Daten
Kommune
Aachen
Dateiname
116406.pdf
Größe
18 MB
Erstellt
20.06.13, 12:00
Aktualisiert
06.09.18, 21:16
Stichworte
Inhalt der Datei
Der Oberbürgermeister
Vorlage
Federführende Dienststelle:
Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen
Beteiligte Dienststelle/n:
Vorlage-Nr:
Status:
AZ:
Datum:
Verfasser:
FB 61/0925/WP16
öffentlich
35002-2013
20.06.2013
Dez. III / FB 61/20
Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879 Beverstraße
hier:
- Bericht über das Ergebnis der öffentlichen Auslegung
- Erneuter Aufstellungs- und Offenlagebeschluss
Beratungsfolge:
TOP:__
Datum
Gremium
Kompetenz
17.07.2013
18.07.2013
B0
PLA
Anhörung/Empfehlung
Entscheidung
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung über das Ergebnis der
Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 2 und der Behörden gemäß § 4 Abs.2 BauGB zur
Kenntnis.
Sie empfiehlt dem Planungsausschuss gemäß § 2 Abs. 1 BauGB die Aufstellung und gemäß § 4a
Abs. 3 BauGB die erneute öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879
Beverstraße in der vorgelegten Fassung zu beschließen.
Der Planungsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung über das Ergebnis der Beteiligung der
Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 2 und der Behörden gemäß § 4 Abs.2 BauGB zur Kenntnis.
Er beschließt gemäß § 2 Abs. 1 BauGB die Aufstellung und gemäß § 4a Abs. 3 BauGB die erneute
öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879 Beverstraße in der
vorgelegten Fassung.
Vorlage FB 61/0925/WP16 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 29.06.2015
Seite: 1/5
finanzielle Auswirkungen
investive
Ansatz
fortgeschriebener
Ansatz
fortgeschriebener
Gesamt-
Gesamt-
Auswirkungen
20xx
Ansatz 20xx
20xx ff.
Ansatz 20xx ff.
bedarf (alt)
bedarf (neu)
Einzahlungen
0
0
0
0
0
0
Auszahlungen
0
0
0
0
0
0
Ergebnis
0
0
0
0
0
0
+ Verbesserung /
0
0
Deckung ist gegeben / keine
Deckung ist gegeben / keine
ausreichende Deckung vorhanden
ausreichende Deckung vorhanden
-Verschlechterung
konsumtive
Ansatz
fortgeschriebener
Ansatz
fortgeschriebener
Folgekosten
Folgekosten
Auswirkungen
20xx
Ansatz 20xx
20xx ff.
Ansatz 20xx ff.
(alt)
(neu)
Ertrag
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Abschreibungen
0
0
0
0
0
0
Ergebnis
0
0
0
0
0
0
Personal/Sachaufwand
+ Verbesserung /
-Verschlechterung
0
0
Deckung ist gegeben / keine
Deckung ist gegeben / keine
ausreichende Deckung vorhanden
ausreichende Deckung vorhanden
Vorlage FB 61/0925/WP16 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 29.06.2015
Seite: 2/5
Erläuterungen:
1.
Bisheriger Verlauf des Planverfahrens /Beschlusslage
Nach der Entscheidung, das Finanzamts-Gebäude Beverstraße abzureißen und die
Landesbehörden in das Finanzamtszentrum an der Krefelder Straße aufzunehmen, entstand die
Möglichkeit, das Grundstück stadträumlich und in Bezug auf die Nutzung besser in das
angrenzende Frankenberger Viertel zu integrieren. Ein Wettbewerb führte 2005 zu dem
städtebaulichen Konzept eines Wohnquartiers mit kleinem Hotel, kleinen Läden und Büros. Die
Bebauung gestaltete sich als fünfgeschossige Straßenrandbebauung und eine aufgelockerte
drei- bis viergeschossige Baustruktur im Inneren, die insgesamt auf der bestehenden Tiefgarage
aufbaute. In Nord-Süd und in Ost-West Richtung wurden Fußwege geführt, wobei die Ost-WestVerbindung in die vorhandene öffentliche Grünfläche führte.
Dieses städtebauliche Konzept war dann Inhalt der Programmberatung am 09.02.2006 im
Planungsausschuss und am 15.02.2006 in der Bezirksvertretung Mitte. Nachfolgend wurde für
das Grundstück des ehemaligen Finanzamtes die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und
der Behörden im April 2006 durchgeführt.
Nach Aufstellungs- und Offenlagebeschluss in der Bezirksvertretung Mitte am 07.03.2007 und
im Planungsausschuss am 08.03.2007 wurde in der Zeit vom 16.04. bis zum 18.05.2007 die
öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879 – Beverstraße –
durchgeführt. Vorhabenträger war seinerzeit der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes
Nordrhein-Westfalen (BLB). Da der Vorhabenträger jedoch nicht in der Lage war, die
Umsetzung des Vorhabens tatsächlich zu gewährleisten, konnte kein Durchführungsvertrag
abgeschlossen werden und damit auch kein Satzungsbeschluss erfolgen.
2.
Bericht über das Ergebnis der Öffentlichen Auslegung gemäß § 3 (2)BauGB
Die Öffentliche Auslegung des Entwurfes des Bebauungsplanes hat in der Zeit vom 16.04. bis
einschließlich 18.05.2007 stattgefunden. Während dieser Zeit sind weder von Bürgern noch von
Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange Eingaben eingereicht worden.
3.
Änderung des Bebauungsplanes nach der öffentlichen Auslegung
Anfang 2013 wurde das ehemalige Finanzamts-Grundstück an der Beverstraße an die
Kronprinzenquartier GmbH veräußert. Diese hat mit dem Büro kadawittfeldarchitektur ein neues
Bebauungskonzept mit ca. 185 Wohnungen vorgelegt, welches jedoch in großen Teilen auf dem
ursprünglichen Bebauungskonzept des Bau-und Liegenschaftsbetriebs NRW von 2007 aufbaut.
Es bleibt die fünfgeschossige Blockrandbebauung entlang der Beverstraße und der
Kronprinzenstraße. Im Inneren des Grundstücks soll statt der Zeilenstruktur eine Blockstruktur
entwickelt werden, mit einer zusätzlichen Erschließungsstraße, die als verkehrsberuhigter
Bereich ausgebaut werden soll. Die innere Bebauung ist jetzt durchgängig viergeschossig
geplant, während die ursprünglich geplante Bebauung teilweise auch dreigeschossig war. Das
Besondere des Konzeptes ist, dass die kleinteilige Bebauungsstruktur des Frankenberger
Viertels aufgenommen werden soll, indem unterschiedliche Haustypen mit unterschiedlichen
Vorlage FB 61/0925/WP16 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 29.06.2015
Seite: 3/5
Hausbreiten, Traufhöhen und Fassaden in einer Straßenrandbebauung aneinandergereiht
werden.
Die neue (private) Erschließungsstraße erhält eine neue fußläufige Anbindung an die
Goerdelerstraße, da die vorhandene Zuwegung durch das Haus Goerdelerstr. 4 sehr eng und
uneinsehbar und damit unzureichend ist. Die neue Fußwegeverbindung läuft zwischen Haus Nr.
6 und der KITA über die jetzigen Außenflächen der KITA. Die Fußwegeverbindung wurde auf
ein Mindestmaß beschränkt, um die Außenfläche so wenig wie möglich zu reduzieren.
Nach wie vor findet ein Flächentausch zur Verlagerung der KITA-Außenfläche aus dem Bereich
der Öffentlichen Grünfläche in Richtung Osten im Anschluss an die Gärten des
Mehrfamilienhauses an der Goerdelerstraße statt.
Die Fläche von derzeit ca. 1800 m² wird nach Tausch der Fläche und Verkleinerung noch ca.
1500 m² betragen. Dies entspricht flächenmäßig den Anforderungen an KITA-Außenflächen für
ca. 100 Kinder (10-12m²/Kind). In diesen 1500 m² ist eine Fläche von ca. 200 m² enthalten, die
als neue Fläche nördlich in Richtung Goerdelerstraße angeboten wird.
4.
Finanzielle Auswirkungen
Da es sich hier um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan handelt, entstehen der Stadt
Aachen keine Kosten durch die Aufstellung des Bebauungsplanes. Die Herstellung des Weges
in Richtung Goerdelerstraße und die Anpassungsmaßnahmen der KITA werden ebenfalls vom
Vorhabenträger übernommen.
5.
Erneuter Aufstellungs- und Offenlagebeschluss
Durch den vorhabenenbezogenen Bebauungsplan Nr. 879 - Beverstraße - soll für ein
Wohnquartier von ca. 185 Wohnungen mit Tiefgarage Planungsrecht geschaffen werden. Die
Planung wurde unter Pkt. 3 beschrieben.
Durch die Einbeziehung der neuen fußläufigen Anbindung in Richtung Goerdelerstraße in den
vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gem. § 12 Abs. 4 BauGB muss der Geltungsbereich um
diese Fläche erweitert werden. Daher ist die Erneuerung des Aufstellungsbeschlusses vom
08.03.2007 erforderlich.
Das Vorhaben wurde am 20.06.2013 dem Architektenbeirat und am gleichen Tag dem
Planungsausschuss im nicht öffentlichen Teil vorgestellt (s. hierzu auch Vorlage
FB61/0900/WP16).
Es wurden auf dieser Grundlage der Bebauungsplanentwurf und die Schriftlichen
Festsetzungen erarbeitet. Darüber hinaus wurde der Begründungsentwurf einschließlich
Umweltbericht vorgelegt. Im Rahmen der Prüfung der Umweltauswirkungen wurden folgende
Untersuchungen neu vorgelegt bzw. überarbeitet:
-
Verkehrsgutachten
-
Immissionsgutachten
-
Eingriffsbilanzierung
Vorlage FB 61/0925/WP16 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 29.06.2015
Seite: 4/5
-
Geohydrologisches Gutachten
-
Verschattungsstudie
-
CFD-Kaltluftstudie
Der Umweltbericht kommt zu dem Ergebnis, dass keine erheblichen Umweltauswirkungen zu
erwarten sind.
Lediglich zum Schutzgut Klima spricht der Fachbereich Umwelt folgende Empfehlung aus: „Die
vorgeschlagenen Durchlässe von 3m im umbauten Innenblock im südöstlichen Bereich des
Plangebietes werden seitens des FB Umwelt für nicht ausreichend angesehen. Aufgrund der
langjährigen Erfahrung in der Stadtklimatologie empfiehlt der Fachbereich Umwelt hier auf der
Nord- und Südseite dieses Baublocks Durchlässe (als Sichtachse) in voller Geschosshöhe von
6-8 m Breite vorzusehen. Diese Maßnahme dient der besseren Durchlüftung mit Kaltluft
während der austauscharmen Wetterlagen zu Abend- und Nachzeiten sowie der Reduzierung
sommerlicher Wärme- und Hitzebelastungen.
Außerdem wird empfohlen, die Dachbegrünung von 1000 m² umzusetzen, um hier eine
klimatisch-lufthygienische Situation zu ermöglichen, die besonders belastende Wärmesituation
abmildert.“
Dieser Empfehlung wird im Rahmen der Abwägung nicht gefolgt, da die Durchlässe dem
städtebaulichen Ziel einer Blockrandbebauung widersprechen würden. Im Übrigen hält das
vorliegende Gutachten die Durchlässe von 3m Breite und 3m Höhe in Süd-Ost-Ausrichtung für
ausreichend. Der Empfehlung, die Dachbegrünung auf 1000 m² zu vergrößern, wird gefolgt und
diese Maßnahme im Durchführungsvertrag abgesichert.
Zur Umsetzung der Planung wird mit dem Vorhabenträger ein Durchführungsvertrag
geschlossen, der die Umsetzung und alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufbereitung,
Erschließung und Bebauung des Grundstückes zum Inhalt hat. Hierzu gehört auch die
Umsetzung der Fußwegeerschließung in Richtung Goerdelerstraße und die
Anpassungsmaßnahmen an den KITA-Außenflächen.
Die Verwaltung empfiehlt, für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 879 - Beverstraße - den
erneuten Aufstellungsbeschluss zu fassen und den Bebauungsplanentwurf in der vorliegenden
Form erneut öffentlich auszulegen.
Anlage/n:
1.
Übersichtsplan
2.
Luftbild
3.
Entwurf des Rechtsplanes
4.
Entwurf des Vorhaben- und Erschließungsplanes
5.
Entwurf der Schriftlichen Festsetzungen
6.
Entwurf der Begründung
6a.
Baumbilanzplan
7.
Gestaltungspläne
Vorlage FB 61/0925/WP16 der Stadt Aachen
Ausdruck vom: 29.06.2015
Seite: 5/5
Bebauungsplan Nr. 879 - Beverstraße Lage des Plangebietes
str
a
ße
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Goe
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Bebauungsplan Nr. 879 - Beverstraße
Lage des Plangebietes
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k-
str
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nw
eg
3656
3655
3648
17
7
3659
2962
13
2622
11
8
3654
17
3645
3647
3666
9
28
26
U=1,3
K=9,0
5
3643
30
1739
7
3
2681
Parkstreifen
1
U=1,3
K=10,0
173
Pfl
Pfl
reifen
Parkst
Be
171
2623
U=1,2
K=8,0
Pfl
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Parkst
169
1751
Pl
1
Be
Be
Pl
165
reifen
Pl
Treppe
Be
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Treppe
t
Zufahr
Pfl
20
rage
1a
Tiefga
16a
Pl
3087
18
Pl
16
HGH=1
Pl
12
0,35
First=19
10
Pl
OK Dach=189,56
4
3087
U=1,4
K=9,0
14
3
WA 2
172,15
6
88,34
Parken
TGa
pe
ep
Tr
TGa
843
22
Be
Be
Pl
3086
24
Be
2065
U=0,8
K=5,0
24a
Pfl
Parkst
8
2
171,80
1,62
First=19
1,74
First=19
841
6
I. Festsetzungen
17
Pfl
5
ke
Schran
89,70
HGH=1
U=0,6
K=7,0
U=1,0
K=7,0
OK Dach=177,82
U=0,9
K=5,0
17
a
2xU=1,1
K=8,0
TM
Allgemeines Wohngebiet
138
Pl
Mischgebiet
WA 2
Einfahrtbereich
Gewerbegebiet
Bereich ohne Ein- und Ausfahrt
WA 2
U=1,0
K=8,0
17
2
a
2709
U=0,8
K=6,0
U=1,3
K=6,0
U=1,0
K=9,0
U=0,9
K=6,0
17
0
HGH=177.73
First=182.09
2953
8,0
c
a
7,0
c
GH 18
1701
Tor
9
U=1,2
K=8,0
,0
16
2
3076
U=1,2
K=10,0
GH 18
Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit
im EG
171,07
9,5
0,5
GH 19
U=1,8
K=10,0
0
16
0
L
,0
H 192
im EG
Beton
U=3,3
K=12,0
U=1,2
K=5,0
4xU=1,3
K=12,0
U=0,9
K=5,0
U=1,0
K=5,0
U=0,9
K=7,0
U=0,8
K=5,0
2554
4,0
4,5
GH 19
a
3,0
U=0,9
K=7,0
3xU=1,7
K=25,0
2203
1,5
GH 19
0,0
2668
0,5
46
GH 19
1082
GH 19
GH 19
GH 19
U=0,5
K=5,0
1494
620
5xU=1,6
K=14,0
4xU=1,2
K=8,0
5xU=1,2
K=12,0
U=0,9
K=7,0
-g-
U=1,0
K=8,0
U=1,4
K=6,0
im EG
189,5
7,5
GH 18
7,0
GH 18
U=0,9
K=5,0
Pfl
Pfl
U=0,8
K=7,0
U=1,2
K=4,0
2815
LH m
WA 1
im EG
1953
im EG
GH
Pl
0
ind.3,
4,0
U=0,9
K=2,0
U=1,5
K=10,0
618
im EG
GH 18
U=1,4
K=8,0
U=0,7
K=6,0
LH mi
U=0,9
K=7,0
U=0,9
K=9,0
U=0,8
K=5,0
Naturdenkmal
im EG
a
ifen
(Spielplatz)
1941
Beton
TG
Parkstre
9,5
GH 18
U=0,8
K=7,0
U=1,0
K=7,0
n
3061
b
1,0
ife
Parkstre
Baugrenze
0
nd. 3,
im EG
3xU=1,2
K=14,0
U=0,9
K=8,0
GH 18
EFH TG=169,04
UK Decke=171,97
UK Unterzug=171,54
Beton
2952
Baulinie
1766
13
0,5
GH 19
c
U=0,6
K=6,0
3062
GH
5xU=1,3
K=14,0
189,5
TG
U=2,3
K=10,0
ND
Nutzungsgrenze
U=1,1
K=9,0
U=1,5
K=8,0
Pfl
7,5
GH 18
OK Dach=172,38
U=2,7
K=18,0
Pfl
G
2xU=1,7
K=14,0
620
170,78
Pl
U=1,0
K=6,0
GH 18
d. 4,
H min
Bundes - Immissionsschutzgesetzes
U=1,8
K=15,0
8,0
Gehrecht zugunsten der Allgemenheit
Flachdach
0,5
GH 19
11
HGH1=174.93
HGH2=177.61
First=180.09
1,0
GH 19
ifen
Parkstre
0
GH 19
mind. LH
Pfl
b
2950
ND
TM
1581
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Dachneigung
U=1,0
K=7,0
GH 18
6,5
GH 18
a
GR
c
U=1,1
K=12,0
1580
Garagen
b
Pfl
7,5
zu erhaltende Hecke
z.B
1,0
GH 19
Beton
GH 18
zu erhaltender Baum
Geplanter Baum
GH 181,0
GH 189,0
GH 19
U=1,0
K=5,0
170,48
Pl
0,5
0,0
GH 19
U=1,3
K=9,0
geschlossene Bauweise
besondere Bauweise
z.B
GH 19
ifen
c
U=1,1
K=8,0
3077
U=1,2
K=11,0
0,5
U=1,5
K=6,0
U=1,5
K=8,0
Tor
U=1,3
K=7,0
U=1,1
K=6,0
Parkstre
U=0,8
K=9,0
U=1,4
K=6,0
2652
1796
7
U=0,6
K=9,0
U=1,1
K=8,0
offene Bauweise
a
Pfl
c
U=0,8
K=4,0
Pl
3055
377
Zahl der Vollgeschosse, zwingend
U=1,2
K=10,0
Pfl
378
2706
-g-
c
ifen
Parkstre
WA
TG
4
Besonderes Wohngebiet
2202
44
Pl
1081
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2543
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c GH
1699
TM
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Pl
11
Pfl
ifen
Parkstre
9
2201
7
4
20
U=0,8
K=6,0
TM
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2733
32
2542
3145
reifen
Parkst
Treppe
24
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843
22
20
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18
ep
Tr
pe
2065
16
88,34
HGH=1
Bebauungsplan Nr. 879
12
0,35
First=19
3087
14
3
172,15
6
10
OK Dach=189,56
4
8
2
171,80
ahe
ungsn
1,62
First=19
1,74
Wohn
841
17
6
First=19
5
ke
Schran
,70
89
HGH=1
17
4
OK Dach=177,82
ifen
Parkstre
17
2
1796
2709
3055
7
2706
n
Legende
ife
Parkstre
Tor
Beton
3077
St
17
0
170,48
St
HGH=177.73
First=182.09
2953
II
III
St
Tor
1580
St
IV
St
V
1581
St
VI
3076
ifen
Parkstre
Dachausstiege
St
2950
Dachterrassen
HGH1=174.93
HGH2=177.61
First=180.09
171,07
Terrassen
620
St
St
OK Dach=172,38
Beton
170,78
Beton
Parkstre
Hecken
ifen
ragenTiefga ng
ausga
Beton
2952
ifen
Parkstre
1941
St
St
2668
2815
St
1494
St
2202
1082
44
1081
1988
2543
1699
Tor
13
4
20
rt
Einfah ge
ra
Tiefga
11
2542
NHN.
Die textlichen Festsetzungen des B-Planes sind zu beachten.
n
rkstreife
Pa
9
2201
7
2733
32
den Bebauungsplan Nr. 879 als Satzung beschlossen hat.
Verfahrensvorschriften beim Zustandekommen beachtet worden sind.
Aachen, den
von unterirdischen Leitungen und Bauwerken ist.
Sofern der Plan nicht innerhalb eines Jahres nach
Fertigstellung verwendet
FB Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen
Der Oberbürgermeister
Schriftliche Festsetzungen
zum
Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879
- Beverstraßeim Stadtbezirk Aachen-Mitte
für den Bereich zwischen der Beverstraße, Kronprinzenstraße und den rückwärtigen
Grundstücksgrenzen der Bebauung entlang der Goerdelerstraße und Bismarckstraße
zur erneuten Offenlage
Lage des Plangebietes
Vorhabenbezogener Bebauungsplanes Nr. 879
- Beverstraße gemäß
Schriftliche Festsetzungen
Fassung 27.06.2013
§ 9 Baugesetzbuch (BauGB) sowie der
Baunutzungsverordnung (BauNVO) und der
Bauordnung NRW (BauO NRW) jeweils in der derzeit geltenden Fassung
wird festgesetzt:
Die Festsetzungen des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879 ersetzen die bisherigen Festsetzungen
des Bebauungsplanes Nr. 580 und III. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 580.
1.
Art der baulichen Nutzung
Allgemeines Wohngebiet (WA 1)
Gemäß § 1 (5) und § 1 (9) BauNVO sind innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes (WA 1) die
folgenden allgemein zulässigen Nutzungen nur ausnahmsweise zulässig:
die der Versorgung des Gebietes dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften
Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke
Gemäß § 1 (6) und § 1 (9) BauNVO sind innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes (WA 1) die
ausnahmsweise zulässigen Nutzungen nicht zulässig:
Betriebe des Beherbergungsgewerbes
Sonstige nicht störende Gewerbebetriebe
Gartenbaubetriebe
Anlagen für Verwaltungen
Tankstellen
2.
Maß der baulichen Nutzung
Gebäudehöhe (GH)
Die festgesetzten Höhen werden gemessen über Normalhöhennull (NHN).
Unter Gebäudehöhe (GH) ist der oberste Abschluss der Oberkante Gebäude einschließlich Attika,
Dachrandabdeckungen, Brüstung oder ähnlicher Bauteile zu verstehen.
Die im Bebauungsplan festgesetzten maximalen Gebäudehöhen (GH) dürfen ausschließlich durch
nutzungs- und technikbedingte Anlagen (Ansaug- und Fortführungsöffnungen, Wärmetauscher,
Empfangsanlagen und Anlagen der solaren Energiegewinnung, Wärmepumpen) die zwingend der
natürlichen Atmosphäre ausgesetzt sein müssen bis zu einer Höhe von max. 2,0 m überschritten
werden. Die technischen Aufbauten dürfen eine Grundfläche von je 20 qm nicht überschreiten. Die
technischen Aufbauten müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Außenkante des darunter
liegenden Geschosses abrücken (gemessen ab Oberkante Gebäude).
Die zwingend festgesetzte Gebäudehöhe (GH) von 189,0 m ü. NHN darf um bis zu 0,5 m
unterschritten werden.
Grundfläche (GR)
Die maximal zulässige Grundfläche (GR) im Allgemeinen Wohngebiet (WA 1) beträgt 7.500 qm.
Die maximal zulässige Grundfläche (GR) im Allgemeinen Wohngebiet (WA 1) darf durch:
Stellplätze mit Ihren Zufahren,
Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO und
bauliche Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich
unterbaut wird
bis zu einer Grundfläche (GR) von 11.500 qm überschritten werden.
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Vorhabenbezogener Bebauungsplanes Nr. 879
- Beverstraße 3.
Schriftliche Festsetzungen
Fassung 27.06.2013
Überbaubare Grundstücksfläche
Erkerähnliche Gebäudeteile und Balkone dürfen die straßenseitigen Baugrenzen, gegenüber von
Erschließungsflächen, um bis zu 1,5 m überschreiten. Die erkerähnlichen Gebäudeteile sind bis
maximal 1/3 der Breite der Straßenfassade des Gebäudes zulässig.
Balkone dürfen die rückwärtigen, gartenseitigen Baugrenzen und Baulinien um bis zu 2,7 m
überschreiten.
Gebäude und bauliche Anlagen dürfen um bis zu maximal 0,5 m von der festgesetzten Baulinie
zurücktreten.
Gebäude und bauliche Anlagen dürfen zum Zweck der Anlage einer Dachterrasse im obersten
Geschoss um bis zu maximal 4,0 m von der Baulinie zurücktreten.
4.
Tiefgaragen
Tiefgaragen sind nur innerhalb der zu diesem Zweck festgesetzten Flächen zulässig. Innerhalb der
Fläche für Tiefgaragen sind Keller und Abstellräume zulässig.
5.
Verkehrsflächen / Ein- und Ausfahrten
Ein- und Ausfahrten von Tiefgaragen und der inneren Erschließung (Geh,- Fahr- und Leitungsrecht)
sind nur an den entsprechend gekennzeichneten Bereichen zulässig.
6.
Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden
Im Bereich der öffentlichen Grünfläche sowie der Allgemeinen Wohngebiete WA 1 und WA 2
(Außenanlage Kindergarten) sind offene Bodenflächen durch Herstellung und Erhaltung einer
geschlossenen Vegetationsdecke (Raseneinsaat) zu vermeiden. Alternativ ist eine Mindestabdeckung
in einer Mächtigkeit von 30 cm mit unbelastetem Bodenmaterial durchzuführen.
7.
Festsetzungen zum Schutz vor Immissionen und sonstigen Beeinträchtigungen
7.1
Bauliche Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen
Lärmpegelbereich
Innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen sind die Anforderungen an die Luftschalldämmung
von Außenbauteilen gemäß DIN 4109 * zu erfüllen. Für das gesamte Plangebiet wird der
Lärmpegelbereich (LPB) IV festgesetzt. Es ist für alle Fassaden ein erforderliches Schalldämmmaß
(erf. Rw,res., nach DIN 4109) für Außenbauteile von Gebäuden einzuhalten:
Für Aufenthaltsräume in Wohnungen:
- Innerhalb des Lärmpegelbereiches IV ein Schalldämmmaß (erf. R`w,res.) von mind. 40 dB
Für Büroräume:
- Innerhalb des Lärmpegelbereiches IV ein Schalldämmmaß (erf. R`w,res.) von mind. 35 dB
Im Einzelfall sind im Baugenehmigungsverfahren die Korrekturwerte für das Schalldämmmaß gemäß
5.2 der DIN 4109 in Verbindung mit der Tabelle 9 anzuwenden.
Ausnahmen von diesen Festsetzungen können zugelassen werden, wenn im
Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkannten Sachverständigen nachgewiesen wird, dass
geringere Schalldämmmaße für Außenbauteile gemäß DIN 4109 sind.
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Vorhabenbezogener Bebauungsplanes Nr. 879
- Beverstraße -
Schriftliche Festsetzungen
Fassung 27.06.2013
Lüftungseinrichtungen
An der Beverstraße und Kronprinzenstraße sind Räume mit Schlaffunktion, die in den nachfolgend
aufgeführten Bereichen liegen, mit schallgedämmten Lüftungseinrichtungen auszustatten:
Beverstraße:
zwischen A und B: 4. Obergeschoss
zwischen B und C: Erdgeschoss bis 5. Obergeschoss
Kronprinzenstraße: zwischen C und D: 3. Bis 5. Obergeschoss
zwischen D und E: 4. Obergeschoss
Alternative Nachweise nach dem Stand der Technik sind zulässig
Auszug: Anlage 8.22 aus „Gutachten 2013 1381 zu den Auswirkungen eines möglichen Immissionskonfliktes
ausgelöst durch den Neubau einer Wohnnutzung mit Tiefgarage im Geltungsbereich des vorhabenbezogenen
Bebauungsplanes Nr. 879 „Beverstraße“ in Aachen“
*Grundlage der Festsetzungen ist die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ in der Fassung von
November 1989.
Tiefgarage
In der Tiefgarage bzw. in deren Ein- und Ausfahrtbereich sind die Fahrbahn querende Regenrinnen zu
vermeiden oder in einer geräuschmindernden Bauweise (z.B. Auflagerung des Gitterrostes auf
Hartgummiprofil) auszuführen.
Die Decken- und Wandflächen der Tiefgaragenein- und -ausfahrt sind von der Unterseite bis zu einem
Abstand von mindestens 10 m zur Öffnung in der Fassade vollständig mit akustisch wirksamen
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Vorhabenbezogener Bebauungsplanes Nr. 879
- Beverstraße -
Schriftliche Festsetzungen
Fassung 27.06.2013
Oberflächen auszukleiden. Der mittlere Schallabsorptionsgrad dieser Oberflächen ist mit a=0,5
herzustellen. Die akustisch wirksamen Öffnungsflächen der Tiefgarage dürfen einen
Schalleistungspegel von Lw,n = 67 dB(A) nachts und Lw,n = 77 dB(A) tags nicht überschreiten.
Es können Ausnahmen von den getroffenen Festsetzungen zugelassen werden, soweit durch einen
Sachverständigen nachgewiesen wird, dass andere geeignete Maßnahmen ausreichen.
7.2
Die Tiefgarage ist mit einer mechanischen Be- und Entlüftung mit einer Abluftüberdachführung
auszustatten. Der Nachweis der Sicherstellung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse hinsichtlich
der möglichen Luftschadstoff-Immissionen aus dem Betrieb der Tiefgarage ist im nachfolgenden
Baugenehmigungsverfahren zu erbringen.
