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Beschlussvorlage (Konzept Mehr Freiraum für Kinder)

Daten

Kommune
Merzenich
Größe
901 kB
Datum
15.03.2018
Erstellt
27.02.18, 14:48
Aktualisiert
27.02.18, 14:48

Inhalt der Datei

Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für Alle! Konzept der Gemeinde Merzenich Dezember 2017 1 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 1.1 Ziele der NRW-Kampagne 1.2 Anlass / Motivation zur Bewerbung 1.3 Ausgangslage 1.4 Ziele der Gemeinde Merzenich Seite 3 4 5 5-6 2. Beratungsprozess im Rahmen der Kampagne 2.1 Sondierungsgespräch 6 2.2 Auftaktworkshop 7-9 2.3 Verstetigungsworkshop 9 3. Maßnahmen / Projekte vor der Kampagne 3.1 Kinder- und Jugendarbeit 10 3.2 Verkehrssicherheitstraining 10 - 11 3.3 Schülerlotsen 11 4. Maßnahmen während der Kampagne 4.1 Spielstraße auf Zeit 4.2 Streifzüge 11 - 12 12 - 13 5. Geplante Maßnahmen 13 - 19 6. Beteiligung 19 - 22 7. Finanzierung / Fördermöglichkeiten 22 - 24 8. Zusammenfassung / Ausblick 25 - 27 2 1. Einleitung 1.1 Ziele der NRW-Kampagne Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ hat zum Ziel, die eigenständige Mobilität von Kindern als Grundbedingung für die sichere Teilnahme am Verkehr zu fördern. Kinder, die sich eigenständig in ihrem Quartier bewegen können, stärken ihre Bewegungskompetenzen und wachsen gesund auf. Dabei stehen nicht nur die Sicherheit der Alltagswege im Vordergrund, sondern auch die Freiräume, die miteinander vernetzt und mit einem hohen Aufforderungscharakter dazu beitragen, dass Kinder sich vermehrt draußen aufhalten und bewegen. Die Kampagne fasst die Definition von „Kinder“ sehr weit: Es geht sowohl um Kinder der verschiedenen Altersgruppen als auch um Jugendliche und junge Erwachsene. Die hohe Übereinstimmung mit dem Ziel der fahrradund fußgängerfreundlichen Kommunen bedarf der Verknüpfung der beiden Strategieansätze. Im Rahmen der Kampagne sollen die bereits vorhandenen verschiedenen Projekte und Vorhaben der unterschiedlichen Fachplanungen und Ämter zusammengeführt zur Darstellung gebracht werden. Es gilt, in ihrer Zusammenschau die vielen positiven Ansätze in einer Kommune zu stärken, konzeptionell zusammenzuführen und das Augenmerk auf Kinder explizit zu integrieren. Über den Zeitraum der Kampagne hinaus sind Strukturen zu schaffen, die eine Kooperation verschiedener Fachämter sichern und so die Fortführung des Handlungsfeldes „Mehr Freiraum für Kinder“ verstetigen und somit langfristig zu guten Bedingungen des gesunden Aufwachsens von Kindern beitragen. 3 1.2 Anlass / Motivation zur Bewerbung Die Gemeinde Merzenich ist als erste Kommune des Kreises Düren dem Zukunftsnetz Mobilität NRW beigetreten. Das Zukunftsnetz Mobilität NRW ist ein landesweites, durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gegründetes Netzwerk für Kommunen (Gemeinden, Städte und Kreise). Dessen Zielsetzung und zentrale Aufgabe ist es, die Kommunen in der Ausgestaltung einer zukunftsfähigen, sicheren und nachhaltigen Mobilitätsentwicklung zu vernetzen und beraten. Die Mitgliedschaft ist für die Kommune kostenfrei. Jedoch versichert die Kommune die Umsetzung von zielgruppen- und standortspezifischen Mobilitätsmanagementmaßnahmen und Maßnahmen der Verkehrssicherheit. In diesem Sinne wird durch das Verkehrsplanungsbüro Rödel & Pachan GbR ein Mobilitätskonzept erstellt, in dem die Leitziele in der Mobilitätsstrategie der Gemeinde Merzenich bestimmt werden sollen. Die Fertigstellung des Konzeptes ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Ein wichtiger Baustein für die zukünftige Mobilitätsplanung stellen auch die Belange von Kinder und Jugendlichen dar. Wo sich Kinder wohl und sicher fühlen, steigt die Lebensqualität für alle Anwohnerinnen und Anwohner. Sichere Verkehrsverhältnisse, viel Raum für Bewegung, eine abwechslungsreiche Straßengestaltung, Sitzmöglichkeiten, weniger Autos – wo es Kommunen gelingt, diese Voraussetzungen zu schaffen, fühlen sich Bürgerinnen und Bürger wohl. Ältere Menschen können länger in ihrer gewohnten Umgebung leben. Die Integration unterschiedlicher Kulturen und Generationen kann einfacher gelingen. Unter diesen Gesichtspunkten hat sich die Gemeinde Merzenich dazu entschlossen, an der NRW-Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für Alle!“ teilzunehmen, um bei der Erstellung eines kommunalen Konzeptes zur kinderfreundlichen Straßenund Verkehrsraumgestaltung unterstützt zu werden. 