Daten
Kommune
Kreis Euskirchen
Größe
133 kB
Datum
13.06.2018
Erstellt
12.07.18, 09:00
Aktualisiert
12.07.18, 09:00
Stichworte
Inhalt der Datei
Euskirchen, 14.06.2018
NIEDERSCHRIFT
über das Ergebnis der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung,
Tourismus und Konversion Vogelsang und des Ausschusses für Planung, Umwelt und
Verkehr am 13.06.2018 im Sitzungssaal 1 des Kreishauses in Euskirchen, Jülicher Ring 32
Beginn der Sitzung:
Ende der Sitzung:
16:00 Uhr
16:59 Uhr
Anwesend sind
a) der stellv. Vorsitzende
der Vorsitzende
Häger, Norbert, Euskirchen (SPD)
Schmitz, Hans, Mechernich (SPD)
b) die Mitglieder
CDU
Beul, Ursula, Mechernich vertritt Herrn Johannes Esser
Engels, Hans-Josef, Weilerswist
Jülich, Urban-Josef, Euskirchen
Kohlheyer, Clas, Euskirchen
Kolvenbach, Bernd, Euskirchen
Mertens, Johannes, Dahlem
Mießeler, Rudi, Mechernich
Nießen, Franz-Josef, Schleiden 16:10 - 16:59 Uhr
Nolden, Hans-Josef, Bad Münstereifel
Reidt, Josef, Schleiden
Stickeler, Karsten, Weilerswist
Stolz, Ute, Kall
Weber, Günter, Euskirchen
Weimbs, Frank, Hellenthal
Wolter, Leo, Zülpich
SPD
Cremer, Franz, Hellenthal
Heller, Wolfgang, Schleiden
Hettmer, Heinrich, Zülpich
Höllmann, Michael, Euskirchen 16:12 - 16:59 Uhr
Stentrup, Gerhard, Nettersheim
Tronnier, Stefan, Weilerswist vertritt Herrn Guido Maassen
FDP
Löhr, Rolf-Hermann, Blankenheim
Dr. Milz, Markus, Bad Münstereifel
Reiff, Hans, Kall vertritt Herrn Dirk van Meenen
Schaefer, Hans-Joachim, Euskirchen
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Gierden, Wilfried, Blankenheim
-2Ignatowitz, Werner, Euskirchen
Kalnins, Angela, Zülpich
Kroll, Dorothee, Euskirchen
UWV
Schmitz, Heinz, Mechernich
Troschke, Franz, Mechernich vertritt Frau Christel Schmidt
DIE LINKE
Bell, Thomas, Bad Münstereifel
Fraktionslos
Hassen, Dieter, Euskirchen
Lübke, Bernd, Hellenthal
c) von der Verwaltung
Herr Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrates und GBL III
Herr Kämmerer Hessenius, GB I / 20
Herr Blindert, GBL V
Frau Poth, Stabsstellenleiterin 80
Frau Müller, Stabsstelle 80 als Protokollführerin
d) Gast
Herr Dr. Ernst Grigat, Metropolregion Rheinland e.V.
Entschuldigt fehlen:
CDU
Esser, Johannes, Nettersheim
Wasems, Hans Peter, Blankenheim
SPD
Maassen, Guido, Mechernich
Schulte, Andreas, Weilerswist
FDP
van Meenen, Dirk, Euskirchen
UWV
Dr. Schmidt, Christel, Bad Münstereifel
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und begrüßt die Anwesenden.
A) Öffentliche Sitzung
TOP 1
Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung und der
Beschlussfähigkeit
Der Ausschussvorsitzende des Ausschusses für Planung,
Umwelt und Verkehr, Herr Schmitz, begrüßt die Anwesenden und
-3stellt die ordnungsgemäße Einladung und Beschlussfähigkeit fest.
TOP 2
Feststellung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wird einvernehmlich festgestellt.
TOP 3
Metropolregion Rheinland e.V. (MRR)
Vorstellung von Herrn Dr. Ernst Grigat, Geschäftsführer des
MRR
Der Ausschussvorsitzende begrüßt den Geschäftsführer des
Metropolregion Rheinland e.V. (MRR), Herrn Dr. Ernst Grigat.
