Daten
Kommune
Aachen
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141 kB
Erstellt
30.10.14, 12:00
Aktualisiert
28.05.18, 11:45
Stichworte
Inhalt der Datei
Der Oberbürgermeister
Vorlage
Federführende Dienststelle:
Fachbereich Umwelt
Beteiligte Dienststelle/n:
Vorlage-Nr:
Status:
AZ:
Datum:
Verfasser:
FB 36/0024/WP17
öffentlich
30.10.2014
FB 36/40, Herr Rischka
Energie- und CO2-Bilanz der Stadt Aachen
Beratungsfolge:
TOP: 9
Datum
Gremium
Kompetenz
18.11.2014
AUK
Kenntnisnahme
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Vorlage FB 36/0024/WP17 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 03.11.2014
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finanzielle Auswirkungen
Investive
Ansatz
Auswirkungen
20xx
Fortgeschriebener Ansatz
Fortgeschriebe-
Ansatz
ner Ansatz
20xx ff.
20xx
Gesamtbedarf (alt)
20xx ff.
Gesamtbedarf
(neu)
Einzahlungen
0
0
0
0
0
0
Auszahlungen
0
0
0
0
0
0
Ergebnis
0
0
0
0
0
0
+ Verbesserung /
-
0
0
Deckung ist gegeben/ keine
Deckung ist gegeben/ keine
ausreichende Deckung
ausreichende Deckung
vorhanden
vorhanden
Verschlechterun
g
konsumtive
Ansatz
Auswirkungen
20xx
Ertrag
Fortgeschriebener Ansatz
Fortgeschriebe-
Ansatz
ner Ansatz
20xx ff.
20xx
20xx ff.
Folgekos-
Folgekos-
ten (alt)
ten (neu)
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Abschreibungen
0
0
0
0
0
0
Ergebnis
0
0
0
0
0
0
Personal-/
Sachaufwand
+ Verbesserung /
Verschlechterun
0
0
Deckung ist gegeben/ keine
Deckung ist gegeben/ keine
ausreichende Deckung
ausreichende Deckung
vorhanden
vorhanden
g
Vorlage FB 36/0024/WP17 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 03.11.2014
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Erläuterungen:
Energie- und CO2-Bilanz der Stadt Aachen bis 2013
Im Jahr 2013 standen die Themen Energie und Klimaschutz unter dem Eindruck weiter steigender
Strompreise für Haushalte und Gewerbe (Betriebe ohne EEG Umlagen-Befreiung) und stagnierender
Energie- und Treibstoffpreise (fossil). Weite Teile von Politik, Wirtschaft und Verbraucherverbänden
forderten daher eine Neuformulierung des EEG, die aufgrund der erst im Herbst 2013 erfolgten
Bundestagswahl dann nochmals auf 2014 verschoben wurde. Gleichzeitig erreichte der Ausbau der
regenerativen Energien in der Stromversorgung Deutschlands in 2013 mit einem Anteil von 25,4 %
(2012: 22,9 %) am Bruttostromverbrauch einen neuen Höchststand.
Infolge sinkender Preise für Emissionszertifikate und zunehmender Unwirtschaftlichkeit von
Gaskraftwerken stieg allerdings auch der Anteil Kohlestroms durch Verschiebungen im Strommarkt
nochmals um 1,5% gegenüber dem Vorjahr auf 45,5%. Die Folge sind bundesweit leicht gestiegene
Emissionen in der Stromerzeugung.
Die vorliegende Energie- und CO2-Bilanz der Stadt Aachen schreibt die seit 2009 jährlich
durchgeführte Bilanzierung für das Jahr 2013 fort. Die Bilanz enthält eine Endenergie- und
Primärenergiebilanz (LCA: Life Cycle Assessment) als Grundlage für die Berechnung der CO2Emissionen (LCA). Die Berechnungen wurden mit dem Bilanzierungstool ECORegion der Fa.
Ecospeed AG (Schweiz) durchgeführt.
Folgende Anpassungen der Bilanz sind vorgenommen worden:
1.
Eingabe der relevanten Daten für das Jahr 2013 (Energieverbrauch, Verkehrsleistungen, etc.)
2.
Nutzung aktualisierter Bilanzierungsfaktoren
3.
Durchführung der Witterungskorrektur mit Aachen-spezifischen Korrekturfaktoren
(GTZ: Gradtagszahlen für Aachen) für einen besseren Vergleich und Interpretation der Ergebnisse
Bilanz 2013 - Ergebnisse
Statistisches Grundgerüst
Das statistische Grundgerüst der Bilanz 2013 (Einwohner, Beschäftige, Kfz) hat sich gegenüber 2012
wie folgt verändert:
• Die Einwohnerzahl stieg auf 249.746 Einwohner (+1.609 E/a.; +0,6 %).
• Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sank leicht auf 116.204 (-521; -0,4 %).