4 1.3 Ausgangslage Merzenich ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Düren. Merzenich liegt direkt am östlichen Stadtrand von Düren in der Niederrheinischen Bucht und wird vom Ellebach durchflossen. Unmittelbar nördlich liegt der Braunkohle-Tagebau Hambach, der sich mit der Verlegung der A 4 und der Umsiedlung der Ortschaft Morschenich in das nördliche Gemeindegebiet vorschiebt. Das Gemeindegebiet ist 37,91 km² groß und liegt am östlichen Rand des Kreises Düren. Die Gemeinde Merzenich hat insgesamt 9.988 Einwohner. Der Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung beträgt 16,06 %. Neben zwei Grundschulen an den Standorten Merzenich (267 Schüler) und Golzheim (111 Schüler) unterhält die Gemeinde in einem Schulverband auch die Gesamtschule Niederzier / Merzenich. Die Jahrgänge 5 – 7 sind im Standort Merzenich untergebracht. Aus diesem Grund nutzen auch viele Kinder aus benachbarten Städten und Gemeinden den Verkehrsraum der Gemeinde Merzenich. Weiterhin unterhält die Gemeinde Merzenich in einem Trägerverein fünf Kindergärten. Drei davon im Zentralort Merzenich und jeweils einen in den Ortsteilen Morschenich ( zukünftig im Umsiedlungsstandort Morschenich-Neu ) und Girbelsrath. 1.4 Ziele der Gemeinde Merzenich Ziel der Gemeinde Merzenich ist es, mithilfe der individuellen Unterstützung im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für Alle!“ ein Konzept zu erstellen, dass den jungen Bewohnern auf Schul- und Freizeitwegen ein sicheres und selbstständiges Fortbewegen ermöglicht. Um das zu erreichen, soll das Konzept der Kampagne in das Mobilitätskonzept der Gemeinde einfließen. Als besonders wichtige Handlungsfelder erachtet die Gemeinde dabei, Verkehrsstrukturen kinderfreundlich umzugestalten, die Belange von Kindern bei neuen Bebauungsplänen zu beachten, 5 verschiedene Kinderanlaufstellen wie Spielplätze, Jugendtreffs, Schulen usw. besser und sicherer zu vernetzen und den Spaß an der Bewegung im Freien zu fördern. Dabei möchte die Gemeinde Kinder und Jugendliche direkt beteiligen. Gute Möglichkeiten sind Straßenbegehungen mit Kindern, bei denen die kleinen Bürgerinnen und Bürger aus ihrer Sicht auf potenzielle Gefahrenstellen hinweisen können. Auch im Rahmen des Jugendforums haben bereits jetzt Jugendliche die Möglichkeit, ihre Interessen einzubringen. Die Maßnahme aus der Kampagne sollen so gut wie möglich umgesetzt werden. 2. Beratungsprozess im Rahmen der Kampagne Im Rahmen der Kampagne standen der Gemeinde Merzenich mehrere Beratungsstunden durch das Planungsbüro Stadtkinder zur Verfügung. Diese Stunden wurden unter anderem für Gespräche und Workshops genutzt. 2.1 Sondierungsgespräch Am 07.11.2016 begrüßte Bürgermeister Georg Gelhausen Vertreterinnen und Vertreter vom Planungsbüro Stadtkinder, dem Fachbereich Bauen und Planen sowie dem Fachbereich Bürgerdienste und Mobilität. Als Einführung wurden der Gemeinde Merzenich zunächst die Ziele und Medien der Kampagne vorgestellt. Weiterhin wurden bereits einige Themen gesammelt, die im weiteren Beratungsverlauf thematisiert werden können / sollen. Dazu zählten zum Beispiel das Mobilitäts- und Freizeitwegekonzept, die Spielstraße auf Zeit und die Möglichkeit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Des Weiteren konnten der Ablauf und Teilnehmerkreis des Auftaktworkshops festgelegt werden. 6 2.2 Auftaktworkshop Am 16.01.2017 wurde der Auftaktworkshop im Ratssaal der Gemeinde Merzenich durchgeführt. Zum Workshop eingeladen waren neben dem Planungsbüro Stadtkinder folgende Ämter und politische Vertreter: > Fachbereich Bürgerdienste und Mobilität > Fachbereich Bauen und Planen > Kinder- und Jugendarbeit > Mobile Jugendarbeit > Stabstelle Mobilität, Kreis Düren > Zukunftsnetz Mobilität NRW > Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Strukturentwicklung > Vorsitzender des Bauausschusses Ziel des Workshops war die Erarbeitung von Themen, Qualitäten und konkreten Projekten für die Umsetzung der Kampagne. Zur Ermittlung der Qualitäten für Merzenich wurden den Teilnehmern fünf Plakate mit einer großen Auswahl an Qualitätszielen zu verschiedenen Themen präsentiert. Aufgabe war es nun die einzelnen Themen / Qualitäten zu bewerten. Durch dieses Bewertungsverfahren konnte herausgearbeitet werden, welche Qualitäten für die Gemeinde Merzenich wichtig sind. Folgende Qualitäten wurden am häufigsten genannt: 7 Verkehr und Mobilität Qualitätsziel Nennungen Temporäre Nutzung des Straßenraumes für Spiel, Bewegung und Begegnung Schließung von Lücken im innerörtlichen und überregionalen Rad- und Fußwegenetz Straßenbegleitende Gehwege großzügig und variantenreich gestalten z.B. durch wegbegleiten Balancierelementen 5 3 3 Grün- und Freiräume Qualitätsziel Nennungen Mehrfachnutzung von Grünflächen als Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsbereiche ermöglichen Naturspielräume als einen Baustein eines Freiraumsystems anbieten Entwicklung und Stärkung von