Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
178 kB
Datum
13.11.2018
Erstellt
22.11.18, 11:48
Aktualisiert
22.11.18, 11:48
Stichworte
Inhalt der Datei
Beschluss
aus der 18. Sitzung des Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschusses der
Gemeinde Nettersheim
(X. Legislaturperiode) am Dienstag, 13.11.2018
im Holzkompetenzzentrum in Nettersheim.
Punkt
1:
Wohnen und Leben im Alter in Nettersheim
hier: Städtebauliches Konzept
- Vorlage 803 /X.L. Z.5 -
Der Bürgermeister weist darauf hin, dass wie bereits mitgeteilt, anstelle einer
ursprünglich angedachten weiteren Seniorenresidenz nunmehr seitens der
Investorengruppe vorgeschlagen werde, die bestehende Pflegeeinrichtung im Ort
durch Seniorenwohngemeinschaften, eine Tagespflege, Wohneinheiten für „Wohnen
zu zweit“ und einen ambulanten Pflegedienst abzurunden. Seitens der G und S
Wohnbau GmbH werde Herr Lackner die veränderte Konzeption weiter erläutern.
Außerdem werde Herr Martin Becker vom Architekturbüro huber.becker, Köln, die
ersten Planskizzen darstellen.
Es sei überaus wichtig, sich um die ältere Generation zu bemühen. Menschen über 60
wünschten sich zunehmend eine überschaubare Wohnsituation, um für die spätere
Lebensphase gerüstet zu sein. Insbesondere auch dann, wenn später eine ortsnahe
Begleitung durch die Familie nicht gewährleistet sei. Gerade ein Ort wie Nettersheim,
mit Bahnhof, Cafés, Geschäften, Ärzten und Apotheke sei besonders attraktiv, um sich
im Alter dort anzusiedeln.
Herr Lackner erläutert, dass die ursprünglich angedachte Konzeption mit der
Einrichtung eines weiteren Pflegeheims aufgegeben worden sei. Einerseits aufgrund
eines bestehenden Fachkräftemangels, andererseits sei der Bedarf lokal noch nicht
unbedingt gegeben, da hier Menschen seltener dauerhaft, sondern oft nur wenige
Wochen in einem Pflegeheim lebten. Die neue Konzeption beinhalte daher die
Einrichtung von zwei Seniorenwohngemeinschaften für je 12 Bewohner und einen
Betreuer. Die Einrichtung im Rahmen der Tagespflege sei direkt nebenan vorgesehen.
Weiterhin sehe das Konzept 20 Wohnungen für „Wohnen zu zweit“ vor. Das
beauftragte Architekturbüro huber.becker verfüge über langjährige Erfahrung in der
Planung von Sozialimmobilien.
Seitens des Architekturbüros huber.becker stellt Herr Martin Becker den Planentwurf
zur Bebauung der Rosenthalstraße ausführlich vor.
Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Josef Falkenberg erklärt Herr Becker, dass ein
zum Innenhof (Patio) geneigtes Pultdach gewählt worden sei, um für die Bewohner
eine bessere Belichtungssituation zu gewährleisten. Der Gemeinschaftsbereich sei im
Querbau vorgesehen und die Bewohnerzimmer in den seitlichen Gebäudeteilen. Bei
einer umgekehrten Dachgestaltung würde der Innenhof stärker beschattet. Auf den
weiteren Hinweis von Herrn Falkenberg, dass es sich bei der Größe und Gestaltung
des Objektes nicht unbedingt um einen regionalen Baustil handele, erläutert Herr
Becker, dass ein regionaler Baustil sich auch durch das gewählte Fassadenmaterial
definiere. Durch Verwendung von Holz als traditionelles Material sei dies hier durchaus
gegeben. Historisch betrachtet habe es zudem früher in Nettersheim auch größere
Gebäude gegeben, die zwischenzeitlich allerdings nicht mehr existierten. Daher sei die
Objektgröße auch nicht ganz ungewöhnlich.