Herr Dr. Grigat berichtet anhand einer ppt-Präsentation eingehend
über die Metropolregion Rheinland und den im Februar 2017
gegründeten gleichnamigen Verein, dessen Geschäftsführer er
seit dem 01.11.2017 ist. Neben Erläuterungen zur Gebietskulisse
der Metropolregion geht er u.a. auch auf die Themen Mobilität und
Wissenschaft im Rheinland ein. Die ppt-Präsentation ist der
Niederschrift als Anlage zu TOP 3 beigefügt.
Im Anschluss erläutert Herr Dr. Grigat folgende Aufgaben des
MRR:
- Marke Rheinland: um das Gebiet zu vermarkten sind u.a.
verschiedene Messeauftritte geplant.
- Mobilität: es finden Gespräche mit den angrenzenden
Verkehrsverbünden statt, um die Übergänge noch einfacher zu
Gestalten.
- großräumige Planung: Bsp. Warenströme von Rotterdam
nach Genua; seitens des Vereins will man sich einbringen um
Güterverkehrskorridore zu schaffen und Lücken zu schließen
(durch neue Bahntrassen oder Verlagerung auf die Wasserwege).
- Netzwerkbildung innerhalb des Rheinlandes.
- Rheinischer Kultursommer: Das Veranstaltungsformat wird
dieses Jahr erstmalig vom MRR organisiert, entsprechende
Fördermittel konnten akquiriert werden.
Zum Thema Politik führt Herr Dr. Grigat aus, dass das Rheinland
auf bundespolitischer Ebene als Metropolregion im Westen
wahrgenommen werden müsse. Es sei unbedingt notwendig sich
für geplante Investitionen, Ausbauplanungen von Strecken und
sonstige Maßnahmen bemerkbar zu machen. Man plane hierzu
einen parlamentarischen Abend in Berlin. Es sei wichtig, mit
anderen Metropolregionen auf Augenhöhe zu gelangen, dies auch
hinsichtlich der Wahrnehmung in der EU.
Als Leuchtturmprojekt nennt Herr Dr. Grigat ein geplantes Projekt,
das der digitalen Sichtbarkeit der Region dienen soll. Man
beabsichtige hierzu auch Module künstlicher Intelligenz zu nutzen.
Für die Akquise von Fördermittel zur Einrichtung einer digitalen
Innovationsplattform wolle man den RegioCall nutzen.
Sollte der Antrag bewilligt werden, wird Herr Dr. Grigat das Projekt
gerne vorstellen.
-4Im Anschluss an die Ausführungen von Herrn Dr. Grigat wird den
Mitgliedern der beiden Fachausschüsse Gelegenheit gegeben,
Fragen zu stellen.
Herr Jülich, CDU-Fraktion bittet darum, dass sich der MRR nicht
auf die Ballungsräume fixiert sondern auch die ländliche Region
berücksichtigt (Beispiel: Berücksichtigung im LEP).
Frau Kroll, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, begrüßt die Ideen für
den Schienenausbau sieht jedoch, dass der Trend in die andere
Richtung geht.
Herr Dr. Grigat erläutert, dass der Trend sich ergebe, weil die
Schiene zu wenig Kapazität hat. Köln als Hauptknotenpunkt ist ein
Nadelöhr. Es fehlen Frachthäfen und Verladestationen, welche in
Außenbereiche verlagert werden müssen.
Das Sprachgewicht der Mitglieder der Metropolregion soll hierauf
aufmerksam machen.
Herr Troschke, UWV-Fraktion, fragt, welche Kompetenzen und
Möglichkeiten der MRR hat.
Herr Dr. Grigat erläutert, dass man die Vereinsstruktur als
Anfangsstruktur gewählt habe, da diese Rechtsform einfach zu
gründen sei und man hiermit gut arbeiten könne.
Man habe seitens des MRR keine ordnungsrechtlichen bzw.
behördlichen Befugnisse.
Der MRR habe das Mandat seiner Mitglieder, man plane
Messeauftritte, wolle Projekte entwickeln und Fördermittel für die
Region akquirieren.
Frau Kalnins, Bündnis 90/Die Grünen, weist auf die
Pendlerströme aus der Eifel hin. Es gelte zu berücksichtigen,
dass ein großer Anteil der Bevölkerung aus der Eifel pendeln
muss.
Sie plädiert dafür, dass diese ein größeres Gewicht bekommen.