Grünflächen für Aufenthalt und Naherholung aller Generationen 3 3 2 Spiel und Sport Qualitätsziel Nennungen Veränderungsoffene Gestaltung von Spielplätzen Erreichbarkeit von Spielplätzen und Sicherung der Übergänge zum Verkehrsraum gewährleisten Schaffung attraktiver Wasserspielbereiche 5 3 2 Wohnumfeld und Öffentlicher Raum Qualitätsziel Mehrfachnutzung vorhandener Flächen Spiel- und Aufenthalt von Kindern, Erwachsenen auf Plätzen zulassen Nennungen Jugendlichen und 2 2 Beteiligung von jungen Menschen Qualitätsziel Nennungen Frühzeitige Einbindung von Kindern und Jugendlichen und ihren Ideen in die Planungsphase Beteiligung von Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen an der baulichen Umsetzung 6 2 8 Basierend auf diesen Qualitätszielen erfolgte anschließend die inhaltliche Bearbeitung. Ziel war es unter anderem bestehende Projekte mit den Qualitätszielen zu verbinden und somit im Sinne der Kampagne zu qualifizieren. Zudem wurden neue Projektideen / Maßnahmen herausgearbeitet. In dieser Beratungsrunde hat sich gezeigt, dass neue Ideen voranzutreiben sind, die zu mehr Lebensqualität für alle Bewohner führen. 2.3 Verstetigungsworkshop Am 14.12.2017 folgte der Verstetigungsworkshop im Rathaus der Gemeinde Merzenich. Zunächst wurden die Anwesenden über die Inhalte des bisherigen Beratungsprozesses und über die Ergebnisse der bereits durchgeführten Projekte in Kenntnis gesetzt. Ziel dieser Veranstaltung war es jedoch vorrangig, wie die aus dem Auftaktworkshop ausgewählten Qualitätsziele und das Qualitätsziel der Kinder- und Familienfreundlichkeit im Verwaltungsablauf verankert werden können. Hierzu konnte ein grobes Schema erarbeitet werden. Neben der Umsetzung von einzelnen Projekten ist eine strategische Positionierung der Gemeinde unerlässlich. Dazu gehört neben der Verstetigung von Kinder- und Jugendbeteiligung auch die regelmäßige Kooperation und Kommunikation verschiedener Fachämter. Unerlässlich ist es, klare Regelungen und Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung zu treffen, um dieses Thema zukünftig zu verstetigen. Es gilt, das Konzept der Kampagne mit dem Mobilitätskonzept sowie dem Dorfinnenentwicklungskonzept zu verknüpfen und die Synergien der verschiedenen Konzepte zu nutzen. 9 3. Maßnahmen / Projekte vor der Kampagne 3.1 Kinder- und Jugendarbeit Im Bürgerhaus der Gemeinde Merzenich findet die Offene Kinderund Jugendarbeit statt. Betreut werden Kinder und Jugendliche von 6 – 26 Jahren. Hierfür stehen das Foyer, 3 Gruppenräume und ein Büro zur Verfügung. Im Keller befindet sich ein kleiner Discokeller. Weiterhin besteht, in Absprache mit den anderen Nutzern des Bürgerhauses, die Möglichkeit eine Küche, einen Saal und eine Kegelbahn zu nutzen. Um die Belange der Kinder, Teenies und Jugendlichen kümmern sich drei hauptamtliche Fachkräfte (1 Sozialarbeiter, 1 Sozialpädagogin und eine Erzieherin). Es finden wöchentlich Angebote (Offener Treff, Kochen, Sportangebote etc.) für alle Altersklassen statt. Außerdem werden Wochenendausflüge angeboten, z. B. ins Musical, zum Schlittschuhlaufen, ins Schwimmbad, in Freizeitparks. In den Oster-, Sommer- und Herbstferien gibt es für alle Altersgruppen ein Ferienprogramm in Form von Ferienspielen, Tagesausflügen oder mehrtägigen Fahrten. Seit dem 1. Januar 2012 gibt es zusätzlich die Mobile Jugendarbeit. Ein Konzept wurde entwickelt, mit dem auch die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde erreicht werden sollen, die nicht den Offenen Treff des Bürgerhauses nutzen. Es ist uns wichtig zu diesen Kindern und Jugendlichen Kontakt aufzubauen, denn auch sie benötigen eine Anlaufstelle neben Schule und Elternhaus. 3.2 Verkehrssicherheitstraining Die Verkehrssicherheitsarbeit stellt nach wie vor einen Schwerpunkt polizeilicher Präventionsarbeit dar. Daher führt die Kreispolizeibehörde Düren gemeinsam mit den Grundschulen und Kindergärten in Merzenich regelmäßig verkehrserzieherische Maßnahmen durch. Unter anderem wird mit den Kindern aus dem 10 Kindergarten ein sogenanntes Bordstein-Training durchgeführt. Hier wird den Kindern gezeigt, wie mache ich den verschiedensten Verkehrsteilnehmern meine Anwesenheit deutlich und wie komme ich am sichersten über die Straße. Weiterhin bietet die Polizei Grundschulkindern eine Fahrradausbildung an. Hier werden Schüler aus der 4. Klasse zunächst im Unterricht theoretisch auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt dann der praktische Teil im Straßenverkehr. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Kinder auf die Teilnahme am Straßenverkehr in geeigneter Weise vorzubereiten. 3.3 Schülerlotsen Seit einigen Jahren sind Eltern und auch Senioren als Schulweghelfer aktiv. