile von Planungsprozessen aus den
jeweiligen Projekten zu finanzieren. Sind bei größeren
Planungsmaßnahmen
Verfahren
der
Bürgerbeteiligung
vorgesehen, ist darin die Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen zu integrieren, einschließlich ihrer Finanzierung.
Stiftungen
Im Rahmen eines intelligenten Fördermittelmanagements sind
geeignete Mittel Dritter wie z.B. Stiftungen auf ihre Eignung zur
Finanzierung von Projekten oder Teilprojekten zu recherchieren.
Relevant sind vor allem auch die lokalen Stiftungen wie z.B. die
Sparkassenstiftung oder Bürgerstiftungen, die in einigen
Kommunen gegründet worden sind. Auch private Organisationen
wie z.B. der Lionsclub, könnten für die Finanzierung von
Projekten angefragt werden.
Eigener Haushaltstitel
Zur flexiblen Finanzierung von Kleinprojekten ist für die
Kampagne und das daraus abgeleitete Handlungsfeld eine
eigene Haushaltsposition einzurichten. Daraus können z.B. kleine
Starterprojekte zeitnah umgesetzt werden.
24
8.
Zusammenfassung / Ausblick
Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“
ist der Auftakt für die kontinuierliche Verankerung der Belange
von Kindern und Jugendlichen in der räumlichen Planung. Ihre
fachlich angemessene Berücksichtigung muss zu einem
Bestandteil
im
Alltaghandeln
der
Stadtplanung
und
Stadterneuerung werden. Der Aspekt beinhaltet sowohl die
kontinuierliche Umsetzung von Qualitäten der Freiraumgestaltung
als auch die Verankerung der Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen in Prozessen der räumlichen Planung.
Hauptverantwortlicher
Die Umsetzung der Kampagnenziele bedarf einer zentralen
Steuerung, die einem Hauptverantwortlichen per Ratsmandat
zugeschrieben wird. Die Person hat die Aufgabe der Steuerung,
der Einberufung einer Arbeitsgruppe, der Organisation von
Beteiligungsverfahren sowie die Erstellung eines Monitorings.
Dafür ist eine Fachkraft mit entsprechenden Ressourcen
auszustatten.
Kooperationsstrukturen
Das Kampagnenziel und die damit verbundene Verankerung der
Zielsetzung in das Verwaltungshandeln ist keine Aufgabe eines
einzelnen Fachamtes. Die Umsetzung von Kinder- und
Jugendfreundlichkeit in die räumliche Planung ist als eine
Querschnittsaufgabe nur in der
Zusammenarbeit mit
verschiedenen Fachämtern umzusetzen. So gilt es, Strukturen zu
schaffen und zu verankern, die einen kontinuierlichen Austausch
von Ämtern der räumlichen Planung mit anderen Fachämtern wie
z.B. dem Bau-, Schul-, Sportamt ermöglicht. Dazu ist eine
Arbeitsgruppenstruktur erforderlich, bestehend aus einer
Kerngruppe aus den relevanten Ämtern, die von einem
Hauptverantwortlichen bestimmt und einberufen wird. Je nach
thematischem Bezug sind weitere Ämter punktuell mit
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hinzuzuziehen. Damit soll eine Reduzierung des bürokratischen
Aufwandes erreicht werden.
Politische Beratungsfolgen
Die Politik ist kontinuierlich in die Umsetzung und Weiterführung
der Kampagne einzubinden. Regelmäßig sind die relevanten
Ratsausschüsse über den Fortgang der Kampagne zu
informieren. Die so geschaffene Transparenz gegenüber der
Politik erleichtert die Herbeiführung positiver Beschlüsse.
Unterstützungsnetzwerke
Die Umsetzung der Kampagnenziele ist nicht Aufgabe von Politik
und Verwaltung allein. Vielmehr haben Akteure außerhalb der
Verwaltung eine wichtige Rolle einzunehmen und sind aktiv in die
Prozesse
einzubinden.
So
sind
z.B.
Schulen
und
Kindertagesstätten wichtige Partner bei der Organisation von
Beteiligungsverfahren.
Weitere
Akteure
sind
Naturschutzverbände, Verbände und Organisationen die Ziele der
Nahmobilität vertreten, Sportvereine und pädagogische
Einrichtungen. Sie sind aktiv in die Projekte einzubinden und
dauerhaft als Unterstützer zu gewinnen. Auch Eltern sind gezielt
als Unterstützer für die Umsetzung der Ziele und als aktive
Mitgestalter zu gewinnen. Dies betrifft im Besonderen den
Umgang mit der Nahmobilität, die sich nicht allein auf das Auto
stützen sollte. Für die bewegungsorientierte Stärkung des
Mobilitätsverhaltens ist die Arbeit mit Eltern eine wichtige
Aufgabenstellung für die Umsetzung der Kampagnenziele.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Kampagne und ihre Fortführung ist durch eine offensive und
intelligente Öffentlichkeitsarbeit zu stützen. Hier sind kreative
Formen gefragt, die Aufmerksamkeit erregen und in der
Öffentlichkeit überzeugend wirken. So sind z.B. die
Präsentationen von Beteiligungsergebnissen durch die beteiligten
Kinder und Jugendlichen öffentlichkeitswirksam zu inszenieren.
Zudem können Aktionen im Straßenraum anlässlich des
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Weltspiel- oder Weltkindertages genutzt werden, um die
Kampagnenziele im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Den
Kommunen stehen hierfür flankierend diverse Medien zur
Verfügung, die durch ihre Wort-Bildsprache das Anliegen der
Kampagne transportieren. Auch die Nutzung von neuen Medien
ist in eine zu entwickelnde Gesamtstrategie mit einzubeziehen.
Kinder und vor allem Jugendliche sind im Rahmen von
Beteiligungsprozessen zu befähigen, aktiv und authentisch ihre
Belange in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Ein wichtiges Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist die Herstellung von
Toleranz und Akzeptanz der Erwachsenen gegenüber Kindern
und Jugendlichen. Mit einer dauerhaft erzeugten positiven
Einstellung von Erwachsenen gegenüber jungen Bewohnern
verringert sich z.B. möglicherweise der Widerstand von
Bewohnern gegenüber der temporären Einrichtung von
Spielstraßen.
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Prozessberatung:
Die Kampagne wird gesteuert von:
Die
Gemeinde
Merzenich
wurde
betreut
von
der
Koordinierungsstelle Rheinland des Zukunftsnetz Mobilität beim:
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