Alternative Technische Lösungen der Be- und Entlüftung können zugelassen werden, wenn im
Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkannten Sachverständigen nachgewiesen wird, dass die
Grenzwerte nach der 39.BImSchV eingehalten werden und eine geruchliche Belästigung der
Anwohner auf ein zuträgliches Maß herabgesetzt werden kann. Gegebenenfalls sind die
Anforderungen nach der Geruchs-Immissionsrichtlinie anzulegen bzw. einzuhalten.
8.
Zulässigkeit von Vorhaben
Gemäß § 12 (3a) i.V.m. § 9 (2) BauGB sind im Geltungsbereich des Vorhaben- und
Erschließungsplans nur solche Vorhaben zulässig, zu deren Durchführung sich der Vorhabenträger in
dem Durchführungsvertrag zu diesem Bebauungsplan verpflichtet.
9.
Örtliche Bauvorschriften
9.1
Dachform
Im Plangebiet sind nur Flachdächer und flach geneigte Dächer (mit max. 10 % Dachneigung) zulässig.
9.2
Einfriedungen
Einfriedungen sind nur als lebende Hecken zulässig. In Verbindung mit lebenden Hecken sind auch
durchsichtige Zäune zulässig.
Abweichend davon sind Sichtschutzwände in Verlängerung der Haustrenn- und abschlusswände und
an den seitlichen Grundstücksgrenzen bis zu einer Höhe von 2,2 m und einer Tiefe von 4,0 m (von der
Gebäudeaußenfassade aus gemessen) zulässig. Sie sind aus dem Material des angrenzenden
Gebäudes oder aus Holz zulässig.
Diese Schriftlichen Festsetzungen sind Bestandteil des Beschlusses, mit dem der Planungsausschuss in seiner
Sitzung am ……...2013 die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes Nr. 879 –Beverstraße–
beschlossen hat.
Aachen, den ……. 2013
(Marcel Philipp)
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Fachbereich Stadtentwicklung
und Verkehrsanlagen
Der Oberbürgermeister
Begründung
zum
vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
im Stadtbezirk Aachen-Mitte
für den Bereich zwischen der Beverstraße, Kronprinzenstraße und den rückwärtigen
Grundstücksgrenzen der Bebauung entlang der Goerdelerstraße und Bismarckstraße
zur erneuten öffentlichen Auslegung
Lage des Plangebietes
Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
Inhaltsverzeichnis
1.
1.1.
1.2.
1.3.
1.4.
1.5.
Derzeitige städtebauliche und planungsrechtliche Situation.................................................................... 5
Beschreibung des Plangebietes ...................................................................................................................... 5
Regionalplan.................................................................................................................................................... 5
Flächennutzungsplan ...................................................................................................................................... 6
Landschaftsplan .............................................................................................................................................. 6
Bestehendes Planungsrecht............................................................................................................................ 6
2.
Anlass der Planung ....................................................................................................................................... 6
3.
3.1.
3.2.
3.3.
3.4.
3.5.
3.6.
3.7.
3.7.1.
3.7.2.
3.7.3.
3.7.4.
3.7.5.
3.7.6.
3.8.
3.8.1.
3.8.2.
3.8.3.
3.8.4.
3.8.5.
3.8.6.
3.8.7.
Ziel und Zweck der Planung ......................................................................................................................... 7
Allgemeine Ziele.............................................................................................................................................. 7
Ziel der Planung .............................................................................................................................................. 7
Erschließung.................................................................................................................................................... 8
Gebäude- und Wohnungstypologien ............................................................................................................... 9
Freiraumkonzept............................................................................................................................................ 10
Soziale Infrastruktur....................................................................................................................................... 10
Jugend- und Familienfreundlichkeit............................................................................................................... 11
Grundsätzliche Anforderungen, die sich aus dem konkreten städtebaulichen Ziel ergeben ......................... 11
Erlebnisvielfalt im Gebiet ............................................................................................................................... 11
Umfang kinder- und jugendspezifischer Einrichtungen.................................................................................. 11
Sicherheits- und gesundheitliche Aspekte der jugendspezifischen Einrichtungen ........................................ 12
Funktionaler Charakter der kinder- und jugendspezifischen Einrichtungen................................................... 12
Möglichkeit zu eigenständiger Mobilität von Kindern und Jugendlichen........................................................ 12
Klimaschutz und Klimaanpassung................................................................................................................. 12
Standortwahl der Bebauung .......................................................................................................................... 12
Städtebaulicher Entwurf / Gebäudekubatur................................................................................................... 13
Solare Wärme- und Energiegewinnung......................................................................................................... 13
Umgang mit Freiflächen ................................................................................................................................ 13
Umgang mit Niederschlagswasser ................................................................................................................ 13
Umgang mit der Energieversorgung.............................................................................................................. 13
Vertragliche Regelungen ............................................................................................................................... 14
4.
4.1.
4.2.
4.3.
4.4.
4.5.
4.6.
4.7.
4.8.
4.9.
4.10.
4.11.
4.12.
Begründung der Festsetzungen................................................................................................................. 14
Art der baulichen Nutzung ............................................................................................................................. 14
Maß der baulichen Nutzung .......................................................................................................................... 14
Bauweise....................................................................................................................................................... 17
Überbaubare Grundstücksflächen................................................................................................................. 17
Tiefgarage ..................................................................................................................................................... 18
Verkehrsflächen, Ein- und Ausfahrten........................................................................................................... 18
Geh-, Fahr- und Leitungsrechte..................................................................................................................... 18
Öffentliche Grünfläche................................................................................................................................... 18
Lärmschutz.................................................................................................................................................... 19
Sonstiger Immissionsschutz .......................................................................................................................... 19
Bodenschutz.................................................................................................................................................. 20
Sonstige Maßnahmen ................................................................................................................................... 20
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
4.12.1.
4.12.2.
4.12.3.
4.13.
Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern...................................................................................................... 20
Ausgleichsmaßnahmen ................................................................................................................................. 20
Artenschutz.................................................................................................................................................... 20
Gestalterische Festsetzungen ....................................................................................................................... 20
5.
5.1.
5.1.1.
5.1.2.
5.1.3.
5.1.4.
5.1.5.
5.1.6.
5.2.
5.2.1.
5.2.1.1
5.2.1.2
5.2.1.3
5.2.2.
5.2.2.1
5.2.2.2
5.2.2.3
5.2.3.
5.2.3.1
5.2.3.2
5.2.3.3
5.2.4.
5.2.4.1
5.2.4.2
5.2.4.3
5.2.5.
5.2.5.1
5.2.5.2
5.2.5.3
5.2.6.
5.2.6.1
5.2.6.2
5.2.6.3
5.2.7.
5.2.7.1
5.2.7.2
5.2.7.3
5.2.8.
5.3.
5.3.1.
5.3.2.
Umweltbericht.............................................................................................................................................. 21
Einleitung....................................................................................................................................................... 21
Vorgehensweise bei der Erstellung des Umweltberichtes............................................................................. 21
Lage des Plangebietes .................................................................................................................................. 21
Inhalt und Ziele des Bebauungsplans............................................................................................................ 21
Planungsrechtliche Einbindung ..................................................................................................................... 22
Bedarf an Grund und Boden für die geplanten Nutzungen/Versiegelungsgrad............................................. 22
Ziele des Umweltschutzes............................................................................................................................. 22
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen .............................................................................. 23
Schutzgut Mensch......................................................................................................................................... 23
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 23
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 24
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 28
Schutzgüter Tiere und Pflanzen und biologische Vielfalt............................................................................... 29
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 29
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 30
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 33
Schutzgut Boden ........................................................................................................................................... 33
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 33
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 34
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 35
Schutzgut Wasser ......................................................................................................................................... 35
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 35
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 36
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 37
Schutzgüter Luft und Klima/Energie .............................................................................................................. 38
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 38
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 39
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 41
Schutzgut Landschaft / Stadtbild ................................................................................................................... 41
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 41
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 41
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 41
Schutzgut Kultur- und Sachgüter................................................................................................................... 41
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben .......................................................................................... 41
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben ........................................................................ 42
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen ................ 42
Wechselwirkungen der einzelnen Schutzgüter.............................................................................................. 42
Entwicklungsprognose des Umweltzustandes............................................................................................... 42
Entwicklungsprognose bei Durchführung der Planung.................................................................................. 42
Prognose bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante)......................................................................... 43
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
5.3.3.
5.4.
5.4.1.
5.4.2.
5.5.
5.6.
Anderweitige Planungsmöglichkeiten............................................................................................................ 43
Grundlagen.................................................................................................................................................... 44
Verwendete Technische Verfahren zur Umweltprüfung ................................................................................ 44
Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben ....................................................... 45
Monitoring...................................................................................................................................................... 45
Zusammenfassung ........................................................................................................................................ 45
6.
Auswirkungen der Planung ........................................................................................................................ 48
7.
Kosten .......................................................................................................................................................... 49
8.
Durchführungsvertrag ................................................................................................................................ 49
9.
Plandaten ..................................................................................................................................................... 50
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
1.
1.1.
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
Derzeitige städtebauliche und planungsrechtliche Situation
Beschreibung des Plangebietes
Das ca. 1,56 ha große Plangebiet liegt zwischen der Beverstraße, der Kronprinzenstraße, der
Wohnbebauung an der Goerdelerstraße und dem Blockinnenbereich an der Bismarckstraße und beinhaltet
die Flurstücke 1941, 2815, 2950, 2952, 2953 und tlw. 3055 der Flur 14, Gemarkung Forst in Aachen - Mitte.
Im Osten wird das Grundstück von der Kronprinzenstraße und im Süden von der Beverstraße sowie den
rückwärtigen Grenzen der Grundstücke Beverstraße 5-13 begrenzt. Nordwestlich begrenzen die
rückwärtigen Grenzen der Grundstücke Bismarckstraße 158-176 und die rückwärtigen und östlichen
Grenzen der Goerdelerstraße 2-6 das Plangebiet. Im Norden wird das Plangebiet durch die Verkehrsfläche
der Goerdelerstraße und die westlichen sowie rückwärtigen Grenzen des Grundstückes Goedelerstraße 824 begrenzt. In dem Gebäudekomplex sind Wohnungen und eine Kindertagesstätte untergebracht.
Situation innerhalb des Plangebietes
Bei dem Plangebiet handelt es sich überwiegend um eine brach liegende, ehemals mit dem Finanzamt
bebaute Fläche. Das Gebäude der Finanzverwaltung wurde inzwischen abgerissen. Derzeit ist im
Plangebiet als bauliche Anlage lediglich die leerstehende Tiefgarage der ehemaligen Finanzverwaltung
vorhanden. Außerdem befindet sich im Plangebiet eine an die Goerdelerstraße anschließende größtenteils
befestigte Erschließungsfläche. Von hier aus werden die beiden Wohngebäude an der Goerdelerstraße und
die Kindertagesstätte erschlossen. Südlich anschließend befindet sich ein Teil der Außenanlage der
Kindertagesstätte im Plangebiet. Im westlichen Teil des Plangebietes liegt eine öffentliche Grünfläche mit
einem Kinderspielplatz. Zu Lasten der öffentlichen Grünfläche ist deren östlicher Teil als Außenanlage der
Kindertagesstätte zugeordnet und wird nur über eine schmale Verbindung an die unmittelbar an die
Kindertagesstätte angegliederten Außenbereiche angebunden. Die früher gradlinig von der Beverstraße zur
Goerdelerstraße verlaufende Fußwegeverbindung verliert dadurch stark an Attraktivität. Gleiches gilt für den
verbliebenen Teil der öffentlichen Grünfläche, die sich aufgrund ihrer Randlage, durch zu schmale und
unübersichtliche Zugänge sowie Vandalismus Schäden, in einem unbefriedigenden Zustand befindet.
Zumindest zeitweise sind die Zugänge verschlossen, so dass eine uneingeschränkte Nutzung der
Grünfläche nicht sichergestellt werden kann.
Situation außerhalb des Plangebietes
Das Plangebiet liegt in einem Übergangsbereich zwischen Ostviertel und Frankenberger Viertel. Aufgrund
der ehemaligen Nutzung bildet der Bereich eine Zäsur zwischen beiden Vierteln.
Bei der das Plangebiet umgebenden Bebauung handelt es sich vorwiegend um IV- bis V-geschossige
Wohngebäude aus der Nachkriegszeit. Die Südseite der Beverstraße weist eine größere Anzahl von IIIgeschossigen Stadthäusern aus der Gründerzeit auf.
Der Norden des Grundstücks wird von einem VI-geschossigen Gebäude aus den frühen 90er-Jahren
begrenzt. Da dieser Baukörper aus der Bauflucht der Blockrandbebauung zurückspringt, weicht er vom
restlichen Bestand ab. In diesem Gebäude befindet sich eine Kindertagesstätte, dessen Außengelände
derzeit ungünstig zugeschnitten ist.
1.2.
Regionalplan
Im Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Region Aachen aus dem Jahr 2003 mit
Ergänzungen (Stand April 2008) ist der Planbereich als ”Allgemeiner Siedlungsbereich” (ASB) dargestellt.
Eine Änderung auf Regionalplanebene ist somit nicht erforderlich.
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
1.3.
Flächennutzungsplan
Der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Aachen aus dem Jahr 1980 stellt das Plangebiet als
Wohnbaufläche dar.
Der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 879 wird überwiegend Allgemeine Wohngebiete (WA)
darstellen. Lediglich im westlichen Bereich des Plangebietes wird eine ca. 2.500 qm große Fläche als
öffentliche Grünfläche und im Nordwesten eine ca. 500 qm große Verkehrsfläche besonderer
Zweckbestimmung festgesetzt. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan kann als aus dem
Flächennutzungsplan entwickelt angesehen werden. Eine Flächennutzungsplanänderung ist daher nicht
erforderlich.
1.4.
Landschaftsplan
Das Plangebiet liegt außerhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes der Stadt Aachen. Es ist
nicht in der Biotopkartierung der Landesanstalt für Ökologie Boden und Forsten (LÖBF) erfasst. Ein
Naturdenkmal (Linde) befindet sich in der öffentlichen Grünfläche.
1.5.
Bestehendes Planungsrecht
Für den Bereich des Vorhaben- und Erschließungsplanes besteht der rechtskräftige Bebauungsplan
Nr. 580, der hier ein „Kerngebiet“ mit der Zweckbestimmung „Baugrundstück für den Gemeinbedarf
(Behördenzentrum)“ festsetzt.
Für die in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einbezogenen Grundstücke gilt die rechtskräftige
III. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 580 – Goerdelerstraße -. Für einen Teilbereich (eine schmale
Fläche südlich des Grundstückes an der Goerdelerstraße) ist dort eine „MK-Fläche (Behördenzentrum)“ mit
der Zweckbestimmung „Anlieferung, Feuerwehrzufahrt und Stellplätze“ festgesetzt. Der zweite Teilbereich
(die am westlichen Rand des Plangebietes liegende, Baum bestandene Freifläche) ist als „Öffentliche
Grünfläche (Spielplatz)“ sowie als „Allgemeines Wohngebiet“ ausgewiesen. Diese Flächen sind
überwiegend mit der Zweckbestimmung „Außenanlage für den Kindergarten“ und im nördlichen Bereich an
der Goerdelerstraße mit einem „Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit“ und als Verkehrsfläche
ausgewiesen. Darüber hinaus wird die im Rahmen der Errichtung des Gebäudes Goerdelerstraße 8-24
bereits gebaute Tiefgarage über eine entsprechende Festsetzung gesichert.
2.
Anlass der Planung
Mit der Realisierung des Finanzamtszentrums an der Krefelder Straße im Jahr 2006 konnte das
sanierungsbedürftige Gebäude Beverstraße, in dem sich vier Finanzämter befanden, abgerissen werden.
Damit bestand die Möglichkeit das ca. 12.000 qm große Grundstück an der Beverstraße stadträumlich und
in Bezug auf die Nutzung besser in das angrenzende Frankenberger Viertel zu integrieren.
Mit einem Wettbewerb wurde ein Wahlspektrum an städtebaulichen Konzepten und alternativen
architektonischen Lösungsvorschlägen für modular entwickelte innovative Wohnkonzepte und ein kleines
Hotel erarbeitet. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf sollte über einen vorhabenbezogenen
Bebauungsplan realisiert werden. Der Vorhabenbezogene Bebauungsplan wurde mit allen
Verfahrensschritten bis unmittelbar vor Satzungsbeschluss durchgeführt. Ein Satzungsbeschluss wurde
jedoch nicht gefasst, da der damalige Investor das Verfahren nicht weiterverfolgt hat. Mittlerweile hat ein
neuer Investor, die für dieses Vorhaben gegründete Kronprinzenquartier GmbH, das Grundstück des
ehemaligen Finanzamtes vom BLB erworben. Dieser möchte auf dem Grundstück kurzfristig eine
Wohnbebauung realisieren. Da sich die Bebauung in ihrer Art, die nunmehr keine ergänzende Hotelnutzung
mehr vorsieht und in ihrer städtebaulichen Struktur (Blockbebauung anstatt Zeilenbebauung im inneren
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
Plangebiet, um ein Geschoss höhere Bebauung im rückwärtigen Bereich und im Einmündungsbereich der
Kronprinzenstraße in die Beverstraße) von der bisher vorgesehenen Bebauung unterscheidet, soll das
bisherige Verfahren mit einer erneuten Offenlage fortgeführt werden.
3.
3.1.
Ziel und Zweck der Planung
Allgemeine Ziele
Ziel des Bebauungsplanes ist die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung
von Wohngebäuden auf einer derzeit brachliegenden Fläche im Sinne einer ressourcenschonenden
Innenentwicklung und Stärkung des innerstädtischen Wohnstandortes von Aachen. Die Wohnbauflächen
dienen der Deckung des kurz- und mittelfristigen Bedarfs an Wohnraum für unterschiedliche Nutzergruppen.
Das innerstädtische Gebiet mit einer unmittelbar angrenzenden Grünfläche, fußläufig erreichbaren
Nahversorgungsangeboten und einer sehr guten verkehrlichen Anbindung, eignet sich in besonderer Weise
für den vorgesehenen Wohnungsmix für familiengerechtes, altengerechtes und junges studentisches
Wohnen.
3.2.
Ziel der Planung
Städtebauliches Ziel ist die gestalterische und strukturelle Aufwertung und Einbindung der bisher als Zäsur
wirkenden Fläche in die umgebenden Baustrukturen, durch die Fortführung der im Frankenberger Viertel
charakteristischen Blockstruktur. Dazu gehört auch die gemäß der Rahmenplanung „Frankenberger Viertel“
für Fußgänger und Radfahrer geforderte Schaffung einer attraktiven Nord-Süd-Verbindung zwischen der
Beverstraße und der Goerdelerstraße sowie die Integration der derzeit isolierten und in einem
unbefriedigenden Zustand befindliche öffentlichen Grünfläche in ein Gesamtkonzept. Darüber hinaus sollen
die Außenflächen der unmittelbar nördlich an das Plangebiet anschließenden Kindertagesstätte neu
geordnet werden. Um die letztgenannten Ziele umsetzen zu können, werden die öffentliche Grünfläche, die
geplante Außenbereichsfläche für die Kindertagesstätte sowie der für die fußläufige Anbindung an die
Goerdelerstraße vorgesehene Fläche in den Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes
einbezogen.
Im Masterplan Aachen*2030 werden „Perspektiven und Impulse für die räumliche Entwicklung der Stadt
Aachen benannte“. Für das Plangebiet werden im Handlungsfeld „Wohnen“ u.a. die folgenden konkreten
Ziele, die unter dem Oberziel „Wohnungsmarktoffensive“ zusammengefasst sind, formuliert: „derzeitige
Baulandentwicklung forcieren“, „Stärkung und Steuerung des Wohnungsangebotes durch öffentlich
geförderten Wohnungsbau…“, Vergrößerung und Differenzierung des Wohnungsangebots für Studierende
und ältere Menschen“, „identitätsschaffende, baustrukturell anspruchsvolle Wohnquartiere“ und „neue
Wohnstandorte in integrierten Lagen mit gemischten sozialen Strukturen entwickeln“. Diese Ziele werden
durch Aufstellung dieses vorhabenbezogenen Bebauungsplanes, durch den geplanten Wohnungsmix (mit
Singlewohnungen, WG-taugliche Wohnungen und großen familiengerechten Wohnungen), dem geplanten
Anteil von 20% Sozialwohnungen sowie durch die Fortführung und Neuinterpretation der gründerzeitlichen
Baustruktur des Frankenberger-Viertels im besonderen Maße Rechnung getragen. Die geplante Baustruktur
und deren Gestaltung entsprechen daher auch dem unter dem Handlungsfeld „Stadt-Bau-Kultur“ genannten
Ziel der „Förderung der Baukultur und Bauqualität unter Beachtung der Stadtmorphologie“. Durch die Nähe
des Plangebietes zu dem ÖPNV- Verknüpfungspunkt „Bahnhof Rothe Erde“ und den auf der
Goedelerstraße / Oppenhoffallee zu erreichenden Bushaltestellen, wird das unter dem Oberziel „Gesunde
Wohnquartiere“ genanntem Ziel „Wohngebiete an ÖV-Haltepunkten“ ebenfalls in besonderer Weise
umgesetzt. Im Masterplan wird das Plangebiet im Handlungsfeld „Lebensumfeld“ unter dem Oberziel „Sozial
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
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gerechte Stadt“ als Lebensraum mit vorrangigem Handlungsbedarf“ dargestellt, u.a. mit dem Ziel eine
„Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen“ zu erreichen. Hierzu trägt die mit einer hohen
Aufenthaltsqualität geplante Quartierstraße, die Aufwertung der öffentlichen Grünfläche und die Schaffung
einer attraktiven öffentlichen Durchwegbarkeit des Gebietes bei. Darüber hinaus wird durch die geplante
fast ausschließliche Unterbringung des ruhenden Verkehrs in einer Tiefgarage, die geplante hohe Anzahl
von Fahrradabstellanlagen in der Wohn- und Spielstraße sowie die Bereitstellung von Fahrradräumen in
jedem Wohngebäude das unter dem Handlungsfeld „Mobilität“ genannte Ziel „innovative Konzepte für den
Ruhenden Verkehr in verdichteten Gebieten (z.B. Quartiersgaragen, autofreie Siedlung,
Fahrradabstellanlagen)“ umgesetzt. Letztendlich wird durch den Erhalt der öffentlichen Grünfläche in
Verbindung mit der Anbindung an die neu geschaffene Wegeverbindung von der Beverstraße zur
Goerdelerstraße das unter dem Handlungsfeld „Freiraum“ genannte Ziel „innerstädtische Grünverbindungen
mit attraktivem Wegenetz stärken“ aufgegriffen.
3.3.
Erschließung
Das Plangebiet ist verkehrstechnisch von der Beverstraße und der Kronprinzenstraße aus erschlossen, die
unmittelbar nördlich und westlich über die Goerdelerstraße und den Adalbertsteinweg an das
Hauptverkehrsnetz angebunden sind.
Die innere Erschließung des Plangebietes erfolgt über eine private Straße, die in L-Form und im
Einrichtungsverkehr von der Kronprinzenstraße zur Beverstraße geführt werden soll. Diese private
Erschließung soll, neben der Nutzung durch Ver- und Entsorgungsfahrzeuge, als Fahrstraße für die neuen
Bewohner und Besucher der Gebäude innerhalb des Plangebietes zur Anlieferung von Einkäufen o.ä.
dienen. Daher werden in der privaten Straße nur ca. 12 überwiegend als Kurzzeitstellplätze für Be- und
Endladevorgänge etc. gedachte Parkmöglichkeiten angeboten.
Die bauordnungsrechtlich erforderlichen Stellplätze für die geplanten ca. 200 Wohneinheiten werden in
einer neu zu errichtenden Tiefgarage mit ca. 200 Stellplätzen nachgewiesen. Die Zufahrt erfolgt im Bereich
der bisherigen Zufahrt zu der alten Tiefgarage des ehemaligen Finanzamtes von der Beverstraße aus.
Die nun vorgenommenen Berechnungen zeigen, dass unter Berücksichtigung der Kenngrößen zur
Verkehrsmittelwahl in der Stadt Aachen („Mobilitätserhebung Aachen 2011“) aus dem Bewohner- und
Besucherverkehr ein Gesamtverkehrsaufkommen von 672 Kfz-Fahrten/Werktag zu erwarten ist. Demnach
ist davon auszugehen, dass nach Umsetzung des Gesamtvorhabens mit einem, gegenüber der ehemaligen
Finanzamtsnutzung, ca. 27,5 % geringerem Verkehrsaufkommen am Werktag zu rechnen ist. Aufgrund der
zu erwartenden Reduzierung des Verkehrsaufkommens im Vergleich zur Vorgängernutzung, sind
Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Verkehrsqualität der umliegenden Straßen und Knotenpunkte
nicht zu erwarten.
Die Erschließung des Plangebietes durch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird durch die auf
der Goerdelerstraße verkehrenden Buslinien mit der Bushaltestelle „Goerdelerstraße“ und den auf dem
Adalbertsteinweg verkehrenden Buslinien mit den Bushaltestellen „Elsassstraße“ und „Bahnhof Rothe Erde“
in besonders guter Qualität sichergestellt. Darüber hinaus bestehen über den nur ca. 200 m entfernt
liegenden „Bahnhof Rothe Erde“ gute Anschlüsse an den regionalen und überregionalen Schienenverkehr.
Die Anbindung und Erreichbarkeit für Fußgänger und Radfahrer ist ebenfalls über die angrenzenden
Verkehrsflächen der Beverstraße und der Kronprinzenstraße gegeben. Darüber hinaus wird eine direkte
Verbindung zwischen der Beverstraße und der Goerdelerstraße geschaffen. In westlicher Richtung über die
Gehwege entlang der Beverstraße und im weiteren Verlauf über die Gehwege entlang der Bismarckstraße,
ist das Zentrum des Frankenberger Viertels zu erreichen.
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Die Umsetzung der privaten Erschließungsflächen wird zusammen mit den erforderlichen Maßnahmen zur
Anbindung an die öffentlichen Verkehrsflächen über entsprechende Regelungen im Durchführungsvertrag
sichergestellt.
Die Versorgung des Plangebietes mit Elektrizität, Gas, Wasser und Telekomunikation wird über die in den
angrenzenden Verkehrsflächen verlaufenden Leitungstrassen sichergestellt.
Gemäß Generalentwässerungsplan ist die Einleitung des anfallenden Niederschlagswassers bis zu einem
Abflussbeiwert von 0,5 grundsätzlich in das öffentliche Kanalnetz oder direkt in den Beverbach, der über
einen Regenwasserkanal von der Beverstraße über die Turpinstraße erreicht werden kann, möglich und
zulässig.
Gegebenenfalls
sind
zur
Einhaltung
des
vorgegebenen
Abflussbeiwertes
Regenrückhaltemaßnahmen innerhalb des Plangebietes erforderlich. Hierzu wird vor Satzungsbeschluss
ein Entwässerungskonzept in Abstimmung mit der UWB, dem FB 61/73 und der WVER erstellt.
Im Plangebiet wird durch die geplante Errichtung von ca. 200 Wohneinheiten (WE), im Vergleich zu der
Vorgängernutzung, keine signifikant höhere Schmutzwassermenge anfallen. Das anfallende
Schmutzwasser soll über eine Mischwasserkanalisation in die vorhandenen Straßenkanäle der
angrenzenden Verkehrsflächen eingeleitet werden.
3.4.
Gebäude- und Wohnungstypologien
Die herausragende Qualität des Wohnstandortes Frankenberger Viertel entsteht nicht zuletzt durch den
Charme der historischen Gründerzeitbebauung und die weitgehend homogene städtebauliche Struktur des
Viertels, die besonders von den zentralen Achsen Oppenhoffallee, Viktoriaallee und Bismarckstraße geprägt
wird. Die Quartierszentren Neumarkt und Frankenberger Park, sowie das abwechslungsreiche
Geschäftsleben des Viertels bieten ein attraktives Umfeld für ein modernes, städtisches Wohn- und
Lebensgefühl.
Ziel des städtebaulichen Entwurfes ist es daher, die besonderen Qualitäten, den Charme und die
Attraktivität des Frankenberger Viertels mit der neuen Bebauung fortzuführen. Der Entwurf schlägt
dementsprechend die Weiterführung der im Frankenberger Viertel vorherrschenden und funktionstüchtigen
Typologie der Blockrandbebauung vor. Neben einem komplett geschlossenen rechtwinkligen Block an der
Ecke Beverstraße/Kronprinzenstraße schließt die straßenbegleitende Bebauung auch die bestehende
Bebauung der Bismarckstraße und Goerdelerstraße rückseitig zu einer geschlossenen städtischen Struktur
mit definierten Vorder- und Rückseiten zusammen.
Auf diese Weise wird eine vor dem Hintergrund von Identifikation und Sicherheitsaspekten als kritisch
einzuordnende Innenfeldlage der Bebauung umgangen und eine optimale Erschließung aller Häuser
gewährleistet. Der funktionierende öffentliche Raum des Frankenberger Viertels wird so in das neue
Wohnquartier hineingeführt.
Die Bebauung entlang der Beverstraße und der Kronprinzenstraße soll mit einer Fünfgeschossigkeit und
einer sechsgeschossigen Betonung an dem Einmündungsbereich der Kronprinzenstraße in die Beverstraße
errichtet werden. Die Bebauung entlang der neuen Quartiersstraße soll vier Geschosse erhalten. Um die
Qualitäten des Frankenberger Viertels adäquat fortzusetzen, wird die Bebauung jedoch nicht als
städtebauliche Großform vorgeschlagen, sondern orientiert sich an den klassischen Baugrößen der
beliebten 3- und 4-Fensterhäuser Aachens.