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, vor Schulbeginn und nach Schulschluss jüngere und unerfahrene Mitschüler über die Straße zu führen und ihren Weg an gefährlichen Stellen zu sichern. Schülerlotsen sind keine kleinen Aushilfspolizisten. Regelnd in den fließenden Verkehr eingreifen dürfen sie nicht. Sie müssen warten, bis sich im Verkehrsfluss eine genügend große Lücke ergibt, durch die sie die jüngeren Schüler - möglichst in Gruppen über die Straße führen. Bevor sie losgehen, signalisieren sie Autofahren mit ihrer Winkerkelle, dass Schüler die Fahrbahn überqueren möchten. 4. Maßnahmen während der Kampagne 4.1 Spielstraße auf Zeit Jedes Jahr werden von den Mitarbeitern der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde Merzenich Ferienspiele organisiert. Eine Woche lang können Kinder an den verschiedensten Aktivitäten teilnehmen. 11 Im Rahmen der Eröffnung der Ferienspiele 2017 wurde in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Straßenverkehrsamt ein öffentlicher Bereich gesperrt und den teilnehmenden Kindern als Spiel- und Bewegungsfläche zur Verfügung gestellt. Eingebunden in verschiedene Spielstationen wurden die Kinder vom Planungsbüro Stadtkinder zum Platz vor dem Bürgerhaus befragt. Im Fokus standen folgende Fragen: > Was mache ich auf dem Platz vor dem Bürgerhaus? > Warum gehe ich dorthin? > Was sind mein Ideen für den Platz? Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder ein feines Gespür für den öffentlichen Raum haben und sich mit wichtigen Themen befassen. Die Ideen umfassen nicht nur klassische Spielelemente, sondern auch Anregungen zum Stadtbild. Vor allem in Bezug auf die Aufenthaltsqualität des Platzes hatten die Kinder zahlreiche Ideen, um diese zu verbessern. Die Ergebnisse wurden in einer Dokumentation zusammengefasst und nun muss mit den betroffenen Fachämtern überlegt werden, an welchen Stellen einzelne Anregungen umgesetzt werden können. 4.2 Streifzüge Streifzüge haben sich als eine sehr effektive qualitative Methode der Spielraumforschung erwiesen. Durch diese Methode werden Wegebeziehungen erfasst und Verkehrswege bewertet. 12 In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Stadtkinder und der Grundschule Merzenich wurden am 11.10.2017 sogenannte Streifzüge mit Kindern der Grundschule durchgeführt. Aufgeteilt in drei Gruppen benannten uns die Kinder ihre Treffpunkte und Lieblingsorte und zeigten ebenso auf, wo aus ihrer Sicht Problemstellen und Gefahrenzonen im Straßenverkehr bestehen. Die Ergebnisse wurden in einer Dokumentation zusammengefasst. 5. Geplante Maßnahmen Bereits beim Auftaktworkshop konnten die Leitziele des Konzeptes erarbeitet werden. Im weiteren Prozess der Kampagne wurden die Inhalte dieser Leitziele konkretisiert. Es handelt sich um folgende Tätigkeitsfelder: > Verbesserung der Verkehrssicherheit > Naherholungsgebiet > Freizeit und Wegekonzept > Temporäre Aktionen > Gestaltung des öffentlichen Raums 13 Verbesserung der Verkehrssicherheit Hauptaufgabe ist die Förderung des Mobilitätsverhaltens von Kindern hin zu einer sicheren und selbstständigen Teilnahme am Straßenverkehr. Geh-Spaß statt Elterntaxi Vor den Schultoren stauen sich die „Elterntaxis“, Verkehrsteilnehmer behindern sich gegenseitig und es kommt mitunter zu gefährlichen Situationen. Dies sind alltägliche Bilder im morgendlichen und abendlichen Schulverkehr. Diesem Trend will die Gemeinde Merzenich entgegenwirken. Kinder erleben ihren Alltag zu Fuß, mit dem Rad oder Roller ganz anders als durch das Autofenster. Sie lernen und erfahren wie sie selbstständig Wege zurücklegen können. Das Projekt „Geh-Spaß statt Elterntaxi“ beinhaltet folgende Bausteine: > Schul- und Freizeitwegeplanung Voraussetzung für die selbstständige Mobilität von Kindern ist ein Schulweg, der von den Kindern bewältigt werden kann. Er darf keine besonderen Gefahren aufweisen. Die Ergebnisse der Streifzüge spielen hierbei eine bedeutende Rolle. So zeigten die Kinder bereits auf, dass durch die Einrichtung eines Parkverbotes (lediglich ein Parkplatz) eine enorme Sichtverbesserung auf den fließenden Straßenverkehr erreicht werden kann. Auch die Nutzung von autofreien Gassen ist für die Kinder sehr attraktiv. Jedoch die Nutzung aufgrund beschränkter Beleuchtung sehr gering. Hier kann mit kleinstem Aufwand der Schulweg verbessert und sicherer gestaltet werden. > Einrichtung von Hol- und Bringzonen / Walking Bus Nicht alle Kinder können ihren Schulweg vollständig zu Fuß bewältigen. Um den Kindern trotzdem zu ermöglichen einen Stück des Schulweges eigenständig zurückzulegen und gleichzeitig die oft gefährliche Verkehrssituation vor den Schulen zu entschärfen, bietet sich die Einrichtung von Hol- und Bringzonen an. Diese Elternhaltestellen werden mit einem geeigneten Abstand zum Schulumfeld an verkehrsgünstigen Standorten eingerichtet. 