• Die Anzahl der angemeldeten Kraftfahrzeuge (Pkw+Lkw+Krad) stieg leicht auf insgesamt 132.533
(+753; +0,6 %,).
Anm.: Als Basis wurden die von FB 02/3 - Statistik und Stadtforschung aktuell bereitgestellten Daten
genutzt.
Vorlage FB 36/0024/WP17 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 03.11.2014
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Witterungseinfluss
Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,0°C war 2013 ein „kaltes“ Jahr, da das langjährige
Aachener Mittel (10,3 °C) um 0,3 °C unterschritten wurde; im Trend waren die letzten 20 Jahre mit
wenigen Ausnahmen allerdings warme Jahre. Der Witterungseinfluss auf den Heizenergieverbrauch
wird durch einen Korrekturfaktor (ermittelt aus Gradtags-Zahl) zur korrekten Interpretation der
Bilanzergebnisse und zum Jahresvergleich kompensiert.
Endenergiebilanz
Die Endenergiebilanz 2013 umfasst den Energiebedarf innerhalb des Bilanzierungsraums Stadt
Aachen (geografische Stadtgrenze). Der Endenergiebedarf lag mit 6849 Gigawattstunden [GWh] ca.
4,5 % unter dem Endenergiebedarf 1990 (7173 GWh, Basisjahr).
2013 stieg der Endenergieverbrauch (ohne Verkehrsanteile) gegenüber dem Vorjahr von 4.754 GWh
auf 4.874 GWh entsprechend einem Plus von 120 GWh (+2,5 %). Insgesamt sind die kältere
Witterung im Vergleich zum Vorjahr (höherer Wärmebedarf) und der weitere Anstieg der
Einwohnerzahl hier als Gründe zu nennen (vgl. Tabelle).
Der Erdgasverbrauch stieg gegenüber 2012 um 5 %, der Fernwärmebedarf stieg ebenfalls um 8 %.
Der Stromverbrauch stieg leicht um 0,8 % und liegt nun 14,3 % unter dem absoluten Höchstwert des
Jahres 2002.
Insgesamt steigen gegenüber dem Vorjahr die Einwohnerzahlen im 4. Jahr in Folge bei allerdings
leicht gesunkener Beschäftigtenzahl. Mit der höheren Einwohnerzahl erhöhte sich auch Anzahl
angemeldeter Kraftfahrzeuge mit entsprechenden Auswirkungen auf den Gesamtenergiebedarf.
Nach Witterungskorrektur (für Erdgas und Fernwärme) ist aber eine leichte Verringerung der
Endenergiebilanz um 1 % gegenüber 2012 zu verzeichnen.
Primärenergiebilanz
Die Primärenergiebilanz ohne Witterungskorrektur zeigt eine Steigerung von 9.556 GWh auf 9716
GWh (+160 GWh entsprechend +1,6 %) in 2013. Witterungskorrigiert sank die Bilanzsumme von
9.476 GWh auf 9.421 GWh (-0,6 %). Trotz gestiegener Einwohnerzahl ist damit die Bilanzsumme
insgesamt wieder gesunken, da weiterhin Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich Wärmeerzeugung,
Gebäudedämmung und Ausbau der KWK (hohe Energieeffizienz) hierauf einwirken.
Der Energiebedarf des Verkehrssektors ist geringfügig gestiegen, was auf die insgesamt gestiegenen
Zulassungszahlen bei den Kfz zurückzuführen ist; aber die Anzahl PKW je Einwohner ist leicht
gesunken.
CO2-Emissionen
Die aus der Primärenergiebilanz resultierenden absoluten Emissionen stiegen gegenüber dem Vorjahr
von 2,113 Mio.t auf 2,150 Mio.t (+ 1,8 %), vgl. Abbildung 1. Witterungsbereinigt zeigt sich, dass trotz
eines Anstiegs der Einwohnerzahlen und der Kfz-Zulassungen die Emissionen und der
Primärenergieverbrauch leicht unter das Vorjahresniveau sanken. Insgesamt wurden in 2013 bereinigt
2,090 Mio.t CO2 freigesetzt. Die witterungskorrigierte Emissionsminderung bezogen auf das Basisjahr
1990 beträgt nunmehr 17,8 % (vgl. Tabelle).Die Stagnation der CO2-Emissionen ist auch im Jahr
2013 auf den nochmals im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Emissionsfaktor für Strom (Bundesmix)
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Ausdruck vom: 03.11.2014
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zurück zu führen, der entgegen des langjährigen Trends bei ca. 560 g/kWh verharrt, da nochmals
emissionsärmere Kraftwerke (Gas) durch Kohlekraftwerke in der Grundlast ersetzt werden.
Emissionen je Einwohner
Die Emissionen je Einwohner lagen 2013 absolut bei 8,6 t CO2 (1990: 9,85 t CO2 je Einwohner).