Außerdem bemerkt sie, dass die Bördebahn diesbezüglich
entlastend wirken könnte aber keine Berücksichtigung findet.
Herr Dr. Grigat weist darauf hin, dass der Eifelraum Pech in der
bildlichen Darstellung der Pendlerströme habe, da die
Pendlerströme in Köln so eklatant höher sind.
Herr Kolvenbach, CDU-Fraktion, teilt mit, dass es eine
Erwartungshaltung an den MRR gebe:
1. Der MRR sei seinen Mitgliedern als Clearingstelle, die das
Rheinland beim Bund und in Brüssel vertritt, verkauft worden. Er
stimmt der Aussage zu, dass man ein virulentes
Nachholbedürfnis hinsichtlich der Präsenz der Region habe.
Wenn man bisher von NRW spricht, stehe das Ruhrgebiet an 1.
Stelle.
Daher ergehe der Appell an den MRR, diese Aufgabe
voranzutreiben.
2. Es dürfen keine Parallelstrukturen geschaffen werden, der
MRR darf kein Übergremium darstellen. Der MRR soll die Region
unterstützen, aber nicht operativ tätig werden.
Herr Dr. Grigat teilt mit, dass der MRR enge Absprachen mit den
Regionalmanagements hat. Es finde keine Doppelarbeit statt, der
MRR setze der Region ein Dach auf, um diese sichtbar zu
-5machen. Die vom MRR akquirierten Fördermittel müssen von den
Regionalmanagements umgesetzt werden.
Der Ausschussvorsitzende hält es zusätzlich für wichtig, den
Knotenpunkt Köln nach vorne zu bringen.
Herr Dr. Grigat erklärt, dass der MRR selbst keine Planungen
vornehme, aber für die entsprechende Aufmerksamkeit z.B. beim
NVR sorge.
Herr Kohlheyer, CDU-Fraktion, teilt mit, dass ihm der Vortrag von
Herrn Dr. Grigat mit der eingänglichen Definition des Rheinlandes
gut gefallen habe. Er hinterfragt jedoch den konkreten Nutzen, den
die Bürger des Kreises Euskirchen vom MRR haben, da
sämtliche genannten Themen bereits auf den jeweiligen Ebenen
bearbeitet werden. Er gibt außerdem zu bedenken, dass sich das
Gebiet der „Marke Rheinland“ auch bis nach Rheinland Pfalz
erstrecke.
Herr Dr. Grigat erläutert den Nutzen des MRR. Dieser bietet
Unterstützung und Hilfestellung beim Sichtbarmachen von
Projekten und soll der Vernetzung dienen. Dies setzt jedoch
voraus, dass die entsprechenden Angebote auch in Anspruch
genommen werden. Er zitiert die englische Erläuterung des
Rheinlandes „Rhineland“ bei Wikipedia, wonach sich dieses von
Basel bis zur Rheinmündung erstreckt. Er teilt mit, dass man die
gesamte Gebietskulisse des MRR (von Aachen bis Wuppertal
und Siegburg bis Kleve/Wesel) bekannt machen müsse.
Man befinde sich in der Markenbildung, dies sei aber ein Prozess,
der Zeit brauche.
Herr Heller, SPD-Fraktion, stellt fest, dass Herr Kolvenbach den
Blick für die Aufgaben des MRR geschärft habe. Er ruft die
Sitzungsteilnehmer jedoch zum Appell an sich selbst auf, die
Erwartungen, z.B. an die verkehrspolitischen Projekte, nicht zu
hoch zu hängen. Man hoffe jedoch auf unterstützende Leistungen
durch den MRR.
Es gelte nicht nur den Verkehrsknoten in Köln zu sehen, sondern
auch den nachfolgenden Flaschenhals (und den damit konkret
vorhandenen regionalen Bezug) nicht zu vergessen. Man dürfe
nicht zu viel erwarten, da der MRR sich am Anfang seiner
Tätigkeit befinde. Derzeit stehen bei der Bewerbung der
Dachmarke Rheinland und dem Kulturprojekt aus Köln die
Metropolen der Region im Fokus. Herr Heller fragt Herrn Dr.
Grigat, wie der Kreis Euskirchen sich dort wiederfinden soll.
