Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
153 kB
Datum
11.12.2018
Erstellt
06.11.18, 09:01
Aktualisiert
06.11.18, 09:01
Stichworte
Inhalt der Datei
GEMEINDE NETTERSHEIM
DER BÜRGERMEISTER
FB III – Schr/Cr
Vorlage 1049 /X.L.
Datum: 06.11.2018
An den
Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschuss
Sitzungstag:
13.11.2018
Haupt- und Finanzausschuss
Sitzungstag:
04.12.2018
Gemeinderat
Sitzungstag:
11.12.2018
zur Beratung in öffentlicher Sitzung
Bezeichnung des Tagesordnungspunktes:
Entwicklung der Gemeindefeuerwehr
hier: Beschaffung eines MLF für die Löschgruppe Frohngau
Die Vorlage berührt nicht den Etat des lfd. Haushaltsjahres.
Die Vorlage berührt den Etat auf der Ertrags- und/oder Einzahlungsseite.
Die Vorlage berührt den Etat auf der Aufwands- und /oder Auszahlungsseite
Mittelveranschlagungen Haushalt 2019ff
Mittel sollen über-/außerplanmäßig bereitgestellt werden
Deckungsvorschlag:
Es entstehen Folgekosten – siehe anliegende Folgekostenberechnung.
Anlagen:
Ja
Nein
2
Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat beschließt, für die Löschgruppe Frohngau ein neues mittleres
Löschfahrzeug (MLF = Fahrgestell, Aufbau und Beladung) zu beschaffen und dieses umgehend öffentlich auszuschreiben.
Zur Sicherstellung der Finanzierung sind im Haushalt 2019ff entsprechend Mittelveranschlagungen vorzusehen.
Begründung:
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 20.03.2018 beschlossen, das im Entwurf des Brandschutzbedarfsplanes beschriebene Fahrzeugkonzept auf Empfehlung der Fachbehörde in die Umsetzung zu bringen (siehe Vorlage 763).
Mit der zwischenzeitlichen Beschaffung eines MTF sowie der beauftragten Beschaffung eines HLF 20 für die Löschgruppe Zingsheim wurden bereits erste
Punkte des Konzeptes in Umsetzung gebracht. In dem Konzept ist hiernach die
Ersatzbeschaffung eines MLF oder LF für die Löschgruppe Frohngau (Zeitraum
2019/2020) vorgesehen, wobei von Lieferzeiten von rund 19 Monaten auszugehen ist.
Das derzeitige Fahrzeug der Löschgruppe Frohngau, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit 500 l Wassertank, Baujahr 1994, befindet sich technisch in einem
schlechten Zustand. In der Vergangenheit waren bereits mehrfach kostenintensive Reparaturen erforderlich. Es ist mit weiteren Reparaturen zum Erhalt der
grundsätzlichen Einsatzbereitschaft zu rechnen. Im Gemeindegebiet ist es das
Fahrzeug mit dem kleinsten Löschwassertank. Das Fahrzeug kann eine Staffel (6
Personen) sowie Ausrüstung für eine Gruppe aufnehmen. Mit 100 PS Benzinmotor ist das Fahrzeug deutlich untermotorisiert, so dass hier bei den örtlichen Gegebenheiten eine Überbelastung zu weiterem erhöhtem Verschleiß führt.
Der einsatztaktische Wert des Fahrzeugs ist mittlerweile als gering anzusehen.
Ein Innenangriff zur Menschenrettung ist mit diesem Fahrzeug aufgrund des geringen Löschmittelvorrates nicht durchführbar. Zum autarken Erstangriff bei einem zeitkritischen Ereignis mit Menschenrettung sind mindestens 1000 Liter (Optimal: 1.400 Liter) Löschwasser erforderlich.
Die Löschgruppe Frohngau ist primär zuständig für die Ortsteile Frohngau und
Holzmülheim. Durch die Löschgruppe Frohngau wird der zweite erforderliche
Rüstsatz für die Einsatzbereiche des Löschzuges 3 (Tondorf, Buir, Frohngau,
Holzmülheim, Roderath, Bouderath), der auch die Autobahn oder ehemalige B51
betreffen kann, in den Einsatz gebracht.
Ereignisse in der Vergangenheit zeigten, dass eine gesicherte Löschwasserversorgung gerade im Erstangriff aufwendig hergestellt werden musste und es so zu
hohen Zeitverlusten kam. Weitere massive Zeitverluste kamen durch Bergauffahrten mit Untermotorisierung zustande.
Die Auswertungen zur Vorbereitung des Brandschutzbedarfsplanes bestätigen der
Löschgruppe Frohngau eine hohe Tagesverfügbarkeit (mind. 7 Personen, davon
3
mind. 4 Atemschutzträger), wodurch auch nochmals die besondere Bedeutung
der Löschgruppe für den Löschzug 3 hervorgehoben wird.
Auf der Grundlage von intensiven Beratungen gemeinsam mit der Löschgruppe
Frohngau und dem Führungsstab wird die Beschaffung eines MLF mit Staffelkabine (6 Personen) empfohlen. Das MLF kann die vorhandene Ausrüstung aufnehmen, in der Regel auch die tagesverfügbare Mannschaft.
Eine weitere Ausdehnung der Ausrückebereiche auf das gesamte Gemeindegebiet
ist in Bezug auf die Tagesverfügbarkeit ebenfalls denkbar. Damit ein effizientes
Arbeiten bei zeitkritischen Einsätzen möglich ist, werden daher folgende Ausstattungsmerkmale als zwingend erforderlich angesehen:
-
mindestens 1.000 Liter Löschmittel (Optimal: 1.400 Liter)
mindestens 2 Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum anlegbar
fest eingebaute Pumpe mit automatischer Druckregelung
Aufnahme der vorhandenen Ausrüstung für technische Hilfe
stärkere Motorisierung wegen örtlicher Gegebenheiten
Die Beladung des derzeitigen Fahrzeuges wurde in Teilen bereits vom Vorgängerfahrzeug übernommen, ist veraltet und muss daher ersetzt werden. Dagegen ist
es möglich, kostspielige Ausrüstung wie Atemschutzgeräte und den Rüstsatz zu
übernehmen.
Darüber hinaus kann nicht mehr die gesamte vorhandene und erforderliche Ausrüstung mit diesem Fahrzeug befördert werden, da vorhandene Gewichtsreserven vollständig ausgeschöpft sind. Um eine möglichst gute Gewichtsreserve für
künftige Ausrüstung, gute und sicherheitsrelevante Fahreigenschaften zu erzielen, sollte ein LKW-Fahrgestell von mindestens 10 Tonnen angestrebt werden.
Auf der Grundlage des Vorgenannten wird vorgeschlagen, für die Löschgruppe
Frohngau ein neues mittleres Löschfahrzeug (MLF = Fahrgestell, Aufbau und Beladung) zu beschaffen und dieses umgehend öffentlich auszuschreiben. Bezüglich
des Ausschreibungsverfahrens wird auf die aktuelle Beschlussvorlage 1057 verwiesen.
Die Löschgruppe Frohngau sowie der Führungsstab sind in das Verfahren weiterhin eng einzubinden.
Darüber hinaus sind zur Sicherstellung der Finanzierung im Haushalt 2019ff entsprechend Mittelveranschlagungen vorzusehen. Nach derzeitiger Einschätzung ist
– wie im Rahmen der Haushaltskommission besprochen - von Kosten in Höhe
von rund 200.000,00 – 210.000,00 Euro auszugehen.
gez. Pracht
____________________
Bürgermeister