Die einzelnen Häuser sollen hierbei differenziert herausgearbeitet werden und erkennbar eigenständige
Adressen bilden. Die Fassadengestaltung interpretiert hierbei die Qualitäten der klassischen Vorbilder auf
zeitgemäße Weise. Das Quartier soll, bei aller Differenziertheit im Detail, als homogenes und hochwertiges
Gesamtensemble wirken, das wie das historische Vorbild ein qualitätsvolles Ambiente vermittelt.
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Der Typologie des Frankenberger Wohnblocks folgend, wird das Blockinnere zum privaten Rückzugsraum.
Hier erhalten die Erdgeschosswohnungen private Gärten, die Geschosswohnungen erhalten Loggien,
Balkone und Terrassen. Es ist darüber hinaus geplant, die Häuser weitgehend mit nutzbaren Dachterrassen
auszustatten.
Entsprechend der gewünschten sozialen und demografischen Durchmischung des Neuen Quartiers wird ein
breit gefächerter Wohnungsmix mit Wohnungsgrößen von ca. 40 qm bis zu ca. 200 qm angestrebt. Da alle
Wohnungen über Aufzüge erschlossen werden sollen und damit barrierefrei und Behinderten gerecht
erreichbar sind, können die größeren Wohnungen auch für Wohngemeinschaften älterer Menschen
angeboten werden. Auf Grund der innenstadtnahen Lage und der angestrebten durchmischten
Bewohnerstruktur, ist davon auszugehen, dass die Nutzung eines Fahrrades eine große Bedeutung haben
wird. Daher sind auf Ebene der Tiefgarage in den von hieraus unmittelbar zu erreichenden Kellerräumen der
einzelnen Wohngebäude abschließbare Fahrradräume vorgesehen.
Insgesamt sollen Geschoßwohnungsbauten mit ca. 200 Wohneinheiten (WE) errichtet werden.
3.5.
Freiraumkonzept
Um der Zielsetzung eines familienfreundlichen und kindgerechten Wohnumfeldes nachzukommen, wird die
Quartierstraße als Wohn- und Spielstraße entwickelt (Verkehrsberuhigter Bereich) und zu diesem Zweck
hochwertig mit Grünelementen ausgestattet. Dominierende Elemente sind die höhergelegten privaten
Gartenbereiche, die mit Hecken abgegrenzt werden und teilweise zum öffentlichen Raum mit Bänken
ausgestattet werden. Fahrradstellplätze und wenige Kfz-Stellplätze werden in diese Struktur integriert.
Über eine direkte Verbindung von der Goerdelerstraße zu der neuen Quartiersstraße wird eine attraktive
Nord-Süd-Querverbindung zwischen Goerdelerstraße und Beverstraße geschaffen. Diese neue
Durchwegungssituation kann im Bereich der Bebauungsfuge im unmittelbaren Kita-Vorbereich als offener
und übersichtlicher begrünter Erschließungsraum (Sicherheitsempfinden) mit Aufenthaltsgelegenheiten und
Spielbereichen ausgestaltet werden.
Die öffentliche Grünfläche wird durch das städtebauliche Konzept in ein Gesamtkonzept eingebettet, das
ihre derzeit isolierte Lage aufhebt. Durch die kürzeren, direkteren und breiteren Zuwegungen sowie durch
die Orientierung wohnungsnaher Freiflächen (Privatgärten) zu der öffentlichen Grünfläche ist eine deutliche
Aufwertung der Fläche zu erwarten. Darüber hinaus unterliegt sie damit einer besseren sozialen Kontrolle.
Die Außenflächen der Kindertagesstätte werden neu geordnet. Die bisher im Bereich der öffentlichen
Grünfläche liegende und nur über einen schmalen Verbindungsweg zu erreichende Fläche wird unmittelbar
östlich an die vorhandenen baulichen Anlagen der Kindertagesstätte verlegt. Die westlich der
Kindertagesstätte gelegene Freifläche wird zugunsten der städtebaulich wichtigen fußläufigen NordSüdverbindung von der Beverstraße zur Goerdelerstraße, verkleinert. Insgesamt verbleibt der
Kindertagesstätte jedoch eine ausreichend große Freifläche, die gegebenenfalls auch Richtung
Goerdelerstraße erweitert werden kann. Diese Entwicklungsmöglichkeit wird in den vorhabenbezogenen
Bebauungsplan durch entsprechende Festsetzungen planungsrechtlich vorbereitet.
3.6.
Soziale Infrastruktur
Die Umgebung des Plangebietes ist geprägt von einer hohen Nutzungsvielfalt.
Innerhalb des Frankenberger Viertels, dem Adalbertsteinweg und östlich davon besteht ein großes und
vielfältiges Angebot an Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie. In ca. 300 m Entfernung befinden
sich darüber hinaus die Aachen – Arkaden mit einem großen Angebot an Läden zur Deckung des täglichen
und periodischen Bedarfs. Viele öffentliche und private kulturelle Einrichtungen unterschiedlicher Größe und
Ausrichtung sind in fußläufiger Umgebung beheimatet, u.a. die Frankenberger Burg und der Musikbunker.
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In einem Umkreis von ca. 600 m befinden sich mit der Herz-Jesu-Kirche im Westen, der St. BonifatiusKirche im Osten und der Kirche St. Fronleichnam im Nordosten kirchliche Einrichtungen.
3.7.
3.7.1.
Jugend- und Familienfreundlichkeit
Grundsätzliche Anforderungen, die sich aus dem konkreten städtebaulichen Ziel ergeben
Die Bauflächen innerhalb des Plangebietes sollen als allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt werden.
Damit wird dem Ziel, der Förderung des innerstädtischen Wohnens, Rechnung getragen. Es ist ein breit
gefächerter Wohnungsmix geplant, der auch auf den Zuzug von Familien ausgerichtet ist. Die unmittelbare
Nachbarschaft der Kindertagesstätte und des öffentlichen Kinderspielplatzes sowie die geplante Errichtung
der Quartierstraße als Wohn- und Spielstraße kann im besonderen Maße mit zu einem familiengerechten
Umfeld beitragen.
3.7.2.
Erlebnisvielfalt im Gebiet
Das Plangebiet liegt im Übergangsbereich zwischen Frankenberger Viertel und Ostviertel. In der Umgebung
ist daher eine vielfältige Einwohnerstruktur vorhanden, die von unterschiedlichen Nationalitäten und sozialen
Stand geprägt ist. Während sich das Frankenberger Viertel durch einen hohen Anteil an Akademikern
auszeichnet, ist das Ostviertel eher durch einen hohen Anteil ausländischer Mitbürger und Einwohnern aus
sozial schwächeren Schichten geprägt. „Die Unterschiede drücken sich momentan deutlich durch die
Herausbildung von räumlich begrenzten sozialen Milieus und deren Folgeerscheinungen aus“ (aus:
Rahmenplan Frankenberger Viertel).
Trotz der innerstädtischen Lage besteht durch die im Plangebiet liegende öffentliche Grünfläche und die
geplante Quartierstraße mit hoher Aufenthaltsqualität ein gutes Angebot an Freiflächen. Darüber hinaus ist
mit der über die Rampe gegenüber dem Knotenpunkt Kronprinzenstraße/Beverstraße zu erreichende
bahnparallele Fuß- und Radwegeverbindung, eine unmittelbare Verbindung zu den südlich und südwestlich
gelegenen Naherholungsräumen rund um die Maria-Montessori-Gesamtschule, dem Gillesbachtal und dem
Beverbachtal vorhanden.
3.7.3.
Umfang kinder- und jugendspezifischer Einrichtungen
Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 25.06.2003 „Kriterien für Kinder- und Familienfreundlichkeit im
Städtebau“ löst das Wohnungsbauprojekt die Herstellung eines öffentlichen Spielplatzes aus. Die zu
fordernde Spielplatzgröße kann aufgrund des im westlichen Teil des Plangebietes bereits vorhandenen
Spielplatzes um 50 % reduziert werden. Durch die Verlagerung der im östlichen Teil der öffentlichen
Grünfläche gelegenen Außenspielfläche der Kindertagesstätte in das nördliche Plangebiet, kann die
öffentliche Grünfläche, trotz der heranrückenden privaten Hausgärten, um ca. 500 qm vergrößert werden.
Die Vergrößerung des Kinderspielplatzes gleicht aber noch nicht die, bei geplanten ca. 200 Wohneinheiten
erforderliche Spielplatzfläche aus. Da eine weitere neue Spielplatzfläche im näheren Umfeld nicht angelegt
werden kann, ist für die restliche zu fordernde Spielplatzfläche eine Ausgleichzahlung zu entrichten, die für
die Aufwertung des öffentlichen Spielplatzes verwendet werden sollen. Neben der öffentlichen
Spielplatzfläche dient auch die neue interne Erschließungsfläche als zusätzliche Spielfläche für Kinder.
Weitere Spiel- und Sportflächen sind in dem ca. 500 m östlich gelegenen Kennedypark u.a. mit dem dort
etablierten Spielhaus sowie westlich rund um die Maria-Montessori-Gesamtschule und den Musikbunker mit
einem reichhaltigen Angebot an Kleinspielfeldern (Fußball, Basketball etc.) vorhanden. Die Schwimmhalle
Ost ist in ca. 600 m nördlich des Plangebietes zu erreichen.
Direkt nördlich an das Plangebiet angrenzend liegt die Kindertagesstätte „MITTENDRIN“, die durch die
AWO betrieben wird. In einem Umkreis von 600 bis 800 m befinden sich die drei katholischen Grundschulen
an der Matarèstraße, Luisenstraße und Düppelstraße. Westlich des Plangebietes in ca. 900 m Entfernung
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ist die Maria-Montessori-Gesamtschule und östlich in ebenfalls ca. 900 m Entfernung das GeschwisterScholl-Gymnasium zu erreichen. In deren Nachbarschaft ist auch die Förderschule an der Elsaßstraße
ansässig. Die Luise-Hensel-Realschule befindet sich in ca. 1.000 m jenseits der Bahnlinie am westlichen
Rand des Gillesbachtals.
3.7.4.
Sicherheits- und gesundheitliche Aspekte der jugendspezifischen Einrichtungen
Die Spielfläche innerhalb des Plangebietes sowie die Kindertagesstätte sind von allen Wohngebäuden aus
sicher zu Fuß erreichbar. Die Nutzung der als Wohn- und Spielstraße konzipierten Quartierstraße ist
aufgrund der geringen Verkehrsbelastung gefahrlos möglich. Dies gilt auch für die Spiel- und Sportflächen
sowie Schulen südwestlich des Plangebietes, die über den bahnparallelen Fuß- und Radweg, vom
motorisierten Fahrverkehr unabhängig, zu erreichen sind.
Zum Erreichen der östlich gelegenen Freiflächen und der Grundschulen sind jedoch die stark befahrenen
Hauptverkehrsachsen Adalbertsteinweg bzw. Oppenhoffallee zu queren. Die dort vorhandenen
signalisierten Querungshilfen können jedoch von Kindern und Jugendliche sicher genutzt werden.
Die innerhalb des Plangebietes liegende öffentliche Grünfläche wird im Rahmen der Umsetzung des
Vorhabens umgestaltet und gestalterisch aufgewertet. Durch die angrenzenden Hausgärten besteht eine
gute soziale Kontrolle der Fläche.
Die westlich gelegenen Außenflächen der angrenzenden Kindertagesstätte sowie die baulichen Anlagen der
Kindertagesstätte selbst erfüllen die Anforderungen an eine ausreichende Besonnung. Der östlich gelegen
Teil der Außenanlage erfüllt diese Anforderungen im Winterhalbjahr nicht. Durch die Verlagerung der bisher
im Bereich der öffentlichen Grünfläche gelegenen Kindergartenaußenfläche unmittelbar an die
Kindertagesstätte heran wird aber die soziale Kontrolle und Nutzbarkeit der Flächen verbessert.
3.7.5.
Funktionaler Charakter der kinder- und jugendspezifischen Einrichtungen
Durch den geplanten Ausbau der Quartierstraße zu einer Wohn- und Spielstraße und die Einbindung der
gestalterisch aufzuwertenden öffentlichen Grünfläche sowie der Blockinnenbereichsfläche in ein internes
Wegenetz, entsteht eine hohe Nutzungsqualität für die Bewohner allgemein und für Kinder im Besonderen.
Hierzu tragen auch die in dieses System integrierten wohnungsnahen Spielplätze bei.
3.7.6.
Möglichkeit zu eigenständiger Mobilität von Kindern und Jugendlichen
Wie oben bereits beschrieben, sind die im Plangebiet liegenden Einrichtungen für Kinder unmittelbar
fußläufig zu erreichen. Mit dem bahnparallelen Fuß- und Radweg besteht eine straßenunabhängige WestOst-Verbindung, die eine gute Erreichbarkeit der westlich liegenden Einrichtungen und Freibereiche
sicherstellt und in östlicher Richtung den Anfang des Vennbahnweges darstellt.
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kann über die Bushaltestelle „Goerdelerstraße“ vom
Straßenverkehr unabhängig erreicht werden. Von hier aus besteht eine sehr gute Verbindung in die
Aachener Innenstadt und die östlich gelegenen Stadtteile. Der „Bahnhof Rothe Erde“ ist über die mäßig
befahrene Beverstraße gut zu erreichen. Durch die Anbindung an den regionalen und überregionalen
Verkehr ist der „Bahnhof Rothe Erde“ besonders für Jugendliche als Ausgangspunkt für Aktivitäten
außerhalb Aachens interessant.
3.8.
3.8.1.
Klimaschutz und Klimaanpassung
Standortwahl der Bebauung
Das Plangebiet ist im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche dargestellt und dient der
Innentwicklung. Mit der Realisierung des Vorhabens wird eine weitgehend brach liegende innerstädtische
Fläche reaktiviert. Dies greift das Prinzip des sparsamen Umgangs mit Neuversiegelung von Boden gemäß
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§ 1a Abs. 2 BauGB auf. Durch die Nutzung von Flächen inmitten vorhandener Bebauung und Infrastruktur,
insbesondere der Verkehrseinrichtungen des ÖPNV, werden ökologisch wertvollere Flächen am Ortsrand
auf bisher nicht versiegelten Flächen geschützt. Durch die Nähe der Wohnbebauung zu Läden,
Dienstleistungen und Arbeitsstätten werden darüber hinaus die Verkehrsbewegungen reduziert.
3.8.2.
Städtebaulicher Entwurf / Gebäudekubatur
Die dichte und kompakte vier- bis fünfgeschossige Blockrandbebauung trägt nicht nur zur Minimierung des
Flächenverbrauchs bei, sondern auch zur Minimierung des Heizwärmebedarfs. Die kompakte Baustruktur
führt zu einer Reduzierung der wärmeabgebenden Hülle (A/V).
3.8.3.
Solare Wärme- und Energiegewinnung
Die Errichtung von Anlagen zur Solarenergiegewinnung auf den Dachflächen ist optional möglich. Die
Höhenfestsetzungen berücksichtigen die Errichtung über eine entsprechende Ausnahmeregelung zur
Überschreitung der Gebäudehöhen zu diesem Zweck.
3.8.4.
Umgang mit Freiflächen
Die vorgesehene Dachbegrünung und die Begrünung der Quartiersstraße sowie die Anlage von
Privatgärten und der neuen Außenfläche der Kindertagesstätte dienen der Verbesserung des Kleinklimas
und vermindern das Aufheizen der Flächen in den Sommermonaten.
3.8.5.
Umgang mit Niederschlagswasser
Aufgrund der ungünstigen Wasserdurchlässigkeitswerte des anstehenden Bodens scheidet eine
Versickerung von Niederschlagswasser vor Ort aus. Eine Beurteilung nach § 51 Landeswassergesetz ist
nicht erforderlich, da das Grundstück bereits vor 1992 bebaut war. Daher ist eine Ableitung der
Niederschlagswässer zusammen mit den Schmutzwässern in die Mischwasserkanäle der angrenzenden
Straßen vorgesehen. Gegebenenfalls sind zur Einhaltung des im Generalentwässerungsplanes
vorgegebenen Abflussbeiwertes von 0,5 Regenrückhaltemaßnahmen innerhalb des Plangebietes
erforderlich.
3.8.6.
Umgang mit der Energieversorgung
Ursprünglich war für das Plangebiet eine Fernwärmeversorgung vorgesehen. Die dafür erforderlichen
Infrastrukturmaßnahmen außerhalb des Plangebietes können jedoch durch den Versorgungsträger
aufgrund des geringen Energiebedarfs der geplanten Gebäude unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht
umgesetzt werden.
Es ist vorgesehen, den Primärenergieverbrauch der geplanten Gebäude, gegenüber einem entsprechenden
Standard-Neubauvorhaben (gemäß derzeit gültiger ENEV) um mindestens 30% zu verringern (KfW 70 –
Standard)
Hierzu ist eine Heizenergieversorgung pro Gebäudeteil (ca. 10-12 Wohneinheiten) durch eine bzw. zwei auf
dem Dach stehenden Gas-Absorptions-Wärmepumpen vorgesehen. Hierbei wird die Umgebungsluft als
regenerative Energiequelle genutzt. Die Wärmeübergabe an die Räume erfolgt über Fußbodenheizungen.
Für die Be- und Entlüftung der Wohnungen existieren zwei Varianten: Ein Teil der Wohnungen werden an
eine zentrale Abluftanlage mit dachstehenden Lüftungsanlagen angeschlossen. Das erforderliche
Nachströmen der Frischluft erfolgt in dieser Variante über Nachströmöffnungen an den Fenstern. Von hier
aus strömt die Luft in die Bäder und Küchen, von wo aus die verbrauchte Luft abgesaugt wird. In einzelnen
Wohnungen erfolgt die Be- und Entlüftung über eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit hocheffizienter
Wärmerückgewinnung.
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Alternativ zu der vorgenannten Heizenergieversorgung wird derzeit geprüft, ob die Versorgung durch ein im
Plangebiet zu errichtendes zentrales Blockheizkraftwerk erfolgen kann.
3.8.7.
Vertragliche Regelungen
Die Umsetzung der vorgesehenen Dachbegrünung, der Anlage der Privatgärten und der übrigen
Bepflanzungen sowie die Sicherstellung der Heizenergieversorgung über Gas-Absorptions-Wärmepumpen
oder über ein Blockheizkraftwerk werden über entsprechende Regelungen im Durchführungsvertrag
sichergestellt.
4.
4.1.
Begründung der Festsetzungen
Art der baulichen Nutzung
Entsprechend den Planungszielen und der umgebenden Nutzungsstruktur werden innerhalb des
Plangebietes gemäß § 4 BauNVO Allgemeine Wohngebiete (WA) festgesetzt.
In dem mit WA 1 bezeichneten Allgemeinen Wohngebiet sind die allgemein zulässigen Nutzungen die der
Versorgung des Gebietes dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften und Anlagen für kirchliche,
kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke nur ausnahmsweise zulässig. Damit wird
sichergestellt, dass bei einer gegebenenfalls später geplanten Nutzungsänderung einzelner Wohneinheiten
eine gebietsverträgliche Nachnutzung gewährleistet ist. Da die vorgenannten Nutzungen nur
ausnahmsweise im Genehmigungsverfahren zugelassen werden können ist eine Gebietsverträglichkeit (z.B.
Verhinderung zu großer gewerblicher Einheiten im Hinblick auf Lärmbelastungen etc.) sichergestellt.
Alle ausnahmsweise zulässigen Nutzungen (Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige nicht störende
Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen) sind nicht zulässig. Diese
Nutzungen entsprechen insbesondere in ihren Flächenansprüchen aber auch aufgrund ihrer
Kundenfrequenzen und der damit verbundenen Verkehrserzeugung nicht dem städtebaulich erwünschten
Charakter des neuen weitgehend autofreien Wohnquartiers. Letztendlich könnten die Nutzungen in dem
durch Wohnbebauung geprägten Umfeld und innerhalb des Plangebietes zu einer weiteren unverträglichen
Lärmbelastung führen.
In den mit WA 2 bezeichneten Allgemeinen Wohngebieten (WA) werden ausschließlich nicht überbaubare
Grundstücksflächen festgesetzt. Die Flächen sollen überwiegend als Außenanlage des Kindergartens
dienen. Über die westlich gelegene Teilfläche soll darüber hinaus die neue Fuß- und Radwegeverbindung
von Goerdelerstraße zur Beverstraße geführt werden. Weitergehende Festsetzungen zur Art der Nutzung
sind nicht erforderlich.
4.2.
Maß der baulichen Nutzung
Das Maß der baulichen Nutzung wird gemäß §§ 16 BauNVO ff. durch die Grundfläche (GR) bzw.
Grundflächenzahl (GRZ) sowie die Höhe der bauliche Anlagen [Gebäudehöhe (GH)], die über
Normalhöhennull (NHN) festgesetzt wird, definiert.
Für das Allgemeine Wohngebiet (WA 2) werden keine Regelungen zum Maß der baulichen Nutzung
getroffen, da hier keine baulichen Anlagen geplant sind, sondern ausschließlich die Außenfläche der
Kindertagesstätte angelegt werden soll.
Grundfläche (GR)
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Dier maximale GR wird im Allgemeinen Wohngebiet (WA 1) mit 7.500 qm festgesetzt. Dies entspricht einer
GRZ von ca. 0,63. Damit wird eine Überschreitung der in einem WA zulässigen GRZ von 0,4 um 0,23
ermöglicht.
Gemäß § 19 (4) Satz 3 BauNVO soll eine Überschreitung der festgesetzten GR von 7.500 qm für die
Tiefgaragen und Stellplätzen mit Ihren Zufahrten bis zu einer GR von 11.500 qm (entspricht einer GRZ von
ca. 0,96) zugelassen werden. Damit wird eine fast vollständige Überschreitung ermöglicht, die über der
sogenannten „Kappungsgrenze“ der GRZ von 0,8 liegt. Dies dient in erster Linie dazu, die städtebaulich
erwünschte Unterbringung des überwiegenden Teils des ruhenden Verkehrs in einer Tiefgarage zu
ermöglichen.
Die geforderten Voraussetzungen gemäß § 17 (2) BauNVO zur Überschreitung der Obergrenzen der GR
werden wie folgt kumulativ berücksichtigt:
Erfordernis durch besondere städtebauliche Gründe:
Gemäß den §§ 1 (5) und 1a (2) BauGB besteht eine planerische Verpflichtung, mit Grund und Boden
nachhaltig und damit sparsam umzugehen. Eine Möglichkeit dazu ist die Planung auf untergenutzten oder
brach liegenden Flächen im Innenbereich, anstatt neue Flächen in den Außenbereichen zu erschließen.
Hierzu gehört auch die Bereitstellung von Flächen zum Wohnen. Durch die Nutzung der Infrastruktur des
Innenstadtbereiches wird einerseits eine bessere Auslastung des Infrastrukturangebotes erreicht und
andererseits werden Ressourcen, die ansonsten zur Neuschaffung der Infrastruktur herangezogen werden
müssten, geschont. Die, auch unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Bauweise, geplante verdichtete
Wohnbebauung bietet Innenstadt nah die Möglichkeit flächensparendes und ökologisches Bauen in Form
von Geschosswohnungsbau umzusetzen. Damit kann einerseits eine Alternative für junge Familien zu den
suburbanen Einfamilienhaussiedlungen, mit ihren negativen Auswirkungen auf den zusätzlichen
Landschaftsverbrauch, geschaffen werden. Zum anderen bieten die geplanten Baustrukturen auch die
Grundlage für integrative Wohnkonzepte (altengerechtes Wohnen).
Sicherstellung der allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse:
Bei der für das Plangebiet vorgesehenen baulichen Nutzung mit modernem Wohnungsbau sowie hoher
architektonischer Qualität werden die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse
eingehalten. Die dabei maßgebenden Faktoren wie z.B. Belichtung, Belüftung oder die Zugänglichkeit der
Grundstücke werden unter Berücksichtigung des typischen innerstädtischen Verschattungsbildes, durch die
zugrunde liegenden Bauformen weitgehend berücksichtigt. Darüber hinaus wird durch die
Baukörperstellung die Schaffung eines ruhigen, zum Aufenthalt einladenden Innenbereiches sichergestellt.
Die geplante Bebauung entlang der Beverstraße und Kronprinzenstraße trägt darüber hinaus zu einer
Verringerung der Lärmbelastung in dem rückwärtig gelegenen Flächen des Plangebietes bei.
Ausgleichende Umstände und Maßnahmen:
Wie bereits beschrieben, sind als ausgleichende Umstände im Zusammenhang mit der Überschreitung der
GR - Werte die bevorzugte innerstädtische Lage des Standortes, die günstige Zuordnung des
Wohnstandortes zu Arbeitsstätten, die leistungsfähige Verkehrsbedienung durch den ÖPNV, die
immissionsgünstige Unterbringung der Stellplätze in einer Tiefgarage, den als Aufenthalts- und Spielbereich
geplanten Innenbereich des Plangebietes sowie die unmittelbare Nähe zu den umgebenden Frei- und
Grünflächen zu sehen.
Als ausgleichende Maßnahmen werden die teilweise Begrünung der Tiefgarage, Dachbegrünungen und die
Anpflanzung von Hecken und Bäumen vorgesehen. Durch die Zusammenlegung von
übereinanderliegenden Wohneinheiten zu Maisonettewohnungen könnte eine bessere Besonnung erreicht
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werden. Darüber hinaus tragen die geplanten großzügig bemessene Fensterflächen in den Wohnräumen
zur Verbesserung des diffusen Lichteinfalls bei. Ebenso sollte, soweit möglich, in den schlecht besonnten
Wohnungen mindestens eine zweiseitige diffuse Belichtung der Wohneinheit erfolgen.
Weitere Maßnahmen sind aufgrund der relativ geringen Größe des Plangebietes nicht vorgesehen.
Vermeidung nachteiliger Auswirkungen auf die Umwelt:
Da die Flächen innerhalb des WA 1 auf Grund ihrer Vornutzung durch die Tiefgarage des ehemaligen
Finanzamtes fast vollständig versiegelt sind, sind keine relevanten negativen Auswirkungen auf die
natürlichen Funktionen des Bodens zu erwarten.
Die Lage des Plangebietes zeichnet sich weiterhin durch eine günstige Zuordnung der entstehenden
Wohnnutzung zu der Innenstadt von Aachen und der im Umfeld vorhandenen Arbeitsstätten und sozialen
Einrichtungen aus. Dies kann potentiell, im Vergleich zur Lage eines Plangebietes außerhalb des
Stadtraumes, zu einer Verringerung der erforderlichen Verkehrsabläufe und damit zu einer geringeren
Belastung der Umwelt führen.
Darüber hinaus werden durch die vorgesehene Bündelung der Stellplätze in einer Tiefgarage und der damit
verbundenen weitgehenden Freihaltung des Innenbereiches von Verkehr weitere nachteilige Auswirkungen
vermieden.
Befriedigung der Bedürfnisse des Verkehrs:
Das Plangebiet ist sehr gut an das örtliche und regionale Verkehrsnetz angeschlossen. Darüber hinaus
besteht eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Der Forderung nach einer flächensparenden Verkehrsbedienung [(im Sinne eines sparsamen und
schonenden Umgangs mit Grund und Boden nach § 1 a (2) BauGB)] wird durch die vorgesehene Anlage
einer Tiefgarage mit einer kurzen Zufahrt von der öffentlichen Verkehrsfläche und einem weitgehend
autofreien Innenbereich entsprochen.
Höhe baulicher Anlagen
Zur Festlegung der Höhenentwicklung werden innerhalb des Geltungsbereiches des vorhabenbezogenen
Bebauungsplanes überwiegend maximale Gebäudehöhen (GH) festgesetzt. Diese orientieren sich, unter
Berücksichtigung des leicht nach Südosten abfallenden Geländes, weitgehend an den Höhen der
umgebenden Bebauung, deren Gebäude- bzw. Firsthöhen überwiegend zwischen 187 und 192 m ü. NHN
liegen. Lediglich im Einmündungsbereich der Kronprinzenstraße in die Beverstraße soll zur Betonung der
Ecksituation eine maximal 6-geschossige Bebauung errichtet werden, für die eine maximale GH von 194,5
m ü. NHN festgesetzt wird. Dieses oberste Geschoss soll jedoch als Staffelgeschoss ausgebildet werden,
so dass zu den Straßenräumen die geplante Blockrandbebauung der Kronprinzenstraße und der
Beverstraße weitgehend als 5-geschossige Bebauung in Erscheinung tritt. Entlang der Kronprinzenstraße
werden daher maximale GH von 191,0 bis 192,0 m ü. NHN und entlang der Beverstraße von 189,0 bis
191,5 m ü. NHN festgesetzt.
Für die inneren Bauflächen des Plangebietes, flankierend zu der neuen Quartierstraße, soll eine 4geschossige Bebauung entstehen. Diese wird mit maximalen GH zwischen 186,5 und 188,0 m ü. NHN
festgesetzt.
Im Zusammenhang mit der Festsetzung einer Baulinie an dem Zugang zur öffentlichen Grünfläche von der
Beverstraße aus, wird dort eine zwingende Gebäudehöhe von 189,0 m ü. NHN festgesetzt.
Innerhalb des im südöstlichen Plangebiet entstehenden Innenblockes sind 2 bzw. 3-geschossige Anbauten
geplant, die mit maximalen GH von 181,0 bzw. 184,0 m ü. NHN festgesetzt werden.
