Daten
Kommune
Nettersheim
Größe
141 kB
Datum
13.11.2018
Erstellt
22.11.18, 11:48
Aktualisiert
22.11.18, 11:48
Stichworte
Inhalt der Datei
Beschluss
aus der 18. Sitzung des Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschusses der
Gemeinde Nettersheim
(X. Legislaturperiode) am Dienstag, 13.11.2018
im Holzkompetenzzentrum in Nettersheim.
Punkt
2:
Ausweisung weiterer Baulandflächen in der Gemeinde
- Vorlage 1058 /X.L. -
Der
Bürgermeister
führt
aus,
dass
die
Grundstücksverkäufe
in
den
Erschließungsgebieten, wie bereits in der letzten Sitzungsphase besprochen, derzeit
aktuell eine rasante Entwicklung nehmen würden. Es gelte nun, sich für die nächsten
Jahre perspektivisch vorzubereiten, da nach derzeitigem Verlauf nicht ausgeschlossen
werden könne, dass schon Ende nächsten Jahres keine Grundstücke in
Gemeindeeigentum mehr zur Verfügung stünden, die an Interessierte veräußert
werden könnten. Die Nachfrage nach Wohnraum in den ländlichen Regionen wachse,
da dieser im städtischen Bereich kaum noch bezahlbar sei. Hinsichtlich der
Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ finde am morgigen Tag ein Gesprächstermin
mit der Bezirksregierung statt. Hier werde die Gemeinde sich weiterhin bemühen,
durch diese Initiative die Baulandentwicklung der umliegenden Ortschaften zum
Bahnhof Nettersheim zu forcieren. Da aus Privatbesitz aktuell kaum Grundstücke zum
Verkauf stünden, sei die Gemeinde einziger Garant dafür, dass Interessierte
überhaupt an Bauland kämen. Man müsse selbstverständlich darauf achten, ein fürs
Gemeinleben verträgliches Wachstum einzuhalten und hierbei in etwa einen
Einwohnerstand von ca. 7800 – 7900 wie im Jahre 2006 anstreben. Auf diese Zahl sei
die Gemeinde im Abwasser-, Wasserbereich sowie hinsichtlich der Kindergartenplätze
ausgerichtet.
Die UNA-Fraktion befürworte ein weiteres Wachstum mit Augenmaß, teilt
Ausschussmitglied Hilger mit. Im Hinblick auf vorhandene Leerstände, sei allerdings
auch die Entwicklung der Innenbereiche der Dörfer besonders wichtig. Es dürften
keine „Geisterstädte“ entstehen. Gegebenenfalls könne man ein Förderprogramm wie
in der Nachbarkommune Kall in Betracht ziehen, wo der Kauf länger leerstehender
Gebäude gefördert werde.
Die Gemeinde werde sich dafür einsetzen, neben den Orten mit Zentralortsfunktion
Marmagen, Nettersheim und Zingsheim auch den Ort Tondorf als „Allgemeiner
Siedlungsbereich“ auszuweisen, erläutert der Bürgermeister. Der Ort habe in den
letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung erfahren und werde auch aus dem
rheinland-pfälzischen Raum aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und der
verkehrlichen Anbindung verstärkt angefahren. Über das Leerstandsmanagement
habe man bereits mehrfach in Ausschuss und Rat gesprochen und beschlossen, sich
um bereits leerstehende Gebäude verstärkt zu kümmern, teilt der Bürgermeister mit.
Im gesamten Gemeindegebiet gebe es insgesamt über 100 Häuser, in denen nur noch
eine Person lebe. Dieser sich abzeichnende Wandel stelle eine große Herausforderung
dar, betont der Bürgermeister.
Ausschussmitglied
Mayer
schlägt
vor,
über
eine
Änderung
der
Ortslagenabrundungssatzungen ggf. weitere Baulandflächen zu entwickeln. Bezüglich
des Leerstandsproblems weist er darauf hin, dass die meist alten Häuser energetisch
problematisch seien und daher die Nachfrage eher gering sei.
Der Bürgermeister widerspricht dieser Ansicht. Für eine Vielzahl von Gebäuden seien
durchaus Interessenten da. Gerade Häuser, die vor den 60er Jahren gebaut worden
seien, ließen sich gut anbieten. Selbstverständlich verliere man auch nicht die übrigen
Orte aus dem Blick, betont er. Im Landesentwicklungsplan sei allerdings eine
Entwicklung der kleineren Orte nicht vorgesehen. Es ergäben sich nur Chancen über
eine etwaige Zentralortsfunktion und eine Nähe zum Bahnhof.
Beschlussempfehlung:
Der Gemeinderat beschließt:
1. Zur Ausweisung weiterer Baulandflächen in den Dörfern der Eifelgemeinde
Nettersheim soll angestrebt werden, über die bislang ausgewiesenen
Siedlungsbereiche im Regionalplan sowie im Flächennutzungsplan hinaus weitere
Baulandreserven
zu
ermitteln.
Die
Verwaltung
wird
ermächtigt,
Grundstücksverhandlungen mit Privateigentümern zu führen und die erforderliche
landesplanerische Zustimmung einzuholen.
2. Um eine Eignung potentieller Baulandflächen festzustellen, sind gutachterliche
Stellungnahmen in Bezug auf Umweltverträglichkeit einzuholen. Die hierzu
erforderlichen finanziellen Mittel sind im Haushaltsplan 2019 mit 30.000,00 € zu
veranschlagen.
Abstimmungsergebnis:
einstimmig ja
Niederschrift der Sitzung des Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschusses vom 13.11.2018
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