Herr Dr. Grigat erläutert, dass man sich gerade erst im Aufbau
der Geschäftsstelle befinde und er diese Frage daher noch nicht
konkret beantworten könne. Die Frage hänge jedoch auch vom
Engagement des Kreises Euskirchen ab. Er bittet darum, dass
man sich selbst hinterfragen muss, wo man den Kreis
Euskirchen sieht und sich bei der Markenbildung entsprechend
einbringt.
Herr Bell, Fraktion DIE LINKE, teilt mit, dass die Darstellungen
zeigen wo der Fokus liegt. Der ländliche Raum findet nur am
Rande statt. Er hofft jedoch, dass der parlamentarische Abend in
Berlin nicht die einzige geplante Maßnahme zum Sichtbarmachen
der Metropolregion Rheinland ist. Er hinterfragt, welche Mittel und
Wege es gibt, die Metropolen und auch den ländlichen Raum in
-6den Fokus zu rücken. Aus seiner Sicht sollte Herr Dr. Grigat
bereits zum jetzigen Zeitpunkt andeuten können, welche
Arbeitsmittel dafür eingesetzt werden sollen.
Herr Dr. Grigat führt aus, dass man sich noch am Anfang der
Gründung befinde, die Geschäftsstelle erst seit einem halben Jahr
geöffnet sei. Erste Maßnahmen seien sichtbar, verschiedene
weitere Maßnahmen geplant. Zielpublikum in Berlin seien die
rheinländischen Bundestagsabgeordneten. Hier seien Gespräche
informeller Art geplant.
In Brüssel findet ein Treffen der Metropolregionen statt, es geht
dort um die Fördergelder nach 2020. Es sei wichtig, sich dort als
deutsche Metropolregion sichtbar zu machen. Es werden
mehrere Veranstaltungsformate folgen, die Stück für Stück
wirken.
Der Ausschussvorsitzende stellt Herrn Dr. Grigat in Aussicht,
dass er in einem Jahr Gelegenheit erhalten wird über die bis dahin
erreichten Ergebnisse zu berichten.
Herr Reidt, CDU-Fraktion, spricht sich dafür aus, die Stärken und
Schwächen darzustellen.
Als Schwäche sieht er die Pendlersituation in die überlasteten
Ballungsgebiete. Eine weitere Pendlerbelastung stellt der Zuzug
aus Ballungsgebieten in den ländlichen Raum dar. Er regt
Überlegungen zu Alternativlösungen an. Eine Möglichkeit wäre es,
die Arbeit zu den Menschen in den ländlichen Raum zu bringen.
Das würde die Situation entspannen, außerdem sei ein LEPGebiet zur Niederlassung der Unternehmen vorhanden. Man
müsse lediglich die Denkweise ändern.
Herr Dr. Grigat gibt zu bedenken, dass ein Betriebsumzug eine
gigantische Entscheidung sei. Er verweist in diesem
Zusammenhang auf das sich in Arbeit befindliche
Agglomerationskonzept des Region Köln/Bonn e.V.. Dort werden
die Prinzipien aufgearbeitet und bewertet. Das Ergebnis hieraus
sei für den MRR sehr spannend.
Herr Reidt geht davon aus, dass die digitale Vernetzung einen
solchen Prozess unterstützen würde. Herr Dr. Grigat erwidert,
dass man hierdurch Anreize schaffen könne.
Herr Löhr, FDP-Fraktion, führt aus, dass die Tendenz der
Entwicklung des Rheinlandes nach oben gehe und die des
Ruhrgebietes nach unten. Er stellt fest, dass die hiesige Region in
der Vergangenheit immer benachteiligt worden ist.
Herr Dr. Grigat verweist nochmals auf die geplanten Maßnahmen,
die u.a. dafür sorgen sollen, dass die Metropolregion Rheinland
auch in Berlin Beachtung findet.
Der Ausschussvorsitzende bedankt sich bei Herrn Dr. Grigat für
seine Ausführungen.
Der Vorsitzende schließt die Sitzung und bedankt sich für die Beteiligung.
-7Die angeführten Anträge, Vorlagen etc. sind Bestandteil der Originalniederschrift.
gez. Häger
stellv. Vorsitzender
gez. Müller
___________________
Schriftführer(in)
Gesehen:
gez. i.V. Poth
Landrat
gez. H. Schmitz
Vorsitzender