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Auf den Flachdächern ist die Anlage von Dachterrassen geplant. Zur Sicherstellung der Zugänglichkeit der
Dachterrassen durch überdachte Treppenhäuser und der Verbesserung der Wohnqualität durch
angegliederte kleine Aufenthaltsräume, ist an den vorgesehenen Stellen die Festsetzung separater
überbaubarer Flächen mit einer eigenen GH erforderlich. Die GH liegen bis zu ca. 3 m über den Höhen der
darunter liegenden maximal festgesetzten GH.
Technische Aufbauten
Abweichungen von den Höhenfestsetzungen sollen ausschließlich durch nutzungs- und technikbedingte
Anlagen (Ansaug- und Fortführungsöffnungen, Wärmetauscher, Empfangsanlagen und Anlagen der solaren
Energiegewinnung, Wärmepumpen) zulässig sein. Diese Anlagen dürfen um bis zu 2,0 m die festgesetzten
GH überschreiten. Die Aufbauten müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Außenkante des
darunter liegenden Geschosses abrücken und dürfen eine Grundfläche von je 20 qm nicht überschreiten.
Durch die vorgenannten eingeschränkten Überschreitungen der baulichen Höhen sind negative
Auswirkungen auf die Umgebung nicht zu erwarten.
Lichte Höhe
Die Festsetzung einer lichten Höhe (LH) von mindestens 4,0 m, im Bereich des westlich an die öffentliche
Grünfläche anschließenden Baufeldes, sichert, zusammen mit den dort für das Erdgeschoss festgesetzten
Baugrenzen, die Umsetzung einer großzügigen und hellen Durchwegung vom Baugebiet zum öffentlichen
Kinderspielplatz.
Im Bereich des allseitig umschlossenen Baufeldes im südöstlichen Teil des Plangebietes werden zwei
Bereiche mit einer LH von mindestens 3,0 m festgesetzt. Zusammen mit den dort für das Erdgeschoss
festgesetzten Baugrenzen, wird die Errichtung von jeweils mindestens 3x3m breiten Durchgängen
sichergestellt. Diese Durchgänge sollen für eine ausreichende Belüftung des Innenblocks sorgen.
4.3.
Bauweise
Durch die Festsetzung einer geschlossenen Bauweise im Sinne des § 22 (3) BauNVO wird die gewünschte
Blockrandbebauung entsprechend der umgebenden städtebaulichen Struktur sichergestellt.
4.4.
Überbaubare Grundstücksflächen
Die überbaubaren Grundstücksflächen werden überwiegend gemäß § 23 (3) BauNVO durch Baugrenzen
festgesetzt. Für die einzelnen Baublöcke werden jeweils relativ eng umgrenzte zusammenhängende
Baufelder entsprechend des vorliegenden Hochbauentwurfs festgesetzt. Die Baufelder berücksichtigen
jedoch noch einen aus baukonstruktiven Gründen erforderlichen Gestaltungsspielraum bei der späteren
Errichtung der einzelnen Baukörper. Für die geplanten Dachausstiege mit Aufenthaltsräumen werden
separate überbaubare Flächen ausgewiesen. Deren jeweilige Größe, mit weitgehend unter 40 qm, ist im
Gesamtkontext als untergeordnet zu bezeichnen.
Die straßenseitigen Baugrenzen dürfen um bis zu 1,5 m durch erkerähnliche Gebäudeteile und Balkone
überschritten werden. Dabei dürfen erkerähnliche Gebäudeteile maximal 1/3 der Breite der Straßenfassade
des jeweiligen Gebäudes einnehmen. Balkone dürfen die rückwärtigen, gartenseitigen Baugrenzen um bis
zu 2,7 m überschreiten. Die vorgenannten Festsetzungen erhöhen die Flexibilität der architektonischen
Ausformung der einzelnen Baukörper hinsichtlich untergeordneter Bauteile. Auf eine alternativ mögliche
Ausweisung tieferer überbaubarer Flächen wird verzichtet, da diese städtebaulich nicht erwünschten
großvolumigere Hauptbaukörper ermöglichen würden.
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Um einerseits den Zugang von der Beverstraße zur öffentlichen Grünfläche durch eine gebäudehohe
Öffnung weiterhin sicherzustellen und andererseits durch Heranrücken der geplanten Bebauung an die
Bestandsbebauung den Charakter der geschlossenen Blockrandbebauung realisieren zu können, wird hier
die östlich angrenzende überbaubare Fläche durch eine Baulinie gemäß § 23 (2) BauNVO festgesetzt, an
der ohne Abstand gebaut werden muss. Ein gegebenenfalls z.B. aus konstruktiven Gründen erforderliches
geringfügiges (bis zu 0,5m) Zurücktreten des Gebäudes wird durch eine entsprechende Festsetzung
ermöglicht. Im obersten Geschoss darf zum Zweck der Anlage einer Dachterrasse um bis zu 4,0 m von der
Baulinie zurückgetreten werden. Da eine ausreichende Belichtung und Belüftung sichergestellt ist, werden
die gesunden Wohnverhältnisse nicht beeinträchtigt.
4.5.
Tiefgarage
Die Unterbringung des ruhenden Verkehrs soll überwiegend in einer Tiefgarage erfolgen. Zu diesem
Nutzungszweck wird eine entsprechende Fläche festgesetzt. Dadurch kann die Realisierung der geplanten
hochwertigen und ruhigen Aufenthaltsbereiche umgesetzt werden. Zur Erhaltung der Flexibilität bei der
Gestaltung des Untergeschossgrundrisses sind innerhalb der Tiefgarage auch Keller und Abstellräume
zulässig.
Die Festsetzung zu der bereits errichteten Tiefgarage unter der Verkehrsfläche und dem WA 2 wird aus der
III. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 580 übernommen.
4.6.
Verkehrsflächen, Ein- und Ausfahrten
Der mit in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einbezogene Teil der Goerdelerstraße wird als
Verkehrsfläche planungsrechtlich gesichert.
Die geplante Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage an der Beverstraße und die Ein- und Ausfahrten der
geplanten inneren privaten Erschließungsstraße sind nur an den zeichnerisch festgesetzten Standorten
zulässig. Damit wird verhindert, dass weitere Zufahrten zum Plangebiet errichtet werden, die einerseits die
Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf den angrenzenden Straßen behindern könnten und
andererseits den gewollten Charakter der geschlossenen Blockrandbebauung unterbrechen könnten.
4.7.
Geh-, Fahr- und Leitungsrechte
Zur Erschließung des inneren Plangebietes wird eine private Quartierstraße in das Plangebiet hereingeführt.
Damit eine verkehrstechnische Erschließung der Wohngebäude sichergestellt werden kann und die
Bewohner zum Be- und Entladen die innere Erschließung befahren dürfen, wird für diese Fläche ein
Fahrrecht zugunsten der Anlieger und Ver- und Entsorgungsträger festgesetzt. Die erforderliche öffentliche
Durchwegung des Plangebietes, die Sicherung des fußläufigen Anschlusses der öffentlichen Grünfläche an
die innere Erschließung sowie die geplante, das Plangebiet von Nord nach Süd querende Fuß- und
Radwegeverbindung werden über ein Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit auf allen dafür vorgesehenen
Erschließungsflächen sichergestellt.
Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Ver- und Entsorgung wird für die geplanten Ver- und
Entsorgungstrassen ein Leitungsrecht von der Kronprinzenstraße aus, entlang der nördlichen und
westlichen Grenze des Allgemeinen Wohngebietes (WA 1) bis zur Beverstraße festgesetzt.
4.8.
Öffentliche Grünfläche
Die bereits vorhandene Grünfläche im westlichen Teil des Plangebietes wird als öffentliche Grünfläche mit
der Zweckbestimmung Spielplatz planungsrechtlich gesichert. Dabei wird die, aufgrund des neuen
städtebaulichen Entwurfs, angepasste lagemäßige Ausdehnung der Fläche berücksichtigt. Im westlichen
Teil der Grünfläche befindet sich noch ein, durch eine Mauer abgegrenztes Grundstück im Privatbesitz.
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Dadurch ist ein Teil der öffentlichen Grünfläche nur unzureichend an die übrigen Freiflächen angebunden
und kaum nutzbar. Daher soll diese Fläche zur Arrondierung mit in die öffentliche Grünfläche einbezogen
werden. Zur Umsetzung ist der Erwerb der Fläche erforderlich. Das innerhalb der öffentlichen Grünfläche
befindliche Naturdenkmal wird nachrichtlich in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan übernommen.
Zur Sicherstellung der Aufwertung der öffentlichen Grünfläche und zum Schutz der Bäume und der
Freiflächen innerhalb der öffentlichen Grünfläche werden entsprechende Regelungen in den
Durchführungsvertrag aufgenommen.
4.9.
Lärmschutz
Aufgrund der Lärmvorbelastung durch den Straßen- und Schienenverkehrslärm wurde durch das Büro Dr.
Ing. Symanski & Partner eine Gutachterliche Stellungnahme zu den Auswirkungen des Verkehrslärms
erstellt.
Danach sind insbesondere wegen des Schienenverkehrslärms, der südlich des Plangebietes in Hochlage
verlaufenden Bahntrasse, Lärmschutzmaßnahmen erforderlich. Aktive Schallschutzmaßnahmen sind aus
städtebaulichen Gründen nicht umsetzbar und wären zudem nur unmittelbar an der Bahntrasse ausreichend
wirksam. Als passiver Schallschutz ist daher die Festsetzung von passiven Schallschutzmaßnahmen in
Form des Lärmpegelbereiches IV für das gesamte Plangebiet erforderlich. Von dieser Maximalforderung
kann abgewichen werden, sofern im Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkannten
Sachverständigen nachgewiesen wird, dass abweichende Schalldämmmaße für Außenbauteile [z.B. durch
Eigenabschirmung und sonstige Pegelminderungen (z.B. der sich daraus ergebenden vertikalen
Varianzen)] anzusetzen sind.
Liegen Räume mit Schlaffunktion in einem Bereich mit einer Immissionsbelastung über 50 dB(A) nachts
bzw. 60 dB(A) tags, so sind diese mit schallgedämmten Lüftungseinrichtungen auszustatten. Dies betrifft die
Fassaden der Beverstraße und der Kronprinzenstraße, die der Bahnstrecke mit direkter Sichtverbindung
zugewandt sind. Dort werden diese passiven Schallschutzmaßnahmen mit Differenzierung der betroffenen
Geschosse in den unterschiedlichen Abschnitten festgesetzt. Damit ist gewährleistet, dass hier Schlafräume
nachts bei geschlossenem Fenster eine ausreichende Belüftung erhalten.
Zur Einhaltung der maßgeblichen Immissionsgrenzwerte an den nächstgelegenen Beurteilungspunkten sind
bei der Errichtung des Zufahrtbereiches der Tiefgarage bauliche Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen
Umwelteinwirkungen erforderlich. Dies sind, die geräuschmindernde Ausführung querender
Entwässerungsrinnen im Bereich der Tiefgaragenzufahrt und die Ausführung der Decken- und Wandflächen
mit schallabsorbierenden Oberflächen. Hierzu wird eine entsprechende Festsetzung in den Bebauungsplan
aufgenommen.
Durch die vorgenannten Maßnahmen kann ein gesundes Arbeiten und Wohnen sichergestellt werden.
4.10.
Sonstiger Immissionsschutz
Aufgrund der Größe der geplanten Tiefgarage mit ca. 200 Stellplätzen und den damit zu erwartenden relativ
hohen Verkehrsaufkommen an der Zufahrt ist sicherzustellen, dass keine unverträglichen lufthygienischen
Belastungen auftreten. Daher wird festgesetzt, dass die Be- und Entlüftung der Tiefgarage mit einer
Abluftüberdachführung auszustatten ist und im Baugenehmigungsverfahren ein Gutachten zu erstellen ist,
dass den Nachweis führt, dass hinsichtlich der Luftschadstoff-Immissionen aus dem Betrieb der Tiefgarage
gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse sichergestellt werden können. Alternativ zu der Be- und Entlüftung
über Dach sind auch andere technischen Lösungen zulässig, solange diese die maßgeblichen Grenzwerte
einhalten und dies durch einen anerkannten Sachverständigen nachgewiesen wird.
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4.11.
Bodenschutz
Die Maßnahmen zur Herstellung und Erhaltung einer geschlossenen Vegetationsdecke im Bereich der
öffentlichen Grünfläche und der Allgemeinen Wohngebiete WA 1 und WA 2 (Außenanlage Kindergarten)
dient dazu, einen unmittelbaren Zugang zu dem im Boden befindlichen Auffüllmaterial zu vermeiden.
4.12.
4.12.1.
Sonstige Maßnahmen
Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern
Aus gestalterischen Gründen und zur Minimierung des Eingriffs in Natur und Landschaft sind
Heckenpflanzungen, Rabatten und Baumpflanzungen entlang der neuen Erschließungsstraße und in den
Privatgärten vorgesehen. Aus diesem Grund sind auch auf der neuen Außenspielfläche des Kindergartens
(WA 2) und der neuen Fußwegeverbindung zur Goerdelerstraße Baumpflanzungen vorgesehen.
Mindestens 1.000 qm der Dachflächen sollen begrünt werden. Zusammen mit der Anlage von über 1.900
qm Gärten im Bereich der ehemaligen Tiefgarage dient die Dachbegrünung der Verbesserung der
kleinklimatischen Verhältnisse.
Die Umsetzung der vorgenannten Maßnahmen wird durch entsprechende Regelungen im
Durchführungsvertrag sichergestellt.
4.12.2.
Ausgleichsmaßnahmen
Durch die Baumaßnahme gehen einige unter die Baumschutzsatzung fallende Bäume verloren. Des
Weiteren wird eine bisher als Kindergartenaußenfläche genutzte unversiegelte Fläche teilweise versiegelt.
Die Eingriffsbilanzierung ergibt, dass der Eingriff in die vorhandenen Biotopstrukturen und die abiotischen
Strukturen durch die Entsiegelung der bisher versiegelte Fläche im WA 2 (neue Kindergartenaußenfläche),
die Anlage von Privatgärten auf der Tiefgarage und eine Dachbegrünung innerhalb des Plangebietes nicht
vollständig kompensiert werden kann. Es verbleibt ein Kompensationsdefizit von 1.093,5 Wertpunkten. Das
noch verbleibende Defizit soll durch die Zahlung eines Ersatzgeldes ausgeglichen werden.
4.12.3.
Artenschutz
Im Rahmen der 2007 durchgeführten Artenschutzrechtlichen Prüfung wurden keine planungsrelevanten
oder streng geschützten Vogelarten innerhalb des Plangebietes ermittelt. Die 14 vorgefundenen
Mauerseglerbrutpaare (Apus apus), die an der Außenfassade der Gebäude des ehemaligen Finanzamtes
nisteten, gehören als europäische Vogelarten zu den besonders geschützten Arten. Durch den Abriss
wurden die Niststätten der 14 vorgefundenen Brutpaare des Mauerseglers (Apus apus) zerstört. Im Rahmen
des Abrissverfahrens wurde von der Stadt Aachen, FB 36 / 42 eine Befreiung gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 1a
BNatSchG zur Vermeidung einer nicht beabsichtigten Härte mit Auflagen erteilt.
Da aufgrund der verschlossenen Eingänge, die Nutzung der nicht mehr genutzten Bestandstiefgarage als
Winterquartier für Fledermäuse ausgeschlossen werden kann, stehen dem Vorhaben unter Voraussetzung
der erforderlichen Kompensation der zerstörten Nistplätze von Mauerseglern durch neue
Mauerseglerkästen keine artenschutzrechtlichen Belange entgegen. Für die Fledermäuse können
unauffällige, bauliche Anlagen in den höheren Geschossen der zukünftigen Gebäude als neue
Quartiersangebote geschaffen werden. Die Umsetzung der vorgenannten Maßnahmen wird über
entsprechende Regelungen im Durchführungsvertrag sichergestellt.
4.13.
Gestalterische Festsetzungen
Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB werden Bauvorschriften gemäß § 86 Abs. 4 der Bauordnung für das Land
Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) als Festsetzungen in den Bebauungsplan aufgenommen. Mit der
Aufnahme der Gestaltungsvorschriften zur Dachform und Einfriedungen verfolgt die Stadt Aachen das Ziel,
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die hohen gestalterischen Anforderungen an die städtebauliche Konzeption der Planung umzusetzen und
gestalterische Fehlentwicklungen zu vermeiden.
Dementsprechend wird festgesetzt, dass die Dächer nur als Flachdächer bzw. flach geneigte Dächer mit
einer Dachneigung von maximal 10% zulässig sind.
Zur Sicherstellung eines homogenes Erscheinungsbildes sind Einfriedungen nur als Hecken zulässig. In
Verbindung mit den Hecken sind auch durchsichtige Zäune zulässig. Abweichend davon sind als
Sichtschutz Wände in Verlängerung der Haustrennwände und an den Grundstücksgrenzen bis zu einer
Höhe von 2,2 m und einer Tiefe von 4,0 m (von der Gebäudeaußenfassade aus gemessen) zulässig. Sie
sind aus dem Material des angrenzenden Gebäudes oder aus Holz zulässig.
5.
5.1.
5.1.1.
Umweltbericht
Einleitung
Vorgehensweise bei der Erstellung des Umweltberichtes
Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanverfahrens zum Bebauungsplan Nr. 879 – Beverstraße –
wurde zur Berücksichtigung der Belange des Umweltschutzes eine Umweltprüfung durchgeführt, in der die
voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen ermittelt wurden. Diese Auswirkungen werden in dem
vorliegenden Umweltbericht beschrieben und bewertet. Dieser Umweltbericht baut auf den Umweltbericht
des Büros Förder Demmer Landschaftsarchitekten aus dem vorangegangenen Verfahren (2006) auf. Daher
wurden teilweise noch gültige Bestandteile des vorherigen, bereits abgestimmten Umweltberichtes
übernommen und die Inhalte entsprechend dem jeweiligen Kenntnis- und Verfahrensstand angepasst. Der
Umweltbericht ist Bestandteil der Begründung zum Bebauungsplan.
5.1.2.
Lage des Plangebietes
Das ca. 1,56 ha große Plangebiet liegt zwischen der Beverstraße, der Kronprinzenstraße, der
Wohnbebauung an der Goerdelerstraße und dem Blockinnenbereich an der Bismarckstraße. Es befindet
sich in einem Übergangsbereich zwischen Ostviertel und Frankenberger Viertel. Aufgrund der ehemaligen
Nutzung bildet der Bereich eine Zäsur zwischen beiden Vierteln.
Bei dem Plangebiet handelt es sich überwiegend um eine brach liegende, ehemals mit dem Finanzamt
bebaute Fläche. Das Gebäude der Finanzverwaltung wurde inzwischen abgerissen. Derzeit befindet sich im
Plangebiet lediglich die leerstehende Tiefgarage der Finanzverwaltung. Außerdem befindet sich im
Plangebiet eine öffentliche Grünfläche mit einem Kinderspielplatz, sowie Teile der Außenfläche der nördlich
an das Plangebiet anschließenden Kindertagesstätte sowie eine an die Goerdelerstraße anschließende
größtenteils befestigte Erschließungsfläche. Von hier aus werden die beiden Wohngebäude an der
Goerdelerstraße und die Kindertagesstätte erschlossen.
5.1.3.
Inhalt und Ziele des Bebauungsplans
Es ist beabsichtigt auf der Fläche des ehemaligen Finanzamtes eine Neubebauung mit ca. 200
Wohneinheiten (WE) anzusiedeln. Der ruhende Verkehr wird in einer neuen Tiefgarage untergebracht, die
an der Stelle der mittlerweile baufälligen Tiefgarage errichtet wird. Das neue Baugebiet wird als Allgemeines
Wohngebiet (WA 1) ausgewiesen. Die im Westen des Plangebietes befindliche öffentliche Grünfläche bleibt
mit Spieleinrichtungen erhalten und wird als Verbindung zwischen alter und neuer Bebauung ausgebildet.
Für die Fläche des ausgelagerten Spielbereiches der Kindertagesstätte wird als Ersatz eine neue
Spielfläche auf der ehemals als Behördenstellplatz genutzten Fläche zwischen den Mietergärten, der
Bebauung an der Goerdelerstraße und der geplanten Wohnbebauung im Plangebiet ausgebildet. Diese wird
als Allgemeines Wohngebiet (WA 2) ausgewiesen. Darüber hinaus wird eine attraktive fußläufige Nord- Süd
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Verbindung zwischen der Goerdelerstraße und der Beverstraße geschaffen, die im Einklang mit der
Zielsetzung des, unter Mitarbeit der BürgerInnen entstandenen Rahmenplans für das Frankenberger
Viertels steht.
Ziel der Bauleitplanung ist die Schaffung der baurechtlichen Voraussetzung für die Realisierung dieser
Vorhaben.
5.1.4.
Planungsrechtliche Einbindung
Im Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Region Aachen aus dem Jahr 2003 mit
Ergänzungen (Stand April 2008) ist der Planbereich als ”Allgemeiner Siedlungsbereich” (ASB) dargestellt.
Der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Aachen aus dem Jahr 1980 stellt das Plangebiet als
Wohnbaufläche dar.
5.1.5.
Bedarf an Grund und Boden für die geplanten Nutzungen/Versiegelungsgrad
Das gesamte Plangebiet umfasst eine Größe von ca. 1,56 ha, die sich wie folgt zusammensetzt:
- Allgemeines Wohngebiet (WA 1)
ca.:
11.930 qm
- Allgemeines Wohngebiet (WA 2) Außenfläche Kindertagesstätte
ca.:
1.190 qm
- Verkehrsfläche
ca.:
40 qm
- Öffentliche Grünfläche
ca.:
2.480 qm
5.1.6.
Ziele des Umweltschutzes
Innerhalb der Fachgesetze sind für die Schutzgüter allgemeine Grundsätze und Ziele formuliert, die im
Rahmen der nachfolgenden Prüfung der relevanten Umweltschutzgüter Berücksichtigung finden sollen.
Folgende Stellungnahmen, Fachgesetze und Fachplanungen in der jeweils gültigen Fassung sind
hinsichtlich der Ziele des Umweltschutzes im Bebauungsplan Beverstraße von Bedeutung:
- Baugesetzbuch (BauGB)
- Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege – Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
- Gesetz zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Entwicklung der Landschaft – Landschaftsgesetz
(LG NW)
- Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushaltes – Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
- Wassergesetz für das Land Nordrhein-Westfalen – Landeswassergesetz (LWG NW)
- Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche,
Erschütterungen und ähnliche Vorgänge – Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
- Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft
- Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA Lärm
- EU- Verordnung Umgebungslärm
- DIN 18005 „Schallschutz im Städtebau“
- DIN 5034, Teil 1 „Tageslicht in Innenräumen“
- VDI 3787-5 „Umweltmeteorologie, Lokale Kaltluft“
- Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten – BundesBodenschutzgesetz (BBodenSchG)
- Bundes-Bodenschutz und Altlastenverordnung
- Gesetz zum Schutz und zur Pflege von Denkmälern im Lande Nordrhein-Westfalen –
Denkmalschutzgesetz (DSchG)
- Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln
- Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Aachen 1980
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- Diverse Stellungnahmen
5.2.
5.2.1.
5.2.1.1
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen
Schutzgut Mensch
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Die umweltbezogenen Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit werden hier dargestellt.
Für den Menschen sind im Zusammenhang mit der Planung Auswirkungen auf das Wohnumfeld und im
Plangebiet (Verkehr, Lärm, Besonnung bzw. Verschattung) und auf die Naherholungsfunktion zu
berücksichtigen.
Grundsätzlich sind die Anforderungen an gesundes Wohnen und Arbeiten entsprechend dem BauGB zu
erfüllen. Für die Beurteilung der Lärmsituation sind die TA Lärm, die Immissionsgrenzwerte der 16.BImSchV
bzw. die Orientierungswerte der DIN 18005 „Schallschutz im Städtebau“ maßgebend. Für die vorgesehene
Festsetzung von Allgemeinen Wohngebieten (WA) sind die Orientierungswerte 55/45 dB(A) Tag/Nacht
anzustreben.
Für die minimal erforderliche potentielle Besonnung von Wohnräumen gibt es keine rechtsverbindlichen
Beurteilungskriterien. Grundsätzlich sind die Vorgaben der Landesbauordnung hinsichtlich der Einhaltung
von Abstandsflächen einzuhalten. Die DIN 5034, Teil 1 „Tageslicht in Innenräumen“ (DIN Deutsches Institut
für Normung, Juli 2011) kann jedoch als aktuellste Richtwertquelle für die Beurteilung gesunder
Wohnverhältnisse hilfsweise herangezogen werden. In der DIN wird für Wohngebäude eine minimale
Besonnungsdauer der Fassaden am Stichtag 17. Januar von 1 Stunde bzw. zur Tag- und Nachtgleichen
(21. März und 22. September) von 4 Stunden in der Fensterebene empfohlen. Ferner gilt ein Raum als
besonnt, wenn die Sonnenstrahlen bei einer Sonnenhöhe von mind. 6 Grad in den Raum einfallen können.
Diese Kriterien sollten für mindestens ein Fenster eines Wohnraums je Wohnung erfüllt sein. Für Büroräume
und Freiflächen werden keine Anforderungen definiert.
Verkehr und Lärm
Für die bisherige Nutzung des Plangebietes liegen aus einem ehemaligen Verkehrsgutachten, welches im
Zuge des Neubaus des Finanzamtes Aachen erstellt wurde, Daten vor. Das werktägliche
Verkehrsaufkommen für die ehemalige Nutzung des Geländes als Finanzamt mit Besucherverkehr wurde
mit einem Wert von 928 motorisierten Individualverkehr-Wegen/Tag (MIV/Werktag) ermittelt. Nachts trat,
Nutzungsbedingt, kein Verkehrsaufkommen auf.
Bereits auf Grundlage des vorherigen städtebaulichen Entwurfs mit 130 Wohneinheiten, einem Hotel, Läden
und Büronutzung sind im Jahr 2006 die zu erwartenden Veränderungen im Verkehrsaufkommen und die
daraus resultierenden Auswirkungen auf das Straßennetz der Umgebung durch das Büro BSV aufgezeigt
worden. Es wurde davon ausgegangen, dass aufgrund der zu erwartenden relativ geringfügigen
Veränderungen des Verkehrsaufkommens im Vergleich zur Vorgängernutzung, Untersuchungen zur
Leistungsfähigkeit und Verkehrsqualität der umliegenden Knotenpunkte nicht erforderlich sind.
Durch die zum Teil hohen Verkehrsmengen auf den angrenzenden Straßenverkehrsachsen
(Adalbertsteinweg 35.000 Kfz/24h, Goerdelerstraße 9.500 Kfz/24h, Bismarckstraße 5.800 Kfz/24h,
Kronprinzenstraße 2.000 Kfz/24h, Beverstraße 1.500 Kfz/24h) und den Zugverkehr auf der südlich in
Hochlage gelegenen Bahnstrecke Köln – Aachen ist das Plangebiet mit Lärm vorbelastet. Auf Grundlage
der vom Umweltamt der Stadt Aachen erstellten Gesamtlärmbelastung, durch Straßen- und
Schienenverkehr, sind im Plangebiet Lärmpegel von bis zu ca. 65 dB(A) zu erwarten.
Besonnung bzw. Verschattung
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Bis zu dem erfolgtem Abriss des Finanzamtes stand auf dem Gelände ein 11-stöckiges (mit Dachgeschoss),
in Nord-Süd-Richtung ausgerichtetes Hauptgebäude, dem in West-Ost-Richtung 6-stöckige Gebäude
angegliedert waren. Der westlichste Gebäudeteil bestand aus einem Erdgeschoss und zwei weiteren
Etagen.
Auf Grundlage des derzeit rechtkräftigen Bebauungsplanes Nr. 580 ist eine noch stärkere Verdichtung mit in
Teilbereichen höheren Gebäuden zulässig. Insbesondere kann demnach entlang der Kronprinzenstraße auf
gesamter Länge, eine im nördlichen Verlauf 4-geschossige und im südlichen Teil bis zu 7-geschossige
Bebauung entstehen. Auch ist ein deutlich breiterer 11-geschossiger Nord-Süd gerichteter Baukörper mit
einer Breite von ca. 27 m zulässig. Dies gilt auch für den westlich anschließenden Grundstücksteil, in dem
ein ca. 40x40 m großer 6-geschossiger Baukörper gebaut werden kann. Darüber hinaus ist, unmittelbar
parallel zur öffentlichen Grünfläche in einem ca. 15 m breiten Streifen, die Errichtung einer eingeschossigen
Nord-Süd gerichteten Bebauung zulässig.
Durch das Büro I.F.I., Institut für Industrieaerodynamik GmbH, wurde im Juni 2013 eine Verschattungsstudie
(„Verschattungsstudie, Vergleich bisher zulässige Planung“) erstellt, die darstellt mit welchen Auswirkungen
(hinsichtlich der Verschattung) auf die nördlich an das Plangebiet angrenzende Bebauung an der
Goerdelerstraße zu rechnen ist, wenn eine Bebauung des Plangebietes auf Grundlage des rechtskräftigen
Bebauungsplanes Nr. 580 erfolgt. Danach werden die Mindestkriterien für eine minimale Besonnungsdauer
insgesamt bei 4 Ein-Zimmer-Appartements nicht eingehalten. Im Einzelnen sind am 17. Januar
2 Erdgeschossappartements und zur Tag- und Nachtgleiche (21.März/22.September)
3 Erdgeschossappartements betroffen.
Naherholung
Im Westen des Plangebietes liegt eine öffentliche Grünfläche, die für die Naherholung, für das
wohnungsnahe Spielen sowie als Außenfläche der angrenzenden Kindertagesstätte genutzt wird. Die
öffentliche Spielfläche befindet sich derzeit aufgrund ihrer Randlage, den zu schmalen und
unübersichtlichen Zugängen sowie Vandalismus Schäden in einem unbefriedigenden Zustand. Zumindest
zeitweise sind die Zugänge verschlossen, so dass eine uneingeschränkte Nutzung der Grünfläche nicht
sichergestellt werden kann.