14 Den restlichen Weg legen die Kinder eigenständig und zu Fuß zurück, damit das Verkehrschaos vor den Schulen ausbleibt. An den Haltestellen können zusätzlich Laufgemeinschaften (Walking Bus) gegründet werden. > Beteiligung der Eltern Damit die geplanten Maßnahmen greifen, müssen vorab die Eltern entsprechend aufgeklärt werden. Auch die Eltern müssen bereit sein, mit ihrem Verhalten dazu beizutragen, die Mobilitätskompetenz der Kinder zu fördern und eine selbstständige Mobilität ihres Kindes zuzulassen. Naherholungsgebiet Seit dem 25.04.2002 bietet das Naherholungsgebiet Jung und Alt in Merzenich einen weiteren kulturellen und sozialen Mittelpunkt. Es weist den Charakter einer Naturlandschaft auf, welcher sowohl vom Heidepfad als auch Steinweg zugänglich ist. Im Bereich des Steinweges sind entsprechende Pkw-Stellplätze vorhanden. Aufgrund der unterschiedlichen Gestaltung kann das Naherholungsgebiet auf vielfältige Weise genutzt werden. Flora und Fauna: Der angelegte Baumlehrpfad mit insgesamt 35 unterschiedlichen Arten trägt ebenso zur Begrünung des Gebietes bei, wie die nördliche Randbepflanzung die sehr intensiv und landschaftsgerecht geplant wurde. Auch innerhalb der Anlage tragen lockere Halbbaumreihen und Obstbäume zur Gestaltung bei. Zu den unterschiedlichen Anpflanzungen des Gebietes gehören auch mehrere Wechselfeuchtbiotope. Sie integrieren zusätzlich Gehölz- und Staudenarten in den Park. Spielen und Sport im Park: In Zeiten des Internets und der Spielekonsole, soll den Kindern hier das ungestörte Toben und Spielen möglich gemacht werden. Mitten in der Natur gelegen befinden sich im südlichen Bereich zwei große Spielbereiche. Zugunsten der kleineren Kinder 15 wurden im Jahr 2016 die in die Jahre gekommen Spielgeräte zurückgebaut und durch neue ersetzt. Zum einen handelt es ich hierbei um eine Kletterpyramide, eine Spielkombination, ein Rondell und zwei Wipptiere. In naher Zukunft sollen weitere Spielgeräte hinzugefügt. Den älteren Kindern und Jugendlichen steht im Naherholungsgebiet ein Kombinations-Kleinspielfeld zur Verfügung, auf dem alle Ballspielarten gespielt werden können. Unmittelbar angrenzend ist darüber hinaus eine Skaterbahn vorhanden. Für diejenigen die sich sportlich betätigen möchten ist entlang des Baumlehrpfades ein Trimmpfad mit 10 Stationen angelegt, welcher direkt an die 1000m Laufstrecke angrenzt. Somit wird im Naherholungsgebiet den Interessen nahezu aller Altersgruppen Rechnung getragen und es bietet Familien eine gute Erholungs- und Aufenthaltsqualität direkt am Rande von Merzenich. Im Rahmen des Auftaktworkshop wurde bereits erkannt, dass das Naherholungsgebiet enormes Entwicklungspotenzial besitzt. Durch eine Umfrage von ortsansässigen Kindern konnten weitere Wünsche in Erfahrung gebracht und ein weiteres Spielgerät realisiert werden. Es gilt weiterhin, multifunktionale Orte zu schaffen, die für alle Generationen attraktiv sind. In diesem Sinne sind weitere Beteiligungsverfahren vorgesehen. Des Weiteren ist die fußläufige Erreichbarkeit des Naherholungsgebietes vom Steinweg aus zu überprüfen und ggfls. zu optimieren. 16 Freizeit- und Wegekonzept Der Tagebau Hambach beansprucht in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Flächen, die heute der Naherholung dienen. Erst nach Ende der Braunkohlengewinnung zur Mitte des Jahrhunderts können sie wieder nutzbar gemacht werden. Dies sind rd. 650 Hektar auf dem Kerpener Stadtgebiet und rund 270 Hektar auf dem Gemeindegebiet von Merzenich Bessere Wege, mehr Grün, zusätzliche Informationen: RWE Power baut am Südrand des Tagebaus Hambach Wirtschaftswege und Grünstreifen aus, um den Freizeitwert der Landschaft zu steigern. Das sogenannte Freizeitwegekonzept wurde von dem Unternehmen finanziert und mit der Gemeinde Merzenich und der Stadt Kerpen entwickelt. Merzenich, Morschenich, Golzheim und Buir sollen auch für Radfahrer und Fußgänger besser untereinander vernetzt werden. Zudem werden eine Skaterstrecke eingerichtet, eine Grillhütte aufgestellt und Rundwege ausgeschildert. An sogenannten „Erzählstationen“ informieren Tafeln zum Beispiel über das Artenschutzprogramm des Tagebaus Hambach und die Verlegung von A 4 und Kohlebahn. Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für Alle!