Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
238 kB
Datum
11.12.2018
Erstellt
07.11.18, 09:02
Aktualisiert
07.11.18, 09:02
Stichworte
Inhalt der Datei
GEMEINDE NETTERSHEIM
DER BÜRGERMEISTER
FB III – AM/Cr
Vorlage 1047 /X.L.
Datum: 06.11.2018
An den
Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschuss
Sitzungstag:
13.11.2018
Haupt- und Finanzausschuss
Sitzungstag:
04.12.2018
Gemeinderat
Sitzungstag:
11.12.2018
zur Beratung in öffentlicher Sitzung
Bezeichnung des Tagesordnungspunktes:
Heimatförderung NRW
Hier: Geologischer Landschaftspark und Klosterpfad Kalkeifel
Die Vorlage berührt nicht den Etat des lfd. Haushaltsjahres.
Die Vorlage berührt den Etat auf der Ertrags- und/oder Einzahlungsseite.
Die Vorlage berührt den Etat auf der Aufwands- und /oder Auszahlungsseite
Mittelveranschlagung Haushalt 2019
Mittel sollen über-/außerplanmäßig bereitgestellt werden
Deckungsvorschlag:
Es entstehen Folgekosten – siehe anliegende Folgekostenberechnung.
Anlagen:
Ja
Nein
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Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat beschließt, für die Realisierung eines Geologischen Landschaftsparks und eines Klosterpfades Kalkeifel Förderanträge im Rahmen der
Heimatförderung NRW (Heimatzeugnis) vorzubereiten.
Die hierfür notwendigen Planungsaufträge sind auf der Grundlage der HOAI zu
vergeben.
Zur Sicherstellung der Finanzierung sind zudem entsprechende Mittel im Haushalt
2019ff zu veranschlagen.
Begründung:
In der vergangenen Sitzungsphase wurde umfangreich über das neue Heimatförderprogramm NRW informiert (siehe Vorlage 1013). Des Weiteren hat der Gemeinderat folgenden Beschluss gefasst:
Der Gemeinderat nimmt die Ausführungen zum neuen Landesförderprogramm „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen. – Wir fördern, was Menschen verbindet.“ zur Kenntnis. Weiterhin wird der Beschluss gefasst,
Private, Vereine und außergemeindliche Institutionen bei der Antragsstellung zu unterstützen. Darüber hinaus sind auf der Grundlage der bestehenden Entwicklungskonzepte im Rahmen Städtebau und im Rahmen
der integrierten ländliche Entwicklung Fördermöglichkeiten über das
neue Förderprogramm weitergehend zu analysieren und danach konkrete Vorschläge in die Haushaltsplanung 2019 einzubringen.
Vor diesem Hintergrund wurden in der Zwischenzeit Konzeptionen für die Realisierung eines Geologischen Landschaftsparks und eine Klosterpfades Kalkeifel
erarbeitet.
1.
Geologischer Landschaftspark
Ein Geologischer Landschaftspark in Nettersheim soll die Vielfalt der Geowissenschaften veranschaulichen und den Besucher für die Welt unter unseren Füßen
begeistern.
Wissenschaft, Natur, Wirtschaft und die Entwicklung des Menschen spiegeln sich
in den geologischen und klimatischen Entwicklungen auf unserem Planeten wieder. Die Möglichkeit, mit Hilfe von Ereignissen, die Tausende oder Millionen von
Jahren in der Vergangenheit liegen, Rückschlüsse und Prognosen für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen, ist faszinierend und kommt im normalen
Schuluntericht und im Alltag oft zu kurz. Zumal die Geologie indirekt einen wichtigen Beitrag zur Besiedelung unserer Heimat beigetragen hat.
Das in Nettersheim wohl am besten bekannte Beispiel für die Nutzung der Geologie ist das Kalk- und Dolomitgestein der Sötenicher Kalkmulde. So fließt durch
diese Gesteine das bekannte harte Eifelwasser, welches schon von den Römern
der Colonia Claudia Ara Agripinensium (dem heutigen Köln) genutzt wurde, so
dass eine Wasserleitung hier in Nettersheim ihren Anfang nahm. Eine direkte
Verknüpfung von Geologie und Archäologie ist offensichtlich, so dass bei der Errichtung auf exisitierende Ausstellungslandschaften und Wege zurückgegriffen
werden kann. Und auch die Verteilung von land- und forstwirtschaftlich genutzten
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Flächen hängt direkt mit dem Boden und den darunter vorkommenden Gesteinen
zusammen, so dass auch die Biologie und die Ökologie eng mit der Geologie verknüpft sind.
Der Geologische Landschaftspark soll wie der Archäologische Landschaftspark
(ALP) südlich von Nettersheim liegen. Nach derzeitiger Konzeption führt ein
Rundweg vom Naturzentrum und über das Haus der Fossilien am Wohnmobilhafen vorbei in den ALP. Am Steinbruch Steinrütsch vorbei führt er über die Taverne und die Kalkbrennöfen zurück ins Naturzentrum. Als kleine Schleife erlaubt
der Fossilienacker das Sammeln heimischer Fossilien. Zusätzlich sind Exkurse in
Form einzelner Punkte im gesamten Gemeindegebiet angedacht.
