Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
100 kB
Datum
25.09.2018
Erstellt
28.09.18, 11:03
Aktualisiert
28.09.18, 11:03
Stichworte
Inhalt der Datei
Beschluss
aus der 17. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeinde Nettersheim
(X. Legislaturperiode) am Dienstag, 25.09.2018
im Holzkompetenzzentrum in Nettersheim.
Punkt 12:
Bekämpfung von Motorradlärm
- Vorlage 1017 /X.L. -
Der Bürgermeister verweist auf die intensive Beratung zum Thema in der
Fachausschusssitzung in der vorangegangenen Woche, in der die Problematik auch
von Anwohnern aus Holzmülheim vorgetragen worden sei. Um hier Abhilfe zu
schaffen, bedürfe es einer gemeinsamen Aktion aller Beteiligten. In Abstimmung mit
dem Städte- und Gemeindebund, den Bundestagsabgeordneten, der EU und etwa 10
Kommunen sei man in Abstimmung, wie die Situation verbessert werden könnte. Über
das Ordnungsamt sei hier keine Abhilfe zu schaffen, da die rechtliche Handhabe fehle.
Die Polizei sei leider nicht ausreichend besetzt, um hier wirksam helfen zu können.
Einziger möglicher Weg sei daher, neue Methoden der Überwachung anzustreben. In
einem Symposium am 09.04.2019 auf Vogelsang sollen alle Aspekte beleuchtet
werden und nach EU-Recht und Bundesrecht umsetzbare Lösungsansätze erörtert
werden. Hier seien alle Meinungsfelder anzuhören. Der Tourismus beispielsweise
profitiere auch von den Motorradfahrern in der Region. Zudem sei gegen den
normalen Motorradverkehr überhaupt nichts einzuwenden. Es gelte nur den durch
einige Fahrer verursachten extremen Lärm in Siedlungsbereichen abzustellen.
Ausschussmitglied Hilger bezieht sich auf den in der Fachausschusssitzung durch
einen Bürger vorgetragenen Vorschlag, geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen an
der Fahrbahn vorzunehmen, z.B. Drempel o.ä. Solch kleinere Maßnahmen könnten
seiner Meinung nach wirkungsvoller sein als die Durchführung von Symposien.
Der Bürgermeister weist darauf hin, dass solche Maßnahmen nur schwer umsetzbar
seien, da der Landesbetrieb Straßenbau NRW als Straßenbaulastträger hier in der
Entscheidungsverantwortung sei. In dieser Hinsicht seien in der Vergangenheit bereits
verschiedene Ansätze erörtert worden. Vor der Ortslage Holzmülheim habe man
zwischenzeitlich die Einrichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h
erreicht, was allerdings ein schwieriges Unterfangen gewesen sei.
Durch einen Zuhörer wird nochmals auf die Problematik des ständigen Hin- und
Herfahrens der Motorräder hingewiesen, die für die Anwohner besonders belastend
sei.
Der Bürgermeister betont, dass das Thema äußerst ernst genommen werde und man
sich deshalb auch hier in den Ausschüssen und im Rat damit befasse. Viele Bürger der
ländlichen Regionen stünden vor dem gleichen Problem, wobei Anwohner von
besonders beliebten Strecken wie hier in Holzmülheim besonders intensiv von den
Auswirkungen des Motorradlärms betroffen seien.
Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Hilger teilt der Bürgermeister mit, dass das
Thema und entsprechende Lösungsansätze im Rahmen der Verkehrsschau schon
mehrfach erörtert worden seien.
Ausschussmitglied Kurth weist darauf hin, dass die Gesetzeslage sicherlich diverse
Möglichkeiten zur Abhilfe biete, diese aber nicht umzusetzen seien. Einerseits seien zu
wenige Polizisten vor Ort, so dass eine regelmäßige Überwachung nicht möglich sei.
Weiterhin sei durch den Helm keine zweifelsfreie Gesichtserkennung möglich und auch
die Kennzeichnung der Fahrzeuge nur an einer Seite machten eine Identifizierung
schwierig. Alle seien sich einig, dass hier dringend Abhilfe geschaffen werden müsse,
aber die Umsetzung der erforderlichen Überwachungsmaßnahmen habe man nicht in
der Hand.
Einzige Möglichkeit sei eine regelmäßige Überwachung durch die Polizei, betont
Ausschussmitglied Mayer.
Einer der anwesenden Anwohner aus Holzmülheim berichtet, dass einige Bürger aus
Holzmülheim am vergangenen Wochenende die Motorradfahrer gezielt auf die
Problematik angesprochen hätten. Die Fahrer hätten sich sehr uneinsichtig gezeigt
und hätten sogar bei der Polizei Anzeige gegen die Anwohner erstattet.
Der Bürgermeister sagt zu, den geschilderten Vorgang bei der Polizei zu hinterfragen.
Weiterhin schlägt er vor, den neuen Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde Euskirchen
einzuladen und gemeinsam mit Straßenverkehrsamt und Landesbetrieb Straßenbau
NRW und Anwohnern in konstruktiver Runde nochmals über die unhaltbare Situation
zu informieren und Lösungsansätze zu erörtern. Hierzu besteht Einvernehmen.
Beschlussempfehlung:
Der Gemeinderat beschließt, den Bürgermeister zu beauftragen, geeignete
Maßnahmen gegen die Belästigung durch Motorradlärm in unserem Gemeindegebiet
zu veranlassen. Gleichzeitig bestätigt der Gemeinderat den Forderungskatalog der
Arbeitsgemeinschaft Region Nationalpark Eifel gegen Motorradlärm vom 9.7.2018.
Weiterhin beschließt der Rat, den Bürgermeister zu beauftragen, ein gemeinsames
Gespräch mit Vertretern von Polizei, Straßenverkehrsamt, Landesbetrieb Straßenbau
NRW, Verwaltung und Anwohnern aus Holzmülheim zu organisieren, um die Situation
in Holzmülheim nochmals mit allen Beteiligten zu besprechen und gemeinsam
mögliche Lösungsansätze zu erörtern.
Abstimmungsergebnis:
einstimmig ja
Niederschrift der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 25.09.2018
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