“ ist es zielführend, nicht ausschließlich die Wege gut auszugestalten, sondern auch weitere Qualitäten zu integrieren. Dabei sollte die Attraktivität der Wege als Natur- und Bewegungserlebnis im Fokus stehen. Zum Beispiel über wegbegleitende motorische Erfahrungsfelder, Verweilstationen oder Spielanreize. Eine Beteiligung der Nutzer ist dabei anzustreben. Beispielsweise im Rahmen von moderierten Begehungen oder Fahrradtouren. Temporäre Aktionen Maßnahmen der kinder- und familienfreundlichen Stadt- und Verkehrsplanung müssen nicht immer für die Ewigkeit sein. So könnte beispielsweise eine temporäre Aktion wie die 17 „Spielstraße auf Zeit“ ergänzende Freiräume für einen begrenzten Zeitraum schaffen. Spielstraße auf Zeit Bereits im Rahmen der Ferienspiele konnte festgestellt werden, dass diese Aktionen geeignet sind, um Kindern die Möglichkeit zu bieten, Flächen zurückzuerobern die ihnen aufgrund des fließenden Straßenverkehrs sonst nicht zum Spielen und Bewegen zur Verfügung stehen. Es ist geplant, jährlich eine temporäre Aktion in der Gemeinde Merzenich durchzuführen. Die Örtlichkeiten sollen dabei variieren. Kinder sollen bei der Findung von geeigneten Flächen beteiligt werden. Weiterhin sollen Umfragen durchgeführt werden, welche anderen Aktionen sich Kinder vorstellen können. Als mögliche Alternative kommen zum Beispiel „blühende Plätze“ in Betracht. Hier können Kinder auf einem abgesperrten Bereich kreativ sein (z.B. durch Malaktionen). Gestaltung des öffentlichen Raums Die Kampagne eröffnet in Merzenich die Chance, den öffentlichen Raum für Kinder und Jugendliche zu attraktivieren und die Zielgruppe an diesem Prozess zu beteiligen. Schon während der Umfrage im Rahmen der Ferienspiele konnte in Erfahrung gebracht werden, was Kinder sich vorstellen, damit der öffentliche Raum für sie attraktiver gestaltet werden kann. Folgende Themenfelder sind für die Kinder besonders wichtig: > Aufenthalt und Sitzen  Überdachter Sitzbereich  Liegen  Hängematte 18 > Spiel und Bewegung  Tischtennisplatte  Klettergerüst  Balancierelemente > Sauberkeit und Stadtbild  Blumen  Bänke anmalen  Öffentliche Toilette  Gepflegte Anlagen > Ergänzende Angebote  Open-Air-Kino  Maltafel  Lebensgroßes Schach / Mensch ärgere dich nicht Im weiteren Verfahren ist nun mit den zuständigen Fachämtern zu erörtern, wie die Ideen der Kinder berücksichtigt werden können und auf welchen Flächen einzelne Anregungen umsetzbar sind. Wichtig ist es, kreativ und innovativ zu denken und zum Beispiel auch Mitbauaktionen anzudenken. Der gemeinsame Bau von Sitzpodesten oder Holzliegen kann das Gemeinschaftsgefühl stärken und ganz neue Qualitäten schaffen. 6. Beteiligung Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wurde in Merzenich bisher bei Planungs- und Bauprojekten überwiegend nicht berücksichtigt. Als Qualitätsziel wurde im Auftaktworkshop erarbeitet, dass insbesondere die frühzeitige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Planungsprozessen und bei der Umsetzung von Projekten von Bedeutung ist. Auch die generationsübergreifende Beteiligung von Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen wird als wichtiges Ziel angesehen. Wichtig ist 19 die ernsthafte Einbindung der jungen Generation über ansprechende Formate und Methoden. Eine größtmögliche Transparenz ist dabei anzustreben, um beispielsweise lange Phasen zwischen Beteiligung und Umsetzung deutlich zu machen. Kinder und Jugendliche erfahren zudem durch ihre aktive Mitwirkung an Vorhaben der Stadtplanung und Stadtentwicklung eine Selbstwirksamkeit – sie fühlen sich von Politik und Verwaltung ernst genommen, was ihre Bindungskraft an die Gemeinde Merzenich in hohem Maße stärkt. In der aktiven Auseinandersetzung mit Themen der Gemeindeentwicklung lernen sie, wie Planungsprozesse funktionieren. Von daher ist die Herstellung von Transparenz im Rahmen von Maßnahmen und Vorhaben der Gemeindeentwicklung ein wichtiger Aspekt der Beteiligung. Die Beteiligung von jungen Bürgern ist eine Gemeinschaftsaufgabe und kann nicht allein von der Verwaltung und der Politik bewältigt werden. Beteiligung braucht Partner wue zum Beispiel Schulen, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Verbände. Quelle: Planungsbüro STADTKINDER 20 Als geeignete Beteiligungsformate haben sich in der Gemeinde Merzenich bereits bewährt: > Jugendforum Durch ein Orga-Team der Offenen Jugendarbeit werden alle Jugendlichen aus der Gemeinde Merzenich eingeladen. Mit Vertretern des Gemeinderates und der Verwaltung, können die Jugendlichen über verschiedenste Angelegenheiten diskutieren. Sie haben vor allem die Möglichkeit über das zu berichten, was aus ihrer Sicht in Merzenich schlecht bzw. gut läuft. Ebenso werden in verschiedenen Workshops Projekte erarbeitet. > Streifzüge Siehe Ausführungen auf Seite 12. > Umfragen Umfragen können dazu dienen, systematisch Informationen über Einstellungen, Meinungen, Wissen und Verhaltensweisen von Menschen zu erhalten. Sie können online oder klassisch in Papierform durchgeführt werden. 