Die beiden zentralen Anlaufstellen sind das Naturzentrum und das Haus der Fossilien. Dort sollen die exisitierenden Austellungen ergänzt und modernisiert werden. Auch die Kalköfen werden eine wichtige Rolle einnehmen. Das in der Renovierung befindliche Kloster kann ebenfalls als Veranstaltungsort eingebunden
werden. Im Ort selber bieten sich Möglichkeiten für die Errichtung eines Gesteinsgarten, der verschiedenste lokale und überregionale Gesteine zeigt.
Bei der Konzeption wirken neben wissenschaftlichen Mitarbeitern der Gemeinde
auch Dozenten des Steinmann Institut der Universität Bonn mit. Bei einer Verwirklichen bieten sich hier die Möglichkeiten für Kooperationen.
Der Geologische Landschaftspark komplettiert die Schwerpunkte der Eifelgemeinde Nettersheim und verzahnt sich eng mit den exisiterenden Angeboten der
Biologie und der Archäologie. Er dient der weiteren Identifikation mit unserer
Heimat. Ein solcher Park würde außerdem eine Erweiterung des Veranstaltungskalenders mit geologisch orientierten Exkursionen, Spaziergängen oder Aktivprogrammen und somit eine positive wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. Auch
(Übernachtungs-) Gewerbe und Gastronomie profitieren von einer möglichen
Konzeption.
2.
Klosterpfad Kalkeifel
Der Klosterpfad soll das Kloster Steinfeld mit dem ehemaligem Kloster und dem
Naturzentrum in Nettersheim verbinden. Ein etwa 20 Kilometer Rundweg entlang
bestehender Wanderwege und des Eifelsteigs auf Gebiet der Gemeinden
Nettersheim und Kall führt durch die Schönheit unserer Heimat. Von Steinfeld
über Urft folgt man dem Eifelsteig nach Nettersheim. Von dort geht es über
Marmagen und den Eifelblick wieder nach Steinfeld. Über Berge und durch Bachtäler, entlang von Weiden und Wiesen erlaubt dieser Rundweg Erholung und Entspannung. Neben einem Rundweg für Wanderer sind auch spezielle Routen für
Fahrradfahrer und kleine Reisebüschen geplant. Alle Interessensgruppen, auch
Menschen mit Handicap, sollen die Eifel genießen und sich mit ihr identifizieren
können. Auf dem Weg geben Infopunkte und Tafeln Einblicke in die Säulen unserer Heimat: die Geschichte der Eifel und des Klosters Steinfeld sowie die Kulturlandschaft mit seinen geologischen Schätzen und biologischen Vielfalt. Heimat
wird erlebbar.
Der Klosterpfad ist ein auf zwei Tage konzipierter Rundweg, wobei entweder im
Kloster Steinfeld oder in Einrichtungen in Nettersheim übernachtet werden kann.
Somit profitiert neben der Gemeinde auch die Gastronomie in Nettersheim und
Marmagen.
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Für beide Vorhaben bietet sich eine Förderantragsstellung im Rahmen des Heimatzeugnisses an. Das Heimatzeugnis ist die fünfte Säule des neuen
Heimatförderngsprogramms NRW.
Bezugspunkte lokaler Identifikation sind häufig die lokale und regionale Geschichte oder besondere und prägende Bauwerke, Gebäude oder entsprechende Orte in
der freien Natur. Die Landesregierung möchte diejenigen mit dem Heimatzeugnis
unterstützen, die sich für solche Orte und Bauwerke „Zeugen ihrer Heimat“
kümmern und die die dazugehörige Geschichte oder Traditionen in zeitgemäßer
und interessanter Form ausarbeiten bzw. präsentieren.
Antragsberechtigt sind Private (Fördersatz = 90%) und Kommunen (Fördersatz =
80%).
Für Vorhaben, die über das Heimatzeugnis gefördert werden können, beträgt das
Projektvolumen mindestens 100.000 Euro. Förderungen sind über einen Zeitraum
von bis zu 3 Jahren möglich.
Für die Antragstellung werden eine Entwurfsplanung und eine Kostenberechnung
benötigt, so dass hierzu entsprechende Planungsaufträge auf der Grundlage der
HOAI zu vergeben sind. Die Planerleistungen können schon vor Bewilligung förderunschädlich beauftragt/erbracht und bei einer späteren Förderung entsprechend geltend gemacht werden.
Zur Sicherstellung der Finanzierung sind – wie bereits im Rahmen der Haushaltskommission besprochen – im Haushalt 2019ff entsprechende Mittel zu veranschlagen.
gez. Pracht
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Bürgermeister