5.2.1.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Zur Beurteilung des Schutzgutes Mensch wurden durch das Büro BSV, Büro für Stadt- und
Verkehrsplanung, Aachen, Mai 2013, eine Verkehrsuntersuchung und durch das Büro Dr. Ing. Symanski &
Partner, Aachen, Mai 2013 eine Gutachterliche Stellungnahme zu den Auswirkungen des Verkehrslärms
erstellt. Darüber hinaus wurde durch das Büro I.F.I., Institut für Industrieaerodynamik GmbH, Mai 2013 und
Juni 2013 zwei Verschattungsstudien erstellt.
Verkehr
Die Berechnungen, die im Rahmen der Untersuchungen zum städtebaulichen Entwurf 2006 vorgenommen
wurden, kamen zu dem Ergebnis, dass mit insgesamt 886 MIV-Wegen bzw. Kfz-Fahrten/Werktag im
Vergleich zur Vorgängernutzung mit einem etwas geringerem Verkehrsaufkommen zu rechnen sei. Die nun
vorgenommenen Berechnungen zu dem aktuellen städtebaulichen Entwurf mit ca. 200 Wohneinheiten
zeigen, dass unter Berücksichtigung der Kenngrößen zur Verkehrsmittelwahl in der Stadt Aachen
(„Mobilitätserhebung Aachen 2011“) aus dem Bewohner- und Besucherverkehr ein
Gesamtverkehrsaufkommen von 672 Kfz-Fahrten/Werktag zu erwarten ist. Demnach ist davon auszugehen,
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dass nach Umsetzung des Gesamtvorhabens mit einem, gegenüber der ehemaligen Finanzamtsnutzung,
ca. 27,5 % geringerem Verkehrsaufkommen am Werktag zu rechnen ist.
In der Nachtzeit ist mit einem Neuverkehr von insgesamt 21 Kfz-Fahrten zu rechnen. Dies entspricht ca. 3%
des Gesamtverkehrsaufkommens. In der nächtlichen Spitzenstunde werden 8 Kfz-Fahrten prognostiziert. Im
Vergleich zu dem im Jahr 2006 berechneten Verkehrsaufkommen, in dem in der nächtlichen Spitzenstunde
20 Kfz-Fahrten prognostiziert wurden, reduziert sich der Verkehr um über 100 %.
Zur Beurteilung der zukünftigen Lärmbelastung wurden auf Grundlage einer Kurzzeitzählung (Kfz/4Std.) die
gesamtquerschnittsbezogenen durchschnittlichen Verkehrsstärken am Tag (DTV) im Bestand ermittelt und
für das Vorhaben prognostiziert. Demnach wurde für die Kronprinzenstraße eine Zunahme von 1.790 auf
1.960 Kfz/Tag, für den westlichen Teil der Beverstraße von 1.500 auf 1.850 Kfz/Tag, für den östlichen Teil
der Beverstraße von 2.380 auf 2.580 Kfz/Tag, den westlichen Teil der Goerdelerstraße von 8.550 auf 8.590
Kfz/Tag und den östlichen Teil der Goerdelerstraße von 9.280 auf 9.410 Kfz/Tag prognostiziert. Im Bereich
der Kronprinzenstraße ist mit einer Zunahme des Verkehrs um ca. 9,5% und im Bereich der westlichen
Beverstraße um ca. 23 % zu rechnen. Auf der Goerdelerstraße ist die Zunahme des Verkehrs um ca. 1,5%
sehr gering.
Lärm Verkehr
Die Verkehrslärmsituation wird im Tageszeitraum vom Straßenverkehr und im Nachtzeitraum vom
Schienenverkehr dominiert. Für den Straßenverkehrslärm sind die unmittelbar an das Plangebiet
angrenzenden Emissionen der Kronprinzenstraße und der Beverstraße maßgebend. Alle übrigen
umgebenden Verkehrsstraßen sind aufgrund der Abstände und der Abschirmungen von untergeordneter
Bedeutung.
Für die Berechnung des Straßenverkehrslärms wurden die o.g. Daten des Verkehrsgutachtens zugrunde
gelegt. Für den Schienenverkehr liegen keine aktuellen Belastungszahlen vor. Zur Abschätzung der
Immissionsbelastung im Plangebiet werden daher Daten aus dem Jahr 2003 herangezogen.
Die Beurteilungspegel an den maßgeblichen Immissionspunkten innerhalb des Plangebietes betragen Tags
zwischen 44 und 61 dB(A) und im Nachtzeitraum zwischen 42 und 57 dB(A). Dabei werden die
maßgeblichen Orientierungswerte für Allgemeine Wohngebiete (WA) von 55/45 dB(A) Tag/Nacht nur an
den straßenseitigen Fassaden an der Beverstraße und Kronprinzenstraße überschritten. An den
rückwärtigen Fassaden der Gebäude an der Beverstraße und Kronprinzenstraße sowie an den übrigen
Baukörpern im Plangebiet werden die Orientierungswerte der DIN 18005 Tags und im Nachtzeitraum
eingehalten.
Die straßenseitig ermittelte Überschreitung der maßgeblichen Orientierungswerte der DIN 18005 um max. 6
dB(A) und der Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV um bis zu 2 dB(A) tagsüber durch den
Straßenverkehr, ist typisch für den innerstädtischen Bereich. Das Maß der Überschreitung gewährleistet
aber noch gesunde Wohnverhältnisse. Dies unterstreicht auch die Tatsache, dass die
Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV für Mischgebiete überall unterschritten werden. Zur Kompensation
wäre bei ausschließlicher Berücksichtigung im Tageszeitraum als passive Schallschutzmaßnahme die
Festsetzung des Lärmpegelbereiches III nach der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ erforderlich. Hierbei
handelt es sich, auch unter Berücksichtigung der heutigen gesetzlichen Anforderungen an den
Wärmeschutz, um übliche Mindestanforderungen.
Im Nachtzeitraum ergeben sich die höchsten Belastungen in den jeweils höchsten Geschossen durch den
Schienenverkehr. An allen straßenseitigen Immissionsorten werden die Orientierungswerte der DIN 18005
und die Immissionsgrenzwerte der 16.BImSchV für Allgemeine Wohngebiete (WA) deutlich überschritten.
An der ungünstigsten Stelle (Oberstes Geschoss an der Ecke Beverstraße/Kronprinzenstraße) wird der
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Immissionsgrenzwert für Mischgebiete (MI) um bis zu 3 dB(A) überschritten. Aktive
Schallschutzmaßnahmen sind aus städtebaulichen Gründen nicht umsetzbar und wären zudem nur
unmittelbar an der Bahntrasse ausreichend wirksam. Als passiver Schallschutz ist daher die Festsetzung
des Lärmpegelbereiches IV erforderlich. Aufgrund der Überschreitungen im Nachtzeitraum sind in
Teilbereichen auch schallgedämmte Lüftungseinrichtungen für Räume mit Schlaffunktion erforderlich, die
eine ungestörte Nachtruhe bei ausreichendem Luftaustausch trotz geschlossener Fenster sicherstellen. Da
von den erhöhten Schallschutzanforderungen (Lärmpegelbereich IV und schallgedämmte
Lüftungseinrichtungen) aufgrund von Eigenabschirmung und sonstigen Pegelminderungen (z.B. der sich
daraus ergebenden vertikalen Varianzen) ggf. abgewichen werden kann, sind Ausnahmen von den
vorgenannten Festsetzungen zu ermöglichen, wenn im Baugenehmigungsverfahren durch einen
Sachverständigen nachgewiesen wird, dass geringere Schalldämmmaße für Außenbauteile anzusetzen
sind.
Im Tageszeitraum ist ein Öffnen der Fenster zu allen Zwecken aufgrund der geringeren
Immissionsbelastung uneingeschränkt möglich. Aus Sicht des Sachverständigen sind sowohl im
Tageszeitraum als auch im Nachtzeitraum für die Nutzung der Außenwohnbereiche gesunde
Wohnverhältnisse sichergestellt. Hiervon ausgenommen sind die geplanten (Vor)gärten am
Einmündungsbereich der Kronprinzenstraße in die Beverstraße. Mit Ausnahme einer Wohnung besitzen
jedoch alle übrigen betroffenen Wohnungen auch einen Außenwohnbereich an einer Lärmabgewandten
Seite.
Lärm Tiefgarage
Die im Rahmen der Umsetzung des Verfahrens geplante Tiefgarage wurde anhand der Technischen
Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) beurteilt.
Die Berechnungen ergeben, dass der maßgebliche Immissionsrichtwert von 55 dB(A) tags und 40 dB(A) im
Nachtzeitraum an dem nächstgelegenen Immissionsort im Tageszeitraum um 9 dB(A) und in der lautesten
Nachtstunde um mindestens 1 dB(A) unterschritten wird. Hierbei wird zugrunde gelegt, dass
Schallschutzmaßnahmen im Bereich der Tiefgaragenzufahrt festgelegt werden. Dazu zählt die Auskleidung
von Decken- und Wandflächen mit schallabsorbierenden Materialien, die geräuschmindernde Ausführung
von querenden Entwässerungsrinnen im Bereich der Tiefgaragenfahrbahn, eine dem Stand der
Lärmminderungstechnik entsprechende Toranlage und die Einhaltung von benannten Schallleistungspegeln
an der akustisch wirksamen Öffnungsfläche der Tiefgarage.
Nach Punkt 7.4 der TA Lärm sind die Geräusche des An- und Abfahrtverkehrs auf öffentlichen
Verkehrsflächen bis zu einem Abstand von 500 m vom Grundstück mit zu berücksichtigen, soweit
- sie den Beurteilungspegel der Verkehrsgeräusche für den Tag oder die Nacht rechnerisch um
mindestens 3 dB(A) erhöhen,
- keine Vermischung mit dem übrigen Verkehr erfolgt ist und
- die Immissionsgrenzwerte der 16.BImSchV erstmals oder weitergehend überschritten werden.
Werden alle drei Kriterien erfüllt, sind durch organisatorische Maßnahmen die Geräuschimmissionen des
anlagenbezogenen Verkehrs soweit möglich zu verhindern. Aufgrund der Belastungszahlen aus der
Verkehrsuntersuchung ist mit einer Steigerung der Immissionsbelastung, unabhängig von der tatsächlichen
Verkehrsbelastung, von 0,9 dB(A) zu rechnen. Damit ist ausgeschlossen, dass sich der Beurteilungspegel
um mehr als 3 dB(A) erhöhen wird. Zusätzliche organisatorische Maßnahmen sind daher nicht erforderlich.
Besonnung bzw. Verschattung
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Insgesamt stellt sich durch die geschlossene Bebauung, ein innerstädtisch typisches Verschattungsbild dar.
Im Plangebiet ist im ungünstigsten anzunehmenden Fall bei insgesamt 44 geplanten Wohnungen eine
Mindestbesonnung in der Mitte des Winterquartals nicht gewährleistet. Zur Tag- und Nachtgleiche reduziert
sich die Anzahl der Wohnungen, bei denen das Mindestkriterium von 4 Stunden Besonnung am Tag nicht
erreicht wird auf 37 Wohnungen. Jedoch wird zu dieser Zeit jede Wohnung zu mindestens 2 Std. besonnt.
Eine deutliche Verbesserung der Besonnungszeiten einzelner Wohnungen könnte durch den
Zusammenschluss von übereinanderliegenden Wohneinheiten zu Maissonettwohnungen erreicht werden.
Ein solcher Zusammenschluss ist aufgrund des vorgesehenen modularen Bausystems möglich. Darüber
hinaus sollten großzügig bemessene Fensterflächen in den Wohnräumen vorgesehen werden, die zur
Verbesserung des diffusen Lichteinfalls bis an die Etagendecken herangeführt werden sollten. Ebenso
sollte, soweit möglich, in den schlecht besonnten Wohnungen mindestens eine zweiseitige diffuse
Belichtung der Wohneinheit erfolgen. Auch wenn die beiden zuletzt genannten Maßnahmen nicht zu einer
Einhaltung der Mindestkriterien nach DIN 5034-1 führen können, so stellen sie aber doch einen Beitrag der
Verbesserung der Belichtungsverhältnisse dar.
An dem nördlich des Plangebietes bestehenden Gebäuderiegel an der Goerdelerstraße, werden die
Mindestkriterien hinsichtlich der Besonnung weitgehend eingehalten. Dies gilt insbesondere für das
Gebäude der Kindertagesstätte und für Teile des unmittelbar westlich an die Kindertagesstätte
angrenzenden Freibereiches. Für 4 Ein-Zimmer-Appartements im Erdgeschoss können die Mindestkriterien
zum 17. Januar nicht erfüllt werden. Zur Tag- und Nachtgleiche sind noch 2 der 4 Ein-Zimmer-Appartements
im Erdgeschoss betroffen. Bei den übrigen Wohnungen im Erdgeschoss handelt es sich um
Maissonettwohnungen, bei denen das Mindestkriterium durch Fenster in Aufenthaltsräumen (gemäß DIN
5034-1) im 1. Obergeschoss erfüllt wird. Wenn die 4 betroffenen Ein-Zimmer-Erdgeschosswohnungen mit
den jeweils darüber liegenden Wohnungen zusammengelegt werden, ist eine Einhaltung der
Mindestkriterien zur Besonnung gewährleistet. Die Umsetzung dieser Maßnahme sollte bei Realisierung der
Planung geprüft werden.
Auch wenn die DIN 5034-1 für Freibereiche keine Anforderungen definiert, sei darauf hingewiesen, dass
eine Besonnung des neu entstehenden Innenhofes (Innenbereich des südwestlich gelegenen Blockes) und
der geplanten Außenanlage der Kindertagesstätte (WA 2) zur Mitte des Winters am 17. Januar nicht
gewährleistet ist. Zur Tag- und Nachtgleiche ist etwa die Hälfte der neuen Innenhoffläche und die gesamte
westlich der Kindertagesstätte liegende Außenfläche über 4 Stunden besonnt. Mitte des Jahres trifft dies für
über 90 % der Blockinnenfläche und die gesamte Außenanlage des Kindergartens zu.
Unter Berücksichtigung der Lage des Plangebietes und seines Umfeldes in einem innerstädtischen Umfeld,
mit der dort typischerweise vorhandenen Verschattungssituation aufgrund der geschlossenen Bauweise und
der typischen engen Straßenräumen, kann die zeitweise auftretende Nichteinhaltung der
Mindestanforderungen der DIN noch toleriert werden. Insbesondere, wenn die oben beschriebenen
Maßnahmen zur Zusammenlegung von Wohnungen, zumindest für einige Wohnungen, umgesetzt werden.
Eine erhebliche Verschlechterung der Belichtung der bestehender schutzwürdigen Wohnnutzungen im
Gebäude an der Goerdelerstraße ist gegenüber der, auf Grundlage des derzeit rechtskräftigen
Bebauungsplanes Nr. 580, potentiellen Bebauung, nicht zu erwarten. Vielmehr tritt, im Vergleich mit der auf
Grundlage des rechtskräftigen Bebauungsplanes Nr. 580 möglichen Bebauung, eine Minimierung der
Beeinträchtigungen für die in den oberen Etagen liegenden Wohnungen ein.
Naherholung
Die öffentliche Grünfläche, die durch ihre Lage im Blockinneren isoliert ist und deren Zugänge zumindest
zeitweise abgesperrt sind, kann durch das städtebauliche Konzept der Neubebauung in ein Gesamtkonzept
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eingebettet werden. Durch die kürzeren, direkteren und breiteren Zuwegungen sowie durch die Orientierung
wohnungsnaher Freiflächen (Privatgärten) zu der öffentlichen Grünfläche ist eine deutliche Aufwertung der
Fläche zu erwarten. Darüber hinaus unterliegt sie damit einer besseren sozialen Kontrolle.
Die innere Erschließung soll nur im Einrichtungsverkehr befahren werden und mit wenigen Stellplätzen
ausgestattet werden. Die vorgesehenen Sitzgelegenheiten sowie die geplanten leicht erhöhten Vorgärten
stellen eine hohe Aufenthaltsqualität sicher.
Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 25.06.2003 „Kriterien für Kinder- und Familienfreundlichkeit im
Städtebau“ löst das Wohnungsbauprojekt die Herstellung eines öffentlichen Spielplatzes aus. Pro Kind sind
10 qm öffentliche Spielplatzfläche anzusetzen. Pro Wohneinheit ist grundsätzlich von zwei Kindern
auszugehen. Die zu fordernde Spielplatzgröße kann aufgrund des im westlichen Teil des Plangebietes
bereits vorhandenen Spielplatzes um 50 % reduziert werden. Durch die Verlagerung der im östlichen Teil
der öffentlichen Grünfläche gelegenen Außenspielfläche der Kindertagesstätte in das nördliche Plangebiet,
kann die öffentliche Grünfläche, trotz der heranrückenden privaten Hausgärten, um ca. 500 qm vergrößert
werden. Dies gleicht aber noch nicht die, bei geplanten ca. 200 Wohneinheiten erforderliche Spielplatzfläche
aus. Da eine weitere neue Spielplatzfläche im näheren Umfeld nicht angelegt werden kann, ist für die
restliche zu fordernde Spielplatzfläche eine Ausgleichzahlung in Höhe von 80 € / qm zu entrichten. Hiervon
unabhängig sind für den geplanten Geschoßwohnungsbau die bauordnungsrechtlich erforderlichen
hausnahen Kinderspielflächen anzulegen.
Neben der öffentlichen Spielplatzfläche wird die nur wenig befahrene (Besucherverkehr) errichtete neue
interne Erschließungsfläche als zusätzliche Spielfläche für Kinder geeignet sein.
5.2.1.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
- Festsetzungen von baulichen Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen in Form
des Lärmpegelbereiches IV, von dem abgewichen werden kann, sofern im Baugenehmigungsverfahren
durch einen anerkannten Sachverständigen nachgewiesen wird, dass abweichende Schalldämmmaße
für Außenbauteile [z.B. durch Eigenabschirmung und sonstige Pegelminderungen (z.B. der sich daraus
ergebenden vertikalen Varianzen)] anzusetzen sind
- Liegen Räume mit Schlaffunktion in einem Bereich mit einer Immissionsbelastung über 50 dB(A) nachts
bzw. 60 dB(A) tags, so sind diese mit schallgedämpften Lüftungseinrichtungen auszustatten
- Festsetzungen von baulichen Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen im
Rahmen der Errichtung der Tiefgarage: Geräuschmindernde Ausführung querender
Entwässerungsrinnen im Bereich der Tiefgaragenzufahrt, Ausführung der Decken- und Wandflächen mit
schallabsorbierenden Oberflächen
- In den zur Mitte des Winterquartals nicht ausreichend besonnten Wohnungen sollte, soweit möglich,
sichergestellt werden, dass mindestens eine zweiseitige diffuse Belichtung jeder Wohneinheit erfolgt
- Fenster in den Wohn- und Aufenthaltsräumen sollten bis an die Geschoßdeckenunterkante des darüber
liegenden Geschosses herangeführt werden
- Damit die Mindestkriterien bei weiteren Wohnungen, sowohl im Bestand als auch bei den geplanten
Wohnungen eingehalten werden können, sollte geprüft werden ob übereinanderliegende Wohneinheiten
zu Maissonettwohnungen zusammengelegt werden können
- Sicherung der öffentlichen Grünfläche als Kinderspielplatz
- Festsetzung einer großzügigen 8 m breiten und mind. 3 m hohen Zuwegung unmittelbar von der neuen
inneren Erschließungsstraße zu der öffentlichen Grünfläche
- Sicherung der Aufenthaltsqualität der neuen Erschließungsstraße über Regelungen im Vorhaben- und
Erschließungsplan und im Durchführungsvertrag
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5.2.2.
5.2.2.1
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Schutzgüter Tiere und Pflanzen und biologische Vielfalt
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Auf Grundlage der Ziele und Grundsätze des BNatSchG sind Tiere und Pflanzen als Bestandteil des
Naturhaushaltes in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Artenvielfalt zu schützen. Ihre
Lebensräume sowie sonstige Lebensbedingungen sind zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und ggf.
wiederherzustellen. Die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft
soll auf Dauer gesichert werden. Zur Beurteilung der Schutzgüter Tiere und Pflanzen und der biologischen
Vielfalt wurde von dem Büro Raskin, Büro für Landschaftsplanung und angewandte Ökologie, Aachen,
19.Juni 2006 eine Artenschutzrechtliche Grundlagenermittlung vorgenommen und durch das Büro
Greenbox, Köln, im Juni 2013, eine Eingriffsbilanzierung erstellt, die auf die Naturschutzrechtliche
Eingriffsbilanzierung des Büros Förder Demmer Landschaftsarchitekten, Essen, 02.Februar 2007 aufbaut,
die für das städtebauliche Konzept aus dem Jahr 2006 erstellt wurde.
Tiere
Von den streng geschützten Arten wurden drei Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus) gefunden. Die
Hauptjagdroute der Tiere befand sich nördlich der Innenhöfe, über der Grünanlage, über dem Parkplatz auf
der Ostseite sowie entlang der Fassaden. Weiter wurde eine Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
gesichtet. In den vor Abriss der Hochbauten untersuchten Gebäudeteilen konnten keine weiteren Exemplare
gefunden werden. Die Außenverkleidung der ehemaligen Gebäude eignete sich als Sommer- und
Winterquartier. Hinweise für ein Vorkommen in den Gebäuden oder an der Außenfassade konnten jedoch
nicht festgestellt werden. Die Nutzung der Tiefgarage als Winterquartier kann ausgeschlossen werden, da
die Eingänge und sonstigen Öffnungen dauerhaft verschlossen sind.
Im Rahmen der 2007 durchgeführten Begehung wurden keine planungsrelevanten oder streng geschützten
Vogelarten innerhalb des Plangebietes ermittelt. Die 14 vorgefundenen Mauerseglerbrutpaare (Apus apus),
die an der Außenfassade der Gebäude nisteten, gehören als europäische Vogelarten zu den besonders
geschützten Arten. Durch den Abriss wurden die Niststätten der 14 vorgefundenen Brutpaare des
Mauerseglers (Apus apus) zerstört. Der Mauersegler ist als in Europa heimische Vogelart gemäß Artikel 1
der Richtlinie 79/409/EWG (EG-Vogelschutz-Richtlinie – EG VSR) in Verbindung mit § 10 Abs. 2 Nr. 10 b)
des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG) besonders
geschützt. Gemäß § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG ist u. a. die Zerstörung von Nist-, Brut-, oder
Zufluchtsstätten wild lebender Tiere der besonders geschützten Arten verboten. Im Rahmen des
Abrissverfahrens wurde von der Stadt Aachen, FB 36 / 42 eine Befreiung gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 1a
BNatSchG zur Vermeidung einer nicht beabsichtigten Härte mit Auflagen erteilt.
Pflanzen
Das Plangebiet liegt außerhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes der Stadt Aachen. Es ist
nicht in der Biotopkartierung der Landesanstalt für Ökologie Boden und Forsten (LÖBF) erfasst. Ein
Naturdenkmal (Linde) befindet sich in der öffentlichen Grünfläche.
Der Planungsraum lässt sich gemäß der Biotoptypenliste der Stadt Aachen (Stand 11.08.2005) grob in drei
Biotopklassen einteilen, die größtenteils zur Kategorie der „Technischen Biotoptypen und Biotoptypen des
Siedlungsbereiches“ gehören:
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- Bauwerke (übererdete Tiefgarage Finanzamt)
- Unbefestigte Freiflächen im Siedlungsbereich (wie Freiflächen mit Spontanvegetation; Anpflanzungen
und Rabatten)
- Verkehrsanlagen und Plätze (versiegelte Straßen, Wege, und Plätze; gepflasterte oder geschotterte
Straßen, Wege und Plätze; unbefestigte Straßen und Wege).
Der Planbereich ist zu ca. 2/3 der Gesamtfläche befestigt. Die überbaute Tiefgarage und die
Behördenstellplätze nehmen dabei den Hauptanteil ein. In diesen Bereichen hat sich mittlerweile eine
Spontanvegetation eingestellt, deren Gehölzanteile überwiegend aus jungen Birken und Weiden bestehen.
Bei dem vorhandenen Baumbestand handelt es sich um überwiegend gesunde vitale Bäume, welche
aufgrund ihres Standortes wesentlich zur Gestaltung und Belebung des Straßenbildes sowie des
Wohnumfeldes beitragen. Weiter leisten die Bäume einen positiven Einfluss auf die lokalen lufthygienischen
Verhältnisse. Die langfristige Erhaltung des geschützten Baumbestandes ist aufgrund der o.g.
Wohlfahrtswirkung von öffentlichem Interesse.
5.2.2.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Tiere
Da aufgrund der verschlossenen Eingänge, die Nutzung der Tiefgarage als Winterquartier für Fledermäuse
ausgeschlossen werden kann, stehen dem Vorhaben unter Voraussetzung der erforderlichen Kompensation
der zerstörten Nistplätze von Mauerseglern durch neue Mauerseglerkästen in 6 m Höhe an den zukünftigen
Gebäuden, keine artenschutzrechtlicher Belange entgegen. Für die Fledermäuse könnten unauffällige,
bauliche Anlagen in den höheren Geschossen der zukünftigen Gebäude als neue Quartiersangebote
geschaffen werden.
Pflanzen
Das geplante Vorhaben betrifft einen überwiegend bebauten, anthropogen beeinflussten und veränderten
Raum in einer innerstädtischen Lage.
Durch die Realisierung des Vorhabens kommt es zum Verlust der sich auf der Tiefgarage ausgebreiteten
Spontanvegetation. Zusätzlich erfolgt ein Eingriff in den östlich gelegenen Teil der öffentlichen Grünfläche,
da dort ein ca. 10 m breiter Streifen in Hausgärten umgewandelt wird. In diesem Zusammenhang werden
auch 6 unter die Baumschutzsatzung fallende Bäume verloren gehen.
Die Erhaltung der innerhalb des Plangebietes parallel zur Kronprinzenstraße vorhandenen älteren, das
Stadtbild prägende Bäume sowie eines Baumes im Einmündungsbereich der neuen Erschließungsstraße in
die Kronprinzenstraße außerhalb des Plangebietes, ist nicht möglich. In diesem Bereich sind insgesamt 12
unter die Baumschutzsatzung fallende Bäume betroffen.
An der nördlichen Grenze des Allgemeinen Wohngebietes (WA 1) werden weitere 5 unter die
Baumschutzsatzung fallende Bäume im Rahmen des Abrisses der Tiefgarage bzw. bei Bau der neuen
Tiefgarage nicht erhalten werden können.
Des Weiteren wird durch die geplante Zuwegung zur Goerdelerstraße eine bisher als
Kindergartenaußenfläche genutzte unversiegelte Fläche versiegelt. Die beiden dort befindlichen Bäume
müssen im Rahmen der Erschließungsmaßnahme gefällt werden. Diese Fällung wird jedoch durch die
Anpflanzung von 2 neuen Bäumen kompensiert.
Die bisher versiegelte Fläche im Allgemeinen Wohngebiet (WA 2) wird dem Kindergarten als Außenbereich
zugeordnet und im Rahmen dessen neu gestaltet. Hier ist eine Entsiegelung des Großteils der Fläche in
Form des Auftrags von mind. 30 cm starken unbelasteten Bodenmaterial und die Anpflanzung von 3
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Bäumen vorgesehen. Die Anlage von Privatgärten auf der Tiefgarage und eine Dachbegrünung auf einer
Fläche von 1.000 qm tragen zur gestalterischen und lokalklimatischen Verbesserung bei.
Innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes (WA 1) werden insgesamt 14 neue Bäume gepflanzt. Darüber
hinaus werden an den Grenzen der Privatgärten und innerhalb der neuen Erschließungsstraße
Heckenpflanzungen vorgesehen.
Eingriffsbilanzierung
Die Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung wird, wie in den vorangegangenen Verfahrensschritten,
innerhalb der Umweltprüfung abgearbeitet. In Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde wird bei der
Bestandsbewertung des Plangebietes auf die durch das Büro Förder Demmer Landschaftsarchitekten im
Jahr 2007 erhobenen Daten zurückgegriffen. Dabei wurde die Wertigkeit der überbaubaren
Tiefgaragenfläche separat aufgeführt. Aufgrund des um die Zuwegung zur Goerdelerstraße erweiterten
Plangebietes wurden jedoch Flächenkorrekturen durchgeführt und die Anzahl der Bäume angepasst.
Wie den beiden voranstehenden Tabellen zu entnehmen ist, beträgt die Wertigkeit des Bestandes 4.666,2
Wertpunkte.
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Analog zur Bestandermittlung wurde bei der Ermittlung der Wertigkeit der Planung getrennt zwischen den
Bereichen mit der Tiefgarage und den unterkellerten Flächen einerseits und den übrigen Flächen des
Untersuchungsraumes andererseits unterschieden.
Die geplanten Hecken und Rabatten, die innerhalb der privaten Hausgärten und der privaten
Erschließungsfläche angepflanzt werden sollen, werden in Abstimmung mit der Unteren
Landschaftsbehörde nicht in der Bilanzierung berücksichtigt, da diese sich nicht im öffentlichen Raum
befinden.
Wie den vorangestellten Tabellen zu entnehmen ist, beträgt die Wertigkeit nach Realisierung des
Vorhabens 3.572,7 Wertpunkte.