21 Weitere Beteiligungsformate könnten sein: > Mental Maps Die Erstellung von subjektiven Landkarten oder „Mental Maps“ dienen dazu, die Nutzungsmuster und subjektiven Bedeutung von räumlichen Strukturen abzubilden. So können zum Beispiel belastbare Aussagen zu den Schul- und Freizeitwegen ermöglicht werden und so den Schulwegsicherungsplänen zu Grunde gelegt werden. > Planungswerkstatt Die Planungswerkstatt ist eine Beteiligungsmethode, die sich auf die Gestaltung von konkreten Orten und Flächen bezieht. > Zukunftswerkstatt Die Zukunftswerkstatt ist ein geeignetes Format zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an übergeordneten Themen und großräumigen Planungen wie zum Beispiel die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes. > Umsetzung Auch an der baulichen Umsetzung sind Kinder und Jugendliche zu beteiligen. Dadurch wird ihnen signalisiert, dass sie ernst genommen werden und auch etwas passiert. 7. Finanzierung / Fördermöglichkeiten Der Verweis auf fehlende Finanzen ist das oftmals vorschnell vorgebrachte Argument für die fehlenden Möglichkeiten von Umsetzungen der Kampagnenziele. In der offensiven Akquirierung von finanziellen Mitteln liegen in hohem Maße Potenziale, die es im Rahmen eines offensiven 22 Finanzierungsmanagements zu erschließen gilt. Die Finanzierung von Maßnahmen und Vorhaben, die sich aus der Umsetzung von Zielen der Kampagne ergeben, ist eine Daueraufgabe, die im Rahmen eines Finanzierungsmanagements kontinuierlich umzusetzen ist. Die mit der Daueraufgabe erlangten Routinen erleichtern sukzessive die Akquirierung von Fördermitteln. Städtebauförderung Zur Umsetzung von konkreten Projekten sind die verschiedenen Förderprogramme der Städtebauförderung wie z.B. Soziale Stadt, Stadtumbau oder Aktive Stadt-und Ortsteilzentren zu erschließen. Die Programme sind quartiersbezogen und beteiligungsorientiert angelegt und integrieren soziale und städtebauliche Aspekte im Rahmen der Erneuerung von Quartieren. Im Vorfeld der Förderprogramme werden Integrierte Handlungsprogramme aufgelegt, die auf der Grundlage einer umfassenden Bestandsaufnahme konkrete Förderpositionen festlegen. Auch diese vorbereitenden Untersuchungen sind partizipativ angelegt. Um hier schon zu einem frühen Zeitpunkt weichenstellend tätig zu werden, ist die Einbeziehung des Hauptverantwortlichen für die Kampagne zielführend. Der Hauptverantwortliche sollte die Mitarbeiter der Planungsämter kontinuierlich befragen, welche Förderprogramme in Zukunft beworben werden. Eine aktive Mitwirkung an der Erstellung der Integrierten Handlungsprogramme ist von dem Hauptverantwortlichen einzufordern. Ergänzende Fördertöpfe verschiedener Landesministerien Ergänzend zur Städtebauförderung sind geeignete Fördertöpfe aus den verschiedenen Fachministerien auf ihre Eignung für eine Finanzierung von Projekten zu recherchieren. So könnten z.B. Beteiligungsverfahren aus dem Topf der Jugendförderung des Jugendministeriums beworben werden. Ein weiteres Augenmerk ist zudem auf die verschiedenen Sonderförderungen verschiedener Landesministerien zu legen, die möglicherweise Schnittmengen zu den Kampagnenzielen aufweisen. 23 Erschließung geplanter Vorhaben der Stadtplanung Nach wie vor wird geplant und gebaut. Es kommt darauf an so zu bauen, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen Berücksichtigung finden. So gilt es sicher zu stellen, dass zum einen die definierten Qualitäten der Kinderund Jugendfreundlichkeit in die Planungsvorhaben integriert werden. Zum anderen sind geeignete Planungsmaßnahmen für die Integration von Beteiligungsmaßnahmen mit Kindern und Jugendlichen zu erschließen. Die Kosten für die Beteiligung sind als fachliche Bestandteile von Planungsprozessen aus den jeweiligen Projekten zu finanzieren. Sind bei größeren Planungsmaßnahmen Verfahren der Bürgerbeteiligung vorgesehen, ist darin die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu integrieren, einschließlich ihrer Finanzierung. Stiftungen Im Rahmen eines intelligenten Fördermittelmanagements sind geeignete Mittel Dritter wie z.B. Stiftungen auf ihre Eignung zur Finanzierung von Projekten oder Teilprojekten zu recherchieren. Relevant sind vor allem auch die lokalen Stiftungen wie z.B. die Sparkassenstiftung oder Bürgerstiftungen, die in einigen Kommunen gegründet worden sind. Auch private Organisationen wie z.B. der Lionsclub, könnten für die Finanzierung von Projekten angefragt werden. Eigener Haushaltstitel Zur flexiblen Finanzierung von Kleinprojekten ist für die Kampagne und das daraus abgeleitete Handlungsfeld eine eigene Haushaltsposition einzurichten. Daraus können z.B. kleine Starterprojekte zeitnah umgesetzt werden. 