Witterungskorrigiert verringerten sich die Emissionen je Einwohner im Vergleich zum Vorjahr um 1 %
auf 8,37 t CO2 pro Jahr (Vorjahr 8,45 t CO2/Einwohner). Dies entspricht einer Verringerung der
Emissionen je Einwohner von 16,4 % seit 1990 (10,0 t CO2 je Einwohner).
Fazit
Die städtische Entwicklung insbesondere bei Einwohnerzahlen und Kfz-Zulassungen lässt den
Gesamtenergiebedarf und die daraus resultierenden CO2-Emissionen auf dem Niveau der beiden
Vorjahre stagnieren. Insbesondere der Trend zum Wohnen in der Stadt und die anhaltend hohen
Studentenzahlen der Aachener Hochschulen tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Das anhaltend hohe Energiepreisniveau bei fossilen Brennstoffen sowie die gegenüber der
allgemeinen Teuerungsrate überproportional gestiegenen Strompreise der letzten Jahre bleiben
Schlüsselfaktoren für die Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz.
Der erneut gestiegene Anteil erneuerbarer Energien in der Stromversorgung führt vorübergehend
dazu, dass der Ausstoß von CO2 aufgrund von Verschiebungen im eingesetzten Kraftwerkspark
stagniert. Insbesondere hocheffiziente Gaskraftwerke haben zunehmend geringere Laufzeiten zu
verkraften, zeitgleich verbilligte sich Kohlestrom (Grundlaststrom) vor allem durch den
zusammenbrechenden Emissionszertifikate-Markt.
Mittel- und langfristig dürften die Emissionen je erzeugter kWh nach dieser Stagnationsphase aber
weiter deutlich fallen. Diesen Prozess unterstützt die Stadt Aachen u.a. durch den Ausbau der
Windkraft und die sehr erfolgreichen Initiativen für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung.
Im Rahmen der Bewerbung zur KWK-Modellkommune NRW wurde eine detaillierte Aufnahme zum
Stand der KWK in Aachen erstellt und ein Feinkonzept für den Ausbau der Effizienztechnologie KraftWärme-Kopplung für die nächsten Jahre erarbeitet. Der laufende Ausbau der KWK stellt für Aachen
einen zentralen Schritt zu mehr Effizienz, sinkenden Emissionen und zur Dezentralisierung und
Neuordnung der Strom- und Wärmeversorgung dar, der vornehmlich von Industrie- und Gewerbe
vorangetrieben wird.
Das nun abschließend vorliegende Strategiekonzept 2030 liefert darüber hinaus weitere Kernpunkte
zur zukünftigen Gestaltung der kommunalen Klimaschutzpolitik der nächsten beiden Jahrzehnte.
Vorlage FB 36/0024/WP17 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 03.11.2014
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Anlage/n:
1.
Tabelle: Energieverbrauch und CO2-Emissionen
2.
Abbildung 1: CO2-Emissionen auf Primärenergiebasis
3.
Abbildung 2: CO2-Emissionen auf Primärenergiebasis mit Witterungskorrektur
Vorlage FB 36/0024/WP17 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 03.11.2014
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Veränderung
Veränderung
2012/2013
1990/2013
4874
+2,5 %
-10,5 %
6707
6849
+2,1 %
-4,5 %
10.800
9556
9716
+1,6 %
-10 %
CO2-Emissionen [1000t]
2.491
2113
2150
+1,8 %
-13,7 %
Veränderung
Veränderung
Witterungskorrigierte Werte
1990
2012
2013
2012/2013
1990/2013
Energieverbrauch und CO2Emissionen
1990
Endenergie [GWh]
(ohne Verkehr)
5.447
4754
Endenergie (Gesamt) [GWh]
7.173
Primärenergie [GWh]
2012
2013
Endenergie [GWh]
7.400
6635
6579
-0,85 %
-11,1 %
Primärenergie [GWh]
10.066
9476
9421
-0,58 %
-6,4 %
CO2-Emissionen [1000t]
2.544
2097
2090
-0,33%
-17,8 %
Tabelle 1: Energieverbrauch und CO2-Emissionen
Stadt Aachen - CO2-Emissionen [LCA, in 1000t] - Witterungsbereinigt
2544
2572
2.500
2097
2096
2098
2090
2.000
1.500
1.000
500
0
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Strom
Erdgas
Flüssiggas
Fernwärme
Heizöl EL
Abfall
Holz
Biogase
Umweltwärme
Sonnenkollektoren
Biodiesel
Braunkohle
Steinkohle
Benzin
Diesel
Kerosin
Stadt Aachen - CO2-Emissionen [LCA, in 1000t] reg.
2.500
2491
2158
2027
2113
2150
2012
2013
2.000
1.500
1.000
500
0
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
Strom
Erdgas
Fernwärme
Flüssiggas
Heizöl EL
Abfall
Holz
Biogase
Umweltwärme
Sonnenkollektoren
Biodiesel
Braunkohle
Steinkohle
Benzin
Diesel
Kerosin