Die Eingriffsbilanzierung ergibt, dass der Eingriff in die vorhandenen Biotopstrukturen und die abiotischen
Strukturen durch die neu geplante Nutzung des Plangebietes nicht vollständig kompensiert werden kann. Es
verbleibt ein Kompensationsdefizit von 1.093,5 Wertpunkten.
Es wird empfohlen, den fehlenden Kompensationsumfang ebenfalls durch Maßnahmen im innerstädtischen
Raum wie Baumpflanzungen, Anlage von Pflanzflächen, Entsiegelung etc. zu realisieren. Dadurch könnte
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der landschaftliche Zusammenhang gewahrt bleiben. Alternativ ist das verbleibende Defizit durch ein
Ersatzgeld auszugleichen.
5.2.2.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
- Aus gestalterischen Gründen sind Heckenpflanzungen, Rabatten und Baumpflanzungen entlang der
neuen Erschließungsstraße und in den Privatgärten anzupflanzen
- Anpflanzungen von Baumpflanzungen auf der neuen Außenspielfläche des Kindergartens (WA 2) und
der neuen Fußwegeverbindung zur Goerdelerstraße
- Durch die vorgesehene 1.000 qm Dachbegrünung, der Anlage von über 1.900 qm Gärten im Bereich der
ehemaligen Tiefgarage und der Entsiegelung im Bereich der neuen Außenspielfläche des Kindergartens
(WA 2) wird ein Teil der Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft kompensiert
- Weitgehender Erhalt der öffentlichen Grünfläche
- Regelungen zum Baumschutz und zum Schutz der öffentlichen Grünfläche während der
Baumaßnahmen
- Regelungen zu externen Ausgleichsmaßnahmen bzw. zur Zahlung des Ersatzgeldes zwischen dem
Vorhabenträger und der Stadt Aachen
- An den künftigen Gebäuden sind mindestens 5 Mauerseglerkästen einzuplanen
- An den künftigen Gebäuden sollten Ersatzquartiere für Fledermäuse geschaffen werden
- Vor den Abrissarbeiten sind die Arbeiter hinsichtlich der Einhaltung von Schutzmaßnahmen beim Fund
von streng geschützten Tierarten zu unterweisen
Die Umsetzung der vorgenannten Maßnahmen ist durch entsprechende Regelungen im
Durchführungsvertrag (mit Bürgschaften) sicherzustellen.
5.2.3.
5.2.3.1
Schutzgut Boden
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen sind gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 1 und Nr. 7 die allgemeinen
Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse, die Sicherheit der Wohnbevölkerung sowie die Belange des
Bodens zu berücksichtigen. Es ist zu prüfen, ob gesunde Wohnverhältnisse auf Dauer im Plangebiet
gewährleistet werden können. Zusätzlich ist gemäß § 1a Abs. 2 BauGB mit Grund und Boden sparsam
umzugehen. Die vorhandenen Böden sind gemäß § 1 Abs. 1 Landesbodenschutzgesetz (LBodSchG)
besonders zu schützen.
Das Plangebiet liegt über dem Grundgebirge der „Famenne“-Schichten (durch tektonische Faltung schräg
gegen die horizontale aufgerichtete Wechsellagerungen aus überwiegend Schluff- und Tonsteinbänken mit
vereinzelt zwischengeschalteten, quarzitisch gebundenen Sandsteinbänken), das an der Oberseite, infolge
der von der Geländeoberfläche ausgehenden Verwitterung, zu einem mehrere Meter dicken „Lehm“
(„Verwitterungslehm“) zersetzt ist. Schutzwürdige Böden sind im Plangebiet aufgrund der Vornutzung nicht
vorhanden. Die Baugrundoberfläche besteht aus einer 2,0 bis 4,7 m dicken, heterogenen Aufschuttschicht.
Sie setzt sich aus reinen Bauschuttlagen (Ziegel-, Beton- und Mörtelbruch) sowie aus „Lehm“-Bauschuttgemische zusammen. Teilweise wurden auch reine „Lehme“ sowie Sand und Kies vorgefunden.
Nach dem derzeitigen Planungsstand liegen im Altlastenverdachtsflächenkataster der Stadt Aachen die
Eintragungen von drei Altlastenverdachtsflächen vor, wobei sich der Altstandort AS 2809 über das gesamte
Plangebiet erstreckt:
Altstandort AS 2809
- Kaserne (1893-1944)
Altstandort 2122 – Beverstraße 17
- Dippel, W (1941) – Seifengroßhandlungen
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- Coutura & Mayer KG (1951-1959) – Tuchherstellung
- Schmitz, H. (1959) – Webereien
Altstandort 2508 – Goerdelerstraße 6-8
- Kfz-Werkstatt und Tankstelle aus den 30-60er Jahren des vorigen Jahrhunderts
Dieser Bereich wurde im Rahmen der Neubaumaßnahmen 1992 weitgehend saniert, kleinräumige
Restbelastungen mit Mineralölkohlenwasserstoffen im Untergrund können aber nicht vollständig
ausgeschlossen werden.
5.2.3.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Folgende Gutachten liegen im Fachbereich Umwelt zur Beurteilung der Altlastensituation und der zu
erwartenden Ein- und Auswirkungen des Vorhabens vor:
- Neubau einer Wohnbebauung mit Kindergarten an der Goerdelerstraße in 5100 Aachen
(Baugrundgutachten) (Prof. Dieler + Partner, 1992)
- Geotechnischer Bericht über die örtlichen geohydrologischen Verhältnisse mit bautechnischen
Rückschlüssen auf die geplante Neubebauung sowie orientierende Gefährdungsabschätzung (Prof.
Dieler & Partner, 9.6.2006)
- Rückbau Finanzamt Aachen Kreis und Außenstadt Beverstraße 17, 52066 Aachen: Voruntersuchungen
im Bereich Heizölbehälter (Geotaix Umwelttechnologie, März 2006)
- Rückbau Finanzamt Aachen Kreis und Außenstadt Beverstraße 17, 52066 Aachen: Abschlussbericht
(Geotaix Umwelttechnologie, Dezember 2007)
Unter der gesamten Fläche des ehemaligen Finanzamtes befindet sich eine Tiefgarage, so dass nur in den
Randbereichen des Finanzamtes Bodenuntersuchungen durchgeführt wurden. Außerhalb der unterkellerten
Altbebauung wurden zwischen 2,0 und 4,7 m mächtige, heterogene Auffüllungen (Bauschuttlagen und
Bauschutt-Lehmgemische) angetroffen. Abfallrechtlich kann das Material gem. LAGA dem Zuordnungswert
Z 1.2 zugeordnet werden. Es ist davon auszugehen, dass die neue Tiefgarage in den unbelasteten
gewachsenen Boden einbindet und hier keine Bodenverunreinigungen vorliegen.
Auf dem Teilbereich des Grundstückes Goerdelerstraße (Gutachten 1992) wurden im Rahmen einer
Baugrunduntersuchung ähnliche Bodenverhältnisse wie im Umfeld des ehemaligen Finanzamtes
angetroffen. Chemische Untersuchungen wurden damals nicht durchgeführt.
Auf den bisher unbebauten Bereichen, insbesondere dem Spielplatzbereich, wurden ebenfalls keine
Untersuchungen durchgeführt. Da derzeit kein unmittelbarer Zugang zum ggf. vorhandenen
Auffüllungsmaterial durch den vorhandenen Auftrag von kulturfähigem Boden gegeben ist, kann eine
Gefährdung ausgeschlossen werden.
Aus den Bodenuntersuchungen (Dieler & Partner, 2006) ist ersichtlich, dass zwei Bodenproben – allerdings
aus den für den Wirkungspfad Boden-Mensch nicht bewertungsrelevanten Tiefen - leicht erhöhte
Bleigehalte aufweisen, die den Prüfwert für Kinderspielflächen überschreiten.
Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass oberflächennah punktuelle Prüfwertüberschreitungen
vorliegen, ist dafür Sorge zu tragen, dass zukünftig offene Bodenflächen durch Herstellung und Erhaltung
einer geschlossenen Vegetationsdecke (Raseneinsaat) zu vermeiden sind. Alternativ ist eine
Mindestabdeckung in einer Mächtigkeit von 30 cm mit unbelastetem Bodenmaterial durchzuführen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Finanzamtes wurden im Bereich des ehemaligen Heizöltankfeldes
Boden- und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Feststoffgehalte zeigen
weitgehend unauffällige Mineralkohlenwasserstoffgehalte auf, während eine Grundwasserprobe
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(Schichtenwasser) eine erhebliche Überschreitung des Prüfwertes der BBodSchV aufweist. Hier lag nach
Aussage des Gutachters (Geotaix, 2006) ein kleinräumiger Schaden vor. Der Schaden wurde im Rahmen
des Rückbaus des Heizungstanks vollständig saniert (Geotaix, 2007).
Unter der Voraussetzung, dass die unten aufgeführten Maßnahmen im Baugenehmigungsverfahren
durchgeführt werden, kann auf eine Kennzeichnung gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB im Bebauungsplan
verzichtet werden.
5.2.3.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
- Im Bereich der vorhandenen und geplanten Grün– und Spielplatzflächen sind zukünftig offene
Bodenflächen durch Herstellung und Erhaltung einer geschlossenen Vegetationsdecke (Raseneinsaat)
zu vermeiden oder es ist eine Mindestabdeckung in einer Mächtigkeit von 30 cm mit unbelastetem
Bodenmaterial durchzuführen
Bei Aufbringen und Einbringen von Materialien auf oder in den Boden sind die Anforderungen gem. § 12
BBodSchV zu beachten. Die Vorsorgewerte des Anhangs 2 der BBodSchV sind hierbei einzuhalten.
Dies muss durch den Lieferanten nachgewiesen werden
- Das Auffüllungsmaterial kann als nicht überwachungsbedürftiger Abfall eingestuft werden.
Das Auffüllungsmaterial ist, soweit es durch den baubedingten Aushub im Bereich der zukünftigen
Bebauung anfällt, der ordnungsgemäßen Entsorgung zuzuführen. Da aber selbst nach den erfolgten
Untersuchungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass in kleinflächigen Teilbereichen ein
abweichender Bodenaufbau bzw. eine abweichende Zusammensetzung des Bodenmaterials mit
erhöhtem Anteil an Fremdbestandteilen vorliegt, werden im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens
entsprechende Auflagen, u.a. eine gutachterliche Begleitung, erteilt
5.2.4.
5.2.4.1
Schutzgut Wasser
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Im Vordergrund der Umweltprüfung bezüglich des Schutzgutes Wasser stehen der Schutz der Gewässer
und deren Funktion für den Menschen und den Naturhaushalt. Zu prüfen ist u.a. der Umgang mit dem
Grundwasser, den Oberflächengewässern und der Entwässerung der bebaubaren Flächen.
Grundwasserschutz
Der Boden des Plangebietes wird von den in geringer Tiefe anstehenden „Famenne“-Schichten geprägt, die
von der Oberfläche ausgehend, zu mehreren Meter dicken Lehmschichten verwittert sind, dem so
genannten Verwitterungslehm. Dieser besitzt eine geringe bis sehr geringe Wasserdurchlässigkeit.
Der natürliche, im Jahresverlauf höchst mögliche Grundwasserflurabstand im Plangebiet liegt zwischen ca.
1,7 und 3,7 m unter Flur. Diese Grundwasserständestände werden überlagert durch lokale
Stauwasserhorizonte in den künstlichen Aufschüttungen, mit denen die natürliche Baugrundoberseite aus
Verwitterungslehm mit Schichtdicken von 2,6 bis 5,6 m überdeckt ist. Das Stauwasser entsteht aus örtlich
versickernden Niederschlägen, bedingt durch den bestehenden Durchlässigkeitsunterschied der Böden.
Begünstigt durch den Schichtenaufbau der Böden liegt im oberflächennahen Baugrund eine echte
Fließbewegung nicht vor.
Das Plangebiet liegt außerhalb von Wasserschutzgebieten.
Schutz der Oberflächengewässer
Auf dem Plangelände selbst sind keine Gewässer vorhanden. Der verrohrte Beverbach passiert jedoch im
westlichen Bereich das Plangebiet in einer Entfernung von ca. 60 Metern. Das Plangebiet gehört zum
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Einzugsgebiet der Wurm. Die Hochwassersituation im Unterlauf der Wurm erfordert es, dass bei einer
Einleitung von Niederschlagswasser über die Kanalisation oder direkt ins Gewässer keine Überschreitung
der zulässigen, im Generalentwässerungsplan (GEP) verankerten Einleitmengen erfolgt.
Festgesetzte Überschwemmungsgebiete sind im Bebauungsplangebiet selbst nicht vorhanden.
Entwässerung
Das Plangebiet liegt an Beverstraße und Kronprinzenstraße, die beide abwassertechnisch erschlossen sind
und im Mischsystem zur Abwasserreinigungsanlage Soers entwässern. Zusätzlich führt ein
Regenwasserkanal von der Beverstraße über die Turpinstraße in den verrohrten Beverbachkanal in der
Drimbornstraße.
Das anfallende Niederschlagswasser unbebauter Grundstücke ist grundsätzlich, dem § 55 (2) WHG in
Verbindung mit § 51 a LWG entsprechend, in ein Gewässer einzuleiten oder zu versickern, wenn dies
möglich ist und die entsprechenden Flächen nicht bereits kapazitätsmäßig in den vorhandenen
Kanalleitungen der Stadt Aachen berücksichtigt wurden.
Das Plangelände war bereits bebaut. Ob eine Einleitung des anfallenden Niederschlagswassers über die
Regenwasserleitung in den Beverbach erfolgte (zumindest teilweise), ist nicht bekannt.
Gemäß Generalentwässerungsplan ist eine Einleitung von Niederschlagswasser bis zu einem
Abflussbeiwert von 0.5 grundsätzlich in das öffentliche Kanalnetz oder auch direkt in das Gewässer
zulässig.
5.2.4.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Grundwasserschutz
Bedingt durch die Beschaffenheit der anstehenden Böden und der vorliegenden Schichtenfolge ist die
vorhandene horizontale Fließgeschwindigkeit des Grundwassers äußerst gering, sodass bei
Ausschachtungsarbeiten der Wasserandrang in der Baugrube ebenso gering ist. Damit sind Setzungen im
Bereich der Nachbarbebauung, wenn überhaupt, gemäß Aussage des Gutachters Geohydrologisches
Gutachten, Prof. Dieler + Partner, Aachen, 09. 05. 2013 unwahrscheinlich. Ein Abpumpen des in der
Baugrube anfallenden Wassers ist somit voraussichtlich im Umfeld ohne Auswirkungen. Präventiv muss
jedoch vor Beginn der Baumaßnahme ein Beweissicherungsverfahren für die Nachbarbebauung durch
einen Gutachter durchgeführt werden.
Aufgrund der geringen horizontalen Fließgeschwindigkeit wird es bei einer Verwirklichung der
Baumaßnahme ferner nicht zu Beeinträchtigungen des Grundwasserstromes wie Aufstau, Absenkung und
Umlenkung kommen, wenn vorsorglich unter der erdberührten Bodenplatte des Baukörpers längs und quer
zwischen den Fundamenten gefällelose Drainrohre für einen erforderlichen Druckausgleich verlegt werden.
In einem gutachterlich begleitenden Grundwassermonitoring vor, während und nach der Bauzeit ist eine
Überwachung des Grundwasserstromes sicherzustellen.
Wegen des Einbindens in Grundwasser und Stauwasser sind erdberührte Bauteile drückendem Wasser
ausgesetzt und deswegen druckwasserdicht auszubilden.
Schutz der Oberflächengewässer
Durch eine Verwirklichung der Baumaßnahme sind Gewässer nur durch eine Ableitung des anfallenden
Niederschlagswassers betroffen. Der zulässige Abflussbeiwert von 0,5 ist einzuhalten. Sollte der zulässige
Abflussbeiwert jedoch überschritten werden, ist zwingend ein Ausgleich, zum Beispiel durch den Bau von
Rückhalteräumen zu schaffen.
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Alternativ kann ein höherer Abflussbeiwert akzeptiert werden, wenn der WVER in einer entsprechenden
Untersuchung nachweisen kann, dass dadurch die Hochwassergefahr an der Wurm nicht erhöht wird. Die
Erforderliche Untersuchung muss durch den Bauherren beauftragt und finanziert werden.
Entwässerung
Derzeit ist noch nicht nachgewiesen, dass bei einer Verwirklichung des Bebauungsplanes der geplante
Abflussbeiwert den zulässigen, gemäß GEP zulässigen Abflussbeiwert, nicht überschreitet. Sollte dieser
Abflussbeiwert nicht eingehalten werden oder bei Überschreitung keine Ausgleichsmaßnahmen (zum
Beispiel Rückhaltungen oder Nachweis des WVER, dass höherer Abflussbeiwert unschädlich ist)
geschaffen werden können, ist die Entwässerung des Plangeländes nicht sichergestellt und die Untere
Wasserbehörde (UWB) kann einer Verwirklichung des Bebauungsplanes nicht zustimmen.
In welchem Umfang und in welche Kanalleitungen (Mischwasser bzw. Regenwasser) das anfallende
Niederschlagswasser einzuleiten ist und wie eine eventuell erforderliche Rückhaltung auf dem Gelände
auszusehen hat, ist zwingend mit dem Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Abteilung
Koordinierungsstelle Abwasser (FB 61/73) und dem Wasserverband Eifel Rur (WVER) abzustimmen. Es ist
zu beachten, dass der vorhandene Abflussbeiwert den gemäß GEP maximal zulässigen Abflussbeiwert
nicht überschreitet.
5.2.4.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
Grundwasserschutz
- Erdberührte Bauteile sind zwingend druckwasserdicht laut DIN 18195-6 auszubilden.
- Vor Beginn der Ausschachtungsarbeiten ist ein Beweissicherungsverfahren an benachbarten Gebäuden
nach Angabe des Gutachters durchzuführen.
- Es dürfen keine über die Bauphase hinaus dauernde Grundwasserabsenkungen bzw. -ableitungen
vorgenommen werden.
- Für eine bauzeitliche Grundwasserabsenkungen bzw. -ableitungen muss frühzeitig vor Beginn des
Baugenehmigungsverfahrens eine wasserrechtliche Genehmigung bei der UWB beantragt werden.
Vorbereitende Maßnahmen (z.B. Erstellen von erforderlichen Grundwassermessstellen und
Bearbeitungszeiten bei der Wasserbehörde) sind bei der Zeitplanung zu berücksichtigen.
(Hinweis: Grundwassermessstellen sind in DN 75 mm /3 Zoll einzubauen – keine Rammpegel)
- Ferner ist für die temporäre Einleitung von Drainagewasser in das städtische Kanalnetz eine
Einleitgenehmigung zu beantragen.
- Die Erdarbeiten der Baumaßnahme sind gutachterlich zu begleiten. Das laut Aussage des Gutachters
noch ausstehende Baugrundgutachten ist aufzustellen, der UWB vor Beantragung der
Grundwasserabsenkung vorzulegen und inhaltlich bei der Baumaßnahme zu berücksichtigen.
- Mindestens einen Monat vor Beginn der Ausschachtungsarbeiten ist ein Grundwassermonitoring zu
beginnen und mindestens zwei Monate über die Bauphase hinaus in Abstimmung mit einem Gutachter
und der Unteren Wasserbehörde durchzuführen.
- Unter der Bodenplatte sind längs und quer gefällelose Drainrohre nach Anordnung des Gutachters zu
verlegen.
- Der Einbau von Recyclingmaterial im Grundwasserschwankungsbereich ist verboten.
- Der dauerhafte Anschluss von Drainagen an das öffentliche Kanalnetz (auch Gewässer) ist verboten.
Entwässerung
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- Es ist zwingend frühzeitig ein Entwässerungskonzept durch ein Ingenieurbüro, in Abstimmung mit dem
FB 61/73, aufzustellen und mit dem (WVER) bezüglich der Hochwassersicherheit abzustimmen.
Gegebenenfalls ist der WVER durch den Bauherren zu beauftragen.
Vor Satzungsbeschluss ist das Entwässerungskonzept der UWB zusammen mit Stellungnahmen des FB
61/73 und des WVER vorzulegen.
Dem Entwässerungskonzept ist ein Flächenbilanzplan beizufügen, der Auskunft über den laut
Bebauungsplan (zulässige Grundfläche) maximal möglichen Abflussbeiwert für jede Teilfläche und die
dazugehörende Flächenangabe beinhaltet.
- Es ist zwingend frühzeitig eine detaillierte Entwässerungsplanung in Abstimmung mit dem FB 61/73
aufzustellen und umzusetzen.
- Großflächige Metalleindeckungen (auch Fassaden), wie z.B. Kupfer, Zink und Blei sind als äußere
Dachhaut grundsätzlich unzulässig, wenn nicht sichergestellt ist, dass die ausgespülten
Schwermetallpartikel durch Vorklärung des Niederschlagswassers zurückgehalten und entsorgt werden.
Aluminiumverkleidungen sind zulässig (Kanalanschlusssatzung).
Die Umsetzung aller „Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen
Auswirkungen“ ist zwingend erforderlich. Um dies zu ermöglichen, ist die Aufnahme der Formulierungen
dieser Maßnahmen im Durchführungsvertrag erforderlich.
5.2.5.
5.2.5.1
Schutzgüter Luft und Klima/Energie
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Im klimatischen Sinne soll eine umweltverträgliche Stadtentwicklung darauf ausgerichtet sein, einem für den
Menschen „idealen Stadtklima“ möglichst nahe zu kommen. Im Falle einer Bebauung von Stadträumen sind
die Umwelteinwirkungen aus ansteigenden verkehrlichen Belastungen und durch eine allgemeine
Erwärmung aufgrund von Überbauung und abnehmender Luftzirkulation zu erwarten.
Klima
Das Plangebiet liegt im östlichen Bereich des Frankenberger Viertels, in dem eine relativ einheitliche hohe
Blockbebauung mit vorwiegender Wohnnutzung überwiegt. Der Versieglungsgrad in den
Blockinnenbereichen liegt etwa zwischen 70 – 85%. Gemäß dem „Aachener Gesamtstädtischen
Klimagutachten 2001“ ist das Plangebiet dem Klimatop „Stadtklima“ zuzuordnen. In diesem Klimatop
verursacht „die dichte städtische Bebauung…ausgeprägte Wärmeinseln mit eingeschränkten
Luftaustauschbedingungen, z.T. ungünstigen Bioklimaten und erhöhter Luftbelastung.“ Der Bereich des
Plangebietes wird im Klimagutachten dem „Lastraum der verdichteten Stadtbereiche“ zugerechnet. Für
diesen Bereich werden Verbesserungen der Situation angestrebt. Im Einzelnen wird hierzu ausgeführt:
„..Erhöhung des Vegetationsanteils (Baumpflanzungen, Dach- und Fassadenbegrünungen), die durch
Maßnahmen der Blockinnenhofentkernung,- entsiegelung und –begrünung in Verbindung mit einer Öffnung
der Blockinnenhöfe begleitet werden sollte. Eine Reduktion der Emissionen ist vorzusehen.“ Ebenfalls
sollen die Auswirkungen der Bebauung auf Kaltluftströme minimiert werden. Hierzu führt das
Klimagutachten aus: “Optimieren der Reichweite von Kaltluftströmen innerhalb der Bebauung: –
Verhinderung vorzeitiger thermischer Auflösung durch Sicherung, Ausbau, Vernetzung und Schaffung von
Grün- und Freiräumen; -bei neuen Gehölzanpflanzungen sollen Strömungshindernisse vermieden werden;
Emissionsmindernde Maßnahmen auf diese Bereiche konzentrieren; - neue bauliche Hindernisse nur in
Ausnahmefällen zulassen (insbesondere als Kaltluftbahnen wirksame Baulücken nicht schließen).
Luft
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Es ist von einem mäßigen Schadstoffemissionsniveau auszugehen, wobei die Durchlüftungssituation im
Verhältnis zu den Emissionen wegen der positiven Einflüsse des Beverbach- und Gillesbachtales zumindest
im südlichen Frankenberger Viertel recht günstig zu bewerten ist.
Während die lufthygienische Situation sich in den letzten Jahren durch den Rückgang von
Hausbrandemissionen deutlich verbessert hat, haben die verkehrlichen Emissionen stark zugenommen.
Die Immissionsbelastungen an den umgebenden Hauptverkehrsstraßen liegen nach Einschätzung des
Umweltamtes aufgrund der geschlossenen Blockrandbebauung nicht weit unter den Grenzwerten der 39.
BImSchV.
5.2.5.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Klima
Zur Berechnung der Kaltluftströmungen wurde vom Büro I.F.I., Institut für Industrieaerodynamik GmbH,
bereits für den früheren städtebaulichen Entwurf im Jahr 2006 eine Kaltluftabfluss- Simulation und eine
zugehörige Bewertung erstellt. Für den aktuellen städtebaulichen Entwurf wurde auf die bereits
vorhandenen gutachterlichen Stellungnahmen aufbauend eine weitere CFD-Kaltluftstudie erstellt.
Das Plangebiet liegt im durch Blockrandbebauung geprägten Frankenberger Viertel am östlichen Rand des
Einflussgebietes der Kaltluftströme aus dem Beverbachtal. Die stadtklimatische Bedeutung ist daher von
lokaler Natur – wie auch die Veränderungen der Kaltluftabflüsse zeigen – bezüglich der Vermeidung von
Kaltluftstau und der damit verbundenen überproportionalen Erwärmung des Luftstroms.
Die Entstehung von Kaltluft und ihr Abfluss aus dem Entstehungsgebiet ist gemäß der VDI 3787-5 im
Plangebiet nicht zu erwarten. In der Studie wurde untersucht in wieweit die Weiterleitung des
Kaltluftabflusses durch das Vorhaben gestört wird und inwieweit die Vermeidung größerer Erwärmung
sowie Stau oder Stagnation der Luft gewährleistet werden kann. Die Untersuchung erfolgte in einem
Vergleich des Zustandes bei Umsetzung der Planung und des früheren, jetzt noch planungsrechtlich
zulässigen Zustandes mit den Baukörpern des ehemaligen Finanzamtes.
Gemäß dem Grundsatz, nach Möglichkeit eine Verbesserung der Bestandssituation bzw. der
planungsrechtliche zulässigen Situation herbeizuführen, konnte durch die Strömungssimulation gezeigt
werden, dass durch die Neuplanung die oberen Schichten der Kaltluftströmung im Vergleich zum
ehemaligen Bestand (Finanzamt) positiv beeinflusst werden. Eine genaue Betrachtung der sich
einstellenden Strömungsgeschwindigkeiten zeigt, dass sich für die Planung im Vergleich zum ehemaligen
Bestand keine erheblichen Änderungen ergeben. Die Durchströmung der Kronprinzenstraße und der neuen
Durchwegung von der Beverstraße zur Goerdelerstraße ist noch so stark, dass eher von einem
Kaltluftabfluss denn von Kaltluftakkumulation gesprochen werden kann. Für die Anwohner sind die
vorgenannten Unterschiede jedoch kaum wahrnehmbar.
Die geplante Bebauung schließt die vorhandene Blockbebauung entlang der Beverstraße und
Kronprinzenstraße ab, sodass sowohl übergeordnete Windbewegungen als auch Kaltluftströme im
Wesentlichen über das bestehende Straßennetz um diesen städtischen Block herumgeleitet werden. Die
Simulationen zeigen, dass der Rücksprung des geplanten Gebäudes an der Ecke Beverstraße /
Kronprinzenstraße dazu beiträgt, die Kaltluft ohne Widerstände und Verwirbelungen um den Block zu leiten.
Die Wirkung der vorgesehenen Bebauung wurde in der Studie, im Vergleich der nach dem rechtskräftigen
Bebauungsplan Nr. 580 zulässigen Bebauung, über die Bilanzierung der Kaltluftabflüsse stromab (Richtung
Norden) erfasst. Bereits auf Höhe der Goerdelerstraße ist in der Volumenstrombilanz eine leichte Zunahme
festzustellen. Im Bereich der Kronprinzenstraße beträgt diese Zunahme 3,5% und entlang des
Erschließungsweges von der Beverstraße zur Goerdelerstraße 1,8%. Eine darüber hinausgehende Wirkung
dieser positiven Veränderungen auf den anschließenden stromab liegenden Bereich bis zum
Adalbertsteinweg kann wegen der begrenzten Fläche des Plangebietes und aufgrund der quantitativ
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ermittelten Kaltluftströme ausgeschlossen werden. Hier hat die quer zur Kaltluftflussrichtung vorhandene
Bebauung entlang der Goerdelerstraße und Oppenhoffallee eine größere Bedeutung als die in Flussrichtung
offene Bebauung im Plangebiet.
Von der Beverstraße zur Goerdelerstraße ist eine durchgängige ca. 15 m breite Durchwegung geplant.
Diese liegt vorteilhaft in der oben genannten Nord-Süd-Achse eines potentiell abgelenkten Kaltluftstroms
und kann daher als Druckentlastung und Nebenweg für die Strömung dienen. Sie ersetzt dadurch die früher
vorhandene Öffnung im Erdgeschoss des ehemaligen Finanzamtes.
Die daneben westlich des Plangebietes zum Bestand anschließende freie Schneise (rund um die öffentliche
Grünfläche) ist für die Kaltluftströme ohne Wirkung, da an dieser Stelle durch die gegenüberliegende
geschlossene Blockrandbebauung keine weitere Kaltluft in der Achse der Durchwegung ankommen kann.