Herr Lackner ergänzt, dass das benachbarte Kloster als größeres Gebäude noch
existiere. Wenn man später direkt vor dem Gebäude stehe, wirke dies sicherlich etwas
größer, vom Ortsbild her sei die Objektansicht allerdings vollkommen unproblematisch
und füge sich aus der Sicht vom Genfbach sowie von der höher gelegenen
Klosterstraße aus harmonisch ein. Das zukünftige Lebensumfeld der Bewohner sei bei
der Entwurfsplanung ausschlaggebend.
Ausschussmitglied Hilger weist darauf hin, dass man sich mit der heute vorgestellten
Planung auch nochmal intern in den Fraktionen beschäftigen wolle. Daher sei eine
heutige Abstimmung seines Erachtens noch nicht möglich.
Der Bürgermeister bestätigt, dass man sich selbstverständlich für eine Entscheidung
noch bis zur Ratssitzung Zeit nehmen könne.
Hinsichtlich des notwendigen Personals erklärt Herr Lackner, dass dieses sowohl im
Bereich Tagespflege als auch bezüglich der Wohneinheiten nicht unbedingt aus dem
pflegerischen Bereich kommen müsse, sondern Tätigkeiten im Rahmen der Betreuung
leisten müsse. Die Pflege werde durch ambulante Dienste gewährleistet.
Bezüglich der Parksituation weist Herr Becker auf Nachfrage von Ausschussmitglied
Dederichs darauf hin, dass darauf geachtet werde, dass es nicht zu einem
ungeordneten Parken an der Straße kommen werde. Sollte sich abzeichnen, dass die
Parkflächen wider Erwarten nicht ausreichten, könnten bei Bedarf weitere Stellplätze
eingerichtet werden. Durch die fußläufige Verbindung zur Ortsmitte könnten allerdings
auch die dort vorhandenen Parkflächen genutzt werden.
Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Poth teilt Herr Becker mit, dass man abhängig
vom zukünftigen Betreiber von 8 bis 10 Arbeitsplätzen ausgehen könne. Zu
berücksichtigen sei, dass keine zentrale Küche geplant sei. Nach der vorgesehenen
Konzeption sollten die Bewohner dazu animiert werden, ihr Leben weiterhin selbst zu
organisieren.
Ausschussmitglied Mayer erkundigt sich nach den Gesamtkosten des Projektes, der
Kosten für die zukünftigen Bewohner und nach der Anzahl der Bewohnerplätze.
Niederschrift der Sitzung des Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschusses vom 13.11.2018
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Bezüglich der Kosten für die zukünftigen Bewohner lägen diese in etwa gleich wie die
Kosten für ein Pflegeheim, teilt Herr Lackner mit.
Die Gesamtkosten würden bei ca. 6,8 Millionen Euro brutto (ohne Grundstück) liegen,
informiert Herr Becker. Vorgesehen seien 24 Plätze in den Wohngemeinschaften, 18
Plätze in der Tagespflege sowie 20 Wohnungen für „Wohnen zu zweit“, also 40 Plätze.
Ausschussmitglied Kurth teilt mit, dass das Konzept seines Erachtens sehr schlüssig
und überzeugend sei. Die Verantwortlichen hätten schon zahlreiche ähnliche
Einrichtungen realisiert und verfügten über langjährige Erfahrung bei der Planung
sozialer Einrichtungen.
Der Bürgermeister führt aus, dass die Bedarfe in der Gemeinde noch überschaubar
seien. Er weist allerdings auf die derzeitige Baulandnachfrage und den Zuzug von
überwiegend jungen Familien hin. Hier zeichne sich ab, dass rund 15 – 20 % einen
Nachzug der Eltern in Betracht ziehen, so dass hierfür weiterer Wohnraumbedarf
vorstellbar sei. Auf der Fläche oberhalb des Klosters könnten hier entsprechende
Wohneinheiten entstehen, um diesen weiteren Bedarf zukünftig decken zu können.
Im Verlauf der weiteren Beratung des Themas werden Detailfragen
Ausschussmitglieder von Herrn Lackner und Herrn Becker beantwortet.
der
Es besteht Einvernehmen, erst im Verlauf der weiteren Sitzungsphase ab Haupt- und
Finanzausschuss über diesen Punkt zu beschließen.
Der in der Sitzung vorgestellte Planentwurf ist der Niederschrift als Anlage beigefügt.
Beschlussempfehlung:
Niederschrift der Sitzung des Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschusses vom 13.11.2018
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