Daten
Kommune
Kreis Euskirchen
Größe
82 kB
Datum
12.12.2018
Erstellt
20.12.18, 17:01
Aktualisiert
20.12.18, 17:01
Stichworte
Inhalt der Datei
BESCHLUSS
über das Ergebnis der Sitzung des Kreistages am 12.12.2018 im Sitzungssaal des
Kreishauses in Euskirchen, Jülicher Ring 32
Euskirchener Erklärung
TOP 11
A 173/2018
Fraktionsvorsitzende Stolz (CDU) erklärt, dass sie stolz sei, dass
der Antrag von allen Fraktionen des Kreistages mitgetragen
werde und damit sehr deutlich gemacht werde, dass man für
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine gewisse Weltoffenheit
einstehe. Dies sei auch ein gutes Signal für die Öffentlichkeit.
Kreistagsmitglied Ramers (SPD) führt an Kreistagsmitglied Lübke
gewandt aus, dass man mit der Beteiligung an der Euskirchener
Erklärung sein Bekenntnis zu demokratischen Spielregeln zeigen
könne. Es gehe darum, sich der gemeinsamen Verantwortung
bewusst zu werden und dies in die Öffentlichkeit zu tragen.
Fraktionsvorsitzender Grutke (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) stellt
fest, dass sich an dem Antrag die Demokraten beteiligt haben
und die Nichtdemokraten nicht. Er führt ergänzend aus, dass man
auch in Zukunft eine klare Haltung zu missbräuchlich platzierten
Beiträgen finden werde.
Fraktionsvorsitzender Troschke (UWV) führt aus, dass die
Euskirchener Erklärung vollumfänglich mitgetragen werde. Er
zitiert ergänzend aus dem unter www.welt.de am 04.11.2018
veröffentlichten Beitrag des Vizepräsidenten des Zentralrates der
Juden, Abraham Lehrer. Dieser befürchte eine Zunahme von
antisemitischen Vorfällen aufgrund eines zugewanderten
arabisch-islamischen Antisemitismus‘. In Integrationskursen solle
bei Migranten Antisemitismus vorgebeugt werden, indem Werte
wie Demokratie und Umgang mit Frauen vermittelt werden.
Weiter lasse die Euskirchener Erklärung keinen Raum für den
Einbezug der äußerst schwierigen Problematik des israelischpalästinensichen Verhältnisses. Herr Troschke verweist
diesbezüglich auf die Berichterstattung im Kölner Stadt Anzeiger
und in der Kölnischen Rundschau vom 10.12.2018. Diese
Problemstellung sei mit der Verabschiedung der Euskirchener
Erklärung noch nicht abschließend geregelt.
Fraktionsvorsitzender Reiff (FDP) äußert sich sehr zufrieden,
dass der Kreistag einmütig zusammenstehe und über die
Parteigrenzen hinaus erkläre, dass das Gemeinwesen und das
Zusammenleben in Deutschland in den Vordergrund gestellt und
nicht zur Radikalisierung beigetragen werde.
Fraktionsvorsitzender Bell (DIE LINKE) erklärt, dass auch die
Fraktion DIE LINKE die Erklärung gerne unterstützt habe und
diese für alle Demokraten inhaltlich selbstverständlich sein sollte.
Zum Redebeitrag von Herrn Troschke führt er aus, dass es
selbstverständlich sei, Antisemitismus in keiner Art und Weise zu
tolerieren und eine gesonderte Ausführung in der Euskirchener
Erklärung aus seiner Sicht nicht notwendig sei.
Der Vorsitzende bedankt sich auch im Namen seiner
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das einmütige Bekenntnis zur
Euskirchener Erklärung.
Kreistagsmitglied Reidt (CDU) führt in Bezug auf die
Ausschreitungen in Ostdeutschland aus, dass sich die AfD nicht
wundern dürfe, mit Rechtsradikalismus in Verbindung gebracht
zu werden.
Kreistagsmitglied Lübke macht nochmals deutlich, dass es ihm
um die einseitige Bekämpfung des Rechtsextremismus gehe,
denn es gebe auch linksextreme Probleme, die verschwiegen
würden. Er wolle selbstverständlich nichts mit Nazis und
Rechtsradikalismus zu tun haben.
Der Kreistag fasst folgenden Beschluss:
1. Der Kreistag stellt sich vollumfänglich hinter die vom
Lenkungskreis des Projektes „HANDLUNGSKONZEPT
GEGEN RECHTS UND RASSISMUS“ initiierte
„Euskirchener Erklärung“ (siehe Anlage zum Antrag
173/2018).
2. Der Kreistag bittet die Verwaltung, weitere geeignete
Schritte in die Wege zu leiten, um eine noch größere
Verbreitung dieser Erklärung z.B. über das Internet
oder durch Unterschriftsaktionen in Vogelsang, im
Kreishaus und in den Rathäusern, in Betrieben, etc. zu
erreichen.
Abstimmungsergebnis:
Einstimmig