Der geplante Innenbereich des vollkommen umschlossenen Blockes im südöstlichen Teil des Plangebietes
bleibt von den zwischen den Häuserzeilen verlaufenden Strömungen fast unberührt. Es findet nur ein
geringer Luftmassenaustausch statt, so dass eine zufriedenstellende Belüftung des Innenhofes unter
Berücksichtigung der ursprünglich vorgesehenen zwei Zugänge mit einer Querschnittsfläche von je 1,5x3 m
nicht sichergestellt werden kann. Durch Verdoppelung der Querschnittsfläche auf je 3x3 m ergibt sich auch
eine Verdoppelung des Luftaustauschs im Innenhof, so dass nach Aussage des Gutachters insgesamt
tolerable Werte erreicht werden können. Auf weitergehende planerische Änderungen, wie z.B. die
Schaffung von gebäudehohen, im Hinblick auf die Sicherstellung des Windkomforts, mindestens 8 m breiten
Durchlässen, wurde daher seitens der Planer verzichtet.
Um die negative Versiegelungsbilanz mit Wirkung auf das Lokalklima zu verbessern, wurde die ursprünglich
mit ca. 520 qm vorgesehene Dachflächenbegrünung, entsprechend den Empfehlungen des städtischen
Klimagutachtens, deutlich auf 1.000 qm erhöht.
Luft
Das Verkehrsgutachten vom Büro BSV hat ergeben, dass die Anzahl der verkehrlichen Aktivitäten, im
Vergleich zur ehemaligen Finanzamtsnutzung nicht zunehmen, sondern voraussichtlich um über 25 %
zurückgehen werden.
Die Simulation der Kaltluftströmungen zeigt nach Umsetzung der Planung eine leicht bessere
Durchströmung der Kronprinzenstraße und des von der Beverstraße zur Goerdelerstraße geplanten
Erschließungsweges, welche sich, zusammen mit dem geringeren Verkehrsaufkommen, im Sinne des
Verbesserungsgebotes positiv auf die Luftschadstoffsituation auswirken kann.
Durch die neue Tiefgarage mit max. 200 Stellplätzen werden 640 Fahrten unmittelbar an der
Tiefgaragenzufahrt erwartet. Die Be- und Entlüftung der Tiefgarage ist mit einer Abluftüberdachführung
vorgesehen. Im Baugenehmigungsverfahren sind zur Bestimmung möglicher Luftschadstoff-Immissionen
aus dem Betrieb der Tiefgarage ein Gutachten zur Lufthygiene zu erstellen, das die kritischen
lufthygienischen Belastungen auf der Erdgeschossebene (Wohnfenster, Terrassen, Balkone,
Kinderspielplatz, Wohnaufenthaltsbereiche) beurteilt. Alternativ zu der Be- und Entlüftung über Dach sind
auch andere technischen Lösungen zulässig, solange diese die maßgeblichen Grenzwerte einhalten und
dies durch einen anerkannten Sachverständigen nachgewiesen wird.
Insgesamt ist unter Berücksichtigung der oben genannten Maßnahmen von keiner wesentlichen
Verschlechterung der lufthygienischen Verhältnisse auszugehen.
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5.2.5.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
- Zur Reduzierung der Luftschadstoffemissionen trägt die Aachener Festbrennstoffverordnung (2010) bei
- Im Plangebiet geplante Tiefgaragen sind mit einer mechanischen Be- und Entlüftung mit einer
Abluftüberdachführung auszustatten. Hierzu ist im Baugenehmigungsverfahren ein lufthygienisches
Gutachten zu erstellen. Alternative technische Lösungen zur Be- und Entlüftung können zugelassen
werden, wenn im Baugenehmigungsverfahren durch einen anerkannten Sachverständigen
nachgewiesen wird, dass die Grenzwerte der 39.BImSchV eingehalten werden
- Sicherstellung eines ausreichenden Querschnittes (mindestens 3x3m) der Zuwegungen in den
geplanten Blockinnenbereich
- Folgende Maßnahmen zur Verbesserung der lokalen Situation gemäß dem städtischen Klimagutachten
sind vorgesehen:
Innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes WA 1 wird ein hoher Vegetationsanteil durch die Festsetzung
von begrünten Dächern und großer Teile der Tiefgarage sichergestellt. Die versiegelten Flächen werden
auf ein Mindestmaß beschränkt
Der Behördenstellplatz an der Wohnbebauung Goerdeler Straße wird entsiegelt und als Freifläche
(Außenanlage Kindergarten) ausgebildet
5.2.6.
5.2.6.1
Schutzgut Landschaft / Stadtbild
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Das Plangebiet liegt im bebauten Raum und ist nicht als Landschaftsraum wahrnehmbar. Besonders
markant und stadtbildprägend sind jedoch die Bäume entlang der Kronprinzenstraße und der
Gehölzbestand auf der östlich gelegenen öffentlichen Grünfläche. Dort befindet sich auch ein Naturdenkmal
(Linde).
5.2.6.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Aufgrund der städtebaulich wünschenswerten straßenbegleitenden Blockrandbebauung ist die Erhaltung
der innerhalb des Plangebietes, parallel zur Kronprinzenstraße vorhandenen älteren, das Stadtbild
prägende Bäume nicht möglich. Der Verlust dieser Strukturen wirkt sich negativ auf das Stadtbild aus.
Anstatt der Grünkulisse entsteht ein innenstadttypisches Stadtbild.
Die Bäume in der öffentlichen Grünfläche werden, mit Ausnahme von ca. 6 Bäumen unmittelbar am westlich
anschließenden neuen Baufeld, erhalten. Durch großzügigere fußläufige Zuwegungen kann eine bessere
Integration der Grünfläche in die umgebenden Strukturen sichergestellt werden.
Die neue private Erschließungsfläche wird als Spiel- und Aufenthaltsfläche mit leicht erhöhten und mit
Hecken umgrenzten Vorgärten errichtet. Im Zusammenwirken mit den geplanten, im Frankenberger Viertel
typischen gründerzeitlichen Hausfassaden und einzelnen Baumpflanzungen, erhält der Straßenraum ein
ansprechendes Stadtbild.
5.2.6.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
- Erhalt der öffentlichen Grünfläche
- Anpflanzen von Hecken und Bäume
5.2.7.
5.2.7.1
Schutzgut Kultur- und Sachgüter
Bestandsbeschreibung und rechtliche Vorgaben
Unter Kultur- und sonstigen Sachgütern sind Güter zu verstehen, die Objekte von gesellschaftlicher
Bedeutung als architektonisch wertvolle Bauten oder archäologische Schätze darstellen und deren
Nutzbarkeit durch das Vorhaben eingeschränkt werden könnte.
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Im Plangebiet befinden sich keine Bau- oder Bodendenkmäler.
Nach bereits erfolgtem Abbruch der Hochbauten des Finanzamtes ist derzeit nur noch die Tiefgarage als
Sachgut erhalten. Aufgrund des langjährigen Leerstandes ist diese jedoch in einem sanierungsbedürftigen
Zustand.
5.2.7.2
Zu erwartende Ein- und Auswirkungen durch das Vorhaben
Durch den geplanten Abriss der Tiefgarage wird ein Sachgut zerstört. Da eine Sanierung und der Bau einer
beim Verzicht eines Abrisses erforderliche lastenverteilende Druckplatte, einen unverhältnismäßigen
großen wirtschaftlichen Aufwand darstellen würde, ist der Abbruch der Tiefgarage erforderlich.
Es entstehen keine erheblichen Beeinträchtigungen auf das Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter. Auf
die Meldepflicht und das damit verbundene Veränderungsgebot bei der Entdeckung von Bodendenkmälern
im Rahmen der Bauausführung wird hingewiesen.
5.2.7.3
Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen
Mit Ausnahme der Aufnahme des Hinweises zur Meldepflicht bei der Entdeckung von Bodendenkmälern
sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
Wechselwirkungen der einzelnen Schutzgüter
Die nach den Vorgaben des BauGB zu betrachtenden Schutzgüter beeinflussen sich gegenseitig in
unterschiedlichem Maße. Die aus methodischen Gründen schutzgutbezogene Vorgehensweise der
Untersuchung betrifft ein stark vernetztes komplexes Wirkungsgefüge. Wechselwirkungen, die über die
bereits bei den einzelnen Schutzgütern berücksichtigten Funktionszusammenhänge hinausgehen, ergeben
sich nicht.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und zum Ausgleich nachteiliger
Auswirkungen wurden im Rahmen der einzelnen Schutzgüter beschrieben. Eine Verstärkung der
Auswirkungen durch sich gegenseitig in negativer Weise beeinflussende Wirkungen ist nicht zu erwarten.
5.2.8.
5.3.
5.3.1.
Entwicklungsprognose des Umweltzustandes
Entwicklungsprognose bei Durchführung der Planung
Die Neubebauung bietet die Chance, den Bereich des ehemaligen Finanzamtes besser in die Umgebung
einzubinden. Durch eine Aufwertung des Baublocks und die Schaffung neuer gemischter Wohnangebote
soll dieser innerstädtische Bereich zur Durchmischung der Bevölkerungsstruktur beitragen, sich stärker
strukturell dem Frankenberger Viertel annähern und eine urbane Wohn- und Lebenssituation geschaffen
werden. Die bisher isolierte Grünfläche wird in die alte und neue Bebauung integriert und angebunden.
Darüber hinaus wird die städtebaulich gewünschte und in der Rahmenplanung für das Frankenberger
Viertel bereits geforderte fußläufige Nord-Südverbindung planungsrechtlich vorbereitet.
Mit der Realisierung des Vorhabens sind die unter den einzelnen Schutzgütern genannten
Umweltauswirkungen verbunden. Durch die beschriebenen Kompensationsmaßnahmen können die
negativen Umweltauswirkungen minimiert werden, so dass keine wesentlichen Veränderungen und Risiken
für die Schutzgüter zu erwarten sind. Unter Berücksichtigung und Realisierung der genannten Maßnahmen
entstehen nach derzeitigem Kenntnisstand keine erheblichen Umweltauswirkungen.
Hiervon ausgenommen sind die für das Schutzgut Mensch hinsichtlich der Besonnung zu erwartenden
Auswirkungen. Demnach ist mit der teilweisen Verschattung von 4 Ein-Zimmer-Appartements in dem
Gebäuderiegel an der Goerdelerstraße und einer eingeschränkten Besonnung von maximal 44 Wohnungen
und Freiflächen im Plangebiet zu rechnen. Wie bereits dargestellt kann jedoch unter Berücksichtigung der
Lage in einem innerstädtischen Umfeld, mit der dort typischerweise vorhandenen Verschattungssituation,
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die zeitweise auftretende Nichteinhaltung der Mindestanforderungen der DIN 5034, Teil 1 weitgehend
toleriert werden. Insbesondere, wenn die beschriebenen Maßnahmen zur Zusammenlegung von
Wohnungen, zumindest für einige Wohnungen, umgesetzt werden. Eine erhebliche Verschlechterung der
Belichtung der bestehender schutzwürdigen Wohnnutzungen im Gebäude an der Goerdelerstraße ist
gegenüber der, auf Grundlage des derzeit rechtskräftigen Bebauungsplanes Nr. 580, potentiellen
Bebauung, nicht zu erwarten. Vielmehr tritt, im Vergleich mit der auf Grundlage des rechtskräftigen
Bebauungsplanes Nr. 580, eine Minimierung der Beeinträchtigungen für die in den oberen Etagen liegenden
Wohnungen ein.
Mit der Realisierung des Vorhabens entsteht die Chance eines innerstädtischen Flächenrecyclings, welches
das Prinzip des sparsamen Umgangs mit der Neuversiegelung von Boden nach § 1a Abs. 2 BauGB
aufgreift. Durch die Nutzung von Flächen inmitten vorhandener Bebauung und Infrastruktur, insbesondere
der Verkehrseinrichtungen des ÖPNV, werden ökologisch wertvollere Flächen am Ortsrand auf bisher nicht
versiegelten Flächen geschützt.
5.3.2.
Prognose bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante)
Durch die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879 soll im innerstädtischen Bereich
eine brach liegende innerstädtische Fläche im Sinne einer geordneten, nachhaltigen Entwicklung durch
Wohnungsbau wiedergenutzt werden. Dies entspricht auch der in der Umgebung dominierenden
Wohnnutzung.
Ohne das Planverfahren würde das Gelände des ehemaligen Finanzamtes in diesem Viertel untergenutzt,
brach liegen bleiben und damit eine städtebaulich unbefriedigende Situation mittelfristig erhalten bleiben.
Auf Grundlage des derzeit noch rechtskräftigen Bebauungsplanes Nr. 580 wäre bei Nichtdurchführung der
Planung ein Behördenzentrum mit einer ähnlichen Gebäudekonfiguration wie die des ehemaligen
Finanzamtes möglich. In Teilbereichen ist sogar eine noch stärkere Verdichtung mit höheren Gebäuden
zulässig. Damit sind durch potentielle Vorhaben insbesondere Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch
aufgrund eines voraussichtlich höheren Verkehrsaufkommens und daraus resultierender höherer
Lärmbelastung möglich. Hinsichtlich der Verschattung ist mit ähnlichen Auswirkungen auf die umgebenden
Nutzungen zu rechnen, wie bei Durchführung der Planung.
Bei Nichtrealisierung des Vorhabens würde aufgrund der hohen Nachfrage nach innerstädtischen
Wohnformen, sowohl für Familien als auch älteren Menschen, Singles und Studenten der bereits
angespannte Wohnungsmarkt im Stadtgebiet von Aachen nicht entlastet. Voraussichtlich würden andere
Grundstücke in Anspruch genommen, die u.U. ungünstigere Lagebedingungen aufweisen und durch die es
ggf. zu einer Neuversiegelung von wertvolleren Flächen in der Innenstadt oder Ortsrandlagen kommen
würde.
5.3.3.
Anderweitige Planungsmöglichkeiten
Der erste Entwurf für das vorgesehene Nutzungs- und Bebauungskonzept war aus einem begrenzt offenen
Wettbewerb, der den „Regeln für Architektenwettbewerbe RAW 2004“ entsprach, im September 2005
entstanden. Der Wettbewerb wurde ausgelobt, um für den Standort das bestmögliche Bebauungskonzept
zu finden. Das damalige Konzept wurde von einem fachkundigen Preisgericht zur Weiterverfolgung
empfohlen. Anderweitige, sich grundsätzlich von dem ausgewählten städtebaulichen Konzept
unterscheidende Planvarianten wurden damals daher nicht weiter untersucht.
Nachdem der damalige Investor den ausgewählten städtebaulichen Entwurf nicht umsetzen konnte, hat
mittlerweile ein neuer Investor, das Grundstück ebenfalls mit dem Ziel erworben, an dieser innerstädtischen
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
Stelle eine Wohnbebauung zu realisieren. Die nun vorgesehene Wohnbebauung unterscheidet sich neben
der unterschiedlichen Baustruktur im inneren des Plangebietes, insbesondere dadurch von dem ehemaligen
Konzept, dass nun ausschließlich Geschoßwohnungsbauten vorgesehen sind. Hotel, Läden und Büros bzw.
Praxen sind nicht mehr geplant. Die starke Nachfrage nach innerstädtischen Wohnungen innerhalb des
Stadtgebietes Aachen rechtfertigt die umgebungstypische Ausweisung eines Wohngebietes, das im Übrigen
bereits im Flächennutzungsplan der Stadt Aachen 1980 mit der Darstellung von Wohnbauflächen
planungsrechtlich vorbereitet wird.
5.4.
5.4.1.
Grundlagen
Verwendete Technische Verfahren zur Umweltprüfung
Zur Beurteilung der Auswirkungen des Planverfahrens erfolgte eine Einschätzung aufgrund folgender
Gutachten und Stellungnahmen:
- Verkehrsgutachten für die Neubebauung Beverstraße in Aachen, BSV Büro für Stadt- und
Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinold Baier GmbH, Aachen, 22.03.2006
- Verkehrsgutachten für das „Kronpinzenquartier“ an der Beverstraße in Aachen (B-Plan 879), , BSV Büro
für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinold Baier GmbH, Aachen, im Mai 2013
- Gutachten 2013 1381 zu den Auswirkungen eines möglichen Immissionskonfliktes ausgelöst durch den
Neubau einer Wohnnutzung mit Tiefgarage im Geltungsbereich des vorhabenbezogenen
Bebauungsplanes Nr. 879 „Beverstraße“ in Aachen, Dr.Ing.Symanski & Partner, Aachen, 03.06.2013
- Umweltbericht zum B-Plan Beverstraße Aachen (inkl. Naturschutzrechtliche Eingriffsbilanzierung), Stadt
Aachen, Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, BLB, Förder Demmer Landschaftsarchitekten,
02.02.2007
- B-Planverfahren „Beverstraße“ in Aachen (ehemaliges Finanzamt) Artenschutzrechtliche
Grundlagenuntersuchung, Raskin Büro für Landschaftsplanung und angewandte Ökologie, Aachen,
18. 07.2006
- Eingriffsbilanzierung zum Bebauungsplanentwurf für den Bebauungsplan Nr. 879 Kronprinzenquartier in
Aachen, greenbox Landschaftsarchitekten, Köln, im Juni 2013
- Neubau einer Wohnbebauung mit Kindergarten an der Goerdelerstraße in 5100 Aachen
(Baugrundgutachten), Prof. Dieler + Partner, Aachen, 1992
- Geotechnischer Bericht über die örtlichen geohydrologischen Verhältnisse mit bautechnischen
Rückschlüssen auf die geplante Neubebauung sowie orientierende Gefährdungsabschätzung, Prof.
Dieler & Partner, Aachen, 09.06.2006
- Rückbau Finanzamt Aachen Kreis und Außenstadt Beverstraße 17, 52066 Aachen: Voruntersuchungen
im Bereich Heizölbehälter, Geotaix Umwelttechnologie, Würselen, März 2006
- Rückbau Finanzamt Aachen Kreis und Außenstadt Beverstraße 17, 52066 Aachen, Abschlussbericht
Geotaix Umwelttechnologie, Würselen, Dezember 2007
- Geohydrologisches Gutachten, Prof. Dieler + Partner, Aachen, 09. 05. 2013
- Bebauungsplan Beverstraße-Kronprinzenquartier Aachen, Verschattungsstudie, I.F.I. Institut für
Industrieaerodynamik GmbH, Aachen, 15.05.2013 ergänzt 29.05.2013
- Bebauungsplan Beverstraße-Kronprinzenquartier Aachen, Verschattungsstudie – Vergleich bisher
zulässige Planung, I.F.I. Institut für Industrieaerodynamik GmbH, Aachen, 11.06.2013 ergänzt am
13.06.2013
- Bebauungsplan Beverstraße – Klimaökologische Beurteilung, I.F.I. Institut für Industrieaerodynamik
GmbH, Bericht-Nr. GAT05-BSA-6-2006, Aachen, 18.09.2006
- Bebauungsplan Beverstraße – Klimaökologische Simulation, I.F.I. Institut für Industrieaerodynamik
GmbH, Bericht-Nr. GAT05-BSA-8-2006, Aachen, 08.12.2006
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
Beverstraße
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Fassung vom 01.07.2013
- Bebauungsplan Beverstraße-Kronprinzenquartier Aachen, CFD-Kaltluftstudie, I.F.I. Institut für
Industrieaerodynamik GmbH, Aachen, 15.05.2013 ergänzt am 29.05.2013 und 13.06.2013
5.4.2.
Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben
Besondere Schwierigkeiten bei der Erhebung und Bewertung der Grundlagen haben sich bisher nicht
ergeben.
5.5.
Monitoring
Für das Monitoring ist die Stadt Aachen zuständig. Die erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt durch die
Durchführung der Planung sollten im Rahmen der allgemeinen Umweltüberwachung überprüft werden.
Der Austausch von Informationen zwischen den Behörden ist zu gewährleisten. Erfolgen kann er durch
einen regelmäßigen Informationsaustausch über die Entwicklung der jeweiligen Umweltmedien.
Die Umsetzung der genannten Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und Kompensation von
Eingriffen, werden über entsprechende Regelungen in dem Durchführungsvertrag, der mit dem
Vorhabenträger vor Satzungsbeschluss abgeschlossen wird, gesichert.
Darüber hinaus werden folgende Monitoring Maßnahmen empfohlen:
- Vor Beginn der Ausschachtungsarbeiten ist ein Beweissicherungsverfahren an benachbarten Gebäuden
nach Angabe des Gutachters durchzuführen.
- Mindestens einen Monat vor Beginn der Ausschachtungsarbeiten ist ein Grundwassermonitoring zu
beginnen und mindestens zwei Monate über die Bauphase hinaus in Abstimmung mit einem Gutachter
und der Unteren Wasserbehörde durchzuführen.
5.6.
Zusammenfassung
Das Bebauungsplanverfahren dient der Entwicklung der brach liegenden Fläche des ehemaligen
Finanzamtes für eine Neubebauung mit ca. 200 Wohneinheiten (WE). Der ruhende Verkehr wird in einer
neuen Tiefgarage untergebracht, die an der Stelle der mittlerweile baufälligen Tiefgarage errichtet wird. Die
im Westen des Plangebietes befindliche öffentliche Grünfläche bleibt erhalten. Für die Fläche des
ausgelagerten Spielbereiches der Kindertagesstätte wird als Ersatz eine neue Spielfläche auf der ehemals
als Behördenstellplatz genutzten Fläche zwischen den Mietergärten der Bebauung an der Goerdelerstraße
und der geplanten Wohnbebauung ausgebildet. Darüber hinaus wird eine bereits im Rahmenplan für das
Frankenberger Viertel geforderte attraktive fußläufige Nord- Süd Verbindung zwischen der Goerdelerstraße
und der Beverstraße geschaffen.
Schutzgut Mensch
An den Fassaden der geplanten Gebäude sind Schallschutzmaßnahmen in Form der Festsetzung eines
Lärmpegelbereiches gegen den Verkehrslärm und an der Tiefgaragenzufahrt baulichen
Lärmschutzmaßnahmen zum Schutz der angrenzenden bestehenden Wohngebäude erforderlich. Unter
Berücksichtigung dieser Maßnahmen ist ein gesundes Wohnen sichergestellt.
Insgesamt stellt sich durch die geschlossene Bebauung, ein innerstädtisch typisches Verschattungsbild dar.
Im Plangebiet ist im ungünstigsten anzunehmenden Fall bei insgesamt 44 geplanten Wohnungen eine
Mindestbesonnung in der Mitte des Winterquartals nicht gewährleistet. Eine deutliche Verbesserung der
Besonnungszeiten einzelner Wohnungen könnte durch den Zusammenschluss von übereinanderliegenden
Wohneinheiten zu Maissonettwohnungen erreicht werden. Ein solcher Zusammenschluss ist aufgrund des
vorgesehenen modularen Bausystems möglich ist. Darüber hinaus sollten großzügig bemessene
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
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Fensterflächen in den Wohnräumen vorgesehen werden, die zur Verbesserung des diffusen Lichteinfalls
bis an die Etagendecken herangeführt werden sollten. Ebenso sollte, soweit möglich, in den schlecht
besonnten Wohnungen mindestens eine zweiseitige diffuse Belichtung der Wohneinheit erfolgen.
An dem nördlich des Plangebietes bestehenden Gebäuderiegel an der Goerdelerstraße, werden die
Mindestkriterien hinsichtlich der Besonnung weitgehend eingehalten. Dies gilt insbesondere für das
Gebäude des Kindergartens und für Teile des unmittelbar westlich an dem Kindergarten angrenzenden
Freibereiches. Für 4 Ein-Zimmer-Appartements im Erdgeschoss können die Mindestkriterien zum
17. Januar nicht erfüllt werden. Wenn die 4 betroffenen Ein-Zimmer-Erdgeschosswohnungen mit den jeweils
darüber liegenden Wohnungen zusammengelegt werden, ist eine Einhaltung der Mindestkriterien zur
Besonnung gewährleistet. Die Umsetzung dieser Maßnahmen sollte bei Realisierung der Planung geprüft
werden.
Auch wenn die DIN 5034-1 für Freibereiche keine Anforderungen definiert, sei darauf hingewiesen, dass
eine Besonnung des neu entstehenden Innenhofes (Innenbereich des südwestlich gelegenen Blockes) und
der geplanten Außenanlage des Kindergartens (WA 2) zur Mitte des Winters am 17. Januar nicht
gewährleistet ist. Zur Tag- und Nachtgleiche ist etwa die Hälfte der neuen Innenhoffläche und die gesamte
westlich des Kindergartens liegende Kindergartenaußenfläche über 4 Stunden besonnt. Mitte des Jahres
trifft dies für über 90 % der Blockinnenfläche und die gesamte Außenanlage des Kindergartens zu.
Unter Berücksichtigung der Lage des Plangebietes und seines Umfeldes in einem innerstädtischen Umfeld,
mit der dort typischerweise vorhandenen Verschattungssituation aufgrund der geschlossenen Bauweise und
der typischen engen Straßenräumen, kann die zeitweise auftretende Nichteinhaltung der
Mindestanforderungen der DIN noch toleriert werden. Insbesondere, wenn die oben beschriebenen
Maßnahmen zur Zusammenlegung von Wohnungen, zumindest für einige Wohnungen, umgesetzt werden.
Eine erhebliche Verschlechterung der Belichtung der bestehender schutzwürdigen Wohnnutzungen im
Gebäude an der Goerdelerstraße ist gegenüber der, auf Grundlage des derzeit rechtskräftigen
Bebauungsplanes Nr. 580, potentiellen Bebauung, nicht zu erwarten.
Durch die kürzeren, direkteren und breiteren Zuwegungen sowie durch die Orientierung der Privatgärten zu
dem öffentlichen Spielplatz ist eine deutliche Nutzungsaufwertung dieser Grünfläche zu erwarten. Darüber
hinaus wird die nur wenig befahrene neue Erschließungsfläche als Spielfläche für Kinder geeignet sein.
Durch die Verlagerung der im östlichen Teil der öffentlichen Grünfläche gelegenen Außenspielfläche der
Kindertagesstätte in das nördliche Plangebiet, kann der öffentliche Spielplatz um ca. 500 qm vergrößert
werden. Dies gleicht aber noch nicht die, bei geplanten ca. 200 Wohneinheiten erforderliche Spielplatzfläche
aus. Für die restliche zu fordernde Spielplatzfläche ist eine Ausgleichzahlung zu entrichten. Unter
Berücksichtigung der vorgennannten Maßnahmen sind keine erheblichen negativen Auswirkungen zu
erwarten.
Schutzgüter Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt
Unter Berücksichtigung der vorgesehenen Errichtung von Ersatznistplätzen für die Mauersegler und
Ersatzquartiere für Fledermäuse sind keine erheblichen negativen Auswirkungen auf das Schutzgut Tiere zu
erwarten.
Durch die Baumaßnahme gehen einige unter die Baumschutzsatzung fallende Bäume verloren. Des
Weiteren wird eine bisher als Kindergartenaußenfläche genutzte unversiegelte Fläche versiegelt. Durch die
Entsiegelung der bisher versiegelte Fläche im Allgemeinen Wohngebiet WA 2 (neue
Kindergartenaußenfläche), die Anlage von Privatgärten auf der Tiefgarage und eine Dachbegrünung sowie
die innerhalb des Plangebietes geplanten Baumpflanzungen kann der Eingriff in Natur und Landschaft zum
Teil ausgeglichen werden. Die geplanten Heckenpflanzungen tragen zu einer weiteren gestalterischen
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
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Aufwertung bei. Das noch verbleibende Defizit ist durch externe Ausgleichsmaßnahmen oder die Zahlung
eines Ersatzgeldes auszugleichen. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Maßnahmen sind keine
erheblichen nachteiligen Auswirkungen zu erwarten.
Schutzgut Boden
Unter Berücksichtigung, dass im Bereich der vorhandenen und geplanten Grün– und Spielplatzflächen
zukünftig offene Bodenflächen durch Herstellung und Erhaltung einer geschlossenen Vegetationsdecke
(Raseneinsaat) zu vermeiden sind oder eine Mindestabdeckung in einer Mächtigkeit von 30 cm mit
unbelastetem Bodenmaterial erfolgt, sind erhebliche negative Auswirkungen auf das Schutzgut Boden nicht
zu erwarten.
Das Auffüllungsmaterial ist ordnungsgemäß zu entsorgen. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens
sind entsprechende Auflagen, u.a. eine gutachterliche Begleitung, zu erteilen.
Schutzgut Wasser
Aufgrund der ungünstigen Wasserdurchlässigkeitswerte des anstehenden Bodens scheidet eine
Versickerung von Niederschlagswasser vor Ort aus. Eine Beurteilung nach § 51 Landeswassergesetz ist
nicht erforderlich, da das Grundstück bereits vor 1992 bebaut war. Daher ist eine Ableitung der
Niederschlagswässer zusammen mit den Schmutzwässern in die Mischwasserkanäle der angrenzenden
Straßen vorgesehen.
Momentan bestehen aus wasserwirtschaftlicher Sicht erhebliche Bedenken gegen die Verwirklichung des
Bebauungsplanes. Diese können jedoch ausgeräumt werden, wenn die Einleitung von auf dem Plangelände
anfallendem Niederschlagswasser ins öffentliche Kanalnetz oder ins Gewässer auf einen Abflussbeiwert
von 0,5 reduziert wird (Beispielsweise durch Rückhaltungen auf dem Grundstück oder im städtischen
Kanalnetz). Alternativ kann ein höherer Abflussbeiwert akzeptiert werden, wenn der WVER in einer
entsprechenden Untersuchung nachweisen kann, dass dadurch die Hochwassergefahr an der Wurm nicht
erhöht wird. Die Erforderliche Untersuchung muss durch den Bauherren beauftragt und finanziert werden.