24 8. Zusammenfassung / Ausblick Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ ist der Auftakt für die kontinuierliche Verankerung der Belange von Kindern und Jugendlichen in der räumlichen Planung. Ihre fachlich angemessene Berücksichtigung muss zu einem Bestandteil im Alltaghandeln der Stadtplanung und Stadterneuerung werden. Der Aspekt beinhaltet sowohl die kontinuierliche Umsetzung von Qualitäten der Freiraumgestaltung als auch die Verankerung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Prozessen der räumlichen Planung. Hauptverantwortlicher Die Umsetzung der Kampagnenziele bedarf einer zentralen Steuerung, die einem Hauptverantwortlichen per Ratsmandat zugeschrieben wird. Die Person hat die Aufgabe der Steuerung, der Einberufung einer Arbeitsgruppe, der Organisation von Beteiligungsverfahren sowie die Erstellung eines Monitorings. Dafür ist eine Fachkraft mit entsprechenden Ressourcen auszustatten. Kooperationsstrukturen Das Kampagnenziel und die damit verbundene Verankerung der Zielsetzung in das Verwaltungshandeln ist keine Aufgabe eines einzelnen Fachamtes. Die Umsetzung von Kinder- und Jugendfreundlichkeit in die räumliche Planung ist als eine Querschnittsaufgabe nur in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachämtern umzusetzen. So gilt es, Strukturen zu schaffen und zu verankern, die einen kontinuierlichen Austausch von Ämtern der räumlichen Planung mit anderen Fachämtern wie z.B. dem Bau-, Schul-, Sportamt ermöglicht. Dazu ist eine Arbeitsgruppenstruktur erforderlich, bestehend aus einer Kerngruppe aus den relevanten Ämtern, die von einem Hauptverantwortlichen bestimmt und einberufen wird. Je nach thematischem Bezug sind weitere Ämter punktuell mit 25 hinzuzuziehen. Damit soll eine Reduzierung des bürokratischen Aufwandes erreicht werden. Politische Beratungsfolgen Die Politik ist kontinuierlich in die Umsetzung und Weiterführung der Kampagne einzubinden. Regelmäßig sind die relevanten Ratsausschüsse über den Fortgang der Kampagne zu informieren. Die so geschaffene Transparenz gegenüber der Politik erleichtert die Herbeiführung positiver Beschlüsse. Unterstützungsnetzwerke Die Umsetzung der Kampagnenziele ist nicht Aufgabe von Politik und Verwaltung allein. Vielmehr haben Akteure außerhalb der Verwaltung eine wichtige Rolle einzunehmen und sind aktiv in die Prozesse einzubinden. So sind z.B. Schulen und Kindertagesstätten wichtige Partner bei der Organisation von Beteiligungsverfahren. Weitere Akteure sind Naturschutzverbände, Verbände und Organisationen die Ziele der Nahmobilität vertreten, Sportvereine und pädagogische Einrichtungen. Sie sind aktiv in die Projekte einzubinden und dauerhaft als Unterstützer zu gewinnen. Auch Eltern sind gezielt als Unterstützer für die Umsetzung der Ziele und als aktive Mitgestalter zu gewinnen. Dies betrifft im Besonderen den Umgang mit der Nahmobilität, die sich nicht allein auf das Auto stützen sollte. Für die bewegungsorientierte Stärkung des Mobilitätsverhaltens ist die Arbeit mit Eltern eine wichtige Aufgabenstellung für die Umsetzung der Kampagnenziele. Öffentlichkeitsarbeit Die Kampagne und ihre Fortführung ist durch eine offensive und intelligente Öffentlichkeitsarbeit zu stützen. Hier sind kreative Formen gefragt, die Aufmerksamkeit erregen und in der Öffentlichkeit überzeugend wirken. So sind z.B. die Präsentationen von Beteiligungsergebnissen durch die beteiligten Kinder und Jugendlichen öffentlichkeitswirksam zu inszenieren. Zudem können Aktionen im Straßenraum anlässlich des 26 Weltspiel- oder Weltkindertages genutzt werden, um die Kampagnenziele im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Den Kommunen stehen hierfür flankierend diverse Medien zur Verfügung, die durch ihre Wort-Bildsprache das Anliegen der Kampagne transportieren. Auch die Nutzung von neuen Medien ist in eine zu entwickelnde Gesamtstrategie mit einzubeziehen. Kinder und vor allem Jugendliche sind im Rahmen von Beteiligungsprozessen zu befähigen, aktiv und authentisch ihre Belange in der Öffentlichkeit zu vertreten. Ein wichtiges Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist die Herstellung von Toleranz und Akzeptanz der Erwachsenen gegenüber Kindern und Jugendlichen. Mit einer dauerhaft erzeugten positiven Einstellung von Erwachsenen gegenüber jungen Bewohnern verringert sich z.B. möglicherweise der Widerstand von Bewohnern gegenüber der temporären Einrichtung von Spielstraßen. 27 Prozessberatung: Die Kampagne wird gesteuert von: Die Gemeinde Merzenich wurde betreut von der Koordinierungsstelle Rheinland des Zukunftsnetz Mobilität beim: 28