Erdberührte Bauteile sind mit einer wasserdruckdichten Stahlbetonkonstruktion („Weiße Wanne“) oder mit
einer Abdichtung gegen drückendes Wasser zu errichten. Es kann jedoch ausgeschlossen werden, dass
durch die geplante Tiefgarage/Keller ein künstlicher Grundwasseraufstau erzeugt wird. Es wird jedoch
empfohlen, unter den erdberührten Fußbodenplatten längs und quer zwischen den Fundamenten einige
gefälllose Dränrohre für einen möglichen Druckausgleich zu verlegen.
Unter Berücksichtigung der unter Punkt 2.4.3 aufgeführten „Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und
zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen“ sowie der zwingend erforderlichen Einhaltung des
zulässigen Abflussbeiwertes von 0,5 (unter Berücksichtigung der oben beschriebenen alternativen
Nachweise) sind erhebliche negative Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser nicht zu erwarten.
Schutzgüter Luft und Klima/Energie
Innerhalb des Plangebietes und dessen Umgebung ist unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen
Maßnahmen (mechanischen Be- und Entlüftung mit einer Abluftüberdachführung, Sicherstellung eines
ausreichenden Querschnittes der Zuwegungen in dem geplanten Blockinnenbereich, Erhöhung des
Vegetationsanteiles durch Flächenentsiegelung und Dachbegrünung), im Vergleich zu der nach derzeit
gültigen Planungsrecht möglichen Bebauung, mit keinen nachteiligen Auswirkungen auf das Schutzgut
Klima/Energie zu rechnen.
Schutzgut Landschaftsbild/Stadtbild
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Die Erhaltung, der innerhalb des Plangebietes parallel zur Kronprinzenstraße vorhandenen älteren, das
Stadtbild prägende Bäume ist nicht möglich. Der Verlust dieser Strukturen wirkt sich negativ auf das
Stadtbild aus. Anstatt der Grünkulisse entsteht ein innenstadttypisches Stadtbild.
Schutzgut Kultur- und Sachgüter
Im Plangebiet befinden sich keine Bau- oder Bodendenkmäler sowie erhaltenswerte Sachgüter. Es
entstehen daher keine erheblichen Beeinträchtigungen des Schutzgutes Kultur- und sonstige Sachgüter.
Auf die Meldepflicht und das damit verbundene Veränderungsgebot bei der Entdeckung von
Bodendenkmälern im Rahmen der Bauausführung wird hingewiesen.
6.
Auswirkungen der Planung
Durch die Nutzung der Infrastruktur des Innenstadtbereiches wird durch die Planung einerseits eine bessere
Auslastung des Infrastrukturangebotes erreicht und andererseits werden Ressourcen, die ansonsten zur
Neuschaffung der Infrastruktur herangezogen werden müssten, geschont. Die, auch unter dem Aspekt der
wirtschaftlichen Bauweise, geplante verdichtete Wohnbebauung bietet innenstadtnah die Möglichkeit
flächensparendes und ökologisches Bauen in Form von Geschosswohnungsbau umzusetzen. Damit kann
eine Alternative zu den suburbanen Einfamilienhaussiedlungen, mit ihren negativen Auswirkungen auf den
zusätzlichen Landschaftsverbrauch, geschaffen werden. Durch die Nähe der Wohnbebauung zu Läden,
Dienstleistungen und Arbeitsstätten werden darüber hinaus die Verkehrsbewegungen reduziert.
Durch die Bereitstellung von ca. 200 Wohneinheiten wird ein Beitrag zur Verbesserung des angespannten
Wohnungsmarktes in Aachen geleistet.
Von der Planung gehen, unter Voraussetzung der Berücksichtigung der im Umweltbericht genannten
Maßnahmen, keine erheblichen Umweltauswirkungen aus.
Die Nachbarbebauung wird teilweise verschattet, jedoch werden die Anforderungen der DIN 5034
überwiegend eingehalten. Die zeitweise auftretende Nichteinhaltung der Mindestanforderungen der DIN
5034 an die Besonnung von Wohnungen kann toleriert werden, insbesondere, da nur vergleichsweise
wenige Bestandswohnungen (4 WE) hiervon betroffen sind und im überwiegenden Teil des Jahres für die
betroffenen Wohnungen ausreichende Besonnungszeiten sichergestellt werden können. Eine erhebliche
Verschlechterung der Belichtung vorhandener schutzwürdiger Wohnnutzungen ist nicht zu erwarten, wenn
die betroffenen Erdgeschosswohnungen mit den darüber liegenden Wohnungen zusammengeschlossen
werden.
Der geplante Innenbereich des vollkommen umschlossenen Blockes im südöstlichen Teil des Plangebietes
bleibt von den zwischen den Häuserzeilen verlaufenden Strömungen fast unberührt. Es findet nur ein
geringer Luftmassenaustausch statt. Durch Vergrößerung der Querschnittsfläche der vorgesehenen zwei
Zugänge in den Innenhof auf je 3x3 m ergibt sich auch eine Verbesserung des Luftaustauschs, so dass
nach Aussage des Gutachters insgesamt tolerable Werte erreicht werden können. Auf weitergehende
planerische Änderungen, die zu einer weiteren Verbesserung des Luftaustausches führen würden (wie z.B.
die Schaffung von gebäudehohen bis zu 8 m breiten Durchlässen) wurde verzichtet, da die stadträumlich
wichtige geschlossene Blockrandbebauung nicht unterbrochen werden soll.
Um die negative Versiegelungsbilanz mit Wirkung auf das Lokalklima zu verbessern, wurde die ursprünglich
mit ca. 520 qm vorgesehene Dachflächenbegrünung, auf 1.000 qm erhöht.
Aufgrund der Nähe zur Bahntrasse ergeben sich Lärmschutzauflagen insbesondere für die Ausgestaltung
der Fassaden der Wohnbebauung entlang der Beverstraße und der Kronprinzenstraße, die im
Bebauungsplan festgesetzt werden. Weitere Lärmschutzmaßnahmen entstehen bei der Ausgestaltung der
Tiefgarage, um insbesondere Lärm an der Ein- und Ausfahrt zu vermeiden.
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Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 879
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Insgesamt 25 schützenswerte Bäume können nicht erhalten werden. Anstatt der durch den Wegfall der
älteren Bäume parallel zur Kronprinzenstraße verloren gehenden Grünkulisse entsteht ein
innenstadttypisches Stadtbild. Innerhalb des Plangebietes werden 19 neue Bäume gepflanzt.
Durch die Schaffung einer neuen attraktiven Fuß- und Radwegeführung zwischen dem Haus
Goerdelerstraße 6 und der KITA werden Außenflächen der KITA in Anspruch genommen. Durch den
erheblichen Nutzen dieser Wegeverbindung und städtebaulichen Vorteil für die Durchwegung des Quartiers
und die Erreichbarkeit des Kinderspielplatzes wird dieser Nachteil in Kauf genommen, wobei neue
Außenflächen hinzukommen, die die Gesamtqualität der Außenflächen zumindest teilweise wieder
ausgleichen sollen. Eine städtebauliche Aufwertung des Umfeldes ist durch die kürzeren, direkteren und
breiteren Zuwegungen sowie durch die Orientierung der Privatgärten zu dem öffentlichen Spielplatz und der
damit verbundenen deutlichen Nutzungsaufwertung dieser Grünfläche gegeben.
Zur Verwirklichung der Planung sind bodenordnende Maßnahmen erforderlich in Form der Verlegung der
Außenfläche der KITA, die durch einen flächengleichen Grundstückstausch zwischen Stadt und
Vorhabenträger vollzogen wird. Hinzu kommt der Erwerb des Flurstücks 1941 zur Arrondierung der
öffentlichen Grünfläche.
7.
Kosten
Für die Erarbeitung der städtebaulichen Pläne und der Fachgutachten zum vorliegenden
vorhabenbezogenen Bebauungsplan entstehen der Stadt Aachen keine Kosten, da diese von dem
Vorhabenträger übernommen werden. Durch die unmittelbaren Baumaßnahmen auf den Bauflächen
innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes (WA 1) werden der Stadt Aachen ebenfalls keine Kosten
entstehen, da diese ebenfalls durch den Vorhabenträger ausgeführt werden.
Die privaten Erschließungsflächen, die über Flächen für Geh-, Fahr und Leitungsrechte auch für die
Allgemeinheit nutzbar sind, werden durch den Vorhabenträger hergestellt und Instand gehalten. Die Fußund Radwegverbindung zur Goerdelerstraße wird ebenfalls vom Vorhabenträger hergestellt. Das Gleiche
gilt für die Anpassungsmaßnahmen für die Außenfläche des Kindergartens.
Die Hecken und Bäume innerhalb des Geltungsbereiches des Vorhaben- und Erschließungsplanes werden
durch den Vorhabenträger gepflanzt und gepflegt. Die Aufwertung der öffentlichen Grünfläche soll durch die
Ablösesumme finanziert werden, die im Rahmen der Einhaltung der „Kriterien für Kinder- und
Familienfreundlichkeit im Städtebau“ ermittelt wurde.
8.
Durchführungsvertrag
Zur Sicherung der Umsetzung der Planung wird vor Satzungsbeschluss mit dem Vorhabenträger ein
Durchführungsvertrag geschlossen.
Darin verpflichtet sich der Vorhabenträger zur Umsetzung des Vorhabens in einer bestimmten Frist
entsprechend der Vorgaben aus dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan inkl. des Vorhaben- und
Erschließungsplans. Neben der Umsetzung der Hochbaumaßnahmen beinhaltet dies auch die fristgerechte
Durchführung und Kostentragung der Erschließungsmaßnahmen und sonstigen im Durchführungsvertrag im
Einzelnen geregelten Maßnahmen. Hierzu gehören u.a. Regelungen zur Umsetzung von:
Grünordnerischen Maßnahmen,
Zahlung von Ersatzgeld zum Ausgleich des ökologischen Defizites,
Umsetzung von Maßnahmen zum Artenschutz,
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Beverstraße
-
9.
Begründung zur erneuten öffentlichen Auslegung
Fassung vom 01.07.2013
Ausgleichszahlung für Kinderspielplätze,
Energetische Maßnahmen.
Plandaten
Plangebiet
Allgemeine Wohngebiete
(WA 1)
(WA 2)
Öffentliche Grünfläche
Verkehrsfläche
Es werden ca. 200 Wohneinheiten (WE) errichtet.
ca. 15.640 qm
ca. 11.930 qm
ca. 1.190 qm
ca. 2.480 qm
ca.
40 qm
Diese Begründung ist Bestandteil des Beschlusses, mit dem der Planungsausschuss in seiner Sitzung am xx.xx.2013
die erneute öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 879 – Beverstraße – beschlossen
hat.
Aachen, den xx.xx.2013
(Marcel Philipp)
Anlage:
Baumbilanzplan
Seite 50 / 50
2065
2681
2066
136
16a
18
16
20a
20 22
24
24a
Legende
X
Weide
376
Bäume, die erhalten bleiben
69
Bäume mit besonderem Schutz (ND Linde)
Wegfall:
Baumbestand der aufgrund der geplanten
baulichen Nutzung nicht erhalten werden kann:
Bergahorn
Weide
Bergahorn
Birke
X
X
X
Bergahorn
X
Kirsche
X
Hainbuche
X
X
Bergahorn
X
X
X
Bäume, die unter die Baumschutzsatzung
fallen ( 25 Stk.)
Neupflanzung:
Mögliche Standorte für Neuanpflanzungen siehe:
Grünordnungsplan (13-04_GOP_L_GOP Fachplan_01_v)
vom 03.06.2013
Fachplan zum Bebauungsplan Nr. 879
Grenze des räumlichen Geltungsbereiches
Bäume, die nicht unter die Baumschutzsatzung fallen,
liegen zu fast 100 % in der öffentlichen Fläche und sind
nicht von der Bautätigkeit betroffen.
Ahorn
Ahorn
X
04
03
Bergahorn
X
Walnuß
X
02
X
Salweide
01
Kastanie
X
Hainbuche
Hainbuche
Kastanie
Salweide
X
X
X
Änderungen/Ergänzungen
Datum
TGA
X
Salweide
Statik
Silberweide
Architekt
X
Hainbuche
Bauherr
ND Linde
Index
Pappel
Kronprinzenstraße
Verteiler
Bauvorhaben
Kronprinzenquartier
Kastanie
Bauherr/Auftraggeber
X
Feldahorn
X
X
greenbox
Landschaftsarchitekten
Köln / Düsseldorf
Hubertus Schäfer / Rudolf Tuczek
Kronprinzenquartier GmbH
Schumanstraße 18
52146 Würselen
Feldahorn
Eßkastanie
Unterschrift Bauherr/Auftraggeber
Hainbuche
Silberahorn
X
X
Silberahorn
Stand Architektur
Plannr. Architektur
24.05.2013
KPQ_ARC_E_LA_DA_750-1_1
Planungsstufe
Inhalt
Grünordnungsplan Planung Baumbilanz - Erhalt und Wegfall - zum B-Plan 879
Büro Köln:
Graeffstr. 35
50823 Köln
Tel.: 0221/949977-10
Fax: 0221/949977-11
www.greenbox.la
info@greenbox.la
Büro Düsseldorf:
Breisacher Str. 14
40468 Düsseldorf
Tel.: 0211/34 40 61
Planbezeichnung
13-04_GOP_L_Baumbilanz_--_v
Beverstraße
6
8
10
12
14
16
18
20
22
24
26
28
30
Bearbeiter
Blattgröße
Tu, Mö
650 x 350 mm
Datum
Maßstab
03.06.2013
1:500
NORD
EN
1
Erhalt:
Baumbestand der erhalten werden soll:
Unterschrift / Stempel greenbox
2)
(1076m
ereich
e-Vorb
GeWoG
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enerw
-Fläch
le KiTa
(optiona 2)
0m
um 21
12
12
0,35
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188,34
HGH=
172,15
10
16
3087
14
3
6
Pl
OK Dach=189,56
4
8
2
171,80
1,62
First=19
1,74
First=19
841
6
OK Brüstung=178,11
17
Pfl
5
Schrank
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e
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Spielfl
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Ge
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K=12,0
U=1,0
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K=7,0
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9
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105m2
2xU=1,7
ng
ga
K=14,0
Durch
Pl
11
171,07
fen
U=1,2
K=10,0
HGH1=174.93
HGH2=177.61
First=180.09
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16
2
1581
Pfl
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e (Spi
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25m2)
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U=1,3
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Gehölz
170,48
HGH=177.73
First=182.09
Pfl
1796
U=0,8
K=4,0
U=1,3
K=6,0
U=1,2
K=10,0
Pfl
fen
Parkstrei
3077
Pl
3055
U=1,1
K=8,0
ei
KiTA-T
(6
h)
ntausc
Fläche
7
2706
377
äche II
lfl
chweg
he Dur 0m2
baulic
Städte planung: 50
en
Rahm
17
2
378
aus
32 m2
ifen
eord.
ngszug
2)
Wohnu rten (47,3m
Privatgä
TM
äche (30
GE-Fl
138
U=1,0
K=7,0
K=5,0
17
4
TG-Be
Parkstre
620
1766
Pfl
OK Dach=172,38
U=1,0
K=7,0
U=2,3
K=10,0
170,78
2)
(374m
Pfl
U=0,9
K=7,0
gang
ngszug
Durch
U=0,8
K=7,0
1953
Pfl
Wohnu
3061
U=0,9
K=8,0
Pl
fen
Parkstrei
st.:
h. in Ab tz-Fläche:
umsver
lpla
Eigent
ff.Spie
liche Ö
zusätz
273m2
3xU=1,2
K=14,0
gärten
Privat
2952
liche
Öffent tzfläche:
la
Spielp
2
2212m
gang
Durch
Beton
eord.
U=0,6
K=6,0
3062
Beton
5xU=1,3
K=14,0
13
U=2,7
K=18,0
fen
Parkstrei
ng oder Weitergabe an dritte Personen ist ohne unser Einverständnis untersagt.
13
2.5.20
.6m
vom 2
n >= 3
ermin
mungst ite im Lichte
im
st
b
re
A
gem. urchgangsb
g
n
u
Anpass gung mit D
we
Durch
1941
5xU=1,6
K=14,0
U=0,9
K=7,0
U=3,3
K=12,0
4xU=1,3
K=12,0
U=0,9
K=7,0
U=1,0
K=5,0
U=0,8
K=5,0
U=1,0
K=8,0
4xU=1,2
K=8,0
1494
5xU=1,2
K=12,0
2554
he
Grünfläc
U=0,5
K=5,0
46
2202
1082
1081
1988
2203
2668
2815
U=0,9
K=7,0
3xU=1,7
K=25,0
U=0,8
K=7,0
U=1,4
K=8,0
44
Pl
2543
1699
Pfl
13
Pl
11
Pfl
Konzept | Lageplan, Wohnfläche ca.18.900m²
9
7
kstreifen
Par
2201
TM
3145
TM
Tor
rt
Einfah ge
ra
Tiefga
4
20
U=0,8
K=6,0
2542
NHN.
U=0,6
K=5,0
2733
32
54
2066
136
16a
16
20
18
20a
22
24
24a
376
Spielfläche mit Kunststoffbelag
70 m²
Tauschfläche KiTa
TG Außenkante
X
X
X
Hecke
Rasen
Privatgarten
Hecke
Rasen
X
X
Privatgarten
Privatgarten
X
CR
PR
X
Privatgarten
Privatgarten
Privatgarten
Legende
Privatgarten
X
B
X
Privatgarten
Privatgarten
CR
AC
X
Spielfläche mit Kunststoffbelag
55 m²
Privatgarten
AL
Hecke
PR
Privatgarten
X
PR
Privatgarten
Privatgarten
Privatgarten
CR
Betonsteinpflaster
Hecke
Spielbank
X
H
L
H
Spielbank
Mauer
Spielbank
6,00
172,80
Spielstraße
171,50
TG Außenkante
TG Außenkante
Heckenblock
Fahrradstellplätze
Stellplatz
Heckenblock
Stellplatz
Heckenblock
Betonsteinpflaster
Fahrradstellplätze
Stellplätze
Hydrant
Mauer
CR
CR
X
PR
X
Privatgarten
Privatgarten
WBF
Heckenblock
Privatgarten
Holzterrasse
Spielstraße
Privatgarten
X
Holzterrasse
Mauer
PR
Fahrradstellplätze
Privatgarten
Spielbank
X
Naturdenkmal Baum
Stellplatz
Rasen
PR
Betonsteinpflaster
Hecke
Gartentor
Zugang Innenhof
Rasen
Spielbank
Privatgarten
Wassergebundene Decke
AC
AC
Privatgarten
Sandspielfläche
100 m²
AC
Hecke
X
Sandwerk
Stellplatz
Privatgarten
PR
Hecke
Privatgarten
Hecke
AC
Rasen
AC
Gartentor
Gartentor
Wassergebundene Decke
Heckenblock
2
Behinderten
-Stellplätze
Holzterrasse
Holzterrasse
Kron
Bauhe
Fahrradstellplätze
Kron
Schu
5214
Betonsteinpflaster
Privatgarten
X
Fahrradstellplätze
Stand
23.0
Planu
Stellplatz
Rasen
170,55
TG Außenkante
Bauvo
Hecke
Rasen
CR
Konzept | Grundriss
Änder
Hecke
Privatgarten
Kollektoren
im Erdreich
X
WBF
Zugang Innenhof
CR
1.
X
X
Holzterrasse
Rasen
CR
X
P
P
H
H
E
C
H
Privatgarten
Privatgarten
CR
CR
Hecke
Kollektoren
im Erdreich
Privatgarten
Privatgarten
Privatgarten
CR
P
A
H
A
H
Kronprinzenstraße
Privatgarten
P
C
H
Entw
Planb
X
13-0
Bearb
Tu, P
Datum
WBF
Beverstraße
Geschoss (5)
27.0
Wohnberei
58
Konzept | Schnitte Stand Vorentwurf 09.04.2013
59
Lage, Dimensionierung, Umfang von TGA-Dachaufbauten in Abstimmung seitens Fachplanung
KRONENPRINZENQUARTIER
KPQ_ARC_V_AN_XX_Ansicht1-2-5_1
Dateiname
Bauvorhaben
Vorentwurf
Bauabschnitt
Phase
Ansichten 1-2-5
09.04.2013
erstellt am
Planinhalt
Diese Zeichnung ist geistiges Eigentum von kadawittfeldarchitektur. Jede Vervielfältigung,
Verwertung oder Weitergabe an dritte Personen ist ohne unser Einverständnis untersagt.
Ansicht_1
Ansicht
Beverstraße
194.02
193.51
192.83
189.40
189.07
189.56
189.00
190.06
189.08
189.73
189.23
188.67
188.36
0
AN
EG
Planer
Phase
Plantyp
Geschoss
Plannr.
von
1/250
841x1189
Index
Maßstab
Format
erstellt am
Referenz
ARC
-
von
193.69
192.42
191.83
188.69
ARC
189.30
188.75
191.04
190.80**
190.71
189.63
190.59
190.26
Höhenkote
190.26
ÄNDERUNGEN / ERGÄNZUNGEN
INDEX
DATUM
GEZ.
INHALT
FREIGABE FREIGABE
Ansicht_5
170.36
170.90
170.65
170.55
170.36
171.50
171.34
171.18
171.05
171.96
171.82
171.66
OK Bürgersteig
172.05 Kronprinzenstrasse
FREIGABE 1
FREIGABE 3
FREIGABE 2
FREIGABE 4
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
Gefälle ca. 1.4%
+166,28 OK Tiefgarage
190.08
189.61
189.07
188.94
187.17
186.18
185.85
187.31
186.84
186.98
186..48
186.81
186.47
189.40
hxb = 841x1189mm
OK Bürgersteig +171.50m
171.33
OK Bürgersteig +171.50m
171.08
170.89
BAUHERR
ENTWURFSVERFASSER / ARCHITEKT
PROJEKTSTEUERUNG
PLANVERFASSER / FACHPLANER
186.14
170.65
170.42
LOGO
OK Bürgersteig KPQ
+170.30m
Sockelhöhe in Abstimmung (Abhängigkeit TG Durchfahrt)
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
Ansicht_2Kronprinzenstraße
Ansicht
193.69
194.02
190.59
193.89
194.22
191.30
190.89**
190.26
191.60
190.97
191.40
191.27
191.07
190.36
190.26
189.96
190.29
172.84
172.75
172.66
172.58
172.49
172.39
190.69
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
Hinweis:
Die Ansichten geben schematisch die Systematik der Fenstergliederung wieder. Die
Ausarbeitung der Einzelfassaden erfolgt abstimmungsgemäß im Rahmen der Entwurfsplanung
OK Tiefgarage
Hinweis:
Lage, Dimensionierung, Umfang von TGA-Dachaufbauten in Abstimmung seitens Fachplanung
KRONENPRINZENQUARTIER
Bauvorhaben
Vorentwurf
Ansichten 1-2-5
09.04.2013
erstellt am
Planinhalt
188.69
Konzept | Ansichten
189.40
188.36
189.07
189.00
189.56
188.67
190.06
189.23
189.73
ARC
0
AN
EG
Planer
Phase
Plantyp
Geschoss
Plannr.
von
-
1/250
841x1189
Index
Maßstab
Format
erstellt am
Referenz
ARC
von
193.69
192.42
191.83
r. Jede Vervielfältigung,
verständnis untersagt.
194.02
193.51
192.83
Dateiname
Bauabschnitt
Phase
Ansicht_1
KPQ_ARC_V_AN_XX_Ansicht1-2-5_1
189.08
188.75
189.30
189.63
191.04
190.71
190.80**
190.26
190.59
Höhenkote
190.26
ÄNDERUNGEN / ERGÄNZUNGEN
INDEX
DATUM
GEZ.
INHALT
60
OK Bürgersteig =
171.50 OK Strasse
171.52
171.65
171.79
186.18
185.98
186.29
OK Bürgersteig
172.80 Kronprinzenstrasse
172.70
172.55
172.45
172.34
172.23
172.10
171.94
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
Ansicht_3
Ansicht
Süd Quartiersstraße
185.93
186.27
Ansicht_6
185.85
OK Bürgersteig =
185.65
187.02
190.69
189.62
187.35
186.82
187.15
187.54
187.87
187.37
187.23
187.04
187.56
OK Bürgersteig
172.80 Kronprinzenstrasse
172.70
172.55
172.45
172.34
172.23
172.10
171.94
171.79
171.65
171.52
171.50 OK Strasse
185.96
186.79
190.36
190.34
190.18
189.56
186.46
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
191.07
191.40
190.51
190.34
190.21
189.60
187.40
187.57
187.24
187.07
OK Bürgersteig Kronprinzenstrasse
+172.80m
OK Bürgersteig =
OK Strasse +172.80m
172.65
172.46
189.04
187.75
187.42
172.30
187.45
186.84
187.12
172.15
186.51
186.01
186.34
171.99
186.67
171.86
187.17
186.34
171.75
186.27
186.84
185.94
OK Bürgersteig =
OK Strasse +171.50m
171.60
Hinweis:
Die Ansichten geben schematisch die Systematik der Fenstergliederung wieder. Die
Ausarbeitung der Einzelfassaden erfolgt abstimmungsgemäß im Rahmen der Entwurfsplan
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
Ansicht_6
Hinweis:
Lage, Dimensionierung, Umfang von TGA-Dachaufbauten in Abstimmung seitens Fachplan
191.07
191.40
190.51
190.34
KRONENPRINZENQUARTIER
190.21
187.57
187.24
187.07
KPQ_ARC_V_AN_XX_Ansicht 3-4-6_1
Dateiname
Bauvorhaben
189.60
187.40
189.04
187.75
187.42
187.45
186.84
187.12
186.51
186.01
186.34
186.67
187.17
186.34
186.27
186.84
Vorentwurf
Bauabschnitt
Phase
185.94
Ansichten 3-4-6
09.04.2013
erstellt am
Planinhalt
Ansicht_4
Ansicht Ost Quartiersstraße
ichnung ist geistiges Eigentum von kadawittfeldarchitektur. Jede Vervielfältigung, Diese Zeichnung ist geistiges Eigentum von kadawittfeldarchitektur. Jede Vervielfältigung,
ng oder Weitergabe an dritte Personen ist ohne unser Einverständnis untersagt. Verwertung oder Weitergabe an dritte Personen ist ohne unser Einverständnis untersagt.
OK Bürgersteig Kronprinzenstrasse
+172.80m
ARC
V
AN
XX
Planer
Phase
Plantyp
Geschoss
Plannr.
172.65
188.69
188.36
172.46
172.30
186.16
185.66
172.15
189.26
189.13
186.67
186.03
186.33
186.37
189.64
171.99
186.87
189.04
171.86
186.27
186.54
186.04
171.75
185.94
185.34
171.60
185.77
von
1/2250
841x118
Index
Maßstab
Format
erstellt am
Referenz
OK Bürgersteig =
OK Strasse +172.80m
ARC
1
von
OK Bürgersteig =
OK Strasse +171.50m
Höhenkote
185.44
Hinweis:
ÄNDERUNGEN / ERGÄNZUNGEN
Die Ansichten geben schematisch die Systematik der Fenstergliederung wieder. Die
INDEX
DATUM
INHALT
GEZ.
Ausarbeitung
der Einzelfassaden
erfolgt abstimmungsgemäß im Rahmen der Entwurfsplan
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
Hinweis:
Lage, Dimensionierung, Umfang von TGA-Dachaufbauten in Abstimmung seitens Fachpla
für
hng.
ll W gang
Entfa Durch
opt. sch.
2-ge
FREIGABE
FREIGABE
KRONENPRINZENQUARTIER
Durchgang zu öff. Spielplatz
170.76
170.47
OK Bürgersteig KPQ
+170.30m
171.00
171.20
171.50
171.37
171.50
171.50
KPQ_ARC_V_AN_XX_Ansicht 3-4-6_1
Dateiname
Bauvorhaben
OK Bürgersteig +171.50m
Vorentwurf
FREIGABE 1
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
FREIGABE 3
Bauabschnitt
Phase
+168.00
Ansichten 3-4-6
FREIGABE 2
FREIGABE 4
Ansicht_4
Konzept | Ansichten
ARC
V
AN
XX
Planer
Phase
Plantyp
Geschoss
BAUHERR
Plannr.
von
1/2250
841x11
Index
Maßstab
Format
erstellt am
von
189.64
189.26
189.13
ARC
1
ENTWURFSVERFASSER / ARCHITEKT
Referenz
188.69
09.04.2013
erstellt am
Planinhalt
189.04
188.36
185.66
186.16
186.67
186.03
186.33
186.37
186.87
186.54
186.04
186.27
Höhenkote
185.94
185.34
185.77
hxb = 841x1189mm
185.44
ÄNDERUNGEN / ERGÄNZUNGEN
PROJEKTSTEUERUNG
INDEX
PLANVERFASSER / FACHPLANER
DATUM
GEZ.
LOGO
INHALT
für
hng.
ll W gang
Entfa Durch
opt. sch.
2-ge
FREIGABE FREIGABE
Durchgang zu öff. Spielplatz
170.47
OK Bürgersteig KPQ
+170.30m
170.76
171.00
171.20
171.37
171.50
171.50
171.50
OK Bürgersteig +171.50m
FREIGABE 1
FREIGABE 3
FREIGABE 2
FREIGABE 4
+169.04 = OK Bestand Tiefgarage
+168.00
BAUHERR
ENTWURFSVERFASSER / ARCHITEKT
61
Perspektive von Norden - Abb. ähnlich - c KWA
Konzept | Perspektive von Norden
62
Perspektive von Süden - Abb. ähnlich - c KWA
Konzept